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  • Day27

    Flucht vor dem Wasser

    November 6, 2019 in Costa Rica ⋅ 🌧 25 °C

    In der Nacht schlafe ich schlecht. Bei der letzten Nachtwanderung, die Harvey noch mit uns machen will, trete ich auf einen Frosch. Ein ekliger Alptraum, vor dem ich mich die ganze Zeit gefürchtet hatte. Als wäre das noch nicht genug, fliegt auch noch eine Riesenheuschrecke gegen meinen Kopf und verfängt sich in meinen Haaren.
    Ich bin komplett fertig und echt froh, dass die letzte Nacht vor uns liegt. Doch die endet abrupter als wir erwartet hatten.
    Ganz früh am Morgen werden wir durch lautes Hämmern gegen die Tür geweckt. Draußen steht Harvey mit einem Riesenschirm im strömenden Regen. Er sieht zum ersten Mal nicht entspannt und nicht nach pura Vida aus.
    Wir sollen uns sofort anziehen, alles packen und die Lodge so schnell wie möglich verlassen. Der starke Regen, der vor etwa 2 Stunden begonnen hat, wird den auf dem Hinweg noch harmlosen Rio Bananito in den nächsten Stunden in einen reißenden Strom verwandeln. Wir müssen die Passagen, an denen der Fluss durchquert wird, unbedingt vorher geschafft haben.
    Beinahe werde ich ohnmächtig. Das ist jetzt genau das Szenario, vor dem ich mich vom Beginn der Reise an gefürchtet habe. Was für ein Riesenglück, dass wir vor 2 Tagen exakt aus diesem Grund das Auto eingetauscht haben. Mit dem kleinen schwachen Gefährt, das wir vorher hatten, hätten wir keine Chance gehabt.
    In Windeseile klauben wir unsere Klamotten, teilweise noch klitschnass, zusammen, schmeißen alles ins Auto und verlassen die Lodge fluchtartig innerhalb von 10 Minuten, ohne Frühstück und ohne Verabschiedung von den anderen.
    Wir müssen hier raus, sonst kommen wir nicht mehr nach San Jose und verpassen morgen den Flieger!!!!!
    Ich raufe mir die Haare, kaue meine Fingernägel und weine ein bisschen vor mich hin. NEIN, das darf auf keinen Fall passieren!
    Viktor bleibt ruhig, meistert die Flussdurchquerungen souverän und manövriert uns sicher aus dem inzwischen komplett überschwemmten Gebiet heraus.
    Es regnet unaufhörlich weiter, als würde eine neue Sintflut beginnen. Die Straßen sind teilweise überschwemmt, aber wir bewegen uns wenigstens schon auf asphaltiertem Untergrund und sind nicht mehr im Schlamm unterwegs .
    Noch 145 km bis San Jose. Da wir teitweise nur im Schritttempo fahren können, wird es bis dahin noch etwas dauern. Aber der Wagen läuft gut und wir sitzen im Trockenen.......
    Im Unterschied zu vielen anderen hier.😬
    Wir sind jetzt 37 Kilometer vor San Jose. Der Regen hat nachgelassen, die Straßen sind wieder gut befahrbar.
    Ich bin mit den Nerven am Ende, aber überglücklich, dass wir es geschafft haben.
    Viktor war die ganze Zeit cool und hat uns sicher hier raus gebracht. 💪👏 Er ist ein Held!!!!!❤❤❤👨🏻‍🌾
    Er konnte sich aber nicht verkneifen, zu sagen: "Das war ja nochmal ein richtiges Highlight zum Schluss !"
    Ich danke euch allen sehr fürs Daumen drücken und für die Mut machenden Worte. Das war so wichtig für mich!❤
    Morgen geht' s ab nach Hause...........ich freue mich riesig.✈🇩🇪🌎
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