• Moulay Idriss, Zerhoun

    27.–29. apr. 2019, Marokko ⋅ ☁️ 26 °C

    Am Morgen verliessen wir Meknès in Richtung Norden, unser Ziel war der Campingplatz vor Moulay Idriss Zerhoun.
    Wir steuerten auf den Marjane Markt zu, kauften wieder einmal ein und fragten den netten Kassier, ob man irgendwo Wein einkaufen könne (Es kann ja nicht sein, dass es in der grössten Weingegend keinen Wein kaufen kann). Er erklärte uns den Weg zum nahe gelegenen Geschäft und wir deckten uns für die Weiterreise ein.
    Vorbei an Feigenplantagen und Sonnenblumenfeldern gelangten wir in eine liebliche, hügelige Gegend mit Olivenhainen und Getreidefeldern. Wären da nicht Palmen und Kakteen, könnte man meinen man sei irgendwo in Mitteleuropa. Problemlos fanden wir den Campingplatz "belle vue", vor Moulay Idriss und genossen die Ruhe und die Sonne. Die Rinderfilets vom Grill und das Glas Wein schmeckten am Abend herrlich!

    Habe ich etwas vergessen ? - Ja natürlich
    Ich konnte mich einmal voll ins Zeug legen. Mit meinem ganzen (Leicht-)Gewicht knetete ich den Teig, formte ihn und daraus wurde in der Pfanne auf dem Herd ein feines Brot.

    Bei offenen Fenster haben wir wunderbar geschlafen und des eigene Brot zum Frühstück schmeckte total lecker, dazu brachte ein Mann vom Platz frischen "Berber-Whisky". Kaum waren wir später an der Hauptstrasse unten, kam auch schon der Bus und nahm uns für 10 DH mit, hinauf in die Stadt Moulay Idriss Zerhoun. Aus der Ferne sieht die Stadt wie ein Dromedar aus, der kleinere, arabische Teil ist der Kopf, der grosse, berberische Teil, der Höcker. Die Stadt wurde von Idriss I. im 8. Jahrhundert erbaut, als er von Fès vertrieben wurde. Idriss der I war ein direkter Nachfahre des Propheten und deshalb heilig (obwohl es im sunnitischen Islam gar keine Heiligen gibt). Trotzdem wurde er von seinen Widersachern in Fès vergiftet. Nachdem wir einen O-Saft getrunken hatten, fanden wir den etwas versteckten Eingang zur Idriss I. Moschee, die wir natürlich nicht betreten durften. Am Eingang ist ein Stahlbalken auf etwa 1.2m Höhe eingelassen. Dieser ist nicht als Absperrung gedacht, sondern jeden Besucher und Pilger soll sich in vor Gott verneigen. Diese Moschee ist ein Pilgerort für Muslime. Wer nicht nach Mekka kann, soll fünf Mal im Leben zu diesem Ort Pilgern.
    Ein Berber sprach und an und gab sich als offizieller Führer aus - da klingeln sofort die Warnglocken. Als Imad uns aber erklärte, was er uns für 50 DH alles zeigen möchte, sind wir ihm gefolgt. Es war echt interessant, was er uns alles zeigte und erklärte. Durch schmale und saubere Gassen führte er uns hinauf zum Aussichtspunkt, von wo wir einen herrlichen Rundblick über die Stadt und hinunter zur Idriss Mosche hatten. Weiter führte er uns zum einzigen runden Minarett in Marokko. Es ist rund herum mit grünen Kacheln dekoriert. Auf dem Weg kamen wir an Holz- und Blechtüren vorbei. Holztüren kennzeichnen arabische Besitzer. Diese Türen sind mit Symbolen der Fatima-Hand versehen, welche beim Betreten des Hauses die bösen und schlechten Gedanken draussen lassen sollen. Ebenfalls haben die Türen zwei Klopfer, die verschieden tönen. Der untere Klopfer bedient der Hausherr, um zu signalisieren, dass er alleine nach Hause kommt. Klopft er mit dem oberen, bringt er Besuch oder Gäste mit, somit weiss seine Frau, dass sie sich entsprechend bekleiden und das Haus herrichten muss. Da wo Berberfamilien wohnen, sind Blechtüren eingebaut. Oft werden sie wie Holztüren bemalt - aber ohne Klopfer. Interessant wird es, wenn ein Berber sein Haus an einen Araber verkauft, dann wir die Türe ersetzt.
    Mit dem Bus fuhren wieder zurück und flüchteten uns in des Schatten. Da gesellte sich ein magerer, roter Kater zu uns und erhoffte wohl, etwas von unserer Tajine mit Rinderfilet drin abzubekommen - leider hatte er Pech gehabt.
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