• René Bigler
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Richtung wissen wir nicht

Wir Fahren wieder mal in den Skandinavischen Ländern oh wie schön noch lange nicht alles gesehen 🤩😏🚐🤗 Read more
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    🇸🇪 Södertälje, Schweden

    Ein Langer Tag mit 168 km ⛴️⛴️

    Yesterday, Ostsee ⋅ ☀️ 18 °C

    Samstag, 22. August, 9 Uhr, 16 Grad, Sonnen-Wolken-Mix.

    Also wettertechnisch alles dabei – ausser einer klaren Meinung. 😂

    Unser heutiges Ziel heisst: Gotland! 🇸🇪⛴️

    Klingt nach Aufbruch, Abenteuer und sofortiger Weiterreise. Kleines Detail am Rande: Unsere Fähre ab Nynäshamn fährt erst um 20 Uhr.

    Wir haben also Zeit.
    Viel Zeit.
    Sehr viel Zeit.
    Eigentlich viel zu viel Zeit. 😜

    Ganz gemütlich verlassen wir unseren letzten Übernachtungsplatz in Södertälje und machen uns mit unserer Perle 🚐 auf den Weg Richtung Nynäshamn. Bloss keine Hektik! Wäre ja peinlich, wenn wir zehn Stunden vor Abfahrt schon am Fährterminal stehen würden.

    Unterwegs machen wir bei der Kirche von Sorunda einen Zwischenhalt.

    Als wir durch die offene Tür treten, empfängt uns Orgelmusik. Die ansonsten eher kompromisslos harten Holzbänke sind mit Blumen geschmückt und alles wirkt irgendwie verdächtig festlich.

    Vom Organisten erfahren wir dann auch den Grund: In wenigen Minuten möchte sich hier ein Paar das Jawort geben.

    Nun … dann machen wir geschwind ein paar Fotos und verschwinden wieder. Wäre ja auch etwas dreist, sich ungefragt in die erste Reihe zu setzen und später beim Apéro zu behaupten, wir seien entfernte Verwandte aus der Schweiz. 😂

    Die Kirche hat eine beeindruckend lange Geschichte. Die Pfarrei Sorunda wurde erstmals 1281 erwähnt, die Kirche selbst – damals noch eine kleine Kapelle – im Jahr 1292. Über die Jahrhunderte wurde sie immer wieder erweitert und erreichte um 1500 ihre heutige Grösse.

    Auch bei der Nutzung war man offenbar ziemlich flexibel. Im Spätmittelalter wurde in einer Kapelle sogar eine Waffenkammer eingerichtet.

    Beten, heiraten, Waffen lagern – Hauptsache, das Gebäude war ausgelastet. 🤣

    Überall entdecken wir Relikte vergangener Jahrhunderte sowie wunderschöne Wand- und Deckenmalereien.

    Nach mehreren Bränden wurde die Kirche zwischen 1898 und 1901 umfassend renoviert. Heute steht sie wieder wunderschön da – bereit für Touristen wie uns und, noch etwas wichtiger, für das Brautpaar, das vermutlich schon nervös auf seinen grossen Auftritt wartet.

    Also nichts wie weg. Wir wollen schliesslich nicht schuld sein, wenn die Braut plötzlich denkt, ihre Schweizer Verwandtschaft sei unangemeldet angereist. 😂

    Weiter geht unsere Fahrt durch die landwirtschaftlich geprägte Landschaft.

    Inzwischen tröpfelt es leider.

    Bei Sonnenschein würden sich die noch nicht gedroschenen Getreidefelder vermutlich sanft im Wind wiegen und golden leuchten – wie im schwedischen Hochglanz-Reiseprospekt.

    Heute machen wir allerdings Realismus.

    Die Felder präsentieren sich in einem Farbton, den man mit sehr viel Fantasie vielleicht „spätsommerliches Ocker“ nennen könnte.

    Oder, wenn wir ehrlich sind:

    Braun. Einfach braun.

    Aber auch Braun ist schliesslich eine Farbe. 🤎😂

    Gegen Mittag erreichen wir Nynäshamn.

    Natürlich sind wir viel zu früh dran. Unsere Fähre fährt schliesslich erst in ungefähr acht Stunden.

    Aber lieber acht Stunden zu früh als drei Minuten zu spät. Das scheint heute jedenfalls unser Reisemotto zu sein. 😜

    Also fahren wir mit unserer Perle 🚐 ein bisschen durch die Gegend. Wir kommen am Jachthafen vorbei und entdecken schliesslich eine wunderschöne Küstenstrasse.

    Sehr eng.
    Sehr kurvig.
    Rauf.
    Runter.
    Und immer wieder traumhafte Ausblicke auf die Schären vor Nynäshamn.

    Was zunächst nach „Mal schauen, wo diese Strasse hinführt“ aussieht, entpuppt sich als echtes Highlight.

    Manchmal sind die schönsten Reiseerlebnisse eben genau die, die man gar nicht geplant hat.

    Am Ende der Strasse finden wir beim Lövhagen Café & Hostel einen Parkplatz für unsere Perle.

    Perfekt!

    Und weil es inzwischen Mittag ist, machen wir jetzt erst einmal …

    Frühstück! 🍳☕

    Andere Menschen würden das vermutlich Mittagessen nennen. Aber wir lassen uns von gesellschaftlich vorgeschriebenen Essenszeiten nicht unter Druck setzen. 😂

    Danach schnüren wir unsere Wanderschuhe und machen uns auf den Weg durch eine Landschaft, die einfach wunderschön ist.

    Mal stehen wir an einem Sandstrand direkt an der Ostsee, mal klettern wir über Felsen, dann stolpern wir wieder über Stock und Stein mitten durch einen wunderschönen Mischwald.

    Alte Eichen und Kiefern begleiten unseren Weg.

    Die Heidelbeeren sind definitiv Geschichte. 🫐

    Das Farnkraut hat offenbar ebenfalls beschlossen, dass es für dieses Jahr genug geleistet hat, und lässt sich bereits braun und erschöpft zu Boden hängen.

    Und selbst die Birken beginnen teilweise schon, ihre Blätter fallen zu lassen.

    Hallo?! Wir haben August! 😳

    Aber gut. Offenbar hat der schwedische Herbst den Kalender nicht gelesen.

    Er kommt jedenfalls mit grossen Schritten. 🍂

    Kaum haben wir unsere Wanderung beendet, beginnt es zu regnen.

    Timing können wir. 😂

    Wir fahren mit unserer Perle aus den Wäldern heraus und finden am Stadtrand einen Parkplatz. Kaum steht unser treues Zuhause ordentlich an seinem Platz, geht es los.

    Und zwar richtig!

    Ein Donnerwetter zieht über uns hinweg, als hätte jemand beschlossen, sämtliche verfügbaren Wettereffekte gleichzeitig einzuschalten.

    Es schüttet wie aus Kübeln.
    Es blitzt.
    Es donnert.
    Und die Temperatur fällt mal eben auf 12 Grad.

    Vor ein paar Stunden noch spätsommerliche Wanderung am Ostseestrand – und jetzt sitzen wir mitten in einer nordischen Weltuntergangsinszenierung. 🌧️⚡🤣

    Draussen läuft das kostenlose Sound-&-Light-Spektakel, während der Regen gegen unsere Perle prasselt.

    Nun ja …

    Wir wollten heute Abend nach Gotland. ⛴️

    Von einer Sintflut war in unserem Reiseplan allerdings keine Rede.

    Aber bis 20 Uhr ist ja noch etwas Zeit.

    Vielleicht schwimmt die Fähre bis dahin einfach zu uns. 😂😂

    Gute Nacht 😴 Freunde 👯‍♂️
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  • Wer sucht der Findet

    August 21 in Sweden ⋅ ☀️ 19 °C

    Heute geht’s weiter – und unsere Perle 🚐 bekommt Arbeit. Deutlich mehr als geplant! 😂

    Unser erster Halt ist Dragon Gate. Seit Jahren fahren wir hier vorbei und jedes Mal war alles geschlossen. Heute endlich die Überraschung: Die Tore sind offen! Na, wenn das kein Zeichen ist! 🤗

    Fast ein bisschen ehrfürchtig betreten wir die gewaltige Arena. Rund 8.500 Quadratmeter groß, umgeben von chinesisch inspirierten Mauern, Toren und dem riesigen Hotelkoloss. Mitten drin steht Guanyin, eine rund 20 Meter hohe Statue, die für Mitgefühl und Barmherzigkeit steht.

    Durch ein kleines rotes chinesisches Häuschen gelangen wir ins Museum. Entlang der Mauer entdecken wir ein gewaltiges Holzrelief mit unzähligen Figuren und feinen Schnitzereien – rund 160 Meter lang! Und dann kommt das eigentliche Highlight: etwa 200 lebensgroße Terrakotta-Krieger stehen plötzlich vor uns. Da staunen wir nicht schlecht! 😮

    Nach all den Jahren, in denen wir hier immer nur vor verschlossenen Türen standen, dürfen wir heute tatsächlich hinein. Endlich! Und wir finden: Dieses riesige, außergewöhnliche Anwesen mitten in Schweden 🇨🇳🇸🇪 ist wirklich sehenswert.

    Nach so viel Kultur meldet sich allerdings unser Magen. 😂 Also zurück zur Perle 🚐 und erst einmal gemütlich frühstücken 🍳☕. Kultur macht schliesslich hungrig!

    Frisch gestärkt geht’s weiter Richtung Enköping zu unserem Stellplatz.

    Und jetzt beginnt die große schwedische Stellplatz-Schnitzeljagd. 😅

    Erster Platz: voll!
    Zweiter Platz: auch voll!

    Langsam haben wir das Gefühl, halb Schweden hat beschlossen, genau heute dort zu übernachten, wo wir hinwollen. 🤣

    Also weiter. Aus den geplanten Kilometern werden plötzlich fast doppelt so viele. Unsere Perle 🚐 sammelt Kilometer wie andere Leute Briefmarken.

    Doch irgendwann haben wir Glück und finden tatsächlich einen Platz – natürlich direkt an einem See! 🤗

    Perle parkiert, Motor aus – geschafft! Alles ist doch noch gut gegangen. 😎

    Jetzt wird nichts mehr gesucht und vor allem nichts mehr gefahren.

    Gute Nacht 😴 Freunde 👯‍♂️ – morgen darf unsere Perle 🚐 hoffentlich wieder etwas weniger arbeiten! 😂
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  • Wanderungen 🥾🥾🥾

    August 20 in Sweden ⋅ ☁️ 17 °C

    Heute haben wir Söderhamn einmal ganz ohne Fahrerei erkundet – zu Fuss und mit viel guter Laune. 🚶‍♂️🚶‍♀️

    Unser erstes Ziel war gleich das Östra Berget mit dem Oscarsborg-Aussichtsturm 🗼. Also los, den Berg hinauf! Anfangs natürlich noch ganz entspannt und mit dem Gefühl: „Ach, das schaffen wir doch locker!“ 😎

    Je höher wir allerdings kamen, desto weniger wurde geredet und desto mehr wurde geschnauft. 😂 Aber oben angekommen war jede Anstrengung sofort vergessen. Der Blick über Söderhamn, die Landschaft und hinaus Richtung Ostsee 🌊 war einfach herrlich. Da weiss man wieder, warum man sich freiwillig einen Berg hinaufquält. 😉

    Nach unserer erfolgreichen Gipfelbesteigung ging es wieder hinunter Richtung Rådhusparken und ins Zentrum. Wir schlenderten durch die gemütlichen Strassen von Söderhamn, vorbei an alten Häusern und entlang des Söderhamnsån. Ganz ohne Zeitdruck – einfach schauen, geniessen und die Stadt auf uns wirken lassen.

    Zum Schluss stand noch die Ulrika-Eleonora-Kirche ⛪ auf unserem Programm. Ein wunderschönes altes Gotteshaus, dessen Geschichte bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Die Kirche wurde bereits 1693 eingeweiht – da staunt man schon ein bisschen, wenn man davorsteht.

    Damit war unsere kleine Söderhamn-Wanderung beendet. Die Füsse hatten inzwischen allerdings eine klare Meinung dazu: Feierabend! 😂

    Und was macht man nach einer solchen Wanderung? Natürlich das einzig Vernünftige:

    BURGER! 🍔🍔🍔

    Am Abend haben wir uns in einem Restaurant noch richtig feine Burger gegönnt. Und ich kann euch sagen: Nach dem Berg, der Wanderung und den ganzen Eindrücken haben die gleich doppelt so gut geschmeckt. 😋

    Satt, zufrieden und mit müden Beinen ging es zurück zu unserer Perle 🚐. Ein rundum schöner Tag in Söderhamn – ein bisschen Geschichte, viel Bewegung, tolle Aussicht und zum krönenden Abschluss etwas richtig Feines auf dem Teller. ❤️

    Jetzt heisst es nur noch:

    Füsse hoch, Augen zu und träumen von den nächsten Abenteuern.

    Gute Nacht 😴 Freunde 👯‍♂️ und bis morgen aus Schweden 🇸🇪❤️
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  • Söderhamn Hafen

    August 19 in Sweden ⋅ 🌧 16 °C

    Heute heißt es wieder: Leinen los – die Perle 🚐 muss arbeiten! 😄
    Aber keine Sorge, heute wartet keine große Herausforderung auf sie. Die Strecke ist gemütlich und wir haben ja schließlich Urlaub… also zumindest theoretisch. 😂

    Unser erster Programmpunkt: Lidl!
    Keiner von uns muss einkaufen – und genau deshalb sind wir natürlich trotzdem dort. Man könnte ja etwas entdecken, das man unbedingt braucht. 🤣 Aber wir bleiben standhaft und Kaufen nur was wir wirklich brauchen. Ein historischer Moment! Nur kaufen was man braucht 😏.

    Dann geht’s auf der E4 weiter Richtung Süden. Unser erster Stopp ist Iggesund, wo wir eigentlich das Bruksmuseum besuchen wollen. Das Museum erzählt die Geschichte der alten Industrie- und Eisenhüttenzeit der Gegend und zeigt, wie hier früher gearbeitet und gelebt wurde. Klingt interessant – nur leider hat das Museum heute beschlossen, seine Geschichte lieber hinter verschlossenen Türen zu erzählen. Geschlossen! 😅

    Na gut, dann eben Plan B: Wir erkunden das Gelände rundherum. Schließlich kann man ein Museum auch von außen bewundern – Eintritt gespart und trotzdem Kultur erlebt. 🤣

    Nach unserem kleinen Kulturspaziergang geht es weiter. Auf der S4 sind es nur noch etwa 45 Kilometer bis zu unserem heutigen Ziel: Söderhamn.

    Dort angekommen bekommt unsere Perle 🚐 zuerst einmal etwas ganz Wichtiges: Diesel!
    Schließlich kann auch eine Perle nicht von Luft und Liebe fahren. ❤️😂

    Am Stellplatz angekommen könnte man meinen, ich hätte jetzt Feierabend. Weit gefehlt!

    Denn vor der Frontscheibe hat sich inzwischen eine komplette internationale Versammlung von Fliegen, Mücken und sonstigem schwedischem Fluggetier niedergelassen. 🦟🐜🪰
    Also heißt es: Scheibenputzen!

    Schließlich möchte ich beim Fahren etwas sehen – und mein Schatz 🥰 möchte ihre wunderschönen Fotos machen, ohne dass auf jedem Bild ein Moskito aussieht, als würde er gerade den schwedischen Tourismusverband vertreten. 😂📸

    Nachdem auch die letzte Fliegenleiche von der Frontscheibe verschwunden ist, beginnt endlich der gemütliche Teil des Tages.

    Wir setzen uns in unsere Camperstühle und lassen einfach die Seele baumeln. Vor uns der Hafen, das Wasser und die schöne Aussicht. Söderhamn ist tatsächlich ein Ort, den wir immer wieder gerne besuchen. Die Stadt liegt wunderschön an der schwedischen Küste und hat mit ihrem Hafen, den alten Häusern und der maritimen Atmosphäre ihren ganz eigenen Charme. ⚓🌊

    Und so sitzen wir da, schauen aufs Wasser und denken uns:
    Eigentlich ist das Leben doch ziemlich schön. ❤️

    Die Perle 🚐 ist vollgetankt, die Scheibe sauber, der Hafen vor der Nase und wir haben Feierabend. Na gut… jetzt wirklich! 😜

    Also liebe Freunde 👯‍♂️, genug erzählt für heute.

    Wir wünschen euch eine wunderschöne Nacht, träumt schön und passt auf, dass euch keine schwedischen Mücken besuchen kommen. 🦟🤣

    Gute Nacht 😴 Freunde 👯‍♂️ – bis morgen! ❤️🇸🇪🚐
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  • So ein Tag darf immer wieder sein

    August 18 in Sweden ⋅ ⛅ 19 °C

    Dienstag, 8 Uhr, 10 Grad. Durch die dicke, graue Wolkendecke blinzelt tatsächlich ein kümmerlicher Rest Sonne. Immerhin. Man wird ja bescheiden. ☀️😄

    Heute heißt es Abschied nehmen von unserem wunderschönen Platz am Vispsjön. Natürlich nicht, ohne uns vorher ordentlich von den Berggeistern, den Vittas, zu verabschieden. Man weiß ja nie. Nicht, dass uns später irgendwo im Wald plötzlich ein Elch mit einer persönlichen Nachricht auflauert. 🫣🫎

    Also macht sich unsere Perle 🚐 wieder auf den Weg. Und kaum sind wir unterwegs, präsentiert Schweden sein gewohntes Landschaftsprogramm:

    Wald – See – Wald – See – noch mehr Wald – und zur Abwechslung … ein See! 😂

    Auf der Straße 90 fahren wir bis Hälla. Dort entdecken wir ein Café, das aussieht, als wäre es direkt aus den 1950er-Jahren hierhergerettet worden. Herrlich nostalgisch und genau der richtige Ort für unser Frühstück.

    Kaffee ☕️ und Kanelbullar, also schwedische Zimtschnecken. Serviert werden sie von einer Holländerin mit einem ziemlich außergewöhnlichen Jahresrhythmus: Acht Monate lebt und arbeitet sie in der Schweiz in einer Palliativklinik bei Aarau. Von Mitte Mai bis Mitte September tauscht sie dann Klinik gegen Kanelbullar und betreibt hier ihr eigenes Café.

    Eine wirklich charmante Begegnung – und ein Café, das wir uns definitiv merken. Sollten wir wieder hier vorbeikommen, weiß Perle 🚐 schon jetzt, wo sie gefüttert wird. 😋

    Frisch gestärkt geht es weiter auf die Straße 348 Richtung Solberg.

    Und dort steht sie:

    die fast schwarze Solbergs kyrka von 1917, wunderschön auf einem Hügel gelegen. Ihr Baustil verbindet Elemente nordischer Stabkirchen mit Formen, die an samische Koten erinnern.

    Natürlich müssen wir hinein.

    Mittlerweile haben wir bei Kirchen offenbar einen eingebauten Magneten.

    Andere sammeln Kühlschrankmagnete – wir sammeln Gotteshäuser. 😂⛪️

    Danach wieder das schwedische Standardprogramm: Wald, See, Wald, See … bis Anundsjö.

    Und ja – natürlich gibt es auch dort eine Kirche.

    Die Anundsjö kyrka in Bredbyn stammt aus dem 15. Jahrhundert. Besonders sehenswert sind die historischen Malereien und der freistehende hölzerne Glockenturm.

    Und heute dürfen wir sogar hinein und bis ganz nach oben zu den Glocken klettern!

    Das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen. Oben angekommen erwartet uns eine fantastische Aussicht und eine ganz besondere Atmosphäre.

    Und die Glocken bleiben tatsächlich still.

    Sehr vernünftig von ihnen.

    Nach so viel Kultur geht es weiter Richtung Örnsköldsvik und schließlich auf die E4 Richtung Süden.

    Doch irgendwann meldet sich jemand zu Wort, der mit Kirchen überhaupt nichts am Hut hat:

    unser Magen. 😂

    Also steuern wir den Dockstabaren an – mittlerweile könnte man wirklich sagen: unsere Stammkneipe.

    Noch ein paar Besuche und wahrscheinlich steht dort irgendwann:

    „Familie Perle – Tisch 4, wie immer.“

    Natürlich gibt es Köttbullar mit Kartoffeln und Salat. 🥔

    Und was soll ich sagen?

    Lecker. Wie immer.

    Schweden kann Köttbullar – und wir können essen.

    Eine ausgesprochen erfolgreiche Zusammenarbeit. 😋

    Weiter geht unsere Reise zur mächtigen Högakustenbrücke, die wir natürlich vom Hotell Höga Kusten aus bewundern.

    1.867 Meter lang, 1.210 Meter Hauptspannweite, 180 Meter hohe Pylone und 40 Meter lichte Höhe.

    Ein beeindruckendes Bauwerk!

    Und unsere Perle 🚐 ist vermutlich einfach nur froh, dass sie darüberfahren darf und nicht wieder irgendwo auf eine Fähre muss. 😂

    Langsam wird es Nachmittag und damit kommt die inzwischen fast philosophische Frage:

    Wo schlafen wir heute?

    Die Antwort scheint schnell gefunden: Härnösand!

    Beim Minigolfplatz entdecken wir direkt am Ufer des Bottnischen Meerbusens einen schönen Platz zwischen den Bäumen.

    Wobei …

    Ich sehe dort inzwischen keine Weidenbäume mehr.

    Ich sehe nur noch riesige Brokkoliröschen. 🥦😂

    Und wenn man das einmal gesehen hat, bekommt man es nicht mehr aus dem Kopf.

    Willkommen in meiner Welt!

    Doch dann passiert etwas völlig Unerwartetes:

    Die Sonne kommt heraus!

    Das muss natürlich sofort ausgenutzt werden.

    Also heißt es:

    MINIGOLF! ⛳️

    Jetzt wird es ernst.

    Hochkonzentriert wird gespielt. Präzision, Taktik, Nervenstärke – und natürlich ein bisschen psychologische Kriegsführung. 😎

    Und dann passiert es:

    Mein Schatz 🥰 schlägt ein HOLE-IN-ONE! ⛳️🏆

    Was für ein Schlag!

    Ein Moment für die Geschichtsbücher.

    Ein Schlag für die Ewigkeit.

    Ich gratuliere natürlich angemessen … und spiele einfach weiter. 😇

    Denn jetzt kommt der wirklich wichtige Teil:

    Ich gewinne das Match! 🥇😂

    Mein Schatz hat zwar das Hole-in-one, aber ich habe den Sieg.

    Ich möchte deshalb ausdrücklich festhalten:

    Ein Hole-in-one ist ein wunderschöner Einzelerfolg.
    Der Gesamtsieg ist hingegen eine sportliche Tatsache.

    Man muss eben Prioritäten setzen. 🤣

    Leider endet unser Aufenthalt bei den Brokkolibäumen trotzdem schneller als gedacht.

    Denn plötzlich stellen wir fest:

    Hier dürfen wir mit unserem Wohnmobil gar nicht übernachten!

    Na wunderbar.

    Also: Brokkoli verabschieden, Motor starten und weiter.

    Zum Glück müssen wir nicht weit fahren. Nur wenige Kilometer später geht es auf die Insel Härnön und hinauf ins Skigebiet.

    Abseits der Stadt, mitten am Berg, finden wir schließlich einen ruhigen Platz mit einer tollen Aussicht.

    Na also – geht doch!

    Hier gefällt es uns. Hier bleiben wir.

    Und diesmal hoffen wir sehr, dass uns niemand wieder erzählt, dass wir hier nicht schlafen dürfen. 😄

    Damit geht ein wunderschöner und abwechslungsreicher Tag zu Ende:

    Wälder 🌲, Seen 🌊, Kirchen ⛪️, Glockentürme 🔔, Köttbullar 🥔, eine riesige Brücke 🌉, Brokkolibäume 🥦, Minigolf ⛳️, ein Hole-in-one 🏆 und ein Sieg 🥇.

    Und natürlich mittendrin unsere treue Perle 🚐, die heute wieder viele Kilometer, Kurven und unsere kulinarischen Zwischenfälle tapfer überstanden hat.

    Jetzt heißt es Füße hoch, entspannen und den Tag Revue passieren lassen.

    Gute Nacht 😴 Freunde 👯‍♂️
    Bis morgen – mal sehen, welches Abenteuer Perle 🚐 dann für uns bereithält! ❤️
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  • Schon wieder Wunderschön 🤩

    August 17 in Sweden ⋅ ☁️ 17 °C

    🌲 Von Waldgeschichte, Einkaufsmission und einem echten Märchenwald 🇸🇪🚐

    Heute geht’s – wie versprochen – weiter! Als Erstes steht das Skogsmuseet in Lycksele auf dem Programm. Skogsmuseet heißt auf Deutsch tatsächlich Waldmuseum. Na, da muss man auch erst einmal draufkommen … 🤣 Schwedisch eben!

    Das Museum liegt auf der Gammplatsen, einem wunderschönen historischen Gelände direkt an der Umeälven. Hier bekommt man einen richtig guten Eindruck davon, wie die Menschen früher in Lappland gelebt und gearbeitet haben. Alte Gebäude, Höfe und Einrichtungen zeigen das Leben vergangener Zeiten, und natürlich dreht sich vieles um den Wald und die Forstwirtschaft – schließlich war und ist der Wald hier oben ein ganz wichtiger Teil des Lebens. Das angrenzende Naturreservat ist ebenfalls etwas Besonderes: Dort stehen teilweise mehrere hundert Jahre alte Kiefern. (Länsstyrelsen⁠)

    Aber ehrlich gesagt: Uns interessiert heute nicht nur die Geschichte – wir haben schließlich noch einen wichtigen Auftrag! 😏

    Dollarstore!

    Ich habe nämlich von vorgestern noch etwas gutzumachen. 🤗 Also diesmal wird bezahlt und nichts vergessen! Sicher ist sicher. 😂
    Mein Schatz 🥰 übernimmt anschließend das Einpacken – und damit ist die Aufgabenverteilung auch schon perfekt geregelt. Ich kaufe, sie rettet die Ordnung! 😏

    Alles erledigt, also zurück zur Perle 🚐, Motor an und weiter geht’s.

    Allerdings meldet sich unterwegs ein weiteres wichtiges Mitglied unserer Reisegruppe zu Wort:

    Der Magen.
    Und der hat eindeutig Mitspracherecht! 😂

    Also suchen wir uns ein schönes Plätzchen und machen erst einmal Frühstück. Mein Schatz 🥰 zaubert wieder etwas Leckeres, wir füllen die Energiespeicher und plötzlich sieht die Welt gleich viel besser aus.

    Mit gut gefülltem Bauch geht es weiter zum nächsten Spot.

    Die letzten Kilometer sind allerdings nicht ganz das, was ich mir unter einer Traumstraße vorgestellt habe. 😳 Aber schließlich gilt bei uns:

    Der Weg muss nicht immer schön sein – Hauptsache, am Ende wartet etwas Schönes!

    Und genau so ist es.

    Wir kommen an einem wunderschönen Platz direkt am See an. Die Perle 🚐 bekommt ihren wohlverdienten Stellplatz, die Wanderschuhe 🥾 werden geschnürt und schon geht’s los.

    🌲 Vitterhuset – jetzt wird’s märchenhaft

    Der Weg führt durch einen richtig schönen Wald. Alles ist gepflegt, die Wege sind gut angelegt und überall gibt es Feuerstellen – eigentlich fehlt nur noch jemand, der uns eine schwedische Waldfee serviert. 🧚‍♀️😂

    Und dann erreichen wir Vitterhuset.

    Dort liegen riesige Felsblöcke übereinander und bilden eine gewaltige Felsformation, die tatsächlich wie ein Haus aussieht. Der größte Stein oben drauf wirkt, als würde er nur mit ein paar Millimetern Vorsprung balancieren – und das schon seit der letzten Eiszeit! (Åsele Turism⁠)

    Kein Wunder also, dass sich um diesen Ort eine Sage gebildet hat: Unter den Felsen sollen die Vittra leben – geheimnisvolle Wesen aus der schwedischen Sagenwelt. 👀

    Wir schauen uns natürlich ganz genau um.

    Man weiß ja nie …

    Vielleicht sitzt hinter dem nächsten Baum so ein Vittra und wartet darauf, dass endlich jemand vorbeikommt. 😳

    Wobei ich mir ziemlich sicher bin: Wenn die uns sehen, verstecken die sich wahrscheinlich selbst! 🤣

    Die Wanderung führt durch den Wald und über die Vittermyren, teilweise über Holzstege. Und je weiter wir gehen, desto mehr fühlt man sich tatsächlich wie in einem Märchen.

    Es gibt hier sogar einen Aussichtsturm mit Blick über den Wald und den nahegelegenen Vispsjön. Wer nach der Wanderung noch nicht genug Abenteuer hatte, kann sich außerdem auf einen kleinen Abenteuerpfad wagen. (Åsele Turism⁠)

    Wir lassen es heute aber etwas gemütlicher angehen.

    Schließlich müssen wir noch genügend Kraft für die nächste Etappe unserer Schwedenreise aufheben. 😎

    Und so endet unser Tag wieder einmal mit einer perfekten Mischung:

    ein bisschen Geschichte, ein bisschen Shopping, gutes Frühstück, wunderschöne Natur und ein Wald voller Geschichten.

    Und die Perle 🚐 steht zufrieden am See und denkt sich wahrscheinlich:

    „Na bitte … heute bin ich wenigstens nicht schuld!“ 😂🇸🇪🌲

    Gute Nacht 😴 Freunde 👯‍♂️
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  • Lycksele – neue Teppiche

    August 16 in Sweden ⋅ 🌧 17 °C

    und eine alte Geschichte 🌲🇸🇪

    Bevor wir uns heute mit der über 400-jährigen Geschichte von Lycksele beschäftigen, musste bei unserer Perle 🚐 erst einmal etwas ganz anderes erledigt werden.

    Mein Schatz 🥰 hat heute Morgen nämlich neue Teppiche verlegt. Und ich?

    Ich war selbstverständlich voll im Einsatz – als Handlanger! 😂

    Während mein Schatz mit viel Geschick dafür sorgte, dass unsere Perle wieder richtig schön aussieht, durfte ich wahrscheinlich die anspruchsvollsten Aufgaben übernehmen: halten, reichen, aufpassen und vor allem nicht im Weg stehen. 😜

    Aber ich muss sagen: Mein Schatz hat das wirklich toll gemacht! ❤️ Die neuen Teppiche sehen super aus und unsere Perle fühlt sich gleich wieder ein bisschen mehr wie Zuhause an.

    Nachdem diese wichtige Renovierungsarbeit erfolgreich abgeschlossen war, konnten wir uns dann Lycksele widmen.

    Und dabei sind wir auf die Geschichte von Margareta gestossen.

    Margareta war eine samische Frau, die Anfang des 17. Jahrhunderts eine lange und beschwerliche Reise auf sich nahm. Ihr Anliegen war etwas ganz Besonderes: Sie wollte für ihre Gemeinschaft einen festen Kirchenplatz, an dem die Sámi zusammenkommen konnten.

    Also machte sie sich auf den Weg – durch eine Landschaft ohne Strassen, ohne Navi und natürlich ohne Wohnmobil. 😏

    Nur Wälder, Flüsse, Wildnis und jede Menge Kilometer.

    Heute würden wir wahrscheinlich sagen: Für so einen Termin hätte man auch eine E-Mail schreiben können! 😂

    Doch Margareta liess sich nicht aufhalten. Ihr Anliegen wurde gehört und 1607 wurde Lycksele als Kirchen- und Marktplatz eingerichtet.

    Damit begann die Geschichte des heutigen Lycksele.

    Wenn man heute am Umeälven steht und in die weite Landschaft schaut, ist es schon beeindruckend, sich vorzustellen, wie es hier vor über 400 Jahren ausgesehen haben muss.

    Keine Strassen, keine Autos, keine Campingplätze – und schon gar keine sechs Räder, die heute unsere Perle durch Schweden rollen lassen. 🚐😎

    Morgen geht es für uns allerdings schon wieder weiter. Lycksele war nur ein Zwischenstopp auf unserer Reise, aber einer, bei dem wir wieder ein Stück schwedische Geschichte kennengelernt haben.

    Und so nehmen wir von hier schöne Erinnerungen, neue Teppiche und hoffentlich keine Teppichreste in den Schuhen mit. 😂

    Gute Nacht 😴 Freunde 👯‍♂️, schlaft gut und bis morgen – dann heisst es wieder: Motor an und die sechs Räder rollen! 🚐💨🇸🇪
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  • Ein wenig Regen und Wolken ⛅️

    August 15 in Sweden ⋅ 🌧 16 °C

    Getrennte Wege, Frühstück und das ewige Einkaufstaschen-Problem 🚐🇸🇪

    Heute heisst es Abschied nehmen! 👋
    Monika und Michael fahren weiter Richtung Norden, während wir eine andere Route einschlagen. Nach einer herzlichen Verabschiedung geht es für uns von Obbola nach Lycksele.

    Die Strecke ist abwechslungsreich und unsere Perle 🚐 schnurrt brav vor sich hin – kein Grund zur Sorge. Nach ungefähr 75 Kilometern entdecken wir einen schönen Rastplatz. Perfekt für eine Frühstückspause!

    Und natürlich übernimmt mein Schatz 🥰 wieder das Kommando in der Küche. Was soll ich sagen? Frühstück wie immer exzellent! 👌😋
    Danach brauchen wir noch ein bisschen Bewegung und machen eine kleine Wanderung am See entlang und durch den Wald 🌳. So lässt es sich aushalten!

    Anschliessend geht es weiter Richtung Lycksele. Kurz vor dem Ort entdecken wir noch einen Dollar Store 💵 – und natürlich wäre es völlig verantwortungslos, einfach daran vorbeizufahren. Also rein!

    Ein paar Sachen wandern in den Einkaufswagen… und irgendwie werden es immer mehr. 😇
    Beim Einpacken in die Einkaufstasche 🛍️ passiert dann das mittlerweile traditionelle Problem:

    Es passt nicht alles rein! 😂

    Ich gebe mir wirklich Mühe – irgendwann werde ich dieses schwierige Kapitel der Einkaufstaschen-Logistik beherrschen. 😤
    Mein Schatz 🥰 bemerkt das allerdings zuverlässig erst beim Auspacken.

    „Warum hast du das denn nicht gleich richtig eingepackt?“ 😳

    Sorry Schatz! 😪
    Ich arbeite daran. Seit Jahren. Mit überschaubarem Erfolg. 🤣

    Bevor es endgültig zum Stellplatz geht, müssen wir natürlich noch tanken ⛽️. Schliesslich soll unsere Perle 🚐 nicht plötzlich einen auf Durststreik machen und mitten in der schwedischen Wildnis nach einem Schluck Diesel betteln. 😂

    Am Stellplatz angekommen, wird alles eingerichtet, die Füsse werden hochgelegt und der heutige Reisetag ist Geschichte.

    Feierabend! 🍻😎

    Und wieder einmal stellen wir fest: Auch getrennte Wege führen irgendwann zum gleichen Ziel – nur hoffentlich ohne weitere Einkaufsbeutel-Krisen. 😂

    Gute Nacht, Freunde 👯‍♂️😴
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  • Etwas kann immer passieren

    August 14 in Sweden ⋅ 🌧 16 °C

    🇫🇮➡️🇸🇪 Wenn das Womo plötzlich eigene Reisepläne hat 🚐😂

    Heute war Fahrtag! 🚐💨
    Von Kalajoki nach Vaasa – und von dort mit der Fähre ⛴️ über den Bottnischen Meerbusen nach Umeå. Eigentlich wollten wir Finnland 🇫🇮 noch weiter erkunden. Eigentlich … 😏

    Aber unser Reiseplan hatte die Rechnung ohne das Womo von Monika & Michael gemacht. 😂
    Die Elektronik spinnt momentan ein bisschen und hat offenbar beschlossen:

    „Finnland? Nö! Ich möchte Schweden sehen!“ 🇸🇪🤣

    Also wurde aus unserem schönen Finnland-Plan kurzerhand eine internationale Reiseplanänderung. 🚐💨

    In Vaasa ging es dann auf die Fähre ⛴️ Richtung Umeå. Rund vier Stunden später waren wir schon wieder auf schwedischem Boden. 🇸🇪 Und von Umeå ging es noch ein Stück weiter zu unserem heutigen Stellplatz in Obbola.

    Für Monika & Michael heisst es jetzt allerdings: Nach dem Wochenende wird eine Werkstatt gesucht. 🔧🚐
    Im hohen Norden ist das vermutlich ungefähr so einfach wie eine Werkstatt zu finden, die spontan sagt: „Kein Problem, bringen Sie das Womo einfach vorbei!“ 😂

    Aber da die beiden ja in Schweden 🇸🇪 wohnen, sind wir zuversichtlich, dass sich irgendwo ein freundlicher Schrauber findet, der dem Kistli wieder erklärt, wer hier eigentlich das Sagen hat. 😏🔧

    Unser heutiger Stellplatz liegt mitten im Wald 🌲 und direkt bei einer Sport- und Trainingsanlage 🏋️‍♂️. Das dürfte unserer Perle 🚐natürlich besonders gut gefallen. Nach all den Radtouren braucht sie schliesslich dringend noch eine Trainingsmöglichkeit – während wir anderen eher an Kaffee und eine gemütliche Sitzbank denken. 😂☕️

    So, liebe Freunde, das war unser etwas ungeplanter Finnland-raus-und-ab-nach-Schweden-Fahrtag. 🇫🇮➡️🇸🇪

    Jetzt heisst es: Füsse hoch, Augen zu und hoffen, dass das Womo über Nacht wieder zur Vernunft kommt und morgen nicht schon die nächste Landesgrenze im Navi sucht. 😂🚐🇸🇪

    Wir wünschen euch eine gute Nacht 😴, schlaft gut 🛏️ und bis bald 👋
    🇫🇮❤️🚐⛴️🇸🇪
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  • 13.08.2026 – Donnerstag 🚲🌊

    Heute war schnell klar: Die gestrige Radtour war noch nicht genug! Also wieder E-Bikes raus und los. 🚴‍♂️🚴‍♀️
    Unser Ziel: der Vihaspauha-Strand – diesmal ein bisschen weiter.

    Die Gegend dort ist einfach wunderschön: Wald 🌲, Wasser 🌊, kleine Wege und diese herrliche finnische Ruhe. So ruhig, dass man fast ein schlechtes Gewissen bekommt, wenn vier E-Bikes durch die Gegend surren. 😂

    Am Strand haben wir natürlich eine Pause gemacht und die Landschaft genossen. Wasser, Wald und diese unglaubliche Weite – einfach herrlich!

    Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher zu einem Aussichtsturm, ungefähr 300 Meter vom Picknickplatz entfernt. Also Treppen hoch und schauen, was Finnland von oben zu bieten hat. 😏
    Und siehe da: Die Aussicht war die kleine Kletterei tatsächlich wert! 🌲🌊

    Danach ging es zum Picknickplatz – und dort wartete unser persönlicher Aussichtspunkt auf vier Rädern: der Grill! 🔥🌭

    Ein paar Würste wurden fachmännisch zubereitet und nach der Radtour schmeckten die natürlich sensationell. Kurz kam die Frage auf, ob wir eigentlich noch zurückfahren müssen oder einfach neben dem Grill einziehen. 😂

    Aber wir hatten ja schliesslich E-Bikes! Also wieder aufsitzen und zurück zum Stellplatz. 🚴‍♂️🚴‍♀️

    Zusammen haben wir gestern und heute 56 Kilometer geschafft – und das alles ganz gemütlich. 😎

    Unsere Bilanz:

    🚲 56 Kilometer
    🌲 viel Natur
    🌊 wunderschöne Landschaft
    🗼 ein Aussichtsturm
    🌭 hervorragende Würste
    😎 und kein bisschen Stress!

    Wir betreiben hier eindeutig keinen Leistungssport – eher E-Bike-Tourismus mit Grillbegleitung. 😂

    Jetzt sind wir wieder am Stellplatz und lassen den Tag gemütlich ausklingen.

    Gute Nacht, liebe Freunde 👯‍♂️😴
    Schlaft gut – morgen schauen wir mal, ob unsere Beine noch wissen, dass sie gestern und heute 56 Kilometer gefahren sind! 😂🚲💤
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  • Ein Wunder es Regnet 🌧️ 🌬️

    August 11 in Finland ⋅ 🌧 16 °C

    11.08.2026

    Dienstag, 8.30 Uhr, 13 Grad und überwiegend bewölkt … 🌥️

    Wetterbericht aus Finnland:

    Die ganze Nacht hat es geregnet.

    Natürlich.

    Wir sind schliesslich im finnischen Sommer. ☀️🇫🇮
    Da darf man sich vom Wort „Sommer“ nicht täuschen lassen. Das ist hier eher eine Werbebezeichnung. 😂

    Über dem Oulujärvi herrscht heute perfektes Einheitsgrau:

    Grau oben.
    Grau unten.
    Und dazwischen wir.

    Sehr nordisch. Sehr schlicht. Sehr langweilig. 🤣

    Heute geht’s weiter Richtung Küste nach Kalajoki – natürlich weiterhin mit unseren Freunden.

    Und tatsächlich: Sie fahren immer noch mit uns! 👯‍♂️

    Langsam vermuten wir allerdings, dass sie entweder wirklich gerne mit uns unterwegs sind …

    oder dass wir ihre Ausweise haben. 🫣😂

    Kaum sind wir unterwegs, beginnt es zu regnen.

    Nicht etwa ein bisschen.

    Nein.

    Finnland denkt sich offenbar:

    „Wenn schon Regen, dann richtig!“ 🌧️

    Also Regen.
    Und Regen.
    Und noch mehr Regen.

    Bis nach Kalajoki.

    Unsere Perle 🚐 arbeitet sich tapfer durch die Wassermassen, während wir gemütlich drinnen sitzen und feststellen:

    So schlecht ist schlechtes Wetter gar nicht, wenn man ein Womo hat. 😎

    Die Landschaft bietet währenddessen das bekannte finnische Sehenswürdigkeiten-Paket:

    Wald. 🌲
    Feld.
    Wald. 🌲🌲
    Ein kleines Dorf.
    Wald.
    Noch ein Feld.

    Und dann …

    Trommelwirbel …

    wieder Wald! 😂

    Finnland ist wirklich konsequent.

    Wer Wald mag, ist hier richtig.

    Wer keinen Wald mag, sollte vielleicht besser zu Hause bleiben. 🤣

    Anhalten und etwas anschauen?

    Bei diesem Wetter?

    Keine Chance.

    Dafür hätte man mindestens Gummistiefel, Taucheranzug und einen kleinen Rettungsring gebraucht.

    Also fahren wir weiter.

    Doch wenige Kilometer vor Kalajoki geschieht etwas, womit niemand mehr gerechnet hat:

    Der Himmel wird hell!

    Ein silberner Streifen erscheint über dem Bottnischen Meerbusen.

    Wir schauen uns an.

    „Ist das etwa … SONNE?“ ☀️😳

    Und tatsächlich!

    Der Regen hört auf.

    Die Sonne kommt heraus.

    Wir sind sprachlos.

    Unsere Perle 🚐 steht auf dem Campingplatz und bekommt endlich eine wohlverdiente Regenpause.

    Wir denken:

    Jetzt haben wir gewonnen!

    Aber wir haben die Rechnung ohne Finnland gemacht.

    Denn kaum ist die Sonne da, kommt der WIND! 🌬️🤣

    Nicht dieses nette Lüftchen, das einem romantisch durchs Haar weht.

    Nein.

    Hier wird kostenlos die komplette Körperbelüftung angeboten.

    Beim Aussteigen aus dem Womo sollte man besser aufpassen, dass man nicht plötzlich drei Meter weiter steht.

    Unsere Freunde sehen jedenfalls so aus, als würden sie überlegen, ob man beim Campingplatz auch Ankerplätze buchen kann. 😂

    Trotzdem:

    Gegen Abend ist es hier einfach wunderschön.

    Der Bottnische Meerbusen, der weite Himmel und das Licht – richtig herrlich. ❤️

    Und dann gibt’s sogar noch einen Sonnenuntergang.

    Wir geniessen den Moment …

    bis Finnland plötzlich denkt:

    „Moment! Die haben gerade Spass!“

    Also noch schnell einen kleinen Platzregen hinterher. 🌧️🤣

    Man muss schliesslich aufpassen, dass wir uns nicht an schönes Wetter gewöhnen.

    Jetzt steht unsere Perle 🚐 sicher auf ihrem Stellplatz, der Wind pustet noch ein bisschen ums Womo und wir lassen den Tag gemütlich ausklingen.

    Was morgen kommt?

    Keine Ahnung.

    Sonne? ☀️
    Regen? 🌧️
    Sturm? 🌬️
    Vielleicht alles gleichzeitig? 🤣

    Wir planen jedenfalls nichts.

    Denn in Finnland plant nicht der Mensch das Wetter – das Wetter plant den Menschen. 😂🇫🇮

    Und damit sagen wir:

    Gute Nacht 😴 Freunde 👯‍♂️

    Schlaft gut, bleibt trocken und haltet euch heute Nacht schön fest …

    man weiss ja nie, ob Finnland unsere Perle 🚐 samt Besatzung nicht doch noch Richtung Schweden pustet! 🤣💨🇫🇮

    Gute Nacht und bis morgen! ❤️
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  • Weiter geht’s mit Fahrad fahren

    August 10 in Finland ⋅ ☁️ 19 °C

    Finnisches E-Bike-Survivaltraining 🚴‍♂️🚴‍♀️🌲

    Montag, 9 Uhr, FiZ, 17 Grad – und natürlich bewölkt! ☁️

    Die wichtigste Frage des Tages: Was machen wir heute?

    Zur Auswahl stehen Kajak fahren 🛶, Beeren sammeln 🫐, wandern 🥾 oder E-Bike fahren 🚴‍♂️🚴‍♀️.

    Kajak? Zu nass, zu kalt und zu windig.

    Beeren sammeln? Nichts für sportliche Männer – wer weiss, ob wir zwischen den Heidelbeeren nicht plötzlich unsere wilde Sammlerleidenschaft entdecken. 😂

    Wandern? Können wir später noch.

    Also: E-Bikes!

    Mein Schatz kümmert sich um das Wichtigste und macht die leckeren Pausenbrote 🥪❤️, Wasser und Obst kommen in die Fahrradtaschen, Helme auf und los.

    Wir starten auf einem wunderschönen, breiten Waldweg und denken noch:

    „Das wird heute eine gemütliche Radtour.“

    😂😂😂

    Finnland hatte allerdings andere Pläne.

    Aus dem Waldweg wird plötzlich ein schmaler, kurviger und hügeliger Pfad. Wurzeln kreuz und quer, Sand, Steine und natürlich jede Menge Baumstämme.

    Also:

    Runter vom E-Bike – Baumstamm überwinden – wieder aufsitzen – weiter.

    Und das Ganze immer wieder.

    Eigentlich wollten wir Rad fahren und nicht Forstarbeiter werden! 🪵😂

    Dann wird es teilweise richtig spannend. Der schmale Pfad führt hoch über dem Oulujärvi entlang und direkt daneben geht es einige Meter steil nach unten.

    Manche fahren einfach weiter.

    Wir entscheiden uns für die Variante:

    Abenteuer ja – aber bitte mit Rückfahrkarte! 😎

    Also wird geschoben.

    Unser E-Bike hat schliesslich einen Motor, aber leider keinen Fallschirm. 😂

    Nach einigen Kilometern erreichen wir die Makkaraniemi-Grillhütte – wunderschön mitten im Wald, direkt am sandigen Seeufer.

    Jetzt ist Mittagspause angesagt.

    🥪 Essen raus
    🌲 Wald geniessen
    🌊 See anschauen
    😌 Beine ausruhen

    Kurz könnte man meinen, wir wären auf einem gemütlichen Ausflug.

    Aber wir sind auf einem Rundweg.

    Das bedeutet: Nach der Pause geht es nicht einfach denselben Weg zurück – nein, wir dürfen noch eine komplett neue Sammlung finnischer Überraschungen kennenlernen. 😂

    Also wieder:

    Wurzeln, Sand, Steine, Hügel und Baumstämme.

    Und an manchen Steigungen wird aus dem E-Bike plötzlich ein Schiebe-Bike.

    Da müssen wir Männer dem sogenannten „zarten Geschlecht“ gelegentlich unter die Arme greifen.

    Wobei wir ehrlich sein wollen:

    Das Velo wollte da vermutlich selbst nicht hoch! 😂

    Irgendwann erreichen wir tatsächlich wieder unseren Ausgangspunkt.

    Und dann kommt die grosse Abrechnung:

    📏 Etwas über 9 Kilometer
    ⏱️ 3 Stunden und 30 Minuten

    NEUN KILOMETER!

    Andere fahren das locker in einer halben Stunde.

    Wir brauchen dreieinhalb Stunden.

    Dafür hatten die anderen vermutlich keine Wurzel-Achterbahn, Baumstamm-Sperren, Sandpisten, Steilhänge, Tragepassagen und Klettereinlagen. 😂

    Also nennen wir das Ganze nicht einfach „Radtour“.

    Nein.

    Finnisches E-Bike-Survivaltraining mit Seeblick! 🚴🌲🌊😂

    Und trotz allem:

    Es war wunderschön! 🥰

    Natur, Wald, See, Sandstrand, Grillhütte und jede Menge gemeinsames Lachen.

    Und natürlich die Erkenntnis des Tages:

    Wenn in Finnland irgendwo „leichte Fahrradtour“ steht, sollte man das nicht unbedingt glauben! 😂😂

    Jetzt sind wir müde genug.

    Gute Nacht 😴 Freunde 👯‍♂️

    Morgen schauen wir mal, was Finnland für das nächste Abenteuer mit uns vorhat … 🇫🇮❤️
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  • Rad 🚲 Tour 😎

    August 9 in Finland ⋅ ☁️ 14 °C

    Sonntag 🚲☀️
    27 Kilometer – und der Akku war unser bester Freund

    Heute meinte es Finnland endlich richtig gut mit uns. ☀️
    Kein Regen, keine grauen Wolken – einfach Sonnenschein! Nach den letzten Tagen fast schon ein kleines Wunder.

    Also gab es für uns keine Ausrede mehr: E-Bikes raus und los! 🚲😎

    Vom Campingplatz Manamansalo ging es Richtung Manamansalon lossi, dem Fähranleger am Oulujärvi. Die Strecke führte uns durch die herrliche finnische Landschaft – Wald 🌲, Wasser 💦, kleine Straßen und ganz viel Ruhe.

    Dank E-Bike konnten wir natürlich ganz entspannt behaupten:
    „27 Kilometer? Das ist doch überhaupt kein Problem!“ 😏

    Der Motor hatte allerdings offensichtlich irgendwann seine eigene Meinung dazu und erinnerte uns daran, dass auch ein E-Bike nicht von alleine fährt. Also mussten wir tatsächlich mitstrampeln! 😂

    Am Fähranleger angekommen, schauten wir uns die kleine Fähre natürlich genau an. Die Manamansalon lossi sorgt dafür, dass man hier den Wasserweg überqueren kann – praktisch, unkompliziert und typisch finnisch. Eine große Brücke wäre ja auch viel zu einfach gewesen. 😜

    Dann hieß es wieder: Sattel in Richtung Campingplatz!

    Und so kamen am Ende tatsächlich 27 Kilometer zusammen – hin und zurück! 🚲💨

    Und das Beste: Wir haben es alle geschafft! 😎💪
    Die E-Bikes haben brav unterstützt, die Akkus haben durchgehalten und unsere Beine haben sich erstaunlich wenig beschwert.

    Na gut … ein bisschen schon. 😂

    Aber nach so viel Regen tat die Sonne ☀️ einfach unglaublich gut. Diese Radtour war genau das, was wir heute gebraucht haben.

    27 Kilometer durch die finnische Natur, Sonnenschein, Fähre und gute Laune – so darf Finnland gerne weitermachen! 🇫🇮☀️🚲

    Jetzt sitzen wir wieder bei der Perle 🚐 und lassen den Tag gemütlich ausklingen.

    Und falls morgen jemand fragt, ob wir wieder eine Radtour machen:

    Wir werden es Sehen 🧐🤗

    Gute Nacht 😴 Freunde 👯‍♂️
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  • Wetter 🌧️🌧️🌦️🌬️🎐

    August 8 in Finland ⋅ ☁️ 14 °C

    Samstag, 9 Uhr, 14 Grad.

    Ja, das Wetter … ehrlich … Schietwetter! 🌧️
    Der finnische Sommer zeigt uns heute wieder einmal sehr deutlich, wer hier das Sagen hat. Andere würden vermutlich sagen: „Typisch nordisch – rau, ursprünglich und naturverbunden.“

    Wir sagen: Jacke an und Klappe zu! 😂

    Aber davon lassen wir uns natürlich nicht aufhalten. Nach einer äußerst intensiven Beratung mit Monika und Michael – schließlich müssen weltbewegende Fragen wie „Wo fahren wir heute hin?“ demokratisch, ausführlich und unter Einbeziehung sämtlicher Beteiligten geklärt werden – verlassen wir Oulu.

    Unser heutiges Ziel: Manamansalo.

    150 Kilometer liegen vor uns. Dafür brauchen wir gemütliche 2 Stunden und 33 Minuten. Also praktisch ein finnischer Katzensprung. 🚐

    Die Landschaft unterwegs?
    Bäume. 🌲
    Flüsse.
    Noch mehr Bäume.
    Und zur Abwechslung … Bäume.

    Man könnte fast meinen, Finnland hätte beim Landschaftsbau gesagt:
    „Wir nehmen einfach Wald. Viel Wald. Und wenn noch Platz ist, machen wir Wald.“ 😂

    Nach ungefähr der Hälfte der Strecke meldet sich allerdings ein wichtiges menschliches Grundbedürfnis: Frühstück!

    In Utajärvi finden wir dafür ein ausgesprochen romantisches Plätzchen – direkt zwischen einer eher unscheinbaren Eishalle und dem Geological Time Trail.

    Na gut … wenn wir schon einmal hier stehen, können wir uns auch gleich anschauen, was Finnland so alles an uralten Steinen zu bieten hat.

    Und siehe da: Das ist tatsächlich richtig interessant!

    Auf dem geologischen Zeitpfad geht es Milliarden Jahre zurück – bis zur Entstehung des finnischen Grundgesteins. Mehr als 50 Felsblöcke erzählen von Ozeanen, Vulkanen, Wüsten und Eiszeiten.

    Und dann steht er da:

    Der Siurua-Gneis.

    Stolze 3,5 Milliarden Jahre alt und damit der älteste bekannte Stein der Europäischen Union.

    3,5 Milliarden Jahre!

    Der hat wirklich schon einiges erlebt. Kontinente kommen und gehen, Eiszeiten ziehen vorbei, Vulkane machen Krawall … und wahrscheinlich hat er auch schon deutlich mehr finnische Sommer überstanden als wir.

    Wir stehen jedenfalls respektvoll davor und denken uns:

    „Alter Schwede … beziehungsweise alter Finne!“ 😂

    Nach dieser historischen Begegnung mit einem Stein, der uns altersmäßig ungefähr um das 3,499-Milliardenfache überlegen ist, geht es weiter.

    Vorher wird noch eingekauft. Schließlich weiß man hier draußen nie, wann der nächste Supermarkt auftaucht. Bäume gibt es genug – Lebensmittelgeschäfte hingegen eher nach dem Motto: „Viel Glück bei der Suche!“

    Vorräte gebunkert, Kühlschrank beruhigt – weiter nach Manamansalo.

    Der Campingplatz liegt auf der Insel Manamansalo im riesigen Oulujärvi. Über eine Brücke geht es auf die Insel und anschließend noch rund acht Kilometer durch den Wald.

    Die letzten drei Kilometer werden allerdings interessant.

    Die Straße wird schmaler … und schmaler … und irgendwann denkt man:

    „Wenn jetzt einer entgegenkommt, müssen wir uns wahrscheinlich beide anmelden und einen Termin vereinbaren.“ 😂

    Aber solange keiner kommt, ist eine schmale Straße ja überhaupt nicht schmal.

    Logisch!

    Dafür tauchen immer wieder wunderschöne kleine Waldseen zwischen den Bäumen auf. Finnland zeigt sich trotz des Regens von seiner schönsten Seite.

    Und dann öffnet sich plötzlich der Wald.

    Vor uns liegt eine große Lichtung mit dem Rezeptionsgebäude.

    Wir sind da!

    Und natürlich regnet es gerade wieder in Strömen. 🌧️

    Trotzdem: Wow!

    Der Platz sieht richtig schön aus. Lichter Kiefernwald, direkt am Wasser, Hütten, Sauna, Restaurant, Kiosk, Bootsverleih und ein langer Sandstrand am Oulujärvi.

    Ein echter finnischer Traumplatz!

    Jetzt müsste nur noch jemand dem Wetter erklären, dass es gefälligst genauso aussehen soll wie auf dem Prospekt.

    Aber offenbar hat der Wettergott heute seinen eigenen Reiseplan. 😂

    Wir finden für unsere „Perle“ 🚐 einen richtig schönen Platz. Auch Monika und Michael bringen ihr „Cheschtli“ fachgerecht in die Parklücke.

    Damit wäre die wichtigste Aufgabe des Tages erledigt.

    Und was macht man nach unglaublichen 150 Kilometern und einer Fahrzeit von sagenhaften 2 Stunden und 33 Minuten?

    Natürlich:

    FIKA! ☕😂

    Also ab ins Restaurant.

    Frisch gestärkt machen wir anschließend noch einen Spaziergang. Strand anschauen, Umgebung erkunden und natürlich die obligatorische finnische Grillhütte bestaunen.

    Und dann passiert etwas, womit ich bei diesem Wetter wirklich nicht mehr gerechnet hätte:

    HEUBEERI!!! 🫐🫐🫐

    Und nicht etwa drei einsame Beeren, die sich irgendwo zwischen Moos und Kiefernnadeln verstecken.

    Nein!

    Richtig viele!

    Da gibt es natürlich keine Diskussion.

    Die können unmöglich einfach so herumhängen bleiben. Das wäre schließlich Lebensmittelverschwendung.

    Also wird gesammelt … oder besser gesagt: abgelesen.

    Plötzlich sind alle wieder hellwach.

    Wer braucht schon Sonnenschein, wenn man finnische Blaubeeren findet? 😂

    Und siehe da:

    Auf einmal ist das Schietwetter gar nicht mehr so schlimm.

    150 Kilometer gefahren, einen 3,5 Milliarden Jahre alten Stein getroffen, Fika gemacht, einen wunderschönen Campingplatz gefunden und dann auch noch Heubeeri entdeckt.

    Also ehrlich:

    Was will man mehr?

    Na gut … vielleicht ein bisschen weniger Regen. 🌧️😂

    Aber man kann ja nicht alles haben.

    Wir sitzen jetzt gemütlich auf Manamansalo, unsere Perle steht sicher, das Cheschtli ebenfalls, der Kühlschrank ist voll und die Heubeeri sind gesammelt.

    Feiiin! 😋🫐

    Gute Nacht 😴 Freunde 👯‍♂️
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  • Oulu 😤🤗

    August 7 in Finland ⋅ 🌧 16 °C

    06.08.2026

    Freitag, 9 Uhr, 15 Grad. 🌡️
    Schön? Na ja… sagen wir es diplomatisch: Es regnet gerade nicht! Und in Oulu ist das schliesslich schon fast als Kaiserwetter zu bezeichnen. 😂🌧️

    Für Monika und Michael beginnt der Tag allerdings nicht mit einem gemütlichen Kaffee ☕, sondern mit einem Ausflug der eher unromantischen Sorte: ab in die Autowerkstatt! 🔧🚐

    Schon gestern Abend musste der Pannendienst anrücken. Ihr treuer „Frösch“ 🐸 hatte nämlich beschlossen, seinen Diesel nicht mehr vollständig für sich zu behalten. Unter dem Wohnmobil lief der Diesel heraus und bildete auf dem Asphalt einen wunderschönen, schillernden Regenbogen. 🌈

    Wenn der finnische Himmel schon keinen Regenbogen spendiert, dann macht ihn „Frösch“ eben selbst. Nur leider mit Diesel statt Regenwasser – und mit einem Duft, auf den wir alle gerne verzichtet hätten. 😂

    In der Werkstatt wurde dann schnell klar, wo der Hase – oder besser gesagt der Diesel – im Pfeffer lag.

    Die Reparatur war vor ein paar Wochen in Deutschland 🇩🇪 gemacht worden. Dabei wurde offenbar der Dieselfilter nicht richtig angeschlossen. Und nun hatte „Frösch“ beschlossen, uns in Finnland darauf aufmerksam zu machen.

    Man muss ja schliesslich wissen, dass eine Reparatur erfolgreich war! 🤣

    Da fragt man sich langsam wirklich, ob man auf einer Wohnmobilreise nicht vorsichtshalber gleich mehrere Berufe erlernen sollte: Mechaniker, Elektriker, Sanitärinstallateur, Schreiner und vielleicht noch einen kleinen Kurs in Fahrzeugtechnik.

    Denn offenbar reicht es nicht immer, einen Fachmann arbeiten zu lassen. Man sollte danach vielleicht auch noch kontrollieren, ob wirklich alles richtig angeschlossen, festgezogen und vor allem dicht ist.

    Qualitätssicherung auf Reisen – jetzt auch für Wohnmobilisten! 🔧😂

    Zum Glück war die Sache schnell gefunden und behoben. Bereits gegen 9.30 Uhr waren Monika und Michael wieder bei uns auf dem Campingplatz.

    „Frösch“ war wieder dicht, der Diesel blieb dort, wo er hingehört – im Tank und im Motor und nicht auf der Strasse – und alle konnten erst einmal aufatmen. 🐸👍

    Allerdings waren unsere beiden Freunde nach dem ungeplanten Werkstattbesuch ziemlich müde. 🥱

    Also haben wir kurzerhand beschlossen: Wir bleiben noch einen Tag!

    Kein Fahren, keine Werkstatt, kein Diesel-Regenbogen – einfach einen ruhigen Tag zum Erholen und gemütlich Zusammensein. 😎☕

    Und so lassen wir es heute etwas ruhiger angehen. Schliesslich braucht nicht nur „Frösch“ manchmal eine Pause, sondern auch seine Besatzung.

    Wir hoffen jetzt nur, dass bei der nächsten Reparatur wirklich alles angeschlossen ist, was angeschlossen sein sollte. 😂

    Denn eines wissen wir inzwischen ganz genau:

    Auf einer Wohnmobilreise kann man vieles planen – nur nicht, wann ein Dieselfilter beschliesst, aus einem Wohnmobil eine mobile Tankstelle zu machen. 🤣🚐🐸

    Gute Nacht, liebe Freunde 👯‍♂️😴
    Morgen geht es weiter – hoffentlich ohne Werkstatt, ohne Diesel und vor allem ohne neuen Regenbogen unter dem Wohnmobil! 🌈🐸🚐
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  • Oulu – Regenpause mit Happy End! 🌧️🚐

    August 6 in Finland ⋅ 🌧 14 °C

    Der finnische Wettergott meinte heute wohl: „Ihr könnt ja mal testen, ob eure Regenjacken noch dicht sind.“ Also legten wir in Oulu eine kleine Regenpause ein. 🌧️

    Doch nur weil es regnet, bleibt man ja nicht den ganzen Tag im Wohnmobil. Ein Spaziergang entlang der Promenade musste einfach sein – schliesslich sieht die Ostsee auch mit grauem Himmel gut aus. 🌊

    Das eigentliche Highlight kam aber erst am Abend: Unsere Freunde Monika & Michael stiessen zu uns. 🥰 Gemeinsam ging es ins Restaurant, wo wir ausgezeichnet gegessen, viel gelacht und gemütlich geplaudert haben. Irgendwann mussten wir feststellen, dass nicht nur die Teller leer waren, sondern auch die Zeit wie im Flug vergangen ist.

    So darf ein Regentag gerne enden – mit gutem Essen, guten Freunden und vielen Lachern. Der Regen? Den haben wir einfach draussen gelassen. 😄

    Gute Nacht, Freunde! 😴🌙
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  • Simo bis Oulu

    August 5 in Finland ⋅ ☁️ 16 °C

    Unsere Perle 🚐 freut sich über einen gemütlichen Reisetag – keine Hektik, sondern entspanntes Rollen durch Finnland.

    Der erste Halt führt uns zum Environmental Art Park. Mitten im Wald stehen die verrücktesten Kunstwerke. Manche regen zum Nachdenken an, andere bringen uns einfach zum Schmunzeln. Zwischendurch fragen wir uns schon, ob hier ein Künstler am Werk war oder ob die Elche nachts heimlich ihre kreative Seite ausleben. 🧐🎭 Eines ist sicher: Langweilig wird es hier keine Sekunde.

    Anschliessend geht es weiter zu einem idyllischen See, wo wir uns den perfekten Frühstücksplatz suchen. Während wir gemütlich essen, zieht eine Schwanenfamilie 🦢 vorbei. Die Jungen paddeln geschniegelt hinter ihren Eltern her – ganz ohne Drängeln oder Überholen. Da könnten sich manche Verkehrsteilnehmer durchaus ein Beispiel nehmen.

    Nach einem kurzen Einkauf erreichen wir Oulu. Auf dem Campingplatz bekommen wir einen hervorragenden Stellplatz – unsere Perle hat offenbar wieder ihren Charme spielen lassen.

    Doch Feierabend? Noch lange nicht! Also geht es zur wunderschönen Strandpromenade von Nallikari. Die frische Meeresluft, der feine Sandstrand und die entspannte Stimmung laden zu einem gemütlichen Spaziergang ein. Natürlich steigen wir auch auf die markante Aussichtsplattform aus Beton. Von dort oben schweift der Blick weit über die Ostsee – und für einen Moment fühlt man sich fast wie auf der Brücke eines Kreuzfahrtschiffes… nur dass unsere Perle unten geduldig auf uns wartet. 🌊

    Ein feines Eis 🍦 darf bei diesen angenehmen Temperaturen natürlich nicht fehlen. Kaum gekauft, ist es auch schon halb verschwunden. Die Sonne bekommt die Schuld – wir natürlich nicht.

    Jetzt ist aber wirklich Feierabend. Unsere Perle steht zufrieden auf ihrem Logenplatz, wir sind glücklich, und wieder geht ein wunderschöner Tag im hohen Norden zu Ende.

    Gute Nacht 😴, Freunde! 👯‍♂️
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  • Blumen 🌷 und Fluss

    August 4 in Finland ⋅ ⛅ 17 °C

    Heute heisst es Abschied nehmen von unserem traumhaften Stellplatz am Kemijoki. Der Blick auf den Fluss hätte es locker verdient, noch einen Tag länger zu bleiben. Aber das Abenteuer ruft – also Motor an und los geht’s nach Kemi.

    Kemi ist eine Stadt, die weltweit für ihr Schneeschloss bekannt ist. Ja, genau – eine Burg aus Schnee und Eis, die jeden Winter neu gebaut wird und im Frühling einfach wieder verschwindet. Andere bauen für die Ewigkeit, die Finnen bauen jedes Jahr neu. Irgendwie sympathisch.

    Wir schlendern 🥾 gemütlich der Promenade entlang, beobachten den Hafen, die Boote und das ruhige Treiben. Kemi war früher eine bedeutende Hafen- und Industriestadt. Heute wirkt alles herrlich entspannt. Hektik scheint hier ungefähr so beliebt zu sein wie eine Sauna ohne Hitze.

    Natürlich schauen wir uns alles an, was uns vor die Nase kommt. Man weiss ja nie, ob hinter der nächsten Ecke nicht doch noch ein Elch beim Stadtbummel ist. Leider Fehlalarm – dafür gibt’s jede Menge schöne Ausblicke auf das Meer.

    Langsam meldet sich der Magen. Also fahren wir weiter an den Badestrand von Simoniemi und geniessen dort unser Frühstück. 🍳 Mit dieser Aussicht schmeckt selbst ein einfaches Spiegelei wie ein Fünf-Sterne-Menü.

    Danach geht es weiter zu unserem heutigen Stellplatz am wunderschönen Simojoki. Der Fluss ist weit über Finnlands Grenzen hinaus bekannt – hier ziehen noch wilde Atlantiklachse flussaufwärts. Ich halte zwar Ausschau nach einem kapitalen Exemplar, aber die Lachse scheinen heute Ausgang zu haben.

    Dafür entschädigt uns die herrliche Ruhe. Der Fluss rauscht gemütlich vor sich hin, die Sonne lässt sich nur ungern verabschieden und wir geniessen einfach diesen traumhaften Platz. Manchmal braucht es gar keine grossen Sehenswürdigkeiten – Finnland zeigt einmal mehr, dass Natur die schönste Attraktion ist.

    So endet wieder ein wunderschöner Tag in Finnland.

    Gute Nacht, Freunde! 😴👯‍♂️
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  • Es geht weiter 🚐

    August 3 in Finland ⋅ ⛅ 17 °C

    Montag, 8.00 Uhr. Noch lacht die Sonne vom Himmel… allerdings nur unter Vorbehalt. Der Wetterbericht hat nämlich bereits angekündigt, dass sie später Feierabend machen möchte. Na ja, wir werden sehen, wer am Ende recht behält. 🌤️

    Heute heißt es Abschied nehmen von Monika, Michael und Kivijärvi. Irgendwann muss schließlich jeder weiterziehen – auch wenn es gerade so gemütlich geworden ist.

    Die beiden verlassen ihr Zuhause noch vor uns. Ihr Ziel: Tornio. Rund 120 Kilometer entfernt wartet der Großeinkauf. Man weiß ja nie, wann plötzlich das Klopapier oder die Schokolade ausgehen. Beides könnte bekanntlich zu ernsthaften Krisen führen. 🛒🍫

    Wir dagegen lassen es gemütlich angehen. Erst wird noch Trinkwasser aufgefüllt und anschließend bekommt unsere Perle 🚐 eine kleine Wellnessbehandlung. Mein Schatz verpasst ihr eine erfrischende Dusche und spült den feinen Staub der letzten Tage ab, damit unser rollendes Zuhause wieder geschniegelt und geschniegelt über die Straßen Finnlands rollen kann. Ein bisschen Glanz hat schließlich noch keinem Wohnmobil geschadet.

    Kaum sind wir losgefahren, legen wir auch schon den ersten Zwischenstopp bei der Almhütte Hanhinvittikko ein.

    Wir waren zwar schon mehrmals hier, aber manche Orte verlieren einfach nie ihren Zauber – ganz im Gegenteil.

    Heute zeigt sich die Alm von ihrer allerschönsten Seite. Strahlender Sonnenschein, kleine rot gestrichene Holzhütten mitten auf einer blühenden Sommerwiese, eine idyllische Lichtung im Wald… kurz gesagt: genau die Sorte Postkartenmotiv, bei der man automatisch langsamer geht und tief durchatmet. 🌼

    Unser Spaziergang führt zunächst an der Sennerin vorbei, die gerade ihr Häuschen auf Vordermann bringt. Danach laufen wir über einen Teil der frisch gemähten Almwiese. Der Duft von Heu liegt in der Luft – gratis Aromatherapie inklusive.

    Ein Stück weiter oben erreichen wir die Weide mit zwei neugierigen Jungkühen, während nebenan zwei Pferde über die Koppel galoppieren. 🐄🐎
    Von hier oben genießen wir einen herrlichen Blick über die gesamte Alp.

    Weiter unten entdecken wir den Hühnerstall. Die Hühner dürfen völlig ungeniert frei herumstolzieren – vermutlich sind sie hier die eigentlichen Chefs. 🐔

    Direkt daneben steht ein historischer Heustadel, der – Überraschung! – tatsächlich noch zur Hälfte mit Heu gefüllt ist.

    In der Mitte des Stadels steht ein langer Tisch mit allerlei Dingen, die irgendwann einmal jemand unbedingt besitzen musste und heute ganz offensichtlich nicht mehr. Bücher, Porzellan, Handyhüllen, Babykleidung und jede Menge weiterer Krimskrams warten auf einen neuen Besitzer. Wer jetzt denkt, das sei eine Gratis-Ecke, wird allerdings enttäuscht. Nein, hier gilt das Motto: Schauen kostet nichts – mitnehmen schon.

    Die Almhütte Hanhinvittikko ist in ihrer Art einzigartig in Norrbotten. Ihre Wiesen und Weiden gehören zu den wertvollsten der gesamten Provinz. Hier wächst eine Pflanzenvielfalt, die nur noch wenige Almlandschaften aufweisen können. Einige Arten stehen in Schweden sogar auf der Roten Liste und genießen besonderen Schutz.

    Auch historisch hat dieser Ort einiges zu erzählen. Hanhinvittikko gehört zu den wenigen Almhütten im Tornedal, deren ursprüngliche Gebäude bis heute erhalten geblieben sind. Die Bauweise verbindet auf faszinierende Weise schwedische und finnische Traditionen.

    Während des Zweiten Weltkriegs, als viele Dörfer auf der finnischen Seite niederbrannten, fanden zahlreiche Familien hier Zuflucht. Um das Vieh der Flüchtlinge versorgen zu können, wurde Heu aus Süd- und Mittelschweden herangeschafft. Mit dem Heu reisten ungewollt auch Pflanzensamen an – blinde Passagiere der sympathischeren Sorte. Deshalb wachsen hier bis heute Arten wie das Blutströpfchen (Heidenelke) oder das Johanniskraut.

    Nach unserem Spaziergang wird die Arbeit aufgeteilt. Ich lasse die Drohne 🚁 steigen und nehme spektakuläre Luftaufnahmen der wunderschönen Alm auf. Mein Schatz widmet sich währenddessen der deutlich bodenständigeren Aufgabe und sammelt fleißig Heidelbeeren. 🫐

    Teamwork eben: Einer fliegt durch die Luft, die andere sorgt dafür, dass es am Abend etwas Leckeres zum Naschen gibt. Jeder nach seinen Talenten. 😄

    Anschließend rollen wir mit unserer Perle 🚐 weiter Richtung Övertorneå und überqueren dabei erneut den Polarkreis – diesmal Richtung Süden. Mittlerweile passiert man ihn fast so beiläufig wie eine Ortstafel.

    Bei Övertorneå wechseln wir über die Brücke des Torneälven wieder nach Finnland und folgen dem Fluss in Richtung Tornio.

    Etwa 15 Kilometer nördlich von Tornio beziehungsweise Haparanda erreichen wir Kukkolankoski auf der finnischen Seite beziehungsweise Kukkolaforsen auf der schwedischen Seite.

    Da dieser Ort als eines der bedeutendsten Zentren der traditionellen Flussfischerei Nordeuropas gilt, beschließen wir natürlich, genauer hinzusehen. 🎣

    Die rund 3,5 Kilometer langen Stromschnellen mit ihrem etwa 14 Meter hohen Gefälle zählen zu den längsten frei fließenden Stromschnellen Finnlands. Weil hier nie ein Wasserkraftwerk gebaut wurde, präsentiert sich die Landschaft noch wunderbar ursprünglich.

    Berühmt ist Kukkolankoski vor allem für die jahrhundertealte Kescherfischerei auf Felchen. Die Fischer balancieren dabei auf langen Holzstegen mitten über den tosenden Stromschnellen und fangen die aufsteigenden Fische mit riesigen Handkeschern. Das sieht spektakulär aus und dürfte gleichzeitig eine Beschäftigung sein, bei der Höhenangst oder mangelnder Gleichgewichtssinn eher hinderlich sind.

    Ein wirklich faszinierender Ort, der zum Verweilen und Entdecken einlädt.

    Und tatsächlich entdecken wir mitten auf dem Fluss das Boot „Big Fish“. Es wurde 2013 im Rahmen eines Umweltkunstprojekts installiert und schwimmt seitdem scheinbar völlig unbeeindruckt von Wind, Wetter und neugierigen Touristen mitten im Fluss. Wahrscheinlich hat es inzwischen mehr Selfies über sich ergehen lassen müssen als so mancher Prominente. 🚤

    Bevor wir endgültig nach Tornio weitercruisen, gönnen wir uns im hübschen Restaurant direkt bei den Stromschnellen noch ein Glace. 🍦 Schließlich kann man Kultur nicht auf nüchternen Magen verarbeiten.

    In Tornio erledigen wir unsere Einkäufe erstaunlich schnell. Offenbar waren wir entweder hervorragend organisiert oder schlicht zu hungrig, um lange durch die Läden zu schlendern. 🛒

    Danach geht es weiter nach Kemi.

    Dort verlassen wir die E8 und landen mit unserer Perle 🚐 auf einem wunderschönen Parkplatz mitten im Grünen, direkt am Ufer des Kemijoki.

    Hier verzweigt sich der Fluss in unzählige kleine Inseln, bevor er schließlich im Bottnischen Meerbusen mündet.

    Ein herrlicher Ort für den Tagesausklang – ruhig, idyllisch und genau das Richtige, um nach einem abwechslungsreichen Reisetag die Füße hochzulegen, den Abend zu genießen und die vielen schönen Eindrücke noch einmal Revue passieren zu lassen. 🌅

    So und nun gute Nacht 😴
    Freunde 👯‍♂️
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  • Freunde Besuchen 🚐

    July 30 in Sweden ⋅ 🌙 11 °C

    🇸🇪🚐
    Donnerstag, 8 Uhr. 13 Grad, Sonne-Wolken-Mix. 🌤️ Also genau das Wetter, bei dem man morgens gleichzeitig Sonnenbrille 😎 und Regenjacke 🌧️ bereitlegt. Irgendetwas davon wird heute garantiert passen.

    Heute geht’s zu Monika und Michael nach Kivijärvi. 😊

    Der kürzeste Weg führt uns über Svappavaara nach Vittangi. Unterwegs überqueren wir die berühmte Odlingsgränsen.

    Nein, das ist nicht die Grenze, an der Schweden plötzlich aufhören zu lächeln – das passiert hier sowieso nie. 😄 Es handelt sich um eine historische Verwaltungsgrenze mit besonderen Regeln zum Schutz der traditionellen Lebensweise der Samen. Hier gelten unter anderem spezielle Vorschriften für Staatsland, Rentierhaltung sowie teilweise für Jagd und Fischerei. Wieder etwas gelernt. Falls mich irgendwann jemand nachts um drei danach fragt, bin ich vorbereitet. 🤓

    Ab Vittangi geht’s weiter über Junosuando, Tärendö und Korpilombolo bis nach Kivijärvi. Dazwischen? Schotter. Viel Schotter. So viel Schotter, dass unsere Perle 🚐 vermutlich heute Abend einen Termin beim Physiotherapeuten verlangen würde, wenn sie sprechen könnte. 😂

    Die Strasse schlängelt sich kilometerlang durch Wälder. Links Bäume. Rechts Bäume. Vorne Bäume. Hinten… na ja, auch Bäume. 🌲🌲🌲 Das Navi meldet zwar regelmässig: «Weiter geradeaus.» Als hätte man hier überhaupt eine andere Wahl. 🤣

    Menschen sieht man kaum. Dafür Rentiere ohne Ende. Ich bin inzwischen überzeugt, dass hier die Rentiere die Einwohner zählen – und nicht umgekehrt. 🫎😄

    Mitten auf einer Waldlichtung halten wir an und frühstücken gemütlich. ☕🥐

    Das Unterhaltungsprogramm beginnt pünktlich. Zuerst trabt ein Fuchs vorbei. 🦊 Danach marschiert eine Gruppe Birkenhühner durchs Bild – geschniegelt wie eine Wandergruppe mit exakter Marschordnung. 🐦🐦🐦

    Und dann erscheint ein Rentier. Es bleibt stehen, schaut unser Wohnmobil an und mustert uns so lange, bis ich fast den Ausweis zeigen wollte. Sein Blick sagte ganz klar:

    «Habt ihr euch verfahren oder eröffnet ihr hier einen Campingplatz?» 🫎🚐😂

    Bei Monika und Michael werden wir wie immer herzlich empfangen. 🤗 Wir geniessen Kaffee und gute Gespräche im Garten. Bis Petrus offenbar findet, wir hätten jetzt lange genug frische Luft geschnuppert. 🌧️ Zack – Regen. Garten geschlossen. Bitte benutzen Sie den Innenbereich. 😄

    Drinnen wartet Monika mit einem echten Schweizer Klassiker auf uns: Hörnli mit Ghacktem und Apfelmus. 🍝🍎 Da merkt man sofort: Man kann zwar tausende Kilometer durch Skandinavien reisen – aber manchmal schmeckt Heimat einfach nach Hörnli.

    Der Abend vergeht wie im Flug. Es wird erzählt, gelacht und sich gegenseitig ins Wort gefallen. Irgendwann wusste keiner mehr, wer welche Geschichte begonnen hatte. Macht aber nichts – Hauptsache, alle konnten gleichzeitig weitererzählen. 🤣

    Als wir später wieder in unsere Perle zurückkehren, ist draussen alles ruhig. Nur irgendwo im Wald steht wahrscheinlich dieses Rentier noch immer und erzählt seinen Kollegen:

    «Heute sind schon wieder zwei Schweizer mit ihrem rollenden Wohnzimmer durch mein Revier gefahren… die sind schon ein spezielles Völkchen.» 🫎🇨🇭😂

    Ich glaube, das Rentier wird morgen seinen Freunden noch erzählen, dass die Schweizer sogar ihr eigenes Haus mitbringen, nur um bei ihm auf Besuch zu sein. 😄
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  • Abisko alles voll 🧐 Kiruna ist auch gut😏

    July 29 in Sweden ⋅ ☁️ 15 °C

    Der Himmel trägt heute wieder sein Lieblingsoutfit: Grau in Grau. Dazu gibt’s Regen, Wind und eine Prise «Bleibt doch einfach im Bett». Einfach nur: Wääähhh…

    Wir verlassen Bjerkvik und rollen auf der E6 Richtung Narvik. Kurz vor der berühmten Stadt am Ofotfjord biegen wir – gefühlt zum X-ten Mal in diesem Sommer – auf die E10 Richtung Kiruna ab.

    Nun ja… für Aussenstehende mag unsere Reiseroute vielleicht etwas planlos wirken. Frei nach dem Motto: «Wo wollen die denn eigentlich hin?» Für uns ist das aber ganz einfach die schnellste Verbindung nach Kivijärvi, wo uns ein befreundetes Paar erwartet.

    Unterwegs wird das Wetter tatsächlich etwas freundlicher. Offenbar hatten noch ganz viele andere Menschen dieselbe Hoffnung. Durch Abisko wälzt sich nämlich eine regelrechte Blechlawine – und zwar in beide Richtungen.

    Unsere Idee, wie jedes Mal eine Wanderung durch den Nationalpark zu unternehmen oder mit der Sesselbahn gemütlich zur Aurora Sky Station hochzugondeln, können wir deshalb gleich wieder begraben. Nicht etwa wegen des Wetters – sondern weil weit und breit kein Parkplatz mehr frei ist.

    Unsere Perle irgendwo abzustellen? Keine Chance.

    Teilweise kommen nicht einmal Personenwagen mehr vernünftig durch. Und dort, wo locker ein halbes Dutzend Wohnmobile Platz hätte, ist selbstverständlich alles abgesperrt.

    Ja… die Nordländer verstehen beim Thema Parkieren keinen Spass.

    Gefühlt gibt es hier mehr Parkverbotsschilder als Birken.

    Schade.

    Also Plan B: direkt nach Kiruna.

    Bevor wir allerdings in die Stadt fahren, hat mein Schatz noch einen Wunsch. Mitten im Wald soll nämlich irgendwo eine Skulptur stehen.

    Ich denke zuerst: «Na gut… wird wohl wieder so ein Kunstwerk sein, bei dem man sich fragt, ob es Kunst ist oder ob einfach jemand vergessen hat, aufzuräumen.»

    Aber natürlich fahren wir hin.

    Über verschlungene Waldwege lenke ich unsere Perle durch die schwedische Wildnis, bis zwischen den Bäumen plötzlich ein knallgelbes Etwas auftaucht.

    Pyramidenförmig. Futuristisch. Irgendwie alienartig.

    Es sieht ein bisschen so aus, als hätte ein UFO hier parkiert und E.T. beschlossen, in Lappland Ferien zu machen.

    Die Skulptur «Totem» soll Industrie und Natur miteinander verbinden und basiert auf spezifischen Aspekten des Standorts.

    Aha…

    Wenn die Infotafel das sagt, wird das wohl so sein. Ich wäre von alleine vermutlich eher auf eine überdimensionierte Zitronenpresse aus dem Weltall gekommen.

    Geschaffen wurde das Kunstwerk 2012 vom Künstler Oskar Aglert (*1972) aus glasfaserverstärktem Kunststoff mit integrierter LED-Beleuchtung. Thematisch setzt er sich mit globalen Konflikten, Politik, Post-Industrialismus und der Zerstörung der Natur auseinander.

    Jaaa…

    Wie immer gilt: Kunst muss man nicht verstehen.

    Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Und manchmal braucht dieses Auge einfach ein bisschen Fantasie.

    Während mein Schatz das Kunstwerk auf sich wirken lässt, laufe ich einmal rundherum und fotografiere das gelbe Monument aus allen möglichen Perspektiven. Dabei muss ich unweigerlich an den Schweizer Künstler H. R. Giger denken. Nur mit einem entscheidenden Unterschied: Gigers Werke wirken düster, geheimnisvoll und irgendwie unheimlich.

    Dieses Ding dagegen sieht eher so aus, als hätte ein freundlicher Ausserirdischer beschlossen, Innenarchitektur zu studieren.

    Danach drehen wir noch eine Runde durch den neuen Stadtteil von Kiruna und erledigen anschliessend unseren Einkauf im Supermarkt.

    Die Zeit rast wieder einmal schneller davon, als uns lieb ist.

    Also beschliessen wir, erneut auf dem Parkplatz des Hausbergs zu übernachten, der im Winter als Skigebiet dient. Von hier oben geniessen wir einen grandiosen Blick über den gigantischen Bergbau und die umliegende Landschaft.

    Eigentlich würde ich ja noch liebend gerne auf den Gipfel steigen…

    …aber mein Schatz hat heute ganz andere Pläne. Und da wir unsere Wanderungen am liebsten gemeinsam unternehmen, bleibt der Berg heute eben dort, wo er ist. Und wandern noch den ski Berg hoch und das unter dem Sessellift 🚠 Dankeschön das er nicht in Betrieb ist 😏🧐🤣

    Gute Nacht, Freunde! 😴👯‍♂️
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  • Ade Tromsø hallo Bjerkvik

    July 27 in Norway ⋅ ☁️ 17 °C

    Es regnet. Also genau den Regen, den uns die Wetter-App versprochen hat. Wenigstens hält heutzutage noch irgendjemand seine Versprechen.

    Gestern haben wir während unserer wunderschönen Wanderung mitten am Berg ein Ehepaar aus Tromsø getroffen und ein paar Worte gewechselt. Sie waren derselben Meinung wie wir: Der Juli war schlicht zu nass und zu kalt. Der August hingegen soll wettertechnisch der absolute Knaller werden. Na ja… ihr Wort in Gottes Ohr.

    Tromsø… da schlagen bei uns irgendwie zwei Herzen in der Brust.

    Tromsø im Winter? Unsere absolute Lieblingsstadt! Im Sommer? Naja… geht so. Einerseits rollen täglich ganze Touristenzunamis durch die Strassen, andererseits kommt alles zum Vorschein, was man eigentlich lieber gar nicht sehen oder mitbekommen möchte. Vieles wirkt schmuddelig und ungepflegt, und auch die Drogenszene lässt sich nicht immer erfolgreich unter den Teppich kehren.

    Im Winter hingegen legt sich das weisse Tuch der Unschuld meterhoch über die Stadt und deckt so einiges gnädig zu.

    Da wir Tromsø inzwischen schon unzählige Male besucht haben, fällt es uns heute überhaupt nicht schwer, wieder ein Stück weiter südwärts zu ziehen.

    Gemütlich rollen wir mit unserer Perle 🚐 auf der E8 dem Balsfjord entlang bis nach Nordkjosbotn. Dort wechseln wir auf die E6 Richtung Narvik. Eine Strecke, die wir inzwischen fast im Schlaf fahren könnten – aber zum Glück sorgt die Aussicht dafür, dass die Augen freiwillig offen bleiben.

    In Storsteinnes gönnen wir uns bei mittlerweile erstaunlich passablem Sommerwetter wieder einmal ein typisch norwegisches Frühstück: Hotdog und Kaffee. Kulinarisch vielleicht keine Offenbarung – aber erstaunlich lecker. Irgendwie schmeckt unterwegs einfach alles besser. Wahrscheinlich würd’s sogar eine Schuhsohle mit Senf tun.

    Auf meinen Wunsch legen wir in Olsborg den ersten Halt ein. Dort steht ein ausgesprochen charmantes kleines Bahnhofsgebäude voller liebevoller Details. Errichtet wurde es 2021 von engagierten Eisenbahnfreunden, die damit auf den Wunsch nach einer Bahnverbindung nach Nordnorwegen aufmerksam machen wollten.

    Die Nord-Norge-Bahn soll eines Tages den Norden besser mit dem Rest des Landes verbinden und neue wirtschaftliche Chancen eröffnen. Hoffen wir, dass aus dieser Vision irgendwann Realität wird. Bis dahin erfüllt der Bahnhof immerhin schon einen wichtigen Zweck: Er versteckt erfolgreich einen Geocache.

    Als touristische Sensation reicht das zwar noch nicht ganz… aber hey – wir waren da! Und falls irgendwann tatsächlich ein Zug hält, können wir wenigstens behaupten: «Wir waren schon am Bahnhof, bevor überhaupt Schienen da waren.»

    In Bardufoss machen wir, wenn wir schon wieder einmal hier vorbeikommen, einen kurzen Abstecher zum Wohnmobilhändler Lians. Man braucht ja schliesslich immer irgendeine lebenswichtige Kleinigkeit. Meistens kommt man wegen einer Kleinigkeit… und fährt mit drei Tüten und einem deutlich leichteren Portemonnaie wieder weg.

    Danach wartet bereits unser nächstes Stelldichein – mit Sir Henri.

    Den finden wir etwa auf halber Strecke zwischen Bardufoss und Narvik. Nach einer kurzen Wanderung über Stock und Stein steht er plötzlich vor uns: ein wunderschöner Wasserfall.

    Über Sir Henri findet man erstaunlich wenig. Zumindest habe ich praktisch nichts Brauchbares herausgefunden. Aber das hält mich natürlich nicht davon ab, meine eigene Theorie aufzustellen.

    Ich bin überzeugt, dass hier im Zweiten Weltkrieg ein englischer Sir namens Henri stationiert war. Der gute Mann hatte offenbar das Bedürfnis, regelmässig unter diesem Wasserfall zu duschen. Nach jeder Dusche soll er lautstark gerufen haben: «Wonderful!» Seitdem trägt der Wasserfall seinen Namen.

    Ob diese Geschichte historisch korrekt ist? Wahrscheinlich ungefähr gleich wahrscheinlich wie drei Wochen Sonnenschein am Stück in Nordnorwegen.

    Und wie hoch oder breit der Wasserfall ist? Ach… Zahlen sind sowieso völlig überbewertet. Gross genug, dass man staunt – und breit genug, dass man beim Fotografieren entweder den oberen oder den unteren Teil drauf hat. Beides zusammen geht nur mit einer Drohne… oder sehr langen Armen.

    Nach 223 Kilometern erreichen wir schliesslich Bjerkvik und machen auf dem brandneuen Stellplatz gleichen Namens Feierabend.

    Natürlich parken wir unsere Perle 🚐 genau dort, wo die Aussicht am schönsten ist. Man könnte auch sagen: Unsere Perle sucht sich ihren Platz inzwischen selbst aus – wir dürfen eigentlich nur noch lenken. 😏🤣

    Wenn dieser Platz einmal komplett fertiggestellt ist, wird er ein echtes Bijou sein. Grosszügige Stellplätze, moderne Infrastruktur und eine fantastische Aussicht über den Fjord Richtung Narvik.

    Da lässt sich der Tag ganz entspannt ausklingen. Wir sitzen noch eine Weile vor unserem Zuhause auf Rädern, geniessen die Ruhe und beobachten, wie sich die Wolken langsam über den Fjord schieben. Solche Momente erinnern uns immer wieder daran, warum wir diese Reisen so lieben.

    Und wieder dürfen wir sagen: 223 Kilometer, gesund unterwegs, unfallfrei angekommen und einen weiteren wunderschönen Tag erlebt. Viel mehr braucht es eigentlich nicht.

    Gute Nacht, Freunde. 👯‍♂️😴
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  • Sonntag der Berg 🏔️ Ruft

    July 26 in Norway ⋅ ☁️ 19 °C

    26.07.2026

    Sonntag, 8 Uhr. 18 Grad. Ziemlich windig. Stürmische Böen schieben riesige, dicke Wolken über den noch blauen Himmel, während sich die Sonne mit nordnorwegischer Sturheit immer wieder durchkämpft. Typisch hier oben – das Wetter wechselt seine Meinung öfter als ich den Angelköder. Und heute? Ja… heute bleibt die Angel tatsächlich im Wohnmobil. Man glaubt es kaum. 🎣🤣

    Der nordische Sommer legt offenbar noch eine Zugabe ein. Also rollen wir mit unserer Perle 🚐 durch den Ryatunnelen unter dem Staumsfjord hindurch auf die Insel Kvaløya.

    Gemütlich folgen wir dem Sandnessundet entlang einem Wegweiser mit der Aufschrift „Tirpitz“. Wer uns kennt, weiss: Ein braunes Schild reicht völlig aus. Da wird nicht lange diskutiert – da wird abgebogen. Der Weg führt über eine 330 Meter lange Brücke auf die Insel Håkøya.

    Dort erwarten uns Wald, ein paar Häuser, einige Hütten und Bauernhöfe. Mehr scheint es nicht zu geben… denken wir jedenfalls. Bis plötzlich ein grosser Parkplatz mit der Aufschrift „Tirpitz“ auftaucht. Perfekt. Ziel gefunden – ganz ohne dass das Navi beleidigt “Route wird neu berechnet” sagen musste.

    Während des Zweiten Weltkriegs lag hier ab Oktober 1944 das deutsche Schlachtschiff Tirpitz vor Anker. Am 12. November 1944 wurde es von britischen Bombern versenkt. Heute erinnert ein Mahnmal an die schrecklichen Ereignisse und an die vielen Menschen, die dabei ihr Leben verloren.

    Nach mehreren Volltreffern, gewaltigen Explosionen und verheerenden Bränden kenterte das riesige Schiff innerhalb weniger Minuten. Hunderte Männer waren im Rumpf eingeschlossen. Tag und Nacht sollen Schreie und Klopfgeräusche zu hören gewesen sein. Ein Gedanke, der einem wirklich unter die Haut geht.

    Von rund 1’700 Besatzungsmitgliedern verloren etwa 1’000 ihr Leben.

    Da verstummt sogar mein loses Mundwerk. Und das passiert wirklich nicht oft.

    Mit vielen Gedanken im Kopf verlassen wir die Insel wieder und fahren weiter Richtung Berge.

    Hinter Kvaløysletta biegen wir links ab und kurven hinauf zum Skulsfjord Viewpoint. Von dort beginnt unsere heutige Wanderung zum Gipfel… dessen Namen wir uns wieder nicht merken können. Macht aber nichts – schön ist er trotzdem.

    Es ist bereits das zweite Mal, dass wir hier hochsteigen. Offenbar vergisst der Mensch Schmerzen schneller als schöne Aussichten.

    Der Weg führt steil über Steine und Wurzeln, zwischendurch gemütlich durchs Heideland und anschliessend – weil’s wohl zu einfach wäre – quer durch sumpfiges Moor. Unsere Wanderschuhe hatten heute jedenfalls eindeutig ein Wellnessprogramm im Matsch gebucht.

    Oben wartet kein Gipfelkreuz auf uns, sondern ein sauber aufgeschichteter Steinhaufen. Reicht völlig. Hauptsache, irgendetwas bestätigt offiziell: “Ja, ihr seid wirklich hier hochgelaufen.”

    Der Blick über Fjorde, Berge und das weite Land ist schlicht überwältigend. In solchen Momenten sind die brennenden Beine sofort vergessen. Naja… fast.

    Beim Abstieg verzichten wir heute auf jegliche Heldentaten. Keine Extraschlaufe, kein Bergsee. Die dunklen Wolken sehen nämlich ganz so aus, als hätten sie einen Eimer Wasser dabei.

    Zurück bei unserer Perle 🚐 geht’s über die Sandnessundbrua nach Tromsø. Einmal quer über die Insel und direkt in den Botanischen Garten.

    Über uns hängt inzwischen eine Wolkendecke, die aussieht, als wolle sie jeden Moment loslegen. Aber nichts passiert. Offenbar hat Petrus heute frei.

    Also spazieren wir gemütlich zwischen unzähligen Blumen, schnuppern an allem, was blüht, und fotografieren ungefähr jede Pflanze, die nicht schnell genug hinter einem Blatt verschwinden konnte. Unser Handy dürfte sich inzwischen gefragt haben, ob es Anspruch auf Ferien hat.

    Weil der Himmel weiterhin überraschend dicht hält, gönnen wir uns zum Abschluss noch Kaffee und Kuchen im Park. Das Leben kann manchmal herrlich unkompliziert sein.

    Am Abend verlassen wir Tromsø durch den rund 3,5 Kilometer langen Tromsøysundtunnel, der am tiefsten Punkt über 100 Meter unter dem Meeresspiegel verläuft, und erreichen den grossen Parkplatz beim Tromsø Alpinpark in Kroken.

    Dort stellen wir unsere Perle 🚐 ab. Für andere ist es einfach ein Parkplatz. Für uns ist es heute das schönste Hotel mit Millionenaussicht.

    Ja, was soll ich sagen…

    Heute haben wir Geschichte erlebt, Berge bezwungen, Blumen bestaunt, Kaffee genossen und keinen einzigen Fisch gefangen.

    Und wisst ihr was?

    Es hat uns überhaupt nicht gefehlt. 🤣🎣

    Manchmal sind es genau diese ungeplanten Tage, die sich für immer ins Herz schleichen.

    Gute Nacht, Freunde. 😴
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  • Fischen ohne Fisch 🎣 Oder doch

    July 25 in Norway ⋅ ⛅ 17 °C

    Hinter einer dicken Wolkendecke versucht die Sonne vergeblich, sich bemerkbar zu machen. Noch gewinnt das Grau.

    Um 4 Uhr werde ich unsanft geweckt. Drei Möwen liefern sich direkt vor unserem Wohnmobil einen lautstarken Streit. Worum es ging? Keine Ahnung. Vielleicht um einen Fisch, vielleicht um einen Regenwurm oder einfach darum, wer heute das Sagen hat. Jedenfalls war das Geschrei so laut, dass an Weiterschlafen nicht mehr zu denken war.

    Da wir immer noch Polartage haben, wird es nachts nie richtig dunkel. Versteckt sich die Sonne hinter den Wolken, geht das trübe Wetter praktisch nahtlos in den nächsten Tag über.

    Doch gegen 9 Uhr passiert das kleine Wetterwunder. Die Wolken reissen auf, der Himmel wird blau und plötzlich scheint die Sonne.

    Genau der richtige Moment, um heute endlich einen Fisch zu fangen.

    Vier Stunden lang werfe ich meinen Köder aus. Mit jeder Menge Hoffnung, Geduld und immer neuen Würfen.

    Das Resultat?

    Nichts.

    Nicht einmal ein Fisch mit schlechtem Orientierungssinn verirrt sich an meinen Haken.

    Während die Fische offenbar beschlossen haben, heute geschlossen frei zu nehmen, sammelt mein Schatz 🥰 Weidenröschenblüten. Daraus entstehen zwei Gläser Gelee und eine Flasche Sirup – natürlich mit liebevoll selbst gestalteten Etiketten.

    Nach dieser kleinen Angelpleite beschliessen wir, den Standort zu wechseln und fahren rund 60 Kilometer weiter nach Vikran.

    Allein die Fahrt ist ein Erlebnis. Die Strasse schlängelt sich dem Straumsfjord entlang, vorbei an kleinen Höfen, grünen Wiesen und steilen Bergen, die direkt aus dem Meer aufzuragen scheinen.

    Vikran selbst ist ein kleiner, ruhiger Ort westlich von Tromsø. Früher lebten die Menschen hier vor allem von der Fischerei und der Landwirtschaft. Heute begeistert der Ort vor allem mit seiner traumhaften Lage zwischen Fjord und Bergen. Bei guter Sicht erkennt man sogar die markante Eismeerkathedrale von Tromsø auf der anderen Seite des Wassers.

    Beim Hotel Troll Havn schaut ein riesiger Troll aus dem Boden. Genauer gesagt nur sein Kopf. Vielleicht wollte er einfach nachsehen, ob heute endlich jemand einen Fisch fängt.

    Ich schnappe meine Angel, marschiere auf den Holzsteg hinaus und werfe den Köder aus.

    Keine Minute später biegt sich die Rute.

    Der erste Kabeljau!

    Ich muss lachen. Vier Stunden lang passiert überhaupt nichts – und jetzt dauert es nicht einmal sechzig Sekunden.

    Fünf Minuten später folgt bereits der zweite Kabeljau.

    Während mein Schatz die beiden Fische filetiert, probiere ich noch einen anderen Platz bei einer kleinen Hütte direkt über dem Fjord.

    Und tatsächlich…

    Kurz darauf landen auch noch zwei Seelachse am Haken.

    Vier Stunden am Morgen:

    Kein einziger Fisch.

    Nach einem Standortwechsel:

    Vier Fische in kürzester Zeit.

    Die Moral der Geschichte?

    Manchmal liegt das Glück eben nur 60 Kilometer entfernt.

    Und das Beste daran: Das Abendessen ist gesichert – und das wahrscheinlich sogar noch für morgen. 🐟😊

    Gute Nacht, Freunde! 🌙👯‍♂️
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  • Regen und Schafe kein Fisch 🤷

    July 24 in Norway ⋅ 🌧 12 °C

    Heute hatte wirklich jeder schlechte Laune.

    Der Regen.
    Die Schafe.
    Die Strasse.
    Und vermutlich sogar die Fische.

    Los ging’s bei der „historischen“ Kupfermine. Historisch ist offenbar das neue Wort für: „Wir haben aufgegeben, aber es klingt bedeutender.“ Ein paar rostige Kessel, zwei Betonklötze und eine Geröllhalde – fertig ist die Sehenswürdigkeit.

    Beim Losfahren stand sogar das Abschiedskomitee bereit: ein paar pitschnasse Schafe. Sie schauten uns an, als wollten sie sagen:
    „Ihr seid freiwillig hier? Ernsthaft?“

    Die Schotterstrasse massierte unsere Perle anschliessend so gründlich durch, dass sie beim ersten Meter Asphalt wahrscheinlich erleichtert aufatmete:
    „Danke! Endlich ist dieses Ganzkörper-Schüttelprogramm vorbei!“

    Kaum auf der E6, wurden wir von drei Tunneln verschluckt. Kilometerlange schwarze Röhren. Irgendwann wusste ich gar nicht mehr, ob wir noch unterwegs waren oder bereits im Verdauungstrakt eines besonders hungrigen Berges.

    Am Balsfjord angekommen schnappte ich mir voller Zuversicht meine Angel. Schliesslich hatte ich hier schon einmal Fische gefangen. Die Fische erinnerten sich allerdings offenbar auch noch daran und hatten vorsorglich eine WhatsApp-Gruppe gegründet:
    „Achtung! Der mit der Angel ist zurück! Heute bleibt der Mund zu!“

    Während ich geduldig den Fjord auf und ab marschierte und jedem Fisch grosszügig eine zweite Chance gab, machte sich mein Schatz 🥰 auf den Weg zu den uralten Felsritzungen von Tennes.

    6’000 bis 7’000 Jahre alt sind sie. Menschen, Boote, Rentiere… und bis heute weiss niemand, warum sie dort eingeritzt wurden.

    Meine Theorie?
    Das waren die ersten Angler der Geschichte. Nach acht Stunden ohne einen einzigen Biss blieb ihnen nichts anderes übrig, als ihre Zeit mit Steinmetzarbeiten totzuschlagen.

    Das würde jedenfalls erklären, warum ich heute genauso viele Fische gefangen habe wie sie damals.

    Zum Glück gab’s am Abend libanesischen Eintopf.

    Der war deutlich leichter zu überlisten als die Fische. 😅😋

    Gute Nacht, Freunde! 🌙👯‍♂️
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