• Waitangi Treaty Gounds

    November 2 in New Zealand ⋅ ☀️ 19 °C

    Nur 2 Kilometer nördlich von Paihia befinden sich die Waitangi Treaty Grounds.
    Hier wurde am 6. Februar 1840 der "Vertrag von Waitangi" zwischen Vertretern der britischen Krone und 45 der wichtigsten Maori-Häuptlinge unterschrieben.
    Er gilt bis heute als die älteste Verfassungsurkunde Neuseelands und als Geburtsstätte des Landes.
    Zunehmende Einwanderungsströme aus Europa und Australien schienen es damals erforderlich zu machen,
    " geordnete Verwaltungsstrukturen" zu schaffen.
    Dabei sollten die Rechte und das Eigentum der Māori geschützt und geachtet werden.
    Im Gegenzug dazu mussten die Māori die Souveränität der britischen Krone über alle Inseln Neuseelands anerkennen.
    Heute ist der Ort eine spirituelle Stätte mitten in der Bay of Islands.
    Sehenswürdigkeiten auf dem Gelände sind das Te Kōngahu Museum, das Treaty House aus dem Jahr 1834 ( in dem der Vertrag unterzeichnet wurde) und das vollständig geschnitzte Versammlungshaus der Maori.
    Die Gebäude stehen inmitten eines weitläufigen Parks, umgeben von Gärten und Spazierwegen durch den einheimischen Wald.

    Und heute?
    Wir fragen uns: Wurde der Vertrag von Waitangi eingehalten.
    Die Antwort ist ein klares: Nein! Der Vertrag wurde in vielen Punkten nicht eingehalten, und die Missachtung seiner Bestimmungen ist bis heute ein zentrales Thema in Neuseeland.

    Noch ein bisschen mehr Info - nur, wer will!!! 😉

    Mit Ankunft der ersten europäischen Siedler und Walfänger (1780) ereilte die Māoris fast dasselbe Schicksal wie die Aborigines in Australien.
    Zunächst gab es einen florierenden Handel mit den Neuankömmlingen. Missionare bemühten sich anfänglich, die Kultur der Māoris zu verstehen, entfremdeten sich später aber zunehmend von dieser. So geriet das Leben der Māoris aus der Balance. Unter dem Einfluss der Weißen - die Pakehas genannt wurden - veränderte sich nicht nur ihre Kleidung, sondern auch die Essensgewohnheiten.
    Es kam beinahe zu einer kompetten Auflösung ihrer Stammeskultur. Eingeschleppte Krankheiten, gegen die die Māoris keine Abwehrkräfte hatten, dezimierten ihre Zahl beachtlich.

    Ebenso wie die Aborigines verkauften auch die Māoris den Weißen ihr Land, allerdings in dem Glauben, dies nur für eine begrenzten Zeitraum zu tun. Mit dem 1840 geschlossen Vertrag von Waitangi bekamen die Māori-Stämme die Zusage des uneingeschränkten Besitzes von Land, Wäldern und Fischgründen sowie die gleichen Rechte wie britische Staatsbürger.
    Doch die Weißen hielten sich nicht an die Verträge, und so reduzierte sich mit und mit der Anteil des Landbesitzes der Māoris bis 1912 auf 5%. Trickreich verweigerte man ihnen das vertragliche Wahlrecht.

    Als den Māoris klar wurde, dass sie ihr Land nie wieder bekommen würden, schlossen sich die bislang verfeindeten Stämme zusammen, wählten einen König und forderten für ihn die gleichen Rechte wie für den britischen Gouverneur.
    Wie zu erwarten, interessierte das die Weißen nicht, die Situation eskalierte, und es brach eine Art „Bürgerkrieg“ aus, der 1864 blutig und brutal von den Briten beendet wurde.
    Für die Māoris blieb nur das Land übrig, das für die Weißen unbedeutend war. Zu dem Zeitpunkt machten die Māoris gerade noch 6% der Bevölkerung aus.

    Die Wende kam Ende des 19. Jahrhunderts durch die Politiker der Young Māoris Party. Sie verfolgten das Ziel, die Kultur ihres Volkes wieder zu beleben und dabei das westliche Wissen in der Medizin oder Ausbildung zu übernehmen und mit der traditionellen Kultur der Māoris zu vereinen.

    Seit den 70er Jahren wird ihre Sprache in Schulen und Kindergärten gelehrt.
    Heute ist Māori ebenso wie Englisch Amtssprache, und auf allen offiziellen Schriftstücken sind beide Sprachen vertreten.

    Doch, auch wenn die Māoris weitestgehend in die weiße Bevölkerung integriert sind, gibt es dennoch Unterschiede.
    Sie verdienen im durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen deutlich weniger, und in der sozialen Unterschicht sind die Māori überproportional vertreten. 39,5 % aller Māori über 15 Jahren haben keinen Schulabschluss, und ihre Lebenserwartung liegt deutlich unter der der Weißen.
    Read more