• Der Troll vom Mefjorden

    Yesterday in Norway ⋅ ☀️ 9 °C

    Vor langer Zeit lebte hoch über dem Mefjorden ein Troll namens Bjørnar. Er war kein besonders gefährlicher Troll. Sein größtes Problem war, dass er ständig Hunger hatte und fürchterlich schlecht angelte.

    Jeden Morgen sah er den Fischern von Senjahopen zu, wie sie mit vollen Netzen zurückkehrten. „Das kann doch nicht so schwer sein!“, brummte er und baute sich eine Angel aus einem kleinen Birkenstamm.

    Am ersten Tag fing er einen alten Stiefel.

    Am zweiten Tag fing er die eigene Hose.

    Am dritten Tag fing er versehentlich das Ruder eines Fischerbootes. Die Fischer lachten so sehr, dass sie ihm ein paar Kabeljaue schenkten.

    Das kränkte den Troll. Also beschloss er, den größten Fisch des Fjords zu fangen. Er warf seine Angel aus und wartete. Und wartete. Und wartete.

    Plötzlich zog etwas gewaltig an der Leine.

    „Jetzt hab ich ihn!“, rief Bjørnar.

    Er zog mit aller Kraft. Der Fjord schäumte. Die Möwen kreischten. Die Berge hallten wider.

    Doch statt eines Fisches tauchte eine alte Holztruhe auf.

    Darin lagen keine Goldmünzen, sondern hunderte getrocknete Stockfische, die ein Fischer vor Jahren verloren hatte.

    Der Troll war begeistert. Er setzte sich ans Ufer und begann sofort zu essen.

    Leider bemerkte er dabei nicht, dass die Sonne aufging.

    Die ersten Sonnenstrahlen trafen ihn genau in dem Moment, als er sich den fünften Stockfisch in den Mund schob.

    Plopp!

    Da wurde Bjørnar zu Stein.

    Noch heute, sagen die Alten am Mefjorden, erinnert einer der seltsamen Felsen oberhalb des Fjords an einen Troll mit offenem Mund. Und wenn der Wind aus den Bergen kommt, klingt es manchmal, als würde er noch immer schmatzen:

    „Nur noch einen Fisch … nur noch einen …“ 🐟🧌🌊

    Die Fischer von Senjahopen lachen dann und sagen: „Zum Glück hat er nie gelernt zu angeln.“ 😄
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