Entdeckungstour durch Rumänien
May 20 in Germany ⋅ ⛅ 19 °C
Die Frage "Wieso denn Rumänien?" kam in den letzten Tagen so oft, dass es diesmal einen Epilog zur Tour gibt 😎
Wie so oft bei fing alles mit einer kleinen Idee an … und die wurde dann größer und größer. Die Geschichte startet diesmal bereits vor vielen Jahren auf einer Fotomesse.
Damals (so um 2015 herum) trafen wir bei einer Fotomesse einen professionellen Fotografen, der gnadenlos beeindruckende Bilder aus dem Okavango Delta dabei hatte. Wir kamen mit ihm ins Gespräch, Afrika, Tierfotografie, bekanntes Terrain. Und dann meinte er irgendwann, wir müssten unbedingt mal ins Donaudelta. Er schwärmte davon fast mehr als von Botswana. Klang superspannend. Aber … äh … peinlich, peinlich: Wir mussten erst einmal nachschauen, wo das Donaudelta überhaupt ist.
Nachdem das geklärt war (die Donau mündet im rumänisch-ukrainischen Grenzgebiet ins Schwarze Meer; das tierreiche Donaudelta ist in Rumänien), fingen wir an, mögliche Reiserouten zu recherchieren. Mit mäßigem Erfolg. Anreise eher schwierig / langwierig, beste Reisezeit in unserem Sommer, wenig Informationen zu Aktivitäten vor Ort … Am Ende rutschte das Donaudelta auf unserer Tourenliste immer weiter nach unten. Bis, ja bis wir 2024 in Georgien waren.
https://bei-schaubes.de/category/reiseberichte/…
Vielleicht erinnert ihr euch: Wir kamen damals völlig begeistert und absolut verliebt in dieses Land zurück. Und begannen in der Folge, uns wieder etwas intensiver mit dem östlichen Rand Europas zu beschäftigen. Dabei tauchte dann recht schnell auch das Donaudelta wieder auf.
Schnell war klar: Wir machen das jetzt einfach! Ein langes Wochenende, Flug nach Bukarest, mit dem Mietwagen ins Delta, ein paar Tage Vögel beobachten und wieder nach Hause.
Denkste! Es kam, wie es so oft kommt: Wir fingen an, Berichte über Rumänien zu lesen, Videos zu schauen und stellten fest, dass dieses Land ganz schön interessant klingt. Ich kürze das hier mal ab. Wir nahmen Rumänien intensiver ins Visier und jetzt wartet eine gut zwei Wochen lange Tour auf uns, in die wir bei Weitem nicht alles reinbekommen haben, was wir gerne gesehen hätten.
Wir sind gespannt auf Bukarest. Wir hoffen auf Wanderwetter in den Karpaten. Wir wollen durch die Städte Siebenbürgens bummeln. Wir sind neugierig auf die Moldauklöstern. Und wir fiebern dem Donaudelta entgegen. Vor allem freuen wir uns darauf, ein neues Land zu entdecken.
Kommt ihr mit auf die Tour?
Morgen geht's los!
Hier bei den Pinguinen und auf MyMaps.
https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1A9YtwzD…Read more
Bun venit la București
May 21 in Romania ⋅ ☁️ 19 °C
Der Wecker klingelt kurz nach sechs. Das Taxi steht pünktlich um sieben vor unserer Haustür. Und fast noch pünktlicher um zehn vor eins Ortszeit setzt der Flieger in Bukarest auf.
Das hat hat dann schon mal bestens funktioniert. Und auch der Transfer mit Welcome Pickups klappt super; ein nettes Gespräch und Sightseeing-Tipps inklusive. Wir checken gegen halb drei im Hotel Cișmigiu ein. Top!
Kommen wir jetzt zu dem, was so gar nicht top ist: das Wetter! Es regnet. In Strömen. Bäh. Wir wollen trotzdem raus, wir sind neugierig auf Bukarest. Nehmen wir halt die Schirme mit. Das wiederum findet das Wetter langweilig; es bleibt zwar bei tristem Grau, tropft aber nur noch ganz leicht.
Wir tappern ohne großen Plan durch die Altstadt, lassen uns einfach mal treiben und versuchen, ein Gefühl für Bukarest zu bekommen. Es gibt ein paar wirklich nette Ecken und das winzige Kloster Stavropoleos miten in der Stadt ist richtig schön. Aber so ganz springt der Funke ehrlicherweise noch nicht über.
Das graue Wetter hat da sicherlich seinen Anteil. Die vielen extrem verfallenen Gebäude (mit so vielen "Abrisshäusern" haben wir nicht gerechnet) sind leider nicht marode-charmant, sondern einfach nicht schön. Und vielleicht spuckt uns auch Tiflis zu sehr im Kopf herum, obwohl wir diesen Vergleich gar nicht ziehen wollen (es aber irgendwie halt doch tun).
Direkt neben unserem Hotel ist ein schöner Park mit Weiher. Und mit Parkbankreihen in einer Länge, wie wir sie noch mie gesehen haben. Ob wir diesem rumänischen Parkbankfetisch noch öfter begegnen werden? 🤔
Am späten Nachmittag beschließen wir, im Restaurant Varta etwas gegen den Hunger zu tun. Lecker. Und die Leute, die wir bisher getroffen haben, waren allesamt echt nett. Sogar die Sonne lunzt mal kurz zwischen den Wolken durch.
Für morgen haben wir eine walking tour durch Bukarest gebucht. Das Wetter klingt noch scheußlicher als heute. Wir freuen uns trotzdem drauf 🙃Read more
Eigentlich doch ganz gut
May 22 in Romania
Drei Erkenntnisse nehmen wir aus diesem Tag mit: 1) Bukarest hat ein (Regen-)Wasserproblem auf den Straßen. 2) Die Wettervorhersage kann sich auch mal irren. 3) Papanași sind so fies und lecker, wie ich befürchtet habe.
Okay, okay. Ganz ernst gemeint ist Aufzählung nicht 😁 Unser Tag war tatsächlich schön. Unaufgeregt schön. Laufintensiv. Und am Ende nochmal ganz schön nass. Aber von vorne ...
Eigentlich waren es heute deutlich mehr als drei Erkenntnisse. Die erste bahnt sich bereits heute Morgen an, als wir im Treppenhaus auf dem Weg zum Frühstück von einem Hauch Liebe in rosa (siehe Foto 🤣) begrüßt werden. Auch der Frühstücksraum ist in Zartrosa und Weiß gehalten. Und beim Schlendern durch Bukarest fällt auf, dass sie hier ganz eindeutig eine Liebe zu Pastell im Duo mit Weiß hegen.
Wir frühstücken also. Und fragen uns leicht genervt, ob der Stadtrundgang angesichts des prophezeihten Wetters (Regen, mehr Regen, noch mehr Regen) so eine gute Idee ist. Na ja, wir gehen mal hin. Spoiler: kaum Regen, angenehme Temperaturen, hat hier jemand übers Wetter geheult?
Wir haben bei GuruWalk eine Tour mit Adrian gebucht. Den treffen wir um 10 Uhr, es kommt ein internationales Grüppchen von am Ende elf, zwölf Personen zusammen. Dabei ein belgisch-marokkanisches Pärchen, das sich kurz vor Ende der Tour grußlos davonschleicht. Wow. Es ist eine Free Walking Tour. Der Guide wird am Ende freiwillig bezahlt. Nicht von den beiden. Krass. Manche Menschen sind einfach ... nee, das schreibe ich jetzt nicht.
Adrian beschert uns zwei sehr unterhaltsame Stunden, erklärt uns viel zur Geschichte Bukarests und Rumäniens und spart nicht mit Witz und Ironie und baut die Mythen (oder Wahrheiten?) rund um Vampire, Knoblauch und silberne Dolche gekonnt ein. Macht Spaß.
Abgelaufen waren wir das alles gestern schon, jetzt kommen wissenswerte Fakten dazu. Ein richtig schöner Vormittag. Fazit: Nein, Bukarest schafft es nicht unter die Top 5 unserer Lieblingsstädte. Aber die Stadt ist durchaus spannend, wenn man ein wenig hinter die Fassaden schaut. Wir jedenfalls sind froh, dass wir das gesehen haben.
Und weil wir ja noch nicht genug gelaufen sind, spazieren wir noch zum "Palast des Volkes". Der Name ist ein schlechter Scherz. Errichtet wurde das monströse Gebäude (das zweitgrößte weltweit hinter dem Pentagon) von Ceaușescu und dem war das Volk völlig egal. Ihm ging es einzig darum zu zeigen, wie großartig er ist. Um ihn herum herrschten Hunger und Armut. Gruselig!
Und doch steht man irgendwie beeindruckt vor diesem Gebäude. Es ist einfach riesig! Und wird immer größer, wenn man wie wir einmal drumherum läuft. Drei Kilometer. Völlig absurd.
Wir haben Hunger. Den stillen wir im Hanu' lui Manuc. Durchaus touristisch, ja, aber der Innenhof ist richtig nett und das Wetter lässt es zu, dass wir draußen sitzen (den kleinen Schauer zwischendurch lassen wir mal weg). Diesmal sind wir cleverer als gestern, verzichten auf die Vorspeise und schaffen deshalb ein Dessert. Papanași. Rumänische Minikreppel mit Mascarpone und Marmelade. Die werden auf dieser Tour garantiert mein Verhängnis 🫣
Auf den letzten hundert Metern vor dem Hotel erwischt uns dann doch der Starkregen. Trotz Regenschirmen sind wir nass bis zu den Knien. Und trotzdem war unser Timing nahezu perfekt, denn den Rest des Tages schauert und gewittert es fast durchgehend ...Read more
Ein Schloss, (k)ein Kloster
May 23 in Romania ⋅ ⛅ 16 °C
Es ist nur ein guter Kilometer. Aber wir schnaufen nicht schlecht, als wir endlich bei der Sixt-Station im Radisson Blu ankommen. Es ist halt doch nicht unanstrengend, zwei gut 20 Kilo schwere Taschen über rumpelige Gehwege zu ziehen. Aber gut. Exercise of the day: done!
Wir übernehmen den Mietwagen, einen Renault Austral, und machen uns auf den Weg durch die Walachei. Unser erster Stopp ... ist gleich ein Flop. Das Kloster Sinaia liegt eigentlich wunderschön vor der Kulisse der Bucegi-Berge. Leider sehen wir von der Schönheit des Klosters nichts, weil es komplett hinter einem Baugerüst verschwindet 😡
Wer uns (ok, vor allem mich) kennt, weiß: Da sirren jetzt ganz schlechte Vibes durch die Luft. Die zum Glück schnell verschwinden, weil wir hinter dem Klosterparkplatz auf einen Waldweg zum Schloss Peleş abbiegen.
An diesem durchaus idyllischen Schlösslein angekommen schwanken wir zwischen Staunen und Entsetzen angesichts der Tourimassen, die sich den Weg hinauf schieben.
Wir können der Besichtigung von Schlössern grundsätzlich wenig abgewinnen und haben deshalb nicht vor, uns Peleș von innen anzuschauen. Was sich als weise Entscheidung herausstellt, denn die Schlange am Eingang ist elend lang.
Also machen wir ein paar Fotos von außen, spazieren noch die wenigen Meter zum "Nebenschlösschen" Pelișor und sehen zu, dass wir zurück zum Parkplatz kommen.
Wir wollten einen netten Zwischenstopp. Genau das war es. Not more, not less. Und jetzt geht's auf nach Brașov.Read more
Ganz gechillt in Braşov
May 23 in Romania ⋅ ⛅ 20 °C
Wir sind in Siebenbürgen, wo alles (mindestens) zweisprachig ist. Die Siebenbürger Sachsen halten bis heute deutsche Traditionen und vor allem die deutsche Sprache am Leben. Und das fühlt sich teilweise ganz schön schräg an ...
Es geht los mit den Ortsnamen. Wir übernachten heute in Brașov. Oder auch Kronstadt. Geht beides und einen umgarischen Ortsnamen gibt's auch noch. An den Häuserwänden finden sich deutsche Sinnsprüche (die zu Hause schon ziemlich seltsam sind). Und es gibt deutsch-evangelische Kirchengemeinden. Weird. Aber halt "historisch gewachsen".
Wir mögen Brașov auf Anhieb. Ein nettes Städtchen mit vielen restaurierten und renovierten Häusern, jede Menge Lokale, die ihre Tische nach draußen geräumt haben, uns drumherum ganz viel Grün.
Und alles ist hier in Rumänien (bisher zumindest) irgendwie unkompliziert. Ich hatte mit dem Hotel Casa Chitic Balcescu gechattet und einen Parkplatz reserviert, denn die sind in Brașov Mangelware. Kein Problem. Zwanzig Minuten, bevor wir da waren, eine kurze WhatsApp und als wir vor die Hoteltür rollen, kommen schon zwei junge Kerle und schieben die Mülltonnen beiseite, die "unseren" Parkplatz blockieren 🤣
Auch das Wetter kommt so langsam in Urlaubslaune. Wir spazieren bei Sonnenschein durch das Städtchen, gönnen uns ein Ankommensbier und machen Touriprogramm. Echt hübsch hier!
Und während wir so durch Brașov schlendern, dreht mein Handy plötzlich durch. Hä? Ich bin verwirrt (und überfordert), eine Warnmeldung auf Rumänisch. In dem verzweifelten Versuch, mein Handy dazu zu bringen, nicht mehr hysterisch zu tröten, drücke ich die Meldung weg.
Was war das jetzt? Um uns herum klingeln, rasseln, hupen immer mehr Handys. Als das von Dirk losschrillt, sind wir vorbereitet, finden den englischen Text und müssen schmunzeln.
Es ist tatsächlich eine Bärenwarnung. Ein Braunbär wurde in der Nähe gesichtet und das löst eine Warnung aus. Eigentlich gar nicht schlecht.
Jetzt aber weiter mit Brașov. Die Kathedrale ist für unseren Geschmack etwas überschätzt und eher langweilig, aber der kleine Spaziergang zum Schwarzen Turm lohnt sich, denn der Blick von dort auf ebenjene Kathedrale und die Dächer von Braşov ist definitiv nice!
Und nachdem wir die letzten beiden Tage rumänisch gegessen haben, widmen wir uns heute ... der deutschen Küche 😂 Was eher Zufall ist, denn das Lokal "Zum Rosenanger" lockt uns erst einmal damit, dass es klein und schnuckelig etwas abseits der Touriströme liegt.
So kommen wir zu Schnitzel und Apfelstudel und beenden mehr als froh gelaunt einen absolut gelungenen Urlaubstag.
Wir nutzen das herrliche Wetter am nächsten Tag noch einmal für ein paar Fotos von Brașov, bevor wir uns von hier verabschieden. Hat uns richtig gut gefallen, so darf das weitergehen.Read more

Ich bin neugierig. Ist der Apfelstrudel mit Blätterteig oder Mürbeteig? 😋 [chaotische Köchin]
Sonne, Bewegung, Aussicht - we like!
May 24 in Romania ⋅ ☀️ 15 °C
Unsere Route führt heute am "Dracula-Schloss" Bran vorbei. Das wir gepflegt rechts liegenlassen 😁 Interessiert uns nicht wirklich, historisch ist das alles schwer haltbar und außerdem stehen wir vormittags um halb elf hier schon um (Touristen-)Stau.
Wir entscheiden uns stattdessen für eine Wanderung, die schöne Ausblicke auf das Bucegi-Gebirge verspricht. Und auch hält.
Die Ausblicke haben ihren Preis, es geht die ersten zwei Kilometer einfach nur gnadenlos steil bergauf. Puh. Aber die Bewegung bei perfektem Wanderwetter macht Spaß, wir sind völlig alleine und das Panorama ist schon wirklich richtig schön!
Die Tour ist knapp sechs Kilometer lang, führt am Ende genauso steil runter, wie sie zu Beginn angestiegen ist. Unsere Sporteinheit für heute hätten wir also auch erledigt 😉
Die Daten bei Komoot: https://www.komoot.com/de-de/smarttour/1260078
Bleibt nur noch der Weg nach Curtea de Argeș. Eigentlich gar nicht so weit. Aber die Rumänen wechseln ab zwischen Tempo 30 und Baustellen 😳 Für die knapp 110 Kilometer brauchen wir knapp drei Stunden. Die Ausblicke auf das Bucegi-Gebirge auf der einen und die Karpaten auf der anderen Seite sind dabei aber schon echt schön.
Wir übernachten in der Casa Medievale (nett - nur den Mittelalterteil suchen wir noch). Die Essensfindung wird unerwartet zur Herausforderung, weil der Gasthof ein paar hundert Meter entfernt - super bewertet und laut Google noch bis 21 Uhr geöffnet - leider absolut verlassen ist, als wir kurz nach fünf vor der Tür stehen.
Müssen wir also doch noch in die Stadtmitte fahren, wo wir Griechisch essen. Lecker und mal etwas anderes. Die Tatsache, dass in Rumänien die Null Promille-Grenze gilt, hat zur Folge, dass wir nach dem Essen noch in einem Supermarkt einfallen und das kühle Bier eben auf unserem Balkon trinken 😁Read more
Kein Panorama, keine Bären
May 25 in Romania ⋅ ☁️ 17 °C
Es gab genau einen Grund, warum wir für unsere Route den Weg über Argisch gewählt hatten: das eine, kleine Prozent Wahrscheinlichkeit, dass die Transfăgărășan Ende Mai schon geöffnet sein würde.
Sie gilt vielen als die schönste Panoramastraße der Welt. Und sie ist bekannt für Braunbärsichtungen. Beides gute Argumente für uns, eine Wetterwette einzugehen. Offiziell ist die Transfăgărășan von Juli bis Oktober befahrbar; für den Rest des Jahres hängt das von den Wetter- sprich Schneeverhältnissen ab, denn sie führt mitten durch die Karpaten.
Um es kurz zu machen: Das landschaftlich spannende Teilstück mit den Serpentinen am Lac Balea ist (wenig überraschend) noch gesperrt. Im Umkehrschluss führt unser Weg nach Sibiu heute über die "schnelle" Route (was in Rumänien so schnell heißt) und wir haben Zeit für Abstecher.
Zeit für einen Abstecher auf die Transfăgărășan 🤣 Wir fahren die Panoramastraße von Curtea de Argeș aus etwa 50 Kilometer nach Norden, bauen ein paar scenic stops ein ... und hoffen natürlich auf Braunbären. Aber ihr wisst ja, wie das mit Schaubes und dem Wildlife ist 😳 Fehlanzeige.
Trotzdem eine landschaftlich schöne Fahrt; irgendwann wird es Zeit umzudrehen und Sibiu, unser heutiges Tagesziel, anzusteuern.Read more
Schlenderei in Sibiu
May 25 in Romania ⋅ ⛅ 26 °C
Wir hatten vor der Tour schon gelesen, dass man auf den rumänischen Straßen Geduld braucht. Und inzwischen wissen wir: Das stimmt!
Die Straßen selbst sind größtenteils ziemlich gut in Schuss. Aber zum einen stellen die Rumänen mit dem größten Vergnügen sinnfreie Geschwindigkeitsbegrenzungen auf, zum anderen haben sie einen Baustellen-Fetisch. Da ist ein Schnitt von 60 km/h in der Planung nicht zu niedrig angesetzt ...
Ist halt hier so. Und wir gaben ja Zeit. Wir sind kurz nach 14 Uhr am Art Hotel in Sibiu [Hermannstadt] und können tatsächlich schon unser Zimmer beziehen. Zum Ausladen halten wir, wie per Mail vom Hotel vorgeschlagen, einfach auf der Sperrfläche vor der Eingangstür. Wir sollten einfach ein bisschen rumfahren und uns einen Parkplatz suchen, meint der nette junge Mann an der Rezeption.
Aha. Wir richten uns auf nerviges Ruumgegurke ein. Doch weit gefehlt, zwei Straßenecken weiter ist ein Parkplatz frei. Cool! Dann können wir ja jetzt endlich Sibiu erkunden.
Und das gefällt uns richtig gut! Die europäische Kulturhauptsstadt von 2007 (zusammen mit Luxemburg) zehrt bis heute vom damaligen Renovierungsboom. Es ist einfach ein richtig nettes Städtchen. Von dessen Dächern uns "die Augen von Sibiu" auf Schritt und Tritt beobachten.
Wir schlendern hier hin und dorthin, bis der Hunger uns geradewegs zu einem leckeren Abendessen im Restaurant Hochmeister am Schillerplatz treibt. Die deutschen Wurzeln hier allüberall irritieren uns schon ein klein wenig 😎
Auch das Art Hotel ist eine richtig gute Wahl. Schönes Zimmer, tolles Frühstück, we like! Es war eine gute Entscheidung, zwei Nächte in Sibiu [Hermannstadt] zu verbringen.
Nach einem Ausflug am Dienstagvormittag (siehe separate Footprints) spazieren wir bei Kaiserwetter noch einmal durch das Städtchen, genießen einfach das Hier und Jetzt und beenden den Tag mit einem leckeren Abendessen im Kulinarium.
We ❤️ Sibiu!Read more
Hoch fahren, um runter zu gucken
May 26 in Romania ⋅ ☀️ 18 °C
Es gibt zwei Optionen für diesen Tag: Kultur in Alba Iulia [Karslburg] oder Natur am Lac Balea. Ihr dürft einmal raten, wofür sich die Kulturbanausen entscheiden 🤣
Heute strahlt die Sonne von einem tiefblauen Himmel. Da müssen wir nicht lange überlegen: Wir fahren die Transfăgărasan von Norden, bis sie gesperrt ist, und nehmen die Seilbahn zum Balea-See. Eine gnadenlos gute Entscheidung!
Es ist schlichtweg herrlich am Lac Balea. Dort oben auf gut 2.000 Metern liegt noch jede Menge Schnee, der See ist noch zugefroren und wir bekommen eine Idee, warum die Transfăgărășan hier noch nicht befahrbar ist: Die Straße liegt an einigen Stellen mannshoch unter Schnee begraben. Um die Straße tatsächlich spätestens am 01. Juli freigeben zu können, sind sie mit schwerem Gerät dabei, die Transfăgărășan freizuräumen.
Der Blick ins Tal über die Serpentinen ist schon beeindruckend. Und wir teilen ihn gerade mal mit ein, zwei Dutzend weiterer Touristen. Eigentlich ganz schön, dass die Straße noch gesperrt ist 😁
Wir lassen uns von der Seilbahn wieder zur unteren Station bringen und fahren Richtung Carța [Kerz], als am Straßenrand ein junger Bär auftaucht. Kommen wir also doch noch zu unserer Braubärensichtung. Das freut uns. Aber ...
In Rumänien gibt es dabei ein großes Aber, denn die Tiere werden immer wieder von (einheimischen wie fremden) Touristen gefüttert. Und mal abgesehen davon, dass Pizza, Kekse und Salami den Bären nicht gerade gut bekommen, erzieht es die Tiere zum Betteln.
Sie verlieren die Scheu vor den Menschen, kommen näher und näher in der Hoffnung auf Fressen ... und wenn dann aus dem süßen Teddybären das wilde Raubtier wird, das so ein Bär nun einmal ist, dann, ja dann ist das Gejammer groß. And the loser is: der Bär.
Baby Bär hier hat das schon ganz gut raus, kommt ums Auto herum und schaut mich aus treuen Augen herzerweichend an. Ich will gar nicht wissen, wie oft er damit Futter- Erfolg hat.
Wir fragen uns, wo Mama Bär steckt. Die Antwort bekommen wir ein paar hundert Meter weiter. Da trottet sie gemächlich die Straße entlang. Und kommt nach Futter bettelnd auch so nah, dass Dirk mal kurz Gas gibt und das Fenster schließt.
Ja, wir freuen uns, wenn wir Wildlife sehen. Aber stimmt das hier noch? So ein richtig gutes Gefühl hinterlässt diese Bärenbegegnung bei uns nicht 🤔Read more
Zisterzienser in Rumänien
May 26 in Romania ⋅ ☀️ 25 °C
Ja, richtig gelesen: Die Zisterzienser waren in Rumänien. Genauer gesagt in Cârța [Kerz]. Keine sonderlich ruhmreiche Geschichte, aber immerhin stehen hier die Ruinen des östlichsten Zisterzienserklosters (und des einzigen in Rumänien).
Es ist nur ein kurzer Abstecher auf dem Rückweg nach Sibiu und den nehmen wir gerne mit. An der Ruine in Cârța hängt ein Schild - ganz typisch für Rumänien: Bitte anrufen, wenn ihr die Ruine besichtigen wollt.
Die Rumänen lieben es, angerufen zu werden. Bitte anrufen, kurz bevor ihr an der Unterkunft ankommt. Bitte anrufen, kurz bevor ihr den Mietwagen zurückgebt. Bitte, bitte anrufen!
Also wählen wir die Nummer, erklären, dass wir gerne die Ruine besichtigen möchten und fünf Minuten später kommt eine Frau angelaufen, die uns das Tor aufschließt und den Eintritt kassiert.
Die Ruine selbst ist zwar schnell besichtigt, weil nicht mehr allzu viel übrig ist. Aber es ist ganz interessant, sich das nal anzuschauen, und wir finden die Geschichte der Zisterzienser ohnehin spannend. Skurril ist allerdings, dass der hintere Teil der Klosterkirche heute als evangelische Kirche genutzt wird. Und dass im ehemaligen Kirchenschiff heute Gräber zu finden sind ... Mal ganz davon abgesehen, dass die Namen auf den Grabsteinen ziemlich deutsch klingen. Siebenbürger Sachsen.
Der Abstecher hat sich definitiv gelohnt!Read more
Die Kirchenburgen von Siebenbürgen | Teil 1
May 27 in Romania ⋅ ☀️ 23 °C
Wehrkirchen oder Kirchenburgen finden sich in vielen Orten Siebenbürgens. Letztere sind nicht nur befestigte Kirchen, sondern umgeben von einer Mauer, mit Wehrtürmen zum Erspähen von Feinden und mit Lager- und Aufenthaltsräumen im Inneren. Der ganze Ort konnte im Angriffsfall hier Schutz finden.
Eine nachvollziehbare Strategie in einem Landstrich, durch den immer wieder die unterschiedlichsten Eroberer zogen.
Sieben Kirchenburgen sind heute UNESCO Weltkulturerbe und zwei davon wollen wir uns anschauen. Den Anfang macht Valea Vilor. Deutscher Name: Wurmloch. Kein Scherz!
Google meint, die Kirchenburg öffne um zehn Uhr. Perfektes Timing, denn wir kommen kurz nach zehn an. Und lästern erst einmal, weil vor dem UNESCO Weltkulturerbe gerade einmal sieben Parkplätze zur Verfügung stehen. Außer uns ist hier aber auch niemand.
Am Eingang hängt ein Schild, das wir inzwischen kennen: Bitte anrufen. Okay, machen wir. Aber erst laufen wir noch einmal außen um die Kirche herum und machen Fotos. Dabei spricht uns eine nette Frau auf Deutsch mit lustigem Akzent an.
Ob wir die Kirche besichtigen wollten und sie geschlossen sei. Wir nicken. Fann müsste man Frau Weber anrufen. Wir nicken wieder. Bevor wir erklären können, dass wir genau das jetzt vorhatten, zückt die Frau ihr Handy, tippt eine Nummer ein und klärt auf Rümänisch, wo den Frau Weber bleibt.
Die ist beim Zahnarzt und vermutlich in zwanzig Minuten da. Ob wir warten wollen? Ja, wollen wir. Prima, das gibt sie gleich telefonisch weiter, wünscht uns einen schönen Tag und verschwindet um nächsten Hoftor.
Wir schauen uns an. Grinsen. Wie lieb war das denn? Tatsächlich kommt keine zehn Minuten später eine Frau angeradelt, im Schlepptau zwei weitere deutsche Touristen. Und Frau Weber kann man nur mögen. Sie schließt die Kirchenburg auf und erklärt uns fröhlich plappernd das kleine "Museum".
Da sind die Trachten, die einer strengen Ordnung folgen und anzeigen, ob die Männer bereits verheiratet sind. Bei den verheirateten Frauen verrät die Tracht sogar, ob schon Kinder da sind 😳 Da ist aber auch die Holzschatulle, in die jeder spendet, so viel er eben kann, und aus der dann zinslose Kredite vergeben werden, wenn ein Mitbürger in Not gerät. Und da ist der Turm mit dem Speck für das Dorf, für den alle "Lebensmittelmarken" bekommen.
A propos Turm: Frau Weber schließt uns auch den Glockenturm auf und gibt uns nur noch mit, wir mögen uns nicht den Kopf anstoßen. Ja, die Durchgänge auf der engen und steilen Stiege sind teilweise so niedrig, dass Dirk mit dem dicken Fotorucksack fast steckenbleibt. Ich hätte aber auch eine kleine Warnung bzgl. fehlender Geländer, morscher Stufen und Kletterpartien wertgeschätzt 😬 (ja, ich übertreibe; aber nur ein klitzekleines bisschen).
Die Kirchenburg von Wurmloch ist sehr klein. Uns gefällt sie richtig gut (was auch mit den netten Begegnungen zusammenhängen könnte). Jetzt sind wir gespannt auf Biertan [Birthälm].Read more
Die Kirchenburgen von Siebenbürgen | Teil 2
May 27 in Romania ⋅ ☀️ 25 °C
Die zweite Kirchenburg, die wir uns anschauen, ist Biertan [Birthälm]. Sie ist deutlich größer, damit natürlich auch um einiges imposanter als Valea Vilor [Wurmloch].
Und dann endlich auch mal etwas touristischer. Es ist schon absurd hier in Rumänien. Da steht hier ein Weltkulturerbe neben dem anderen - merkt man aber gar nicht. Bei uns stehen da kilometerweit vorher riesige Schilder und die Reisebusdichte nimmt dramatisch zu. Hier nicht. Klitzekleine Schilder an der letzten Abzweigung. Und in Biertan die unfassbare Zahl von drei Reisebussen.
Wollen wir mal nicht meckern, wir mögen es ja etwas leerer und ruhiger 😉 In der Kirchenburg stören die Reisegruppen dann natürlich prompt, weil sie sich heerdenartig immer da versammeln, wo sich die besten Fotomotive ergeben.
Wir bekommen hier noch einmal ein Gefühl für den Burgaspekt bei den Kirchenburgen. Biertan liegt auf einem Hügel und man kann sich vorstellen, wie sich bei einem Angriff alle hier verschanzten.
Uns hat Wurmloch zwar besser gefallen, spannend waren beide Kirchenburgen allemal. Und es ist schade, dass wir auf unserer Tour nicht noch die eine oder andere mitnehmen können.Read more
Ein Städtchen in bunt
May 27 in Romania ⋅ ☀️ 26 °C
Einen letzten Stopp bauen wir noch ein, bevor wir unsere heutige Unterkunft ansteuern: Sighișoara [Schäßburg].
Auch hier spazieren wir wieder durch UNESCO Weltkulturerbe. Sighișoara mit seiner Unter- und Oberstadt, mit den mittelalterlichen Gässchen und den bunten Häuserfassaden ist schon ein Hingucker.
Und ein absoluter Touristenmagnet. Hier ist es (für rumänische Verhältnisse) wirklich voll. So lange, bis man in eine Seitengasse abbiegt und fast alleine ist. Das funktioniert weltweit 🤣
Wir bummeln ein bisschen durch die Gassen, nehmen Lángos und Papanași "auf die Hand" und müssen dann aber endlich mal Richtung aufbrechen.
Die (ehrlicherweise nicht ganz optimale) Tourplanung hält ein paar längere Etappen für uns bereit, eine davon ist heute. Und auf rumänischen Straßen dauert jeder Kilometer doppelt so lange ...
Wir stoppen unterwegs noch kurz an einem Carrefour, denn das Fox Wood House, wo wir heute übernachten, liegt ziemlich abseits und hat kein Restaurant. Selbstverpflegung ist angesagt. Kriegen wir hin, Käse, Salami, Oliven und eine Flasche Wein (wir greifen nach dem Minuti, den wir kennen, weil wir uns nicht trauen, blind einen rumänischen Wein zu kaufen 🫣).
Und das genießen wir dann auf unserem Balkon, Blick in die Landschaft - wir sind die einzigen Gäste, hier stört uns also keiner!Read more
Auftakt zur Klostertour
May 28 in Romania ⋅ ⛅ 13 °C
Als wir anfingen, uns mit Rumänien außerhalb des Donaudeltas zu beschäftigen, gab es ein Kapitel, das uns besonders getriggert hat: die Moldau-Klöster. Und genau bei denen soll der Schwerpunkt der nächsten beiden Tage liegen.
Dafür müssen wir heute aber erst noch einmal Strecke machen, denn die Moldau-Klöster stehen in der Bukowina im Nordosten Rumäniens. Getrödelt wird heute also nicht, gehetzt aber auch nicht 😉
Und deshalb legen wir den ersten Stopp auch schon nach nur gut zwanzig Minuten Fahrtzeit ein: am Kloster Toplița. Nein, kein Moldaukloster, einfach "nur" eine sehr schöne Klosteranlage, auf der auch eine kleine Holzkirche aus der Mitte des 19. Jahrhunderts steht.
In der Nähe von Borsec halten wir für einen kurzen Spaziergang, einfach ein bisschen die Beine vertreten. Die Landschaft drumherum ist unspektakulär, dabei aber einfach nett im besten Sinne. Ein Stündchen Luft, Bewegung, tut gut und macht Spaß.
Das Frühstück heute Morgen war ausgefallen 😳 Im Fox Wood House wird kein Frühstück angeboten und unser Plan, bei einem Bäcker unterwegs anzuhalten, hatte irgendwie nicht funktioniert. Folgerichtig knurrt uns jetzt so langsam der Magen. Nahrung muss her. Und weil wir inzwischen in einem ungarisch geprägten Landstrich unterwegs sind, gibt es ... richtig: Gulasch! Lecker 😋
Die Fahrt geht weiter, führt immer wieder durch Wald ... und da läuft auf einmal ein Fuchs die Straße lang. Witzige Begegnung. Wobei der kleine Kerl etwas zutraulicher ist, als er sein sollte, so dass wir uns schon wieder fragen, ob hier auch gefüttert wird ...Read more
Prolog zu den Moldau-Klöstern: Voroneț
May 28 in Romania ⋅ ☁️ 15 °C
Unser letzter Stopp für heute ist gleichzeitig das erste Moldaukloster, das wir uns anschauen: Voroneț.
Ich verzichte jetzt und in den nächsten Footprints darauf, euch seitenweise die historischen und architektonischen Zahlen, Daten, Fakten jedes Moldau-Klosters runterzuschreiben. Das kann das Internet besser als ich 😉 Ich beschränke mich auf unsere Eindrücke.
Wir starten also mit Voroneț. Dem vermeintlich am stärksten besuchten Moldau-Kloster - was sich nicht unbedingt an dem fast leeren Parkplatz ablesen lässt. Wohl aber schon daran, dass man zum Kloster ein paar hundert Meter durch eine Gasse von Essensständen und Buden mit (unsagbar hässlichen) Souvenirs läuft.
Das Wetter ist nicht auf unserer Seite, der Himmel ist grau, zwischendurch tropft es kurz. Was nichts daran ändert, dass wir erst einmal staunend im Eingang stehenbleiben. Wow, der Anblick ist beeindruckend.
Wir umrunden das Kloster, betrachten die für Moldau-Klöster so typischen bunt bemalten Außenwände (Bibelcomics, wie Dirk durchaus treffend meint) und lassen das "Voronețs-Blau" auf uns wirken. Eine Farbe, die hier im Übermaß benutzt wurde, sonst in der orthodoxen Malerei aber kaum vorkommt.
Der Innenraum (Fotografieren verboten!) ist ebenso üppig bemalt, kein Quadratzentimeter, der nicht genutzt wäre. Kaum sind wir wieder draußen, erleben wir mit, wie eine der Nonnen durch das Schlagen auf einen Holzbalken zum Gebet ruft. Gutes Timing offenbar 🙃
Voronețs jedenfalls war schon mal spannend!
Es wird Zeit, unsere Unterkunft für die nächsten beiden Tage anzusteuern, die Vila Boem in Gura Humorului. Ein hübsches kleines Hotel (in einem wirklich hässlichen Ort); der perfekte Ausgangspunkt, um morgen eine kleine Klöster-Tour zu machen.Read more
Moldau-Klöster #1: Humor und Arbore
May 29 in Romania ⋅ ⛅ 11 °C
Der Tag beginnt mit einer einfachen Formel: gutes Wetter + gutes Frühstück = gute Laune. Stimmt bei uns fast immer 😁
Zur guten Laune trägt heute Morgen allerdings auch bei, dass wir uns auf diesen Tag freuen, der unter dem Motto steht "Fünf auf einen Streich", nämlich die fünf Moldau-Klöster Humor, Arbore, Putna, Sucevița und Moldovița.
Ich hatte gestern schon gesagt, dass ich mir Faktenbesserwisserei zu den Klöstern spare, weil das Internet das alles besser weiß. Dabei bleibt es auch - aber eine klitzekleine Einleitung zu den Moldau-Klöstern bekommt ihr doch 😉
Die Moldau-Klöster liegen in der (südlichen) Bukowina, also im Nordosten Rumäniens nahe der Grenzen zur Ukraine und zu Moldau. Heute kennt man ca. 40 dieser Klöster, deren Gründungen im 15. und 16. Jahrhundert maßgeblich auf Stefan den Großen und dessen Nachfolger zurückgehen.
Viele der Klöster sind außen bunt bemalt mit biblischen Geschichten. Die finden sich auch innen und sind Hilfe für das des Lesens unkundige Volk. Die Außenmalereien, so vermutet man, entstanden, weil die Kirchen zu klein waren und deshalb viele den Gottsdienst draußen mitfeierten. Die enorme Haltbarkeit dieser Wandmalereien ist bis heute Forschungsgegenstand. An den Nordseiten haben Wind und Wetter meist viel zerstört, an den Südseiten ist viel erhalten.
Acht der Moldau-Klöster sind UNESCO Weltkulturerbe (wobei wir die Auswahl in Teilen schräg fanden, aber dazu später).
So - und jetzt endlich mal zu den Klöstern selbst!
--- Mănăstirea Humor ---
UNESCO Weltkulturerbe
Wir starten mit dem Kloster Humor, das nur knapp zehn Fahrminuten von der Vila Boem entfernt liegt. Wie groß wohl der touristische Andrang sein wird? Wir sehen zu, dass wir gegen neun Uhr dort sind, darauf hoffend, dass dann noch nicht so viel los ist.
Im Nachhinein eine lustige Idee. Es ist genau niemand! außer uns da.
Verstehen können wir das nicht, aber wir mögen es 🙃 Nach uns kommen zwei weitere Touristen, als wir später gehen, sind es insgesamt vielleicht ein Dutzend.
Die Anlage hier ist deutlich kleiner als in Voroneț; die Besonderheit ist der Glockenturm, der neben dem Kloster steht. Kloster Humor gefällt uns gut und im Vergleich mit den Außenmalereien in Voronețs verstehen wir jetzt auch besser, warum das dort verwendete Blau etwas Besonderes ist.
Wir hegen den Verdacht, dass die Anlage erst kürzlich renoviert wurde. Ein Verdacht, der uns auch in den nächsten Klöstern brschleicht - und der sich als richtig erweisen sollte. Puh, Glück gehabt. Hinter Baugerüsten hätten wir die Klöster nicht gemocht!
--- Mănăstirea Arbore ---
UNESCO Weltkulturerbe
Der Auftakt unserer Klöstertour war schon mal prima. Als nächstes steht Arbore auf der Liste. Und da wird es schräg ...
Wir hatten schon gelesen, dass Arbore selten besucht wird und es sein kann, dass man die Kirche erst aufschließen lassen muss. Was wir erwarten, ist der typisch rumänische "Ruf mich an"-Zettel an der Tür. Da hängt aber nix. Da ist einfach zu. Closed. Închis. Weltkulturerbe, sage ich da nur.
Wir stehen kurzzeitig etwas bedröppelt da. Wie gut, dass der Friedhof von Arbore direkt an die Kirche anschließt. Auf dem sind nämlich gerade ein paar fleißige Arbeiter zu Gange. Wir spazieren also 50 Meter weiter durch das Friedhofstor, ignorieren die irritierten Blicke und schauen uns die Kirche von Arbore zumindest von außen an.
Eine eher kleine Kirche, der auch die für die meisten Klosterkirchen typische Kuppel fehlt. Eine umgebende Mauer gibt es auch nicht (mehr?). So verlassen und direkt an der Straße gelegen, hat Arbore - zumindest für uns - wenig Reiz und Charme. Die Lage direkt am Friedhof hingegen finden wir leicht skurril.
Hier hat sich uns schon die Frage gestellt, warum das UNESCO Weltkulturerbe ist.Read more
Moldau-Klöster #2: Putna
May 29 in Romania ⋅ ☁️ 13 °C
Wir sind auf dem Weg nach Putna zum vermeintlich bedeutendsten Moldau-Kloster - und dem einzigen auf unserer heutigen Tour, das kein UNESCO Weltkulturerbe ist (es fehlen die Fresken an den Außenwänden).
Ende des 15. Jahrhunderts von Stefan dem Großen gegründet, findet man heute dort auch dessen Grab. Das macht Putna zu einem bei den orthodoxen Rumänen beliebten Ausflugsziel - und das merkt man.
Obwohl Putna ziemlich abgelegen ist, treffen wir hier auf mehr Besucher, als in Voronețs und Humor zusammen (und wir könnten da auch noch Sucevița und Moldovița dazuzählen).
Die Anlage ist wunderschön. Überhaupt fällt uns auf, dass die Gärten und Klosteranlagen extrem gepflegt sind und dieser Eindruck wird sich in den nächsten Tagen fortsetzen.
Putna gefällt uns, weil (oder obwohl?) es sich durch seine schlichte Fassade von den anderen Moldau-Klöstern abhebt. Im Inneren ist die Kirche ähnlich wie die anderen dicht bemalt mit biblischen Szenen. Auch das mögen wir an den Klöstern hier irgendwie. Es ist Reizüberflutung, die zum Staunen und Verweilen einlädt.Read more
Moldau-Klöster #3: Sucevița und Moldovița
May 29 in Romania ⋅ 🌬 14 °C
Zwei Klöster stehen heute noch auf unserem Plan, beide gelten als besonders schön - wir sind gespannt.
--- Mănăstirea Sucevița ---
UNESCO Weltkulturerbe
Es ist Mittagszeit. Der Parkplatz ist gähnend leer. Das kleine Tor in der Wehrmauer ist zu. Wir fragen uns kurz, ob Sucevița Mittagspause hat 😲 Lacht nicht. Die Kirchenburg in Biertan hatte von 13 bis 14 Uhr geschlossen.
Ist hier aber nicht so, man muss sich nur trauen, die Tür einfach aufzumachen 🤣 Ging aber nicht nur uns so; ein anderes Paar, das eigentlich schon umgedreht hatte, folgt uns erleichtert lächelnd ins Kloster.
Sucevița ist eine mittelgroße Anlage mit einer sehr wehrhaften Mauer drumherum. Der überbaute Eingang an der Seite unterscheidet es von anderen Moldau-Klöstern. Vor allem aber sind in Sucevița die Fresken an der Nordseite ungewöhnlich gut erhalten.
Die sind zwar eingerüstet, ist trotzdem spannend zu sehen, denn die Nordseite besteht nicht aus vielen kleinen Bildern, sondern zeigt ein großflächiges Fresko der Himmelsleiter.
--- Mănăstirea Moldovița ---
UNESCO Weltkulturerbe
Last not least Moldovița. Und um zu spoilern: für uns das Beste zum Schluss.
Die Anlage ist kleiner und damit kompakter als Sucevița, der mit Säulen überbaute Eingangsbereich gibt dem Kirchenbau eine ganz eigene Spannung. Ein toller Abschluss unserer Klöster-Tour.
Wobei ... Abschluss nicht ganz stimmt. Wir machen nachmittags tatsächlich noch einmal einen Abstecher nach Voroneț, weil wir auf besseres Licht hoffen. Vergebens. Deshalb habe ich die Fotos, die hier entstanden sind, auch in den ersten Footprint zu Voronețs geschummelt 😉
Ganz ehrlich: Wir waren gespannt, ob wir am Ende dieses Tages das Wort "Kloster" noch ertragen würden 🤣 Was soll ich sagen? Der befürchtete Monastery Overload ist ausgeblieben.
Ja, die fünf (sechs mit Voroneț) Klöster waren jetzt auch genug und wir müssen gedanklich sortieren, wo jetzt genau welche Besonderheit war. Aber mehrere Klöster hintereinander zu besuchen, hatte zumindest bei uns den Effekt, dass sich einerseits die Gemeinsamkeiten einprägen, andererseits aber auch die Unterschiede im direkten Vergleich deutlich werden.Read more
Keine besonderen Vorkommnisse
May 30 in Romania ⋅ ⛅ 18 °C
Bei strömendem Regen verlassen wir Gura Humorului. Die Strecke heute und morgen ist weder reich an Sehenswürdigkeiten, noch zeichnet sie sich durch landschaftliche Highlights aus.
Zwei Klöster nehmen wir dann doch noch mit, um auch hier nochmal einen Vergleich zu den Moldau-Klöstern zu bekommen.
Das Mănăstirea Neamț wurde, wie so viele Klöster hier, von Stefan dem Großen erbaut. Spannend ist, dass die Klosterkirche bis in die 1950er Jahre in der Mitte des Hofes stand. Dann hat man sie Stein für Stein agetragen und 30 Meter versetzt wieder aufgebaut 😳
Das letzte Kloster unserer Reise ist Mănăstirea Agapia. Das Kloster, das heute ein Nonnenkloster ist, stammt aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Und auch hier ist die Anlage drumherum unglaublich gepflegt (und vermeintlich frisch angelegt).
Spannend in Agapia sind die Malereien in der Kirche: Wie üblich in den orthodoxen Kirchen ist jeder Zentimeter bemalt und auch die Farben sind typisch. Der Malstil erinnert hier aber sehr viel mehr an katholische Kirchen. Fotografieren aber leider wieder verboten 😞
Jetzt reicht's dann mal mit Klöstern. Wir fahren zu unserer Unterkunft Roza Vânturilor. Da hat sich jemand ein Haus auf einen Hügel gebaut und drei Gartenhüttchen daneben gestellt. Die kann man mieten 🤣 Witzig und ein toller Blick. Aber nächstes Mal dann wieder eine "echte" Unterkunft.
Übermorgen fahren wir ins Donaudelta. Das war der initiale, der eigentliche Trigger für unsere Rumänien-Tour. Deshalb hatten wir an diesen Trip auch nur eine Erwartung, eine Hoffnung: gutes Wetter im Donaudelta.
Da gibt es aber seit einiger Zeit diesen Wetter vs. Wildlife-Fluch, der an uns klebt. Wir fahren Montagnachmittag mit dem Speedboat ins Delta und reisen donnerstags morgens wieder ab. Guess what? Für Dienstag und Mittwoch sind Regen und fette Bewölkung angesagt. Ab Donnerstag scheint die Sonne 😡
Das kann ich nicht akzeptieren. Pläne sind zum Umplanen da, wir bleiben einen Tag länger, skippen die Nacht an der Schwarzmeerküste und haben so hoffentlich wenigstens einen Tag Sonne und Licht.
Ich maile Petre an, ob er uns einen Tag länger beherbergen kann ...Read more
Trister Start, fröhliches Ende
May 31 in Romania ⋅ ☁️ 22 °C
Der Tag startet brummelig. Draußen regnet es. Grau. Petre hat geantwortet. Fully booked, keine Chance auf Verlängerung. Mehr Grau, mehr Brummeln.
Aber nicht mit mir. Dann ziehen wir in Crişan für die eine Nacht halt nochmal um. Ich hatte beim Planen der Tour neben Petre auch die Casa Călin im Auge gehabt; beide Unterkünfte liegen keinen Kilometer auseinander. Ich suche mir die Mailadresse raus und frage nach einem Zimmer.
Die Antwort? Ratet mal. Ruf mich an. Please call me 🤣 Hey, die Rumänen lieben es, angerufen zu werden.
Erst einmal suchen wir uns morgens aber in Băcau einen netten Coffeeshop zum Frühstücken. Das klappt trotz pfingstsonntäglichem Verkehrschaos prima (die orthodoxen Feiertage sind versetzt zu unseren). Und mit gutem Kaffee und leckerem Bananenbrot steigt bei den Schaubes auch die Laune.
Wir haben keine Lust auf Abstecher und steuern direkt die Casa Miralago an. Was für eine grandiose Entscheidung 😁 Erst einmal biegen wir allerdings in eine Sackgasse ein und stehen vor einem verschlossenen Tor. Die Rumänen haben es nicht so damit, vor ihren Sehenswürdigkeiten oder Unterkünften Schilder aufzustellen. Aber die etwa zehn Zentimeter große Plakette sagt "Casa Miralago". Wir klingeln. Nichts passiert.
Was haben wir gelernt? Rumänen wollen angerufen werden. Mache ich und habe Maria dran. Ach, wir seien da? Ja dann würde sie uns mal das Tor öffnen. Macht sie auch. Wir beziehen ein hübsches Zimmer mit Blick auf den See. Hier kann ich auch in Ruhe mit John von der Casa Călin telefonieren: Tschakka, wir haben ein Zimmer für die Verlängerungsnacht im Donaudelta.
Maria schickt mir währenddessen per WhatsApp schon mal die Karte fürs Abendessen. Wir suchen aus und chatten zurück 😆 Es ist echt witzig, aber auch mega praktisch: Das Grundstück ist weitläufig, Maria irgendwo unterwegs - eine kurze Nachricht und sie kümmert sich 👍🏼
So kommen wir auch zu einer Flasche Wein, die wir auf der Terrasse trinken wollen. Ein gechillter Nachmittag. Maria, der Engel, erträgt es aber nicht, dass wir zum Wein nichts essen. Sie bringt uns "einen kleinen Snack". Wir lieben Maria, die so nett um uns herumwuselt, einfach gute Laune verbreitet und offenbar unsere Gedanken lesen kann. Und die uns, warum auch immer, ebenfalls in ihr Herz geschlossen hat. Was beim Abendessen später dazu führt, dass die Nachtischportion etwas größer ausfällt 😋
Damit hätten wir nicht gerechnet. Somova war nichts weiter als ein Zwischenstopp auf dem Weg ins Delta. Die Casa Miralago tatsächlich eher eine Notlösung, weil ich in der Gegend nicht wirklich fündig geworden war. Und jetzt fühlen wir uns hier pudelwohl und fragen uns, warum wir hier nur eine Nacht sind ...Read more
Auf dem Weg ins Donaudelta
June 1 in Romania ⋅ ☁️ 18 °C
Den Tag heute können wir kurz machen. Bis auf die Abschiedsszene in der Casa Miralago.
Nach einem leckeren Frühstück lassen wir uns Zeit, unseren Kram zusammenzupacken. Das Speedboat nach Crișan fährt erst um 14 Uhr und wir brauchen eine Viertelstunde bis zum Anleger.
Gegen zehn und damit ungewohnt spät sind wir also abreisefertig und verabschieden uns von Maria. Die uns feste drückt und gar nicht mehr loslassen will, mir auch noch einen dicken Schmatz auf die Wange drückt. Wir müssen hier einfach noch einmal herkommen.
Jetzt müssen wir aber erst einmal die Zeit bis zum Nachmittag rumbekommen. Was also tun? Klöster anschauen 😉 Wobei wir uns erst im Kloster Saon und dann im Kloster Cere-Delic unter den ganzen Gläubigen, die zum Pfingstgottesdienst kommen, fehl am Platze fühlen. Wir versuchen, möglichst nicht aufzufallen. Was natürlich null funktioniert. Also verdrücken wir uns schnell wieder.
Muss ich halt stattdessen Störche und Blümchenwiesen fotografieren 😁
Wir vertreiben uns die Zeit dann noch in Tulcea auf dem Volksfest, nehmen um 14 Uhr das Speedboat und sind gegen 15 Uhr bei Petre in Crișan. Wo erst einmal niemand da ist ... wir rufen an, ein paar Minuten später taucht Petres supernette Frau auf.
Abends besprechen wir mit Petre den Plan für die nächsten Tage, genießen das leckere Abendessen (Gemüsesuppe, Karpfen, gefüllte Weinblätter, Kartoffeln und hinterher Gogoși). Wir sind mega gespannt aufs Donaudelta ...Read more
Donaudelta im Regen
June 2 in Romania ⋅ 🌬 18 °C
Bäh, ist das Wetter hässlich. Um genau zu sein, ist es exakt so hässlich, wie es angekündigt war 😳
Immerhin können wir heute gemütlich um acht Uhr frühstücken, denn unsere Bootstour startet erst um neun. Pünktlich mit dem einsetzenden Regen. Elf Personen nimmt Petre heute mit ins Donaudelta: uns beide und eine neunköpfige Gruppe Franzosen. Passionierte Birdwatcher und schon seit mehreren Tagen mit Petre unterwegs.
Wir tuckern einen Seitenarm entlang; Petre will zu einem kleinen See, die Wasserstraße wird zum Sträßchen, ist dicht bewachsen und dann versperrt heruntergefallenes Astwerk den Weg. Na und? Holt Petre halt die Taschensäge raus und macht den Weg frei 🤣
Die Vogelwelt im Donaudelta ist schon irre. Es trällert, es pfeift, es flattert. Und die Franzosen erweisen sich als verkappte Engländer, denn eine solche Begeisterung für kleinste, unscheinbarste Vögel kannten wir bisher nur von der Insel.
Petre benennt jeden Vogel in drei Sprachen, sieht winzige Vöglein im dichten Geäst und erkennt Gesänge, die wir nicht einmal wahrgenommen haben. Es macht Spaß, hier unterwegs zu sein. Wäre es nur nicht so pitschepatsche nass und langsam auch kühl.
Gegen Mittag lässt der Regen nach; die Gelegenheit, für ein Picknick zu stoppen. Und das wird erst einmal mit einem hausgemachten Kirschlikör begonnen 😋
Weiter geht's und zwischendurch lässt sich sogar mal die Sonne blicken - was nicht nur dem Gemüt, sondern auch den Belichtungszeiten gut tut. Neben Dutzenden unterschiedlicher Vögel sehen wir auch einen ... hmm, ja was eigentlich?
Die naheliegendste Vermutung ist ein Schakal. Es gibt hier Goldschakale. Darauf hatte ich ja leise gehofft, aber nicht wirklich daran geglaubt. Petre murmelt ungläubig-überschwänglich "C'est fou, c'est completement fou!" vor sich hin, ist aber auch nicht sicher, was er da vor sich hat. Die Ohren passen nicht zu einem Schakal. So oder so eine ziemlich ungewöhnliche Sichtung!
Die Google Bildersuche wird später behaupten, es sei tatsächlich ein Goldschakal gewesen 😁
Wir sind gegen 16 Uhr zurück in Crișan, leicht durchgefroren, aber nicht unzufrieden mit diesem Tag. Wir gehen noch ein bisschen spazieren, um uns einerseits nach der Sitzerei im Boot die Beine zu vertreten und andererseits, um wieder warm zu werden. Funktioniert beides ganz gut 😊
Am Ende ist die Foto-Ausbeute des ersten Tages besser, als wir unter diesen Bedingungen erwartet hatten. Und morgen wird das Wetter ja besser. Ganz bestimmt.Read more
Wasser und Vögel und Wasservögel
June 3 in Romania ⋅ ☁️ 22 °C
Sorry, das Wortspiel in der Headline musste sein 🤣 Ich hätte da auch noch "Sonne" reinpacken können, denn die zeigt sich heute Morgen zumindest immer mal kurz.
Wir starten kurz nach neun zu unserer "private tour" mit Valeriu. Netter Kerl, wirklich bemüht und wenn wir etwas sehen, steuert er das Boot sehr behutsam in die richtige Position. Er spricht nur leider ausschließlich Rumänisch, was die Verständigung etwas schwierig macht. Für den Moment ist das okay, optimal geht anders.
Wir tuckern durch kleine Kanäle und lauschen dem vielstimmigen Vogelgezwitscher. Am Ufer sitzen viele Reiher und auch immer wieder der von mir so geliebte Rallenreiher. Und wir sehen Eisvögel 😍 Leider sind die viel zu schnell und viel zu schreckhaft, will sagen: no photos!
Dann aber nähern wir uns den Vögeln, die für viele DER Grund sind, das Donaudelta zu besuchen: den Pelikanen. Sie fliegen in riesigen Schwärmen ihre Futterplätze an und bevölkern dann mit 100, 200 Tieren einen See. Wir fallen in einen Fotorausch (siehe separaten Footprint).
Danach tuckern wir weiter, teilweise durch dichtes Schilf und spätestens hier fühlen wir uns wirklich fast wie im Okavango-Delta. Der Vorteil im Donaudelta: Hier kann man zum Mittags-Picknick einfach aussteigen, ohne dass ein Hippo aus dem Gebüsch springt 🤣
Nachmittags erwischt uns doch noch einmal ein Regenschauer, so ein Unsinn. Die Belohnung dafür, dass wir die Wetterkapriolen klaglos ertragen: Bienenfresser, die Insekten an der Wasseroberfläche jagen. Was für ein Schauspiel!
Nach achteinhalb (!) Stunden sind wir zurück in Crișan. Ein langer Tag, ein schöner Tag - und wir sind froh, dass wir unseren Aufenthalt im Donaudelta um einen Tag verlängert haben. Morgen schon wieder abreisen zu müssen, hätte sich irgendwie halbfertig angefühlt.
Ein Wort noch zum Boot: Wir begegnen natürlich immer mal anderen Ausflugsbooten - die meisten sind mit Planen (okay, durchsichtig, versteh sich 🤣) verschlossen. Hey, da wäre ich Amok gelaufen ... Saunaboot ohne Möglichkeiten, vernünftig zu fotografieren. Was für ein Glück, dass Petre seine Boote so offen lässt, wie es das Wetter zulässt (auch wenn man dann mal im Regen sitzt).
Beim Abendessen kommen wir noch mit einem deutschen Paar ins Gespräch, das unsere Leidenschaft fürs Reisen, Erkunden und (Tiere) Fotografieren teilt. Immer schön, wenn man das Gefühl hat, verstanden zu werden 😉Read more
Pelikane!
June 3 in Romania ⋅ ⛅ 23 °C
Das Donaudelta ist ein Vogelparadies, gar keine Frage. Der "iconic bird" ist aber ganz klar der (Rosa) Pelikan. Für uns Grund genug, unsere Pelikan-Fotos von der zweiten Tour in einen eigenen Footprint auszulagern.
Hatten wir zu Hause noch Sorge, ob wir Pelikane vor die Linse bekommen würden, wissen wir jetzt: Zu dieser Jahreszeit ist es unmöglich, hier keine Pelikane zu sehen 😉
Und es ist ein absolutes Schauspiel, wie sie sich in der Luft sammeln, einen See ansteuern und dort dann zu Hunderten mit den Füßen strampeln, um die Fische aufzuschrecken. Das geht einige Minuten lang, dann fliegen sie ein paar Meter weiter und das Spiel geht von vorne los.
Echt sehenswert!Read more
Schwanensee zum Abschluss
June 4 in Romania ⋅ ☀️ 22 °C
Wir hätten heute durchaus auch einfach eine Gruppentour mit Petre gemacht, aber er war bereits ausgebucht. Also wird es eben noch einmal eine private tour.
Um es vorweg zu nehmen: Heute ist das Verständigungsproblem mit Valeriu relevanter. Er nimmt eine Route auf einer der sehr breiten Wasserstraßen, die wir nicht ganz so prickelnd finden. Wir können das aber schwer bis gar nicht mit ihm ausdiskutieren. Schwierig. Und zwischendurch auch fast ein gute-Laune-Killer.
Die Tatsache, dass das eigentlich vollsonnig angekündigte Wetter vormittags eher vollwolkig ist, heitert uns auch nicht unbedingt auf ...
Aber da ist ja noch die Vogelwelt im Donaudelta, die für good vibes sorgt. Wir kommen noch einmal an Pelikanen vorbei, die ais einem Nebenarm direkt auf uns zufliegen. Witzig! Weniger witzig finden wir, dass die Blauracke vor dem grauen Himmel so gar nicht fotogen ist 😡
Mittags wird dann alles besser 🙃 Die Sonne kommt raus und wir fahren durch kleinere Kanäle. So hatten wir uns das vorgestellt. Und wenn wir ehrlich sind, dann sehen wir auch heute nochmal einiges an Vögeln und bekommen ein paar durchaus ordentliche Fotos hin 😉
Mich freut dabei besonders, dass wir mehrfach Rallen- und Nachtreiher vor die Kamera bekommen. Die sind so schön, da kann ich immer nur schwer aufhören, auf den Auslöser zu drücken ...
Und dann gibt's sogar Ballett: Schwanensee - über 200 der eleganten Vögel schwimmen hier auf einem der großen Seen herum. Schön! Und irgendwie auch schräg, denn ehrlicherweise assoziieren wir mit Schwänen immer Parkanlagen 🫣
Den Schlusspunkt setzt die Beutelmeise, der wir eine ganze Weile beim Nestbau zuschauen. Und damit verabschieden wir uns dann auch langsam vom Donaudelta ...Read more




















































































































































































































































































































































