Alpencross 2019

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July 2019 - September 2020
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  • Day7

    Etappe 6

    August 3, 2019 in Italy ⋅ ⛅ 21 °C

    Es ist kaum zu glauben, die Wolken von gestern sind wie weg gefegt. Der Himmel ist strahlend blau und so gehen wir heute unsere letzte Etappe vom Alpencross an.
    Gestern war hier alles noch grau und trüb, heute sehen wir erst in welch toller Landschaft wir sind.

    Wir lassen die Brenta Dolomiten hinter uns und überqueren den Fluss Sarca.
    Vorbei am Castello di Campo erreichen wir unseren letzten Pass, den Passo Ballino.
    Hinter unserem Lieblingssee, dem Lago di Tenno, liegt ein letzter kurzer Anstieg .
    Schließlich führt uns die finale steile Abfahrt hinunter nach Riva.
    Wir haben es geschafft und zum 2. Mal wie Hannibal die Alpen überquert. 400 Kilometer und 7230 Höhenmeter liegen hinter uns. Super gemacht und Hut ab👍👏🎩
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  • Day6

    Etappe 5

    August 2, 2019 in Italy ⋅ 🌧 18 °C

    Bei strömendem Regen fahren wir in Tramin los. Zunächst geht es durch Weinfelder bis nach Kurtatsch. Ziemlich eben und ohne größere Anstiege führt der Weg Mezzocorona. Da glaube ich noch daran, dass es ein chilliger Tag wird.
    Doch dann kommen wir in die Brenta, und nun beginnt ein steiler, nicht enden wollender Anstieg.
    Insgesamt fahren wir fast 900 Höhenmeter am Stück.
    Es hat zwar inzwischen aufgehört zu regnen, aber die Wege sind rutschig und aufgeweicht.
    An einem besonders steilen Stück mit Felsstücken übersät merke ich, dass ich eine höhere Unterstützung brauche. In dem Moment, wo ich schalte, fahre ich über einen dicken Stein und durch den Stoß lege ich den falschen Gang ein. Mit der 5. Stärke des Antriebs ( normalerweise fahre ich mit Stufe 1 oder 2) jage ich auf dem nassen, extrem steilen Stück nach vorn. Aber leider nicht nur nach vorn, sondern mein Fahrrad bäumt sich wie ein wilder Hengst senkrecht hoch, ein kleines Stück mache ich ein wheely auf dem Hinterrad, dann überschlage ich mich und stürze nach hinten. Das nächste, was ich mitbekomme, ist Viktor, der meine Bäckchen schlägt und immer wieder ruft : "Äffchen, was ist mit dir? " Wie durch ein kleines Wunder ist nichts wirklich kaputt. Ich bin voll auf die linke Seite und dann mit dem Kopf auf einen Stein geknallt. Ich habe wirklich extremes Glück gehabt.
    Viel Zeit zum Nachdenken haben wir nicht, denn ein Gewitter zieht auf, und es liegen noch mehr als 20 Kilometer vor uns.
    Klatschnass und völlig ausgepowert erreichen wir nach knapp 60 Kilometern und 1380 Höhenmetern unser Etappenziel am Molveno See in der Brenta.
    Beim Duschen erschrecke ich mich selbst, ich bin grün und blau am ganzen Körper, aber froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist.
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  • Day5

    Etappe 4

    August 1, 2019 in Italy ⋅ ⛅ 24 °C

    Heute trennen sich unsere Wege. Viktor wählt die Königsklasse mit 2390 Höhenmetern und 78 Kilometern. Die andere Route ist was für Mädchen.
    Noppi opfert sich, und ich fahre mit ihm Variante 2 von Meran nach Tramin auf 54 Kilometern und 1250 Höhenmetern.
    Der Vormittag beginnt mit dem Anstieg nach Tisens, anschließend geht es hinunter nach Nals.
    Die Auffahrten auf Schotter, Waldwegen und einigen kleinen Trails fordern uns ganz schön heraus. Wie gut, dass ich diese Variante gewählt habe.
    Schließlich erreichen wir die Montigler Seen und nach einer knackigen Abfahrt den Kalterer See, wo wir eine Badepause einlegen. Von da aus sind es nur noch 7 km bis Tramin, unserem heutigen Etappenziel.
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  • Day4

    Etappe 3

    July 31, 2019 in Austria ⋅ ⛅ 17 °C

    Auf unsere dritten Etappe radeln wir zunächst am Ufer des Reschen- und Haidersees entlang.
    Aus dem 6 km langen, klaren Reschensee ragt ein versunkener Kirchturm, der als Wahrzeichen des Vinschgau gilt.
    Wir befinden uns bald mitten in diesem Gebiet mit seinen unzähligen Apfel- und Weinplantagen.
    Anschließend führt uns der Radweg nach Prad am Stilfserjoch.
    Eine längere Strecke läuft entlang des Etschufers nach Laas, dann weiter nach Schlanders und Latsch und von hier am Waldrand bis nachTschars .
    Hoch über Naturns thront Reinhold Messners Schloss Juval, das sieht schon ganz schön imposant aus.
    Anschließend folgen wir der Beschilderung in Richtung Meran, unserem heutigen Etappenziel.
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  • Day3

    Etappe 2

    July 30, 2019 in Austria ⋅ ⛅ 23 °C

    Schon um 8 Uhr verlassen wir Imst, da für den frühen Nachmittag schwere Gewitter angekündigt sind. Die möchten wir unter keinen Umständen in den Bergen erleben.
    Gleich zu Beginn der Tour stehen schon die ersten 700 Höhenmeter an. Es geht bis auf 1530 m zur Pillerhöhe.
    Danach fahren wir auf Trails und Pisten hinunter in das Inntal. Wir haben herrlichstes Wetter und werden mit wunderbaren Ausblicken belohnt.
    In einem Waldstück begegnet uns ein Mann mit 2 Hunden, eigentlich relativ kleinen. Einen davon schafft er noch, an die Leine zu nehmen. Den anderen nicht mehr, und leider gehorcht dieses doofe Tier überhaupt nicht. Zunächst rennt er laut, aber wirklich gefährlich laut kläffend neben Noppi her. Dann entdeckt er mich, lässt von Noppi ab und verfolgt mich. Viktor schreit von hinten: "Hau rein, fahr schneller. Du musst den abhängen."
    Der Weg ist ziemlich steinig, es gibt viele Wurzeln, und es geht bergauf. Ich knalle die höchste Unterstützung , die mein Fahrrad zu bieten hat, rein. Der blöde Köter hält mit, läuft neben mir und bellt mich an wie blöd. " Viktor, hilf mir! ", schreie ich. "Ich kann nicht so schnell fahren. Du musst alleine abhauen." Der Besitzer schreit nach dem Hund, aber der gehorcht kein bisschen. Inzwischen bin ich an Noppi vorbeigejagt, der mir aber auch nicht helfen kann. Wir sind so schnell, dass die Ohren vom Hund waagerecht nach hinten zeigen, meine Zöpfe ebenfalls.
    Irgendwann kann ich nicht mehr, aber der Köter auch nicht. Ich habe ihn abgehängt. Die Männer ebenfalls, die mich kurze Zeit später aber wieder einholen und sich halb kaputt lachen. Das hat mich nicht nur Angstschweiß und Nerven gekostet sondern auch fast 10 Prozent meines Akkus. Jetzt werde ich die Strecke nicht mit einer Akkuladung schaffen. Bei einer kurzen Pause in einem Gasthaus laden wir ein paar Prozent auf.
    Das ist gut so, denn ganz am Ende der Etappe erwartet uns noch eine Steigung, die es richtig in sich hat.
    Mein Hintern tut weh und die Beine schmerzen. Aber wir müssen weiter.
    Alle drei sind wir glücklich, als wir nach 78 km und 1960 Höhenmetern in Nauders ankommen. So viel bin ich noch nie an einem Tag geradelt.

    Jetzt liege ich frisch geduscht auf meinem Bett, und ganz, ganz langsam kommt die Welt wieder in Ordnung.
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  • Day2

    Etappe 1

    July 29, 2019 in Germany ⋅ ⛅ 15 °C

    Vor uns liegt eine 6-tägige Alpenüberquerung von Füssen in Deutschland über Österreich und die Schweiz nach Italien bis an den Gardasee.
    Eine der schönsten ist sicherlich jene Route, die schon in historischer Zeit zur Alpenüberquerung genutzt wurde. Die Via Claudia Augusta überquert mehrere mittelhohe Pässe, darunter am Alpenhauptkamm den 1504 m hohen Reschenpass.
    Diese Tour gilt seit Jahren als DER Klassiker unter den Trans Alp Routen.
    Wir fahren in der bewährten Konstellation: Viktor, Noppi und ich.
    Das klappt gut, wir sind eingespielt und können uns aufeinander verlassen.
    Die beiden Männer wählen natürlich die harte Variante mit normalen Mountainbikes ohne Schnick und Schnack. Mit Unterstützung ist nur was für Weicheier.😉
    Zu der Kategorie gehöre ich mit meinem kleinen, weißen E - Mountainbike. Und glaubt mir, das ist für mich schon Herausforderung genug.
    Wenn ich noch an meine geschundenen Knochen vom letzten Jahr denke, bin ich gar nicht sicher, mit der Wiederholung des Abenteuers eine super Entscheidung getroffen zu haben.
    Mal abwarten, ich kann ja immer noch mit dem Transporter mitfahren, der unser Gepäck täglich von einem Etappenziel zum nächsten fährt.
    Gestern Abend, also Sonntag, den 28.07.19 sind wir mit Auto und Fahrrädern in Füssen angekommen, wo wir das Team von Transalp treffen.
    Außer uns gehen noch Jens und Fabio die Tour auf eigene Faust an. Die beiden haben wir letztes Jahr auf einer anderen Alpencrossvariante kennengelernt.
    Alle übrigen Teilnehmer fahren zusammen in einer Gruppe mit einem guide.
    Los geht's in Schwangau. Unterhalb der Königsschlösser Neuschwanstein und Hohen Schwangau fahren wir am Alpsee vorbei und passieren schon bald die Grenze nach Österreich.
    Dem Lech folgend erreichen wir Reutte in Tirol, wo der erste Anstieg nach Ehrwald auf uns wartet.
    Auf dem sehr steil ansteigenden Schotterweg können wir gleich testen,wie gut unsere Beine in Form sind.  
    Der alte Römerweg führt uns hinüber nach Biberwier, anschließend geht es trailmäßig hoch zum Fernpass.
    Bergab soll uns ein toller Weg vorbei am Schloss Fernsteinsee hinunter nach Nassereith und Imst belohnen.
    Doch da machen uns meine Bremsen einen Strich durch die Rechnung: Sie geben den Geist auf, und wir müssen eine Zwangspause einlegen. Viktor meint dazu nur, ich solle nicht so viel bremsen. " Einfach laufen lassen. " Genialer Tipp!😬
    Um 16.30 erreichen wir Imst, unser 1.Etappenziel. Meine Beine sind schwer wie Blei.
    75 km , 1580 Höhenmeter und eine tolle Strecke liegen hinter uns. 🚵‍♂️🚵‍♂️🚵‍♀️
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