1 Tag in Nicaragua Teil 1
February 12, 2025 in Nicaragua ⋅ ☁️ 28 °C
Um 5 Uhr geht es für uns für einen Tag nach Nicaragua. Mit einer Gruppe von 8 Personen aus 3 Ländern (Kanada, USA, Deutschland). Bis wir gegen 7:00 Uhr die Grenze passieren können, fahren wir erst einmal ein paar Kilometer an einer LKW-Schlange entlang. Die Fahrer müssen hier einige Tage warten, um nach Nicaragua zu gelangen. Ausdrücklich werden wir darauf hingewiesen, keine Fotos zu machen. Ferngläser, Kameras, Handys etc. sollten wir in die Taschen packen, damit sie nicht gescannt werden. Willkommen im Kommunismus!
Wir passieren die Grenze in Peñas Blancas zu Fuß ohne Guide. Unsere costaricanische Begleitung bleibt in Costa Rica. Hier in Nicaragua erwartet uns ein anderer Guide mit einem anderen Fahrzeug. So ist es schneller und einfacher, erklärt er uns. Auch wenn wir ein Stückchen alleine gelaufen sind, fühlen wir uns sehr gut betreut. Die Einreisegebühr nach Nicaragua beträgt 13 $. Um die Begleichung wurde sich bereits im Vorfeld gekümmert. Wichtig: uns dürfen keine Ausreisestempel aus Costa Rica fehlen, denn ohne diese können wir nicht nach Nicaragua einreisen. Und umgekehrt ebenso. Des Weiteren wird peinlich genau unser Rückflug überprüft, vor allem am Abend, wenn wir wieder nach Costa Rica zu Fuß zurückkehren.
Während Elvis auf der nicaraguanischen Seite das Auto fährt, klärt uns Elmar über das heutige Programm auf.
Mein Gott!! Das wird locker für 3 Tage reichen, ich werde den Bericht splitten. ;))
Auf recht gut asphaltierter Straße fahren wir etwa 30 Minuten, um unseren ersten Stopp zu erreichen. Ich bin erstaunt. Keine hohen Zäune mit Maschendraht oben drauf. Klar, hier und da sind Gitter an den Fenstern der recht ärmlichen Häuser. Aber das ist nichts im Vergleich zu Costa Rica. Unser Guide bestätigt mir, dass die Sicherheit hierzulande in den letzten Jahren zugenommen hat. Später sehe ich auch einige "weiße Touristen" in den Städten ganz entspannt umherlaufen. Vielleicht ist da doch etwas dran...
Über die politische Situation und die Lage wird kein Wort verloren. Das Auswärtige Amt sagt: "Die Lage ist derzeit ruhig. Demonstrationen und gewaltsame Proteste können jedoch nicht ausgeschlossen werden. Die Sicherheitsbehörden nehmen, nicht selten aus politischen Motiven, Personen wegen des angeblichen Verdachts der Geldwäsche, des Terrorismus, des Landesverrats oder der organisierten Kriminalität fest oder hindern diese an der Ausreise aus Nicaragua." Kommunismus halt...
Der Rest der Sicherheit ist wie in Südamerika. Nach Einbruch der Dunkelheit ist ausgehen Tabu.
Ein paar Eckdaten laut unserem Guide:
Vor 3000 Jahren wurde Nicaragua von Jägern und Sammlern aus Mexiko besiedelt. Der Name des Landes leitet sich von einem Anführer der Ureinwohner Nicaraguas, Nicarao, ab.
Nicaragua gliedert sich in 15 Bezirke (Departamentos), die an der Pazifikküste liegen. Weiße Spanier beeinflussten die Region und mischten sich mit den Indios, wodurch die Mestizen entstanden, die hier kurz Nicas genannt werden.
Im Inneren des Landes bis zur Karibikküste liegen 2 autonome Regionen, in denen noch viele indigene Gruppen leben. Diese Gebiete wurden von den Engländern beeinflusst, weshalb ein Teil der Bevölkerung afrikanische und indigene Wurzeln hat.
Jede indigene Gruppe hat einen Anführer, der gleichzeitig ihr Repräsentant im Parlament ist. Sie pflegen eigene Bräuche, Glauben und Sprache. Wie viele indigene Gruppen es sind und wie sie heißen, habe ich vergessen. /:
80 % der Nicaraguaner sind wohl katholisch und 20 % evangelisch – auch wenn das irgendwie rechnerisch nicht hinzukommt. ...
Es scheint, als ob Nicaragua sich das Geschäft mit dem Umweltschutz und dem Tourismus von Costa Rica abgeguckt hätte. Manche der Hotelanlagen können sich echt sehen lassen. Sie sind sehr
modern und schön. Außerdem sind hier die Preise viel niedriger.
40 % der Elektrizität kommen aus erneuerbarer Energie, so unser Guide,
60 % aus fossilen Brennstoffen.
Ich habe etwas gegoogelt, das kommt vielleicht in etwa hin. 😉
Die Tour ist leider auf Englisch. Hin und wieder wird mir auf meine Bitte auch auf Spanisch etwas erzählt. Das Tempo der Tour ist jedoch hoch, sodass ich kaum dazu komme, noch zusätzliche Fragen zu stellen. Die Amerikaner geben sich sowieso mit allem zufrieden.
Ist eigentlich nett, dass sie überhaupt zuhören. ;))))
1. Stopp:
Auf Playa de Virjen am Ufer des Lago Cocibolca sehen wir den Vulkan Concepción in all seiner Pracht.
An dem größten Binnensee Mittelamerikas erwartet uns ein typisch nicaraguanisches Frühstück.
Gallo Pinto heißt das Menü, und wir würden es in Europa für Mittagessen halten. Gallo Pinto gehört auch in Costa Rica morgens auf den Tisch. In der Landwirtschaft, wo die Menschen noch schwer auf dem Land arbeiten müssen, hat diese üppige Mahlzeit am frühen Morgen ihre Daseinsberechtigung.
Zu unserem nächsten Stopp fahren wir tatsächlich an endlosen Kochbananen-, Zuckerrohr-, Mango- und Avocadosplantagen vorbei.
2. Stopp:
Die Jesus-Statue erinnert an Rio de Janeiro. Sie steht aber in San Juan del Sur an der Pazifikküste und hat eine schöne Geschichte. Der Eigentümer des Hügels, auf dem die Statue steht, erkrankte an Krebs. Er ging in die USA, um sich behandeln zu lassen, und versprach, die Jesus-Statue zu errichten, wenn er wieder gesund wird.
Er lebt bis heute... und wir genießen eine der schönsten Aussichten ...
Unterwegs zum nächsten Stopp mache ich Bilder aus dem fahrenden Auto und versuche so, das Land anschaulich im Gedächtnis zu behalten.
3. Stopp:
100 km und 100 Minuten später machen wir eine Bootstour über den Cocibolca-See. Auf den kleinen Inseln vor Granada stehen die Villen so mancher Reichen und Schönen aus den USA und weiß Gott woher, aber ganz bestimmt nicht von den "Otto-Normalverbrauchern" hier.
Ich finde zwei der Inseln interessant. Auf einer befindet sich der Friedhof der Einheimischen, den wir leider nur aus der Ferne sehen. Auf der anderen leben Affen, die wir füttern dürfen. Ein Veterinär brachte sie vor Jahren hierher, und sie werden von den umliegenden Restaurants und Touristen mit Essen versorgt. Ein Weibchen ist gerade schwanger. Echt süß.Read more





















