• Mittagessen in der Wüste "Erg Chebbi"

    15 marzo 2019, Marocco ⋅ 🌙 24 °C

    Und wieder weiter ins Nichts, doch dann geschah das unvermeidlich, wir blieben mit allen vier Rädern im Sand stecken. Also: TCS (ADAC) anrufen. Nein, natürlich nicht, wir hatten ja Schaufel und Schienen mit dabei und wir waren schnell wieder flott. Merkwürdig, ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass es die volle Absicht des Spitzbuben war, sich in den Sand zu setzen ;-)
    Wir fanden Spuren von Echsen und Schlangen im Sand, die dürften ein solches Problem nicht kennen.
    Bald näherten wir uns einer Nomadensiedlung, wir waren im Zelt zum Tee geladen. Im Zelt, bedeckt mit Teppichen sass die alte Dame und bereitet den Tee zu. Dazu reichte sie uns Brot, Dattelmarmelade, Erdnüsse und Ziegenjoghurt. Letzteres traf unsere Geschmackssinne leider nicht so richtig.
    Das Dach des grossen Zeltes wurde aus selbst gewobenem Wollstoff Bahnen zusammengenäht und durch Holzpfosten getragen. Es bietet für die ganze Familie Wohn- und Schlafplatz. Ein solches Zelt kann etwa vier Jahre bewohnt werden, danach wird an einem anderen Ort ein neues gebaut. Das alte bleibt stehen und kann als Unterschlupf dienen, bis es nach und nach der Natur zurückgegeben wird - optimales Recycling.
    Drinnen zelebriert unser Lausbub den Tee und lobt wieder einmal Allah "bis millah".
    Bei der nächsten Oase wurden versteinerte Funde und Sandrosen auf Teppichen angeboten, mit angegebenen Preisempfehlungen! Wir stachen den steilen Weg hinunter und bereiteten uns für das Mittagessen vor. Ismail zauberte eine schöne Glut in den Grill und eine Flasche Rotwein aus dem Hut. Seine Frau bereitete den Salat zu und steckte die Brochettes auf die Spiesse. Ein kleiner Holztisch und Faltstühle aus der Migros, dazu Geschirr und Besteck - und schon konnte das Festmahl beginnen - und es war wirklich köstlich! Bei dieser Gelegenheit stellten wir fest, dass unser Fahrer eine Vereinbarung mit seinem obersten Chef getroffen hatte, er war Moslem, trank Wein und Bier, und auch die Zigaretten brachten in nicht in die Hölle. Nebst dem guten leckeren Essen und dem guten Wein, wurde auch unsere Schokolade gross gelobt.
    Nach dem Essen durquerten wir einen Fluss mit echtem Wasser, er fuhr gerade schnell genug, damit die Scheiben wieder sauber wurden. Rasant ging es auf der Piste weiter, den ersten richtig grossen Dünen entlang. Nun wurde der Untergrund weicher und Ismail liess Luft aus den Reifen, so kann man besser im Sand schwimmen.
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