• Pasqua degli amici

    6 de abril, Itália ⋅ ☀️ 19 °C

    Anders als in Deutschland ist der Ostermontag hier ein sehr wichtiger Tag. Nachdem der Ostersonntag mit der Familie verbracht wird, geht's heute klassisch mit Freunden in die Natur. Zumindest die jungen Leute machen hart Party, ab dem Morgen schon. Die morgendliche Ruhe die ich am See genieße steht da in krassem Kontrast. Ab und zu fährt ein Landwirt vorbei und Kühe sind zu hören. Überall ist der Frühling zu spüren, die jungen Eichenblätter die noch fast neonfarben leuchten. Außerdem wimmelt es von Kälbern, Lämmern, Kitzen und sogar süßen Fohlen. Da geht einem das Herz auf, vor allem unter strahlend blauem Himmel. In jeder Pfütze tummeln sich Frösche, die bei meinem Eintreffen schnell ins Wasser hüpfen. Wie sie den Schlamm aufwirbeln, um die Sicht zu trüben, schaut ulkig aus. Doch schon in Ciminna wird die Wanderruhe unterbrochen. Nun schallen abwechselnd italienische Popmusik und Technobeats durch die Täler und über die Hügel. Scheinbar gilt heute nicht mal die heilige Siesta zumindest wird es in der Zeit nicht erheblich ruhiger. Ich beschließe einen Umweg zu gehen da ich dachte der Weg führt malerisch unter den Klippen entlang. Doch eigentlich verläuft er genau an der Kante oberhalb. Wer schon mal mit mir wandern war, weiß der Schweiß läuft mir zur Abwechslung nicht nur vor Anstrengung. Außerdem hat die Vegetation sich den Pfad Großteils zurückerobert und meine Beine stecken einige Kratzer ein. Als mein Versuch in einem Restaurant eine Cola zu kaufen, daran scheitert, daß sich dort unzählige laute, aufgebretzelte Leute tummeln, schenken mir 2 Rentner auf dem Parkplatz 2 Liter Limo. Durch die letzten Matschreste Kämpfe ich mich meinem Ziel entgegen. Kurz bevor ich Villafrati erreiche werde ich gefragt ob ich ein Glas Wein möchte. Da sagt man natürlich nicht Nein. Die Großfamilie mit Anhang, immerhin 30 Leute scharen sich um mich. Von kleinen 2 jährigen bis über 80 jährigen ist alles vertreten. Alle bombardieren mich gleichzeitig mit Fragen, es ist ein bisschen einschüchternd. Doch zu dem Glas Wein gesellen sich Salcisse, Lammkottlets, gegrillte Artischocken, Brot in Olivenöl ertränkt und vieles mehr. Den Wein macht Nino selber das Öl auch, dann kann er auch noch recht gut Englisch, Jackpot. Ein paar der jüngeren können auch recht gut englisch und so kann ich mich zur Abwechslung ohne Google Translate unterhalten. Die Nonnas packen mir für den nächsten Tag noch Proviant, zweierlei Nudeln und frisches Obst. Bin einfach mal wieder überwältigt von der sizilianischen Gastfreundlichkeit. So fällt es auch leicht mit der Stirnlampe den Weg Richtung Schlaf zu suchen.Leia mais