• Meisterhäuser

    August 16 in Germany ⋅ ☁️ 23 °C

    Als Wohnhäuser für die Meister des Bauhauses gedacht, waren die Meisterhäuser immer auch Anschauungsobjekte für modernes Bauen und Wohnen. Die Ausstattung mit fließend warmem Wasser, Heizung und modernen Küchengeräten erleichterte das Alltagsleben. Gasbadeöfen der Werke Junkers & Co. versprachen – so deren Werbung – „alle Tage Badetage“.

    Zur Ausstattung gehörten platzsparende Einbauschränke, Heizung, Warmwasser und moderne Haushaltsgeräte. Nach Funktionen geplant und getrennt ist die Raumfolge von Speisezimmer, Anrichte und Küche. Die Trennung der Sanitär- und Wirtschaftsräume erfolgte nach funktionalen und hygienischen Gesichtspunkten: Die Toilette wurde vom Bad, und die Spül- von der Arbeitsküche abgeteilt. Ein gefliester Boden und ein Ölanstrich der Wand galten ebenfalls als Verbesserung der hygienischen Verhältnisse.

    Auf Betreiben der NSDAP wurde das Bauhaus in Dessau 1932 geschlossen. Die Meisterhäuser wurden nach dem Auszug der Bauhäusler vermietet und durch Umbauten stark verändert. Die Bombardierungen der Stadt im Frühjahr 1945 zerstörten das Direktorenhaus sowie die Meisterhaushälfte Moholy-Nagy. Nach dem Krieg wurden die bewohnbaren Häuser wieder vermietet. Auf dem erhaltenen Kellerfundament der Direktorenvilla entstand 1956 ein serientaugliches Einfamilienhaus – das Haus Emmer.

    In den 1990er-Jahren kam es zu einer umfassenden denkmalgerechten Sanierung der Häuser Feininger (1994), Kandinsky | Klee (2000) und Muche | Schlemmer (2001). Jahrelang wurde debattiert, ob und wie die zerstörten Gebäude wiederherzustellen wären. 2010 kam dann die Entscheidung: Die Meisterhäuser Gropius und Moholy-Nagy sollten nicht nach historischem Vorbild wieder aufgebaut werden. Es sollte lediglich eine Annäherung an deren Erscheinungsbild erfolgen. Mit der Umsetzung wurde 2010 das Büro Bruno Fioretti Marquez Architekten aus Berlin betraut.
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