• Breslaus Geschichte

    June 19 in Poland ⋅ ☀️ 29 °C

    Wir sind erschlagen - von der Hitze und der Informationsflut aus dem "Depot der Erinnerungen" und der Synagoge. Der Besuch hat sich aber gelohnt, um richtig in Polen anzukommen.

    Das historische Zentrum - wiederum mega gut gemacht (!) - führt uns durch die Geschichte von Breslau zwischen 1939 und 2016. Kurze Rückblende: In der Zweiten Polnischen Republik zwischen den Weltkriegen genoss Polen zum ersten Mal seine Unabhängigkeit und prosperierte in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Kurzes Glück: Der 1939 geschlossene Pakt zwischen Sowjets und Nazi-Deutschland besiegelte das traurige Schicksal und die wechselvolle Geschichte der Pol*innen für Jahrzehnte.

    Die Ausstellung führt vom grossen Bevölkerungsaustausch 1945 über die Jahre unter kommunistischer Staatsgewalt bis zu den Widerstandsbewegungen der Solidarnosc. Sie unterstreicht zudem den enormen Einfluss von Kultur, Wissenschaft und Kirche bis zu den ersten freien Wahlen im Jahr 1989.

    Als die Nazis 1933 an die Macht kamen, lebten etwa 20 000 Juden in Breslau. Infolge des zunehmenden Antisemitismus verliessen 9000 Juden die Stadt. Ab November 1941 wurden 7000 Breslauer Juden in Ghettos, Konzentrationslager oder Vernichtungszentren deportiert. Die neue prächtige Synagoge wurde zerstört. Die alte "Synagoge zum Weissen Storch" überstand den Krieg nur, weil die Nazis befürchteten, dass sich das Feuer in der Altstadt ausbreiten könnte.
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