Romanische Kirchen Tramin
October 10 in Italy
☁️ 16 °C
An diesem Wochenende sind auch die Tage der Romanik und etliche Kirchen und Klöster laden mit einem Sonderprogramm ein.
Wir besichtigen zuerst St. Jakob in Kastelaz, in der Nähe unserer Pension und fast direkt an unserem Wanderweg gelegen.
Die St.-Jakobs-Kirche thront auf einem Hügel oberhalb von Tramin und gilt als bedeutendstes Kunstdenkmal des Ortes – und als eines der bekanntesten Südtirols. Die kleine, exponiert gelegene Kirche birgt einen der ältesten erhaltenen romanischen Freskenzyklen im Alpenraum. Um das Jahr 1220 entstanden, zeigt der Zyklus im Altarraum außergewöhnliche Mischwesen, die in ihrer Darstellung einzigartig sind. Wo man anderswo steinerne Skulpturen erwartet, entfaltet sich hier eine lebendige Bilderwelt auf Putz: Fisch- und Vogelmenschen, Kentauren, Hundsköpfige, Schattenfüßler und weitere fantastische Gestalten der mittelalterlichen Vorstellungskraft.
Diese Fabelwesen symbolisieren offensichtlich das chaotische, sündige Gegenbild zur göttlichen Ordnung, die über ihnen dargestellt ist – mit Christus in der Mandorla und einer würdevollen Apostelreihe. Der Kontrast zwischen den grotesken Kreaturen und der sakralen Darstellung verleiht dem Raum eine eindrucksvolle theologische Tiefenstruktur. Besonders bemerkenswert sind auch die Fresken im südlichen Anbau: Sie wurden laut Inschrift im Jahr 1441 von Ambrosius Gander geschaffen. Mit feinem Gespür für Farbe und Erzählstruktur illustrieren sie die bekannte Pilgerlegende und andere religiöse Themen in hoher künstlerischer Qualität.
Am Ende unserer Wanderung zurück in Tramin kommen wir an der Friedhofskirche zu St. Valentin raus. Diese dient seit 1787 als Friedhofskirche. Bereits zuvor existierte dort ein Pestfriedhof. Der malerisch in Weinbergen gelegene, terrassenförmig angelegte Friedhof wird von klassizistischen Arkaden mit einer Kapelle und einem Torbau begrenzt.
Besonders bedeutend sind die Fresken, die größtenteils im 20. Jahrhundert wieder freigelegt und nach 1984 restauriert wurden. Sie zeigen biblische Szenen, darunter das Leben des Hl. Valentin, die Legende der Hl. Ursula, Passionsdarstellungen und Szenen aus der Auferstehungsgeschichte. Die Fresken an der Apsis aus dem frühen 14. Jahrhundert zeigen die vier Evangelisten in Spitzbogenfeldern. Weitere Fresken aus dem Jahr 1368 stammen aus dem höfischen Stil und verbinden nordische mit oberitalienischen Elementen. Konrad Erlin, ein Künstler aus dem Raum Bozen, wird die Gestaltung der Ursula-Legende und des Passionszyklus im frühen 15. Jahrhundert zugeschrieben.Read more












