Der Nachrichtenblödsinn
March 7 in Sri Lanka ⋅ ☁️ 31 °C
Es ist noch dunkel, als ich vom Lärm der Krähen und einem weiteren Geräusch aufwache. Ich könnte schwören, dass Helikopter oder Flugzeuge über die Küste fliegen. Draußen ist nichts zu sehen. Alle Fischerboote sind ausgelaufen, weit am Horizont erkennt man ihre Lichter. Es wird langsam hell. Der Himmel ist bewölkt. Weder Flugzeuge noch Helikopter sind zu sehen. Vielleicht habe ich mir nur etwas eingebildet.
Um auf dem Laufenden zu bleiben, suche ich im Internet nach Nachrichten, obwohl man dort oft frustrierenden Unfug erfährt. Im Tagesspiegel rät der Deutsche Reiseverband den Urlaubern, den Anweisungen der örtlichen Behörden zu folgen. Dass die örtlichen Behörden vor Ort überfordert sind und nicht viel bewirken können, scheint dem Deutschen Verband aus der Entfernung nicht klar zu sein. Alfred meint, der Verband müsse die Reisenden doch beruhigen. Vielleicht ist dem auch so. Für mich sind das leere Worte.
Am nächsten Tag muss ich nun verdauen, dass eine leere Lufthansa-Maschine aus Abu Dhabi ohne Passagiere nach Deutschland zurückgekehrt ist. Natürlich, weil sie dort wegen "längerer Wartung" war, kann man auch nicht organisieren, Menschen, die sich in Gefahr befinden, nach Hause zu befördern. Rein rechtlich wurde natürlich alles korrekt abgewickelt. Oft schon habe ich mir weniger "rechtlich korrekt" und mehr "mit gesundem Menschenverstand" gewünscht. Das Leben ist kein Wunschkonzert :/
Die Nachrichten aus der Politik bieten Heimgefühle. Anstatt konstruktiver Pläne und Handlungen übertreffen sich die Politiker und Parteien mit gegenseitigen Vorwürfen. Wie aufbauend das alles ist!
Unseren Freunden wurde ihr Heimflug vom 13. auf den 11. März vorverlegt, allerdings mit 40 Stunden Wartezeit in Abu Dhabi. Hoffentlich geht alles gut.
Die Vorbereitung der Rückreise steht im Vordergrund. Max macht uns schon mal eine vorläufige Rechnung. Mit Elisabeth fahren wir am späten Vormittag in die Stadt. Sie ist ein Sonnenschein. Wir quatschen über die Kinder, Gott und die Welt. Das Leben hier hat seine Schattenseiten. So schön es hier auch ist, laufen die Dinge manchmal frustrierend für unsere Gastgeber. Der Kontakt mit Elisabeth und Max ermöglicht uns, mehr über Sri Lankas Bevölkerung zu erfahren. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen haben wir selbst nicht wahrgenommen. Elisabeth meint, wahrscheinlich waren wir doch noch zu kurz da. In der Stadt angekommen trennen sich unsere Wege. Ein letztes Mal laufen wir in der Mittagssonne durch die heiße Luft. Wir kaufen noch ein paar Kleinigkeiten und holen das Bargeld ab.
Am Nachmittag können wir einchecken. Dafür funktioniert die App der Cathay Pacific wegen irgendeinem Defekt nicht mehr. Zum Schreien! Was kommt, ist die Info, dass wir die Tickets am Flughafen abholen können. Na hoffentlich!
Der Nachmittag ist richtig schön. Das Telefonieren mit Deutschland klappt heute. Ich darf auch die frohe Botschaft des Eincheckens verkünden. Die Nachrichten von lieben Menschen, die uns erreichen, geben ein gutes Gefühl. Schön, dass es euch alle gibt ❤️ Und dann sitzen wir wieder mit Elisabeth und unterhalten uns über Nichtigkeiten und Stoffe, die hier preiswert zu bekommen sind. Banalitäten lassen die Aufregung des Eincheckens wieder etwas kleiner erscheinen. Die Sonne geht unter. Zum Abschluss des Tages erfahren wir, dass der reguläre Flug von Qatar Airways für morgen wieder storniert ist. Mit Sicherheit teilen dieses ständige Auf und Ab viele Menschen, die weit weg von zu Hause darauf warten, zurückkommen zu können.
PS.
Ein paar Kilometer weiter vom Hotel wird gerade eine weitere zerstörte Brücke gebaut. Heute habe ich hier etwas Platz, deshalb die Bilder ;)Read more















