• Eigentlich doch ganz gut

    May 22 in Romania

    Drei Erkenntnisse nehmen wir aus diesem Tag mit: 1) Bukarest hat ein (Regen-)Wasserproblem auf den Straßen. 2) Die Wettervorhersage kann sich auch mal irren. 3) Papanași sind so fies und lecker, wie ich befürchtet habe.

    Okay, okay. Ganz ernst gemeint ist Aufzählung nicht 😁 Unser Tag war tatsächlich schön. Unaufgeregt schön. Laufintensiv. Und am Ende nochmal ganz schön nass. Aber von vorne ...

    Eigentlich waren es heute deutlich mehr als drei Erkenntnisse. Die erste bahnt sich bereits heute Morgen an, als wir im Treppenhaus auf dem Weg zum Frühstück von einem Hauch Liebe in rosa (siehe Foto 🤣) begrüßt werden. Auch der Frühstücksraum ist in Zartrosa und Weiß gehalten. Und beim Schlendern durch Bukarest fällt auf, dass sie hier ganz eindeutig eine Liebe zu Pastell im Duo mit Weiß hegen.

    Wir frühstücken also. Und fragen uns leicht genervt, ob der Stadtrundgang angesichts des prophezeihten Wetters (Regen, mehr Regen, noch mehr Regen) so eine gute Idee ist. Na ja, wir gehen mal hin. Spoiler: kaum Regen, angenehme Temperaturen, hat hier jemand übers Wetter geheult?

    Wir haben bei GuruWalk eine Tour mit Adrian gebucht. Den treffen wir um 10 Uhr, es kommt ein internationales Grüppchen von am Ende elf, zwölf Personen zusammen. Dabei ein belgisch-marokkanisches Pärchen, das sich kurz vor Ende der Tour grußlos davonschleicht. Wow. Es ist eine Free Walking Tour. Der Guide wird am Ende freiwillig bezahlt. Nicht von den beiden. Krass. Manche Menschen sind einfach ... nee, das schreibe ich jetzt nicht.

    Adrian beschert uns zwei sehr unterhaltsame Stunden, erklärt uns viel zur Geschichte Bukarests und Rumäniens und spart nicht mit Witz und Ironie und baut die Mythen (oder Wahrheiten?) rund um Vampire, Knoblauch und silberne Dolche gekonnt ein. Macht Spaß.

    Abgelaufen waren wir das alles gestern schon, jetzt kommen wissenswerte Fakten dazu. Ein richtig schöner Vormittag. Fazit: Nein, Bukarest schafft es nicht unter die Top 5 unserer Lieblingsstädte. Aber die Stadt ist durchaus spannend, wenn man ein wenig hinter die Fassaden schaut. Wir jedenfalls sind froh, dass wir das gesehen haben.

    Und weil wir ja noch nicht genug gelaufen sind, spazieren wir noch zum "Palast des Volkes". Der Name ist ein schlechter Scherz. Errichtet wurde das monströse Gebäude (das zweitgrößte weltweit hinter dem Pentagon) von Ceaușescu und dem war das Volk völlig egal. Ihm ging es einzig darum zu zeigen, wie großartig er ist. Um ihn herum herrschten Hunger und Armut. Gruselig!

    Und doch steht man irgendwie beeindruckt vor diesem Gebäude. Es ist einfach riesig! Und wird immer größer, wenn man wie wir einmal drumherum läuft. Drei Kilometer. Völlig absurd.

    Wir haben Hunger. Den stillen wir im Hanu' lui Manuc. Durchaus touristisch, ja, aber der Innenhof ist richtig nett und das Wetter lässt es zu, dass wir draußen sitzen (den kleinen Schauer zwischendurch lassen wir mal weg). Diesmal sind wir cleverer als gestern, verzichten auf die Vorspeise und schaffen deshalb ein Dessert. Papanași. Rumänische Minikreppel mit Mascarpone und Marmelade. Die werden auf dieser Tour garantiert mein Verhängnis 🫣

    Auf den letzten hundert Metern vor dem Hotel erwischt uns dann doch der Starkregen. Trotz Regenschirmen sind wir nass bis zu den Knien. Und trotzdem war unser Timing nahezu perfekt, denn den Rest des Tages schauert und gewittert es fast durchgehend ...
    Read more