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  • Day20

    Walk through the jungle

    October 30, 2019 in Costa Rica ⋅ 🌧 28 °C

    Am Nachmittag steht ein Walk through the Jungle auf unserem Programm.
    Hatten wir den Urwald schon vom Boot aus bestaunen können, kommen wir ihm jetzt noch ein wenig näher. 😬
    Der Trail ist schmal, manchmal muss man sich bücken, um durch diese grüne Hölle zu gelangen. Der Boden ist von dem ständigen Regen aufgeweicht, und wir versinken knöcheltief im Schlamm. Ein paar Mal bleiben die ausgeliehenen Gummistiefel fast im Modder stecken. Bah, eigentlich wollte ich die fiesen Schuhe gar nicht anziehen, doch jetzt bin ich heilfroh, dass wir sie haben. Die Strümpfe werde ich später wegschmeißen. 😬
    Fernando, der auch heute wieder unser guide ist, liebt die Natur, ist hier aufgewachsen und hat Biologie studiert. Und so erzählt und zeigt er uns sein Costa Rica mit einer Begeisterung, die geradezu ansteckend ist.
    So ein Glück, dass wir ihn als guide haben.
    Den Pfad, auf dem uns Fernando führt, sollen wir möglichst nicht verlassen: Überall lauern Gefahren, und er ist der Einzige, der sie kennt und die Zeichen des Urwaldes lesen kann. So entdeckt er unter einem Baum Bullet Ants, die natürlich niemand von uns jemals vorher gesehen hat. Diese Gewehrkugelameisen sind ca. 2 cm groß und verursachen mit ihrem Biss einen Schmerz, der so heftig ist wie der einer Schussverletzung. Die Reise wäre für den, der getroffen wird, sofort beendet.
    Doch auch die kleinen knallroten Pfeilfrösche, noch nicht einmal so groß wie ein 1 Euro-Stück, sind giftig und springen abseits des Pfades herum. Dabei sehen sie so putzig aus, dass man ihnen gar nichts Böses zutraut.
    Ihr Gift aber ist so stark, dass sie wesentlich größere Tiere damit töten können.
    In Costa Rica gibt es 7 verschiedene Arten von Pfeilgiftfröschen, die so benannt sind, weil die toxischen Substanzen, die spezielle Hautdrüsen von ihnen produzieren, von einem kolumbianischen Stamm als tödliches Pfeilgift benutzt werden.
    Plötzlich werde ich von einem Geräusch im Geäst über mir erschreckt. Nein, das kann nicht wahr sein. Ich habe gestern und die letzten Tage keinen Tropfen Alkohol angerührt. Aber da sitzt ein Stachelschwein im Baum und schläft. Fernando sieht meinen ungläubigen Blick, lacht und klärt mich auf. Das ist ein Baumstachelschwein, was nur in Zentral - und Südamerika zu finden ist. Es handelt sich hier nicht um ein Stachelschwein, wie wir es kennen, sondern um ein Nagetier, schwerfällig und groß, das sich durch eine kletternde Lebensweise seiner Umgebung angepasst hat.
    Und klettern können die Tiere meisterhaft, weshalb sie vorwiegend auf Baumwipfeln zu finden sind.
    Baumstachler sind nachtaktiv, leben als Einzelgänger und
    bewegen sich in der Regel langsam,
    Wird der Urson allerdings angegriffen, dann schlägt er mit seinem Schwanz, der auf der Oberseite stark bestachelt ist, wie mit einer Keule nach dem Feind. Dabei bohren sich die Stacheln in die in die Muskulatur des Angreifers und bleiben dort stecken.
    Klingt unangenehm und muss man nicht ausprobieren.
    Ohne Vorwarnung springt unser guide, der eigentlich durch eine Beinprothese stark eingeschränkt ist, wie ein Kobold ins Dickicht. Er ist in dem Meer von Grün nicht mehr zu sehen, allerdings vernehmen wir seltsame Geräusche, die sich nach einem Kampf anhören. Einer der Gruppe teilt mit dem Stock das Unterholz auseinander, und da hockt Fernando gebückt und zieht mit Leibeskräften am Schwanz einer Schlange. Es ist eine Boa Constrictor, mindestens zwei bis zweieinhalb Meter lang. Mir bleibt das Herz stehen und Gott sei dank ein Schrei im Hals stecken. Fernando zieht und dreht ächzend an der Schlange und will sie hinter dem Baum hervorholen. Doch sie wehrt sich heftig, windet sich wie ein Aal, rutscht dem guide durch die Finger und........... entkommt. Ich bin als einzige froh, dass sie flüchten kann und im dichten Unterholz verschwindet.
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