Porto Covo nach Vila Nova de Milfontes
Oct 16–17, 2025 in Portugal ⋅ ☁️ 23 °C
Mit dem ersten Bus geht es in der früh nach Porto Covo, einem süßen Städtchen, in dem die Häuser weiß und blau angestrichen sind. Von hier startet der fishermen's trail (rota Vicentina). Der Bus hat etwas Verspätung wegen einigen Baustellen unterwegs, daher kann ich erst um 11 Uhr starten. Die Wanderung liefert hinter jeder Ecke phänomenale Ausblicke, aber ist so anstrengend. Schon nach den ersten 2 km spüre ich die Anstrengung. Es ist heiß (29 Grad), gibt kaum Schatten und man läuft die ganze Zeit auf sandigem Boden, in dem man versinkt. Auch meinen Rucksack, der eigentlich nicht schwer ist, spüre ich nach wenigen Kilometern. Ein Stück hinter Porto covo geht es über einen Strand, hier laufe ich barfuß mit den Füßen im kalten Wasser des Pazifiks. Auf dem Wanderweg begegnet man immer wieder denselben Leuten, die einen mal überholen, dann wieder man selbst - je nach Pausenzeit. Der Weg führt nah an der Küste entlang, stückweise auch hinter den Dünen, wo sich der Weg so verzweigt, dass es nicht immer leicht ist, den richtigen Pfad zu finden. Ich mache viele Pausen und kämpfe teilweise richtig - eigentlich bin ich sportlich und war oft wandern - aber mit so einer hohen Anstrengung hatte ich nicht gerechnet. Immerhin lenkt mich die physische Anstrengung von meinen Gedanken an den stressigen Arbeitsalltag ab und dass die anderen Wanderer scheinbar genau so kämpfen, beruhigt mich. Nachmittags gegen 14:30 Uhr, als ich ca. die Hälfte der Strecke habe, gehe ich im Meer baden. Schwimmen kann man nicht, denn die Wellen sind hoch und die Strömung, die einen ins Meer zieht, sehr stark. Die Pause tut gut und ich bin dadurch auch den heißesten Zeitpunkt am Nachmittag umgangen. Nach der Erfrischung geht der Weg sehr nah an den Klippen entlang. Man sieht unzählige Buchten, unberührte Strände, Möwen über einen hinweg fliegen und hört die rauschenden Wellen, die sich an den Klippen brechen. Teilweise bemerkt man, wenn man um die nächste Ecke ist, dass man nur auf einer Felskante gelaufen ist und die Steine darunter abgetragen oder unterspült wurden. Die tief stehende Sonne am Himmel sorgt für eine schöne Stimmung. Ein paar Kilometer vor dem Ziel endet leider mein Wasservorrat, ich dachte zwei Liter reichen, aber anscheinend doch nicht. Zivilisation gibt es unterwegs kaum. Zum Glück habe ich Clementinen dabei, die viel Fruchtsaft enthalten. Nach einer Stunde erreiche ich die nächste Ortschaft, in der es einen Trinkbrunnen gibt. Ein Stück weiter werde ich auf Deutsch angesprochen und zwei Rentner erklären mir, dass die Etappe morgen kürzer und viel weniger anstrengend wird. Das macht Hoffnung. Die Stadt Vila Nova de Milfontes, mein Ziel für heute, ist wunderschön und etwas touristisch. Sie liegt an einem Fluss, der ins Meer mündet, hat einen langen Sandstrand, eine quirlige Innenstadt und man könnte hier sogar mit dem Kajak den Fluss hochfahren. Mein Hostel hat eine Dachterrasse und sogar einen Whirlpool. Die 20 km, die ich heute gewandert bin, klingen zwar nicht nach viel, aber der Sand hat alles um einiges anstrengender gemacht.
Abends gehe ich noch in der Stadt Essen und bestelle ausversehen Tintenfisch (ich hasse Tintenfisch). Am Ende schmeckt es gar nicht so schlimm, aber auch nicht superlecker und nett, wie ich bin, sage ich dem Kellner, dass es mir sehr gut geschmeckt hat. Richtig müde gehe ich dann früh schlafen.Read more
































