• Tag 20

    May 20–21 in Italy ⋅ ☀️ 18 °C

    Heute hieß es leider Abschied nehmen von unserer wunderschönen Unterkunft. Was anfangs mit einem kleinen Schock über die extrem engen Straßen und die mühsame Anfahrt begonnen hatte, war uns in den letzten Tagen richtig ans Herz gewachsen. Das allmorgendliche Frühstück im Sonnenschein und das Einschlafen mit dem Rauschen des Meeres im Ohr werden uns definitiv fehlen.

    Unser heutiges Ziel vor der Heimreise war Palermo. Die Stadt ist laut, quirlig, eine faszinierende Mischung aus Alt und Modern – und im Straßenverkehr die absolute Hölle. Es gibt keinerlei Fahrspurmarkierungen, alle fahren scheinbar völlig planlos, hupen, drängeln und schieben sich Zentimeter für Zentimeter aneinander vorbei. Mittendrin wimmelt es von unzähligen Motorrad- und Vespa-Fahrern, die ohne Helm, mit dem Handy am Ohr und Beifahrer im Schlepptau durch die engsten Lücken rasen. Meine Nerven waren in kürzester Zeit völlig abgenutzt. Zum Glück steuerten wir als Erstes ein großes, sicheres Parkhaus an, um unser langes Auto abzustellen.
    Zu Fuß genossen wir dann die schönen Seiten der Stadt. Wir bummelten durch die historische Altstadt und gönnten uns auf der Streetfood-Meile ein leckerem Mittagessen mit typisch sizilianischen Arancini, gefüllt mit Mozzarella, Spinat und Ragout.
    Beim anschließenden Stöbern entdeckten wir ein zauberhaftes Geschäft für Schmuck und Tüchern aus Kaschmir. Ich habe mich sofort in ein wunderschönes, farbenfrohes Tuch verliebt und dann noch ein wunderschönes Schmuckstück (eine Kette) gefunden – und Schatzi hat mir kurzerhand beides geschenkt! 😍
    Danach schlenderten wir zum Hafen, beobachteten das rege Treiben und besorgten auf dem Rückweg noch zwei kleine Mitbringsel für die Jungs sowie ein Dankeschön für unsere treue Haus-, Hund- und Kinderbetreuung Julia.

    Was danach folgte, war eine Irrfahrt, wie ich sie noch nie erlebt habe. Wir wollten uns in einem Supermarkt noch mit Proviant für die Fährüberfahrt eindecken, doch das Vorhaben mutierte zum reinsten Krimi. Wir irrten quer durch den unendlichen Stau der überfüllten Stadt. Kaum hatte man sich halbwegs an das rücksichtslose Drängeln und Schieben angepasst, bogen wir prompt falsch ab und landeten mit unserem großen Wagen in viel zu engen Gassen. Die Anspannung im Auto war greifbar. (Hauptsächlich meine 🫣).
    Das Navi lotste uns an etlichen Straßensperrungen vorbei, der Verkehr stockte, die Autos hupten plötzlich alle!!!! Wir mittendrin und nach drei vergeblichen Versuchen, endlich ans Ziel zu kommen, standen wir plötzlich fassungslos vor – einem Möbelhaus! Meine Laune war auf dem absoluten Nullpunkt: Ich musste dringend auf die Toilette, wir hatten über eine Stunde im Verkehrschaos verloren und standen nun vor einem Möbelhaus. Immerhin gab es dort eine Ladesäule für das Auto und eine rettende Toilette. Während der Wagen lud, suchten wir zu Fuß nach einem Penny-Markt, den wir zuvor flüchtig an der Straße gesehen hatten, fanden ihn aber nicht. Nach einer kurzen, erneuten Recherche entdeckte Bernhard schließlich doch noch den richtigen Supermarkt und wir konnten endlich den Einkauf erledigen.

    Danach ging es direkt weiter zum Hafen für die Fähre. Die Bürokratie hielt die nächste Überraschung bereit: Unsere Tickets wurden vor Ort nicht anerkannt, sodass wir erst noch hektisch online einchecken mussten. Das anschließende Beladen der Fähre lief exakt so ab wie der gesamte Straßenverkehr in Palermo zuvor. Alle drängten gleichzeitig auf einen einspurigen Zubringer, aufgeteilt in virtuelle Fahrspuren, die gar keine waren – das reinste Chaos!
    Wir mussten dann eine Rampe hochfahren und dort alle rückwärts auf dem Zwischendeck einparken. Wie im Spiel „Rush Hour“, bei dem der rote Bus vom Parkplatz fahren möchte und dazu alle Autos verschoben werden müssen.
    Wie soll unser Auto morgen bloß wieder da runterkommen? 🤷🏽‍♀️
    Das war etwas stressig.
    Umso erleichterter waren wir, als wir endlich an Bord waren. Unsere Kabine war völlig in Ordnung und gemütlich. Gegen 22:30 Uhr genossen wir ein spätes, aber richtig schönes Abendessen in unserem Zimmer mit Meerblick. Wir haben das Auslaufen der Fähre und die langsam verschwindenden Lichter Palermos noch ein wenig beobachtet, bevor wir müde, aber glücklich über das überstandene Abenteuer in unsere Betten fielen. 😴
    🚢❤️✨
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