• Wir verlassen Mehamn

    18. juli, Norge ⋅ ☁️ 11 °C

    Samstag, 8 Uhr, 9 Grad. Noch ein freundlicher Mix aus Sonne und Wolken – garniert mit einer ordentlichen Portion stürmischem Wind. Finnmark eben. Das Wetter schafft es hier problemlos, alle vier Jahreszeiten in einer halben Stunde unterzubringen. Unsere Wohnmobil-Perle nimmt das inzwischen ganz gelassen. Sie steht da wie eine erfahrene alte Dame und scheint zu sagen: „Kinder, ich habe schon schlimmeres Wetter gesehen.“ 😄🚐✨

    Wir verlassen Mehamn und fahren zurück über die Nordkinn-Halbinsel Richtung Ifjord. Vorher legen wir aber noch einen Pflichtstopp in Lebesby ein – im Bøgeberg Landhandel, meinem absoluten Lieblingsladen. Hier gibt’s wirklich alles. Vom Apfel über den Adventskalender bis zur kompletten Angelausrüstung. Wahrscheinlich könnte man hier auch spontan ein neues Leben beginnen. Falls nicht, fehlt höchstens ein Einfamilienhaus im Regal. 😂

    Landschaftlich gilt heute übrigens bis nach Ifjord: Einfach den Film von gestern rückwärts laufen lassen. Unsere Perle kennt die Strecke inzwischen vermutlich besser als wir und fährt gedanklich schon fast allein. 😄🚐

    Ab Ifjord wird die Fahrt aber wieder zu einem echten Highlight. Die Straße schlängelt sich zunächst an den ruhigen Fjorden entlang, bevor sie immer höher auf die weite Hochebene auf etwa 300 Meter führt. Plötzlich sind wir wieder mitten in der arktischen Tundra. Endlose Weite, glitzernde Seen und natürlich Rentiere – die hier offenbar fest davon überzeugt sind, dass die Straße in erster Linie für sie gebaut wurde. Wir sehen das inzwischen entspannt und warten geduldig, bis die vierbeinigen Verkehrspolizisten den Weg wieder freigeben.

    Unsere Wohnmobil-Perle nimmt diese Rentier-Kontrollen übrigens erstaunlich gelassen hin. Kein Hupen, kein Meckern – einfach stehen und warten. Wahrscheinlich denkt sie sich: „Ich bin ein Wohnmobil. Ich habe Zeit.“ 😂🚐

    Unser absolutes Tageshighlight ist der Silfar Canyon bei Børselv. Nach einem kurzen Spaziergang stehen wir plötzlich vor einer tief eingeschnittenen Felsschlucht, durch die sich die türkisgrüne Børselva mit beeindruckender Kraft ihren Weg bahnt. Die steilen Felswände, das tosende Wasser und die unberührte Natur machen diesen Ort zu einem echten Gänsehautmoment. Kaum zu glauben, dass sich wenige Minuten zuvor noch nichts als Tundra bis zum Horizont erstreckte.

    Der Canyon ist wirklich der Hammer. Und ganz ehrlich: Nach so viel Landschaft, Weite und Rentieren war es auch mal schön, dass die Natur einfach sagte: „So, jetzt zeige ich euch mal, was ich noch kann!“ 😄

    Je näher wir Lakselv kommen, desto mehr verändert sich die Landschaft. Die karge Hochebene weicht grünen Flusstälern und Birkenwäldern, bis sich schließlich der weite Porsangerfjord vor uns öffnet. Diese Strecke ist weit mehr als nur eine Verbindung zwischen zwei Orten – sie ist eine Reise durch einige der schönsten und abwechslungsreichsten Landschaften Finnmarks. Wer hier einfach nur durchfährt, verpasst definitiv etwas.

    Kurz vor Lakselv schlagen wir unser Lager an der Bjørnnesbucht am Porsangerfjord auf. Unsere Perle steht zufrieden am Fjord und genießt offenbar ihren Feierabend. Wir verbringen den Nachmittag bei typisch norwegischem Wetter: Sonne, Regen, Wolken und Wind. Mal gleichzeitig, mal im Minutentakt im Wechsel. Langweilig wird’s hier jedenfalls nie – der Wetterbericht scheint eher eine grobe Empfehlung als eine Vorhersage zu sein. 😂

    Unsere Perle steht jedenfalls tapfer da und hält alles aus. Wind, Regen, Kälte und wahrscheinlich würde sie auch noch einen kleinen Schneesturm kommentarlos über sich ergehen lassen. Eine echte Perle eben. 🚐❤️

    Und so endet wieder ein fantastischer Tag im hohen Norden. Wir sind müde, glücklich und voller Eindrücke. Finnmark – du bist schon ein ganz spezielles Abenteuer. ❤️

    Gute Nacht 😴 Freunde 👯‍♂️
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