• Tasmanien: Launceston-Stanley

    November 16, 2025 in Australia ⋅ 🌬 14 °C

    Unser Wecker läutete heute schon zu früh: um 4.30 Uhr. Wir hatten heute einen frühen Flug von Melbourne nach Launceston. Der Abfertigungsprozess am Flughafen war so extrem schnell & reibungslos (beim Aufgeben des Gepäcks geht alles fast nur mehr vollautomatisch), dass wir viel schneller als gedacht waren. Da hätten wir noch eine Stunde länger schlafen können, schade. Dazu kam auch noch, dass der Flug Verspätung hatte, von Jetstar kann ich weiterhin leider nur jedem abraten.
    Endlich in Lauceston angekommen, bekamen wir einen relativ neuen Hybrid-Mietwagen. Uns fiel auf, dass alles neben Englisch auch auf einer asiatischen Sprache angeschrieben war: Mietwagenregelungen, Parkplatzausfahrten, ‚in Australien fahren wir links‘….
    Das nächste was uns auffiel: neben der Straße lagen extrem viele tote Tiere. An diesem Tag haben wir sicher ca 20-30 tote Tiere gesehen, erschreckend. Wir haben dann gegoogelt: vor allem Possums und Kangoroos bzw. Subarten werden überfahren und in Tasmanien gibt es auch eine sehr hohe Quote an überfahrenen Tieren pro Tag.
    Vom Wetter: wie erwartet eher frisch mit ca 13* und immer wieder Regen. Fühlt sich an wie April in Österreich.

    Nach einem ersten Lebensmitteleinkauf fuhren wir in Lauceston zur Cataract Gorge. Eine Schlucht an der wir bis zum
    Duck Point entlang wanderten. Beim Duck Point handelt es um keine Ententeffpunkt, sondern ein altes Wasserkraftwerk.
    Es hätte auch einen sehr langsamen Sessellift gegeben, der noch in Betrieb ist, der aber keinen Vorteil brachte und zu teuer war. Wir haben auch noch eine Triathlon von Schülern miterlebt, da mitten vor der Gorge ein großes Schwimmbecken hingebaut wurde.

    Über Grindelwald (ein teilweise nachgebautes Schweizer Dorf mit Vergnügungsaktivitäten) fuhren wir dann bei starken Regen weiter zur Seahorse World. Es handelt sich hierbei um keinen Zoo, sondern um eine Aufzuchtstation von Seepferdchen. Es waren von winzigkleinen, bis relativ dicken oder speziellen Arten alles zu sehen. Am Ende durften wir sogar eines angreifen (Begründung: Seepferchen macht das gar nichts aus, wenn man sie an der richtigen Stelle, nämlich dem gepanzerten Bauch, berührt,…). Weiters haben wir dort die seltene Art ‚Sea Dragon‘, die sich im Seetang tarnt) gesehen. Auch den vom Aussterben bedrohte ‚handfish‘, der nur in einer gewissen Region in Tasmanien in einer Flussmündung lebt. Es gab auch kleinere Haie, Clownfische und andere Fische. Also etwas Zoo war es schon, auch wenn sie es anders verkaufen wollten. Dennoch ein tolles Erlebnis!
    Das Platypus House haben wir aus Zeitgründe ausgelassen.

    Dann fuhren wir über Unwege zum Narawantapu-Nationalpark mit sehr viele Kangoroos und kaum Menschen. Wir spazierten dann noch zum Bakers Beach und sahen auf dem Weg zwei Kangoroos mit Babys.

    Auf dem Weg nach Stanley machten wir noch halt beim Mersey Bluff Lighthouse in Devonport. Der Leuchtturm war ganz nett, die Aussicht jedoch nicht besonders herausragend.

    Ein weiteres Highlight war dann noch der Walk im Fern Glade Platypus Reserve: gleich nach dem Aussteigen sahen wir ein Schnabeltier! Leider schwamm es relativ zügig in seine Höhle am anderen Flussufer. Dementsprechend kurz konnten wir es nur beobachten und auch den Moment festhalten. Wir gingen dann noch weiter und suchten alles mit den Augen ab, nur leider zeigte sich kein weiteres Schnabeltier. Dennoch echt toll, dass wir heute trotz Auslassen des Platypus Hauses die Tiere in freier Natur gesehen haben!

    Dann mussten wir uns sputen, um rechtzeitig in Stanley bei der Godfreys Beach Penguin Viewing Platform zu sein. Denn gegen 21 Uhr kommen die Fairy Penguins von ihrem langen Tag am Meer wieder an Land. Und Stanley bietet gratis eine Aussichtsplattform an. Von der Unterkunft holten wir uns noch rote Folien für unsere Handtaschenlampen, um die Pinguine nicht zu stören. Am Steg im Stanley war es aber auch relativ gut rötlich ausgeleuchtet. Was sich dann abspielte war ein echtes Highlight: schrittweise bahnten sich die Pinguine ihren Weg hüpfend über die Felsen des Strandes mit immer wieder langen Verschnaufpausen zu ihren Nestern. Die Küken hörte man im Hintergrund schon nach ihren Eltern schreien. Ein anderes Pärchen zupfte mit ihren Schnäbeln gerade frisches Gras für das Nest. Die Pinguine brauchten echt lange, um zum Nest zu gehen. In den langen Pausen schauten sie viel herum und putzten sich. Nach und nach kamen immer wieder Pinguine an Land, während andere zu ihren Nestern gingen. Insgesamt schätzen wir, dass wir um die 50 Pinguine in 1,5 Stunden gesehen haben. Wir waren dann auch die letzten am mittlerweile eiskalten Steg. Es hatte ca 6*/7* mit Wind. Zumindest sahen wir einige Sterne.

    Als wir vom Pinguinstrand zurück zur Unterkunft fuhren, war mitten am Parkplatz zum Hotel ein Pinguin auf der Straße. Zum Glück waren wir nicht schnell unterwegs und der Pinguin ist dann weggelaufen. Eine überraschende Begegnung.

    Der 1. Tag war voller Highlights und vielen Tierbegegnungen. Völlig erschöpft aber sehr glücklich schliefen wir dann ein. 😇
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