• Todra Schlucht

    March 14, 2019 in Morocco ⋅ ☁️ 17 °C

    wir konnten bei Sonnenschein draussen Frühstücken, das Brot, welches Susann gestern gebacken hatte, schmeckte hervorragend. Die Zürcher, welche mit einer Reisegruppe unterwegs waren beneideten uns darum. Wir fuhren ein paar Kilometer weiter in die Todra Schlucht hinein. Weit konnten wir nicht fahren, da die Strasse für WoMo's zu gefährlich war, ausserdem würde die Strecke über einen Pass auf über 2800m steigen, was wir unserem Fahrzeug nicht zumuten wollten.
    Die Todra Schlucht ist echt eine Sensation. Man fährt auf der engen Strasse zwischen den unendlich hohen Felsen hindurch. Wir parkten am Ender der Strecke auf dem grossen Platz und nahmen die gefahrene Strecke nochmals per pedes vor. Das Licht am Morgen warf die ganze Szene in eine gespenstige Landschaft. Die vielen "Moskitos", die Händler, welche dem ganzen Weg entlang ihre Tücher und Souvenirs anpriesen, gehören halt zum Bild, störten aber nicht wirklich. Das Gebiet, mit den steilen Felsen lädt auch Kletterer aus der ganzen Welt ein und so konnten wir auch an verschiedenen Orten Seilschaften beobachten. Wir kehrten zurück und marschierten flott am WoMo vorbei, etwa 5km weiter, der Strasse entlang, dem Fluss entlang nach oben. Einige hundert Meter weit sahen wir im Flussbett, welchen im Moment trocken lag, angebaute Felder, die nach Wasser bettelten. Der Weg zwischen den immens hohen Felswänden war beeindruckend. Ab und zu fuhr ein LKW an uns vorbei, beladen mit Schafen oder Habseligkeiten der Hirten, welche zu den Sommerweiden gefahren wurden.
    In den Felsen, fast unsichtbar, entdeckten wir "Nomadenvillen", also Behausungen der Nomaden, welche bewohnt waren. Einer jungen Frau begegneten wir, als sie mit ihren putzigen, kleinen Schafen unterwegs war. Natürlich schenkten wir ihr ein paar Dirham und durften sie dafür mit uns fotografieren. Nach Zig-tausend Schritten parkten wir unser Auto an eine flache Stelle und gönnten uns ein feines Erdbeer-Vanilleeis, natürlich selbst zubereitet.
    Nun zog es uns weiter in Richtung Wüste, unser Tagesziel war Erfoud. Wir fuhren wieder durch unendliche Einsamkeit, durch mehr oder weniger hässliche, ungepflegte Dörfer, aber auch an wunderschönen orientalischen Villen vorbei. Nahe der Stadt Erfoud beginnt bereits der Wüstencharakter, mit Gestrüpp und Zäunen wird das Wandern der Sanddünen verhindert.
    Durch Zufall sind wir auf dem Campingplatz "chez Kalra" gelandet. Nach der Fahrt durch den Norden der Stadt, hätten wir nie so einen schönen, gepflegten und fein eingerichteten Platz erwartet. Weil in den letzten Tagen in der Wüste Sandstürme wüteten, war dieser (und auch viele andere) Plätze praktisch leer. Ausser uns waren nur zwei Franzosen (was denn sonst) hier. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, wurden wir mit einem Tee begrüsst. Der Platzchef empfahl sich natürlich für die Wüstenreisen, die er und sein Freund anbieten. Nach einiger Diskussion und verhandeln werden wir also morgen in die Erg Chebbi Wüste fahren.
    Er versprach uns, abseits der vielen Touristen, welche in Merzouga starten, eine Tour mit dem Landrover, dann mit den Dromedaren in die Wüste - wir werden später darüber berichten.
    Nun geniessen wir noch einen Moment der Ruhe auf diesem bezaubernden Platz und freuen uns darauf, dass wir morgen um 10:30 einen Turban verpasst bekommen und losreisen.
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