Jamtli Julmarknad
5. december 2025, Sverige ⋅ ☁️ -1 °C
Kein gewöhnlicher Weihnachtsmarkt
Es war schon dunkel über Jamtli, aber in diesem Jahr lag nur ein dünner, müder Schleier von Schnee auf den Wegen. Die Dächer der alten Holzhöfe waren nicht weiß, sondern nur leicht bestäubt, als hätte der Winter sich verspätet oder ein wenig zu sanft begonnen. Doch gerade das verlieh dem Markt eine eigene Stimmung – ein stilles Versprechen, dass der richtige Schnee bald kommen würde.
Die Laternen entlang der Wege wirkten heller als sonst, ihre warmen Lichtkegel breiteten sich weit über die schneearmen Stellen aus und ließen die Erde in goldenem Glanz schimmern. In den Pfützen, die der leichte Frost zu dünnem Eis verwandelt hatte, spiegelte sich das Flackern der Fackeln wie kleine Tänzer, die sich im Wind bewegten.
Trotz des wenigen Schnees war Jamtli voller Leben. Der Schmied arbeitete an seinem Amboss, und die Funken tanzten umso eindrucksvoller in der dunklen Luft, als hätten sie beschlossen, den fehlenden Schnee mit eigenem Strahlen zu ersetzen. Kinder liefen lachend über die Wege, manche enttäuscht, dass sie keinen Schneeball formen konnten, andere glücklich, dass man ohne Rutschen zu den Tieren gehen konnte, die in ihren kleinen Gehegen neugierig nach den Besuchern schnupperten.
Eine Gruppe Sänger hatte sich vor dem alten Pfarrhof aufgestellt, und ihre Stimmen schwebten über das Gelände, klar und warm. Der leichte Wind trug die Melodien davon, und manchmal klang es, als würde die Dunkelheit selbst mitsingen. Der Duft von Glögg und frisch gebrannten Mandeln lag trotz fehlender Winterkulisse intensiv in der Luft, als wollte er beweisen, dass wahre Weihnachtsstimmung nicht vom Schnee abhängig ist.
Ein Pferdeschlitten stand zwar bereit, doch die Kufen ruhten diesmal auf hölzernen Rädern, die leise über den Boden rollten. Die Kinder störte das nicht – das sanfte Klingeln der kleinen Glocken war Magie genug. Und als der Schlitten zwischen den historischen Gebäuden vorbeifuhr, sahen einige Besucher lächelnd hinüber, denn selbst ohne Schnee fühlte es sich an wie eine Reise in eine andere Zeit.
In einem der alten Stuben saßen Händler bei Kerzenlicht und stellten ihre Handarbeiten aus – gestrickte Socken, Holzspielzeug, bemalte Tassen. Die Kerzen spendeten ein warmes Leuchten, das die nur dünne Schneeschicht vor dem Fenster fast heller wirken ließ, als sie tatsächlich war. Viele Besucher traten ein, froh über die Wärme und die Geschichten, die die Händler erzählten – Geschichten von Wintern mit meterhohem Schnee, aber auch von Jahren wie diesem, in denen der Advent noch auf seinen richtigen Wintermantel wartete.
Und so wurde der Abend auf Jamtli trotz wenig Schnee zu etwas Besonderem. Es war ein Weihnachtsmarkt, der seine Wärme nicht aus einer weißen Landschaft, sondern aus Menschen, Lichtern, Liedern und alten Traditionen schöpfte.
Der Schnee würde irgendwann kommen.
Aber der Zauber war längst da.Læs mere


























Rejsende
🎅,euch einen schönen Nikolaustag🎅
RejsendeDankeschön…das wünschen wir euch auch 🎅🏻🧑🏻🎄
RejsendeSo wunderbar. Weihnachten pur.