Kajaken auf dem Wailua River
6. april 2023, Nordpazifik ⋅ 🌬 24 °C
Ich hatte lange im Kopf, dass ich auf Kauai auf dem Wailua River kajaken gehen wollte. Nach der extrem anstrengenden Tour in Kambodscha und nach dem Blick auf die Preise für eine derartige Tour war ich mir dann aber nicht mehr so sicher, ob ich es wirklich machen wollte.
Dann hat sich aber glücklicherweise über die Whats App Gruppe des Hostels eine Deutsche namens Marie bei mir gemeldet. Die war mir nach dem ersten gemeinsamen Schreiben sehr sympathisch und wir beschlossen gemeinsam ein Doppelkajak zu mieten. Im Gegensatz zum Buchen einer einzelnen Tour konnte ich so
über 50% sparen, das war natürlich ideal! Wir trafen am Weg auch immer wieder Gruppen und ich bin im Nachhinein wirklich sehr froh dass wir das so gemacht haben. Einerseits waren die Gruppen riesig und wanderten immer im Gänsemarsch auf und ab und waren dadurch viel langsamer als wenn man einzeln gegangen wäre. Andererseits weil das Paddeln zu zweit einfach doch mehr motiviert und man schneller vorankommt.
Leider war die ganze Tour etwas stressig, weil ich um 16.15 Uhr meinen Weiterflug hatte und der große Haken beim Kajakverleih der Transport des Kajaks mit dem eigenen Mietwagen war. Der Anbieter hieß Wailua Kajak Adventures. Wir bekamen eine Einweisung was den Wanderweg angeht, wie man am Fluss fährt und wo man dann lang fahren muss.
Anschließend half uns ein Herr das Kajak zu befestigen und wies uns in alles ein. Die Befestigung am Dach oben, war doch schwieriger als gedacht. Obwohl die Fahrt zum Flusseinstieg nicht weit war, war es für uns sehr kompliziert zu finden. Wir verfuhren uns mehrmals und verloren dadurch etwas Zeit, was mich gleich stresste.
Als wir das Kajak runtergeben wollten, bemerkten wir erst wie schwer es tatsächlich war und es fiel uns leider gleich runter. Und natürlich mit voller Wucht auf den Außenspiegel des Mietwagens 🙈 Zum Glück hatten wir Maries Auto genommen, das schon sehr abgenutzt und alt war. Mein niegelnagelneues Mietauto hätte das definitiv nicht überstanden. Aber zum Glück ist nichts passiert bzw. konnten wir keinen offensichtlichen Schaden irgendwo erkennen. Das war ja gleich einmal ein guter Start, zunächst das Verfahren und dann auch noch das schwere Kajak. 😅
Der Einstieg in das Kajak war dann zum Glück sehr einfach, man musste die Sitze nur einklippen. Das Kajak war ein Offenes und ganz gut zum Lenken. Wir fanden relativ schnell einen guten Rythmus und die Landschaft mit den Mangroven war auch sehr schön. Wir nutzten die Paddelzeit dann, um und besser kennenzulernen. Ganz lustig ist, dass Marie die Weltreise genau anders herum macht als wie ich: sie startete in den USA und fliegt dann weiter nach Asien. Wirklich schade, dass wir nicht gemensam weiterreisen konnten. Dennoch gab es dadurch genügend Gesprächsstoff ☺️
Dann paddelten wir ca 60 Minuten bis zu einer Sackgasse des Flusses, von dort ging es dann 45 Minuten weiter mit einer Wanderung durch den ärgsten Gatsch meines Lebens 😂 Ich dachte ich bin nach den letzten zwei Tagen schon merklich abgehärtet, aber das sprengte alles bisher da Gewesene. Man versank nur mehr tief im Schlamm. Zum Glück war ich schon vorbereitet und hatte das verdreckte Gewand vom Haena State Park einfach wieder angezogen und dieses Mal meine Trekking Sandalen, die man gut abwaschen kann. Das war zumindest clever, aber dennoch sehr mühsam.
Es regnete auch immer leicht dazwischen, aber das war zum Glück aushaltbar. Der Weg führte dann am Fluss entlang. Man musste wieder zwei Mal einen Fluss überqueren, das Wasser ging dieses Mal bis zu den Oberschenkeln. Mit den Sandalen war das aber gut zu bewältigen. Marie hatte zwar ihre Wanderschuhe mitgenommen, nach der Flussüberquerung aber w.o. gegeben und ging gleich barfuß los. Gegen Ende des Weges konnte man zum Glück an einem längeren Holzsteg entlang gehen.
Nach noch einer weiteren Flussüberquerung mit einem Seil zum Anhalten hatten wir es bis zum Wasserfall geschafft. Nach dem letzten Mal, wo ich knapp davor im Haena State Park gescheitert war, freute ich mich voll, dass es sich nun so gut ausgegangen ist und ich dieses Mal den Wasserfall sehen konnte. Durch den Regen merkte man wie viel Kraft der Wasserfall entfalten konnte. Einige Mutige gingen dennoch dort baden. Mich schaute das aber gar nicht an. 😆 Dann gönnten wir uns eine kurze Pause, wo Marie mir netterweise für unseren Ausflug gekaufte Kekse anbot. Dann hieß es: schnell wieder zurück, damit ich meinen Flug locker erwische.
Insgesamt waren wirklich überraschend viele Leute auf dem Weg unterwegs. Teilweise gingen riesige Gruppen vor uns und mir kam der Trail und der Fluss etwas überlaufen vor. Auch von der Vegetation her muss ich sagen, dass es zwar schön, aber nicht so atemberaubend war, wie die Tage davor. Da war meine Erwartungshaltung viel zu hoch angelegt nach den Erfahrungen der letzten Tage muss ich ehrlich sagen 😆
Beim Zurückfahren mit dem Kajak mussten wir leider gegen starke Windböen ankämpfen, was das Ganze etwas anstrengend machte. Wir schafften es dennoch in 45 Minuten zurück und waren richtig stolz auf uns 💪
Damit wir das Auto mit dem Kajak nicht wirklich noch demolieren, fragten wir ein Pärchen, welches zufällig gleichzeitig mit uns fertig wurde, ob sie uns helfen könnten. Wir halfen ihnen dann im Gegenzug, das war sehr praktisch ☺️ Zum Glück ging das Abladen des Kajaks beim zweiten Mal dann ohne Probleme und ich war schon etwas traurig, dass die gemeinsame Zeit mit Marie auch schon wieder vorbei war.
Insgesamt war es schon schön, aber nachdem ich schon mehr im Inneren der Insel, in der Wailua Region, war, habe ich es mir noch viel schöner & atemberaubender vorgestellt, aber ich bin von den letzten unglaublichen Tagen wahrscheinlich einfach schon zu verwöhnt.
Dennoch bin ich aber froh, dass ich es gemacht habe, weil ich lange darüber nachgedacht habe und ich bin auch voll froh, dass ich noch so eine sympathische Begleitung dafür gefunden habe ☺️
Kleiner Nachtrag: Ich blieb mit Marie dann noch über unsere jeweiligen Blogs in Kontakt. Leider hatte sie dann einen schlimmeren Mopedunfall auf den Cook Inseln uns musste die Weltreise dann sogar abbrechen 😳😞 Das hat mich ziemlich schockiert und mich erinnert, wie schnell leider alles auch gehen kann und dass man sich glücklich schätzen muss, wenn man gesund ist und bleibt.Læs mere


















