• Stress mit dem Visum

    March 5 in Sri Lanka ⋅ 🌙 27 °C

    Unsere Freunde haben einen Heimflug – zwar erst in einer Woche, aber wenigstens ein Licht am Ende des Tunnels. Natürlich freuen wir uns mit ihnen.

    Ich muss mich heute um unser Visum kümmern. Bis zum 8. März 2026 ist unser Touristenvisum gültig. Am 9. März 2026 sollen wir ausreisen (so Gott will). Wir möchten keine Schwierigkeiten oder Strafen riskieren, daher mache ich mich sofort nach dem Frühstück an die Arbeit, um unser Visum zu verlängern. Das sollte ja online recht schnell gehen. Bis Mittag habe ich es gerade geschafft, mich beim Department of Immigration and Emigration Sri Lanka Online für die Visumsverlängerung anzumelden. Das ist erst der Anfang! Das Programm scheint überlastet zu sein. Immer wieder fange ich von vorne an, am Ende kommt eine Störung und alles ist verloren. Ich bekomme unsere Dokumente nicht eingescannt. Um 14:00 Uhr bin ich am Ende. Alle Dokumente sind drin, dafür lässt sich der Antrag nicht abschicken. Wiwi bietet mir ihre Hilfe schon am frühen Vormittag an. Gemeinsam die Niederlagen zu meistern ist einfacher als alleine. Wir beschließen, Bier zu bestellen. Vielleicht können wir alle unseren Frust und unsere Sorgen darin ertränken. Unsere Freunde haben ein paar Tage mehr Zeit bis zur Verlängerung ihres Visums. Dennoch kann es nicht schaden, sich mit dem Thema "wie bediene ich die App" auseinanderzusetzen.

    Eine von Wiwis Ex-Mitreisenden meldet sich mit der Nachricht, die das Auswärtige Amt bezüglich der Verlängerung von Touristenvisa herausgegeben hat. Dennoch ist nicht ganz klar deklariert, ob das Visum automatisch verlängert wird oder ob es nur kostenfrei, aber beantragt werden muss.

    Inzwischen bekommen wir Support. Unser Kellner Nishantha erzählt, sein Freund arbeite bei der Behörde. Er ruft ihn an, wofür wir ihm sehr dankbar sind. Allerdings bekommen wir von dem Freund nur weitere Telefonnummern. Diese Spur führt nirgendwohin.

    Mein Antrag ist immer noch nicht abgeschickt! Ich versuche es natürlich immer noch.

    Alfred hat die Idee, morgen die Behörde persönlich aufzusuchen. Das würde circa sechs Stunden Fahrzeit bedeuten. Max – unser Gastgeber – kommt vorbei. Der Schwede erklärt uns, dass er bei seinem letzten Besuch beim Department of Immigration and Emigration Sri Lanka zwei Tage gebraucht hatte, um sein Residenzvisum zu verlängern. Wohlgemerkt ohne Krieg. In seinen Augen ist das verlorene Zeit. Helmut und Cili, die sich zu uns gesellt haben, sind still. Helmut ist selbstständig. Er wäre jetzt gerne zu Hause bei seinen Kunden.

    Die Behörde hier ist überlastet, genauso wie deren Applikation und Online Service. Wahrscheinlich lassen sich die Sachen deshalb schlecht hochladen und abschicken. Alles sehr nervenaufreibend und frustrierend. Gegen 16:00 Uhr gebe ich mich geschlagen. Wir werden auch nirgendwohin fahren. Max meinte, dass nicht viel passieren wird, wenn wir das Visum nicht haben. Im allerschlimmsten Fall bezahlen wir 100 $ Strafe. Die Reise dorthin würde die Hälfte kosten. Das Risiko gehen wir ein.

    Morgen ziehen unsere Freunde aus. Sie gehen weiter Richtung Norden. Für uns lohnt der Aufwand nicht mehr. Wir möchten nicht mehr weiter vom Flughafen entfernt sein.

    Ab circa 16:30 Uhr ist es nicht mehr so heiß. Wiwi und ich beschließen, mit Fahrrädern die Gegend zu erkunden. Diesen Teil der Insel bewohnen Christen. In einer Kirche, an der wir gerade vorbeifahren, findet gerade Gottesdienst statt. Der Weg geht durch Palmenplantagen und Dörfchen. Wir fühlen uns wie die Queen persönlich. Von überall winken uns Kinder zu, Erwachsene lächeln uns an, begrüßen uns. Weiße Touristen sind hier eine Seltenheit. Elisabeth und Max gehören hier zu den einzigen Weißen.

    Im November hatte der Zyklon unweit vom Hotel eine Brücke abgerissen. Die Menschen improvisieren. Den Zufluss zur Lagune überquert man mit einem Floß. Mit nur einem Paddel bringt der Paddelmann die Fahrgäste zum anderen Ufer. Die Neugier treibt uns auf die andere Seite. Wir kommen an Garnelenfarmen vorbei. Unsichtbare Netze schützen den Gewässerinhalt vor der Gier der Vögel. In gebrochenem Englisch erzählt einer der Eigentümer über seine Farm und lädt uns morgen zu einer Fütterung der Garnelen ein.

    Die Sonne geht unter. Wir müssen zurück. Wieder kommen wir an der Kirche vorbei. Jetzt können wir rein. Bilder vom Innenraum sind jedoch nicht gewünscht. Der Pfau ist dagegen recht offen gegenüber meiner Kamera. Ich könnte so stundenlang die graziösen Tiere zuschauen. Am Strand, direkt vor der untergehenden Sonne, spielen Kinder Fußball. Das machen sie jeden Tag so.

    Am Hotel kommen wir abends alle zusammen. Elisabeth von der Schneiderin, Cäcilia und Helmut vom Spaziergang, Wiwi und ich von der Fahrradtour. Ein heimisches Gefühl so weit von zu Hause...
    Read more