• in die Wüste "Erg Chebbi" 1

    March 15, 2019 in Morocco ⋅ ☀️ 15 °C

    wie geplant, schickt man uns heute in die Wüste und zwar in die "Erg Chebbi".
    um 10:30 werden wir von unserem Fahrer Ismail und seiner Frau erwartet, sie ist für die Verpflegung unterwegs zuständig.
    Es versteht sich von selbst, dass ein solches Abenteuer nicht von Geschriebenem lebt, sondern von Bildern. Deshalb hier nur das Wichtigste.
    Als wir Ismail gestern zum ersten Mal trafen, war es bereits klar, dass wir einen lustigen Ausflug erleben werden, er war stets am lachen und machte Faxen.
    Es zeigte sich im Laufe des Tages, dass er zwar ein Clown ist, aber ein sehr seriöser und vorsichtiger Fahrer.
    Wir packten also das Nötigste und fuhren in Richtung norden davon, dann schon bald nach Osten. Wir verliessen den Asphalt und donnerten mit dem Toyota 4x4 Geländewagen mit bis zu 100 km/h über die glatten Pisten. Noch fuhren wir auf steinigem Untergrund, doch das wird sich ändern.
    Nach vielen Schüttelmanövern - notwendig, oder absichtlich - hielten wir bei dem "Tajin"- Hügel an und wir wurden fachmännisch mit Kopftücher Berber-Like eingewickelt. Auch Ismail und seine westlich gekleidete Frau wurden entsprechend "berberisiert". Weiter ging die Reise ins Ungewisse, bis zu einem Ziehbrunnen, mitten im staubtrockenen Flussbett. Ismail zog am Seil und holte den Eimer herauf - gefüllt mit klarem Wasser. Obschon die Oberfläche trocken und weit und breit nichts grünes zu sehen war, fliesst in etwa vier Meter Tiefe der Fluss mit sehr viel Wasser. Aber zu tief unten für die meisten Pflanzen. Ab und zu, wenn es regnet, wird das ganze Gebiet vollständig überflutet, dann kann man für eine Weile den Fluss nicht mehr überqueren. Die einzigen Pflanzen, die lange Dürren, bis zu etwa sieben Jahren, überleben, sind die Palmen. Ismail holte also das Wasser im Eimer hoch und leerte es in den Kanal, aus diesem werden von den Nomaden die Tiere getränkt, meistens Dromedare, oder Esel. Er (der Esel :-) ) liess den Eimer wieder hinunter und am anderen Ende des Seiles war ein Sack mit Löchern, aus dem in kleinen Strahlen das Wasser floss. Nanu, fragte ich ???
    Nun, zum Hände waschen natürlich! Die Hände werden unter den Wasserstrahlen gewaschen und das Wasser im Schlauch bleibt sauber - ist ja klar!
    Holprig und zeitweise an zähem, dornigem Gestrüpp vorbei, führte die Piste weiter, einen Hügel hinauf. Es bot uns ein grandioses Panorama, weit in der Ferne konnten wir die ersten Sanddünen ausmachen. Und weit, weit weg, konnten wir unsere Piste im schier Unendlichen verschwinden sehen. Die beiden Frauen marschierten die "Strasse hinunter" und wir Männer folgten ihnen mit dem Auto, ganz so, wie es sich nach arabischer Manier gehört.
    Ismail manövrierte seinen 4x4 sicher um und über alle Hindernisse und meisterte alle Herausforderungen. Wenn es aber etwas langweilig wurde, suchte er sich neue Hindernisse und freute sich wie ein kleines Kind, wenn er uns zum schaukeln und lachen brachte. Er selbst war sowieso stets am lachen! Bei grossen Sprüngen des Autos hielt sich seine Frau manchmal fest am Arm und haute Ismail eins auf die Schulter. Bei guter Musik und ebenso guter Laune wurde er sogar zum fahrenden Rapper.
    Aber was kam denn da in Sicht. Wer, um Gottes (sorry, hier ist Allah der Chef) Willen baut sich hier draussen im Nirgendwo ein Haus ??? Ach ja, die Armee natürlich, wir sind nur wenige Kilometer von der algerischen Grenze entfernt.

    Nun wurde es zum ersten Mal richtig sandig und Ismail stieg aus und vollführte einen Freudentanz (ich sagte ja, er sein ein Clown). Wir hielten aber nicht nur um zu tanzen. Wir standen mitten in einer Fossilien Fundstelle. In der Jura Zeit, vor etwa 400 Millionen Jahren, war hier ein riesiges Meer. Als es abfloss und alles austrocknete, starben die etwa 400 verschiedenen Pflanzen und Tiere und wurden als Versteinerungen für die Ewigkeit konserviert. Die Vorkommen sind so gross, dass ganze Felsbrocken von Baggern geborgen werden. Die Steine werden zu "Fabriken" und Werkstätten gebracht, wo sie zerschnitten, bearbeitet, poliert und dann verkauft werden.
    Wir entdeckten aber nur ganz gewöhnliche Steine und Felsen - schade. Bis Ismail Wasser auf die Steine spritzte, dann floss der Sand und Staub weg und es kamen wunderschöne Ammoniten und anderes zum Vorschein. Jetzt haben wir auch einige Souvenirs bergen können, auch ohne Bagger.
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