• Bauhausgebäude

    August 16 in Germany ⋅ ☁️ 25 °C

    Mit der Übersiedlung des Bauhauses von Weimar nach Dessau bot sich die einmalige Gelegenheit, einen Neubau als Schulgebäude zu errichten, der den Ideen der Bauhäusler eine architektonische Form gab.

    Die einzelnen Teile des Bauhausgebäudes sind in Größe und Höhe verschieden gestaltet und nach Funktionen getrennt. Eine zweigeschossige Brücke, die als Sitz der Verwaltung diente, verbindet den verglasten dreigeschossigen Werkstattflügel mit dem Gebäude der einstigen Gewerblichen Berufsschule. Den Übergang zum fünfgeschossigen Atelierhaus bildet ein eingeschossiger Zwischenbau, die sogenannte Festebene mit Vestibül, also der Eingangshalle, der Aula für Versammlungen und der Kantine. Im Atelierhaus (auch Prellerhaus genannt) befanden sich 28 Wohnräume für Studierende und Jungmeister mit einer Größe von je 24 Quadratmetern. Heute können dort Besucher übernachten.

    Vor allem die Stahl-Glas-Fassade des Werkstattflügels markierte den Beginn des modernen Bauens in Dessau. Aufgrund neuartiger Baumaterialien und Konstruktionstechniken war es möglich, dass die Stahl-Glas-Fassade wie ein Vorhang um das Gebäude herumgezogen werden konnte. Die Glasflächen gewähren bis heute Einblicke in die Werkstatträume; die Gebäudekonstruktion ist sichtbar. Von innen öffnen sich großzügige Ausblicke in die Umgebung. Gropius wählte hochwertiges Kristallspiegelglas, um eine verzerrungsfreie Durchsicht und zugleich Spiegelungen zu erreichen.

    Die Farbgebung wurde als ein wichtiger Bestandteil der Gebäudekonzeption in der Werkstatt Wandmalerei von Hinnerk Scheper entwickelt. Sie dient der Orientierung im Gebäude, betont die Gliederung der Architektur bzw. setzt sich an anderen Stellen darüber hinweg und lässt eigene Farbräume entstehen. Unterstützt wird die Farbwirkung durch die unterschiedliche Materialität und Struktur der Oberflächen.
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