• Donaudelta im Regen

    June 2 in Romania ⋅ 🌬 18 °C

    Bäh, ist das Wetter hässlich. Um genau zu sein, ist es exakt so hässlich, wie es angekündigt war 😳

    Immerhin können wir heute gemütlich um acht Uhr frühstücken, denn unsere Bootstour startet erst um neun. Pünktlich mit dem einsetzenden Regen. Elf Personen nimmt Petre heute mit ins Donaudelta: uns beide und eine neunköpfige Gruppe Franzosen. Passionierte Birdwatcher und schon seit mehreren Tagen mit Petre unterwegs.

    Wir tuckern einen Seitenarm entlang; Petre will zu einem kleinen See, die Wasserstraße wird zum Sträßchen, ist dicht bewachsen und dann versperrt heruntergefallenes Astwerk den Weg. Na und? Holt Petre halt die Taschensäge raus und macht den Weg frei 🤣

    Die Vogelwelt im Donaudelta ist schon irre. Es trällert, es pfeift, es flattert. Und die Franzosen erweisen sich als verkappte Engländer, denn eine solche Begeisterung für kleinste, unscheinbarste Vögel kannten wir bisher nur von der Insel.

    Petre benennt jeden Vogel in drei Sprachen, sieht winzige Vöglein im dichten Geäst und erkennt Gesänge, die wir nicht einmal wahrgenommen haben. Es macht Spaß, hier unterwegs zu sein. Wäre es nur nicht so pitschepatsche nass und langsam auch kühl.

    Gegen Mittag lässt der Regen nach; die Gelegenheit, für ein Picknick zu stoppen. Und das wird erst einmal mit einem hausgemachten Kirschlikör begonnen 😋

    Weiter geht's und zwischendurch lässt sich sogar mal die Sonne blicken - was nicht nur dem Gemüt, sondern auch den Belichtungszeiten gut tut. Neben Dutzenden unterschiedlicher Vögel sehen wir auch einen ... hmm, ja was eigentlich?

    Die naheliegendste Vermutung ist ein Schakal. Es gibt hier Goldschakale. Darauf hatte ich ja leise gehofft, aber nicht wirklich daran geglaubt. Petre murmelt ungläubig-überschwänglich "C'est fou, c'est completement fou!" vor sich hin, ist aber auch nicht sicher, was er da vor sich hat. Die Ohren passen nicht zu einem Schakal. So oder so eine ziemlich ungewöhnliche Sichtung!
    Die Google Bildersuche wird später behaupten, es sei tatsächlich ein Goldschakal gewesen 😁

    Wir sind gegen 16 Uhr zurück in Crișan, leicht durchgefroren, aber nicht unzufrieden mit diesem Tag. Wir gehen noch ein bisschen spazieren, um uns einerseits nach der Sitzerei im Boot die Beine zu vertreten und andererseits, um wieder warm zu werden. Funktioniert beides ganz gut 😊

    Am Ende ist die Foto-Ausbeute des ersten Tages besser, als wir unter diesen Bedingungen erwartet hatten. Und morgen wird das Wetter ja besser. Ganz bestimmt.
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