Velotour 🚴🚴🏽♀️🚴🚴🏼♂️
September 2 in Sweden ⋅ ☁️ 18 °C
Fårö, Velotour, Wasserlöcher und steinerne Gestalten 🚲🌬️
Mittwoch, 8 Uhr, 17 Grad, Sonne, Wolken und Wind im munteren Wechselspiel.
Fårö kann sich heute offenbar nicht entscheiden, was es eigentlich sein möchte. 😄
Aber egal – das Wetter hält sich erstaunlich gut. Oder tut zumindest so, als hätte es das fest vor.
Also beschliessen wir: Wir bleiben noch einen Tag!
Unsere Perle 🚐 darf heute einmal Pause machen, denn nach dem Frühstück heisst es:
Velos raus und los! 🚲
Wir starten direkt von Lauters Hamn und radeln hinein in die typische Landschaft von Fårö. Karge Flächen, Wacholderbüsche, kleine Kiefernwälder und dazwischen hübsche Ferienhäuser.
Idyllisch, ruhig und wunderschön.
Bis wir feststellen, dass Fårö offenbar auch eine ganz eigene Definition von „Radweg“ hat. 😂
Denn plötzlich stehen wir vor riesigen Pfützen.
Und mit „Pfützen“ meine ich nicht diese kleinen Dinger, bei denen man einfach kurz durchfährt.
Nein.
Das sind Wasserflächen mit Tiefgang!
Glasklar zwar – aber so tief, dass man durchaus überlegen könnte, ob darin bereits Forellen auf uns warten. 🐟
Also beginnt das grosse taktische Radfahrer-Manöver:
Rechts vorbei?
Nein.
Links?
Auch schlecht.
Zwischen Wacholder und Wasser durch?
Theoretisch ja – praktisch hängt danach vermutlich der halbe Busch am Lenker.
Also bleibt nur die letzte Möglichkeit:
Augen zu… äh, lieber Augen auf! 😳
Beine hoch und durch!
Mit möglichst viel Geschwindigkeit und möglichst wenig Würde kämpfen wir uns durch die schwedische Version eines Offroad-Parcours.
Das Ziel ist klar:
Auf der anderen Seite ankommen – möglichst trocken und möglichst noch auf dem Velo.
Und tatsächlich gelingt uns das erstaunlich oft. 😎
Die Landschaft entschädigt sowieso für jede nasse Socke.
Langhammars wirkt fast wie eine kleine nordische Savanne: lichte Kiefernwälder wechseln sich mit kargen, heideartigen Alvarflächen und kleinen, saftigeren Feuchtwiesen ab.
Diese Landschaft ist nicht einfach nur natürlich entstanden. Sie wurde über Jahrhunderte stark durch die Beweidung geprägt – vor allem durch die Schafe. Genau deshalb wirkt Fårö hier so offen, karg und gleichzeitig unglaublich abwechslungsreich. (Länsstyrelsen)
Und Apropos Schafe…
Kurz vor unserem Ziel bekommen wir noch eine kostenlose Live-Vorführung geboten.
Ein Bauer ist gerade dabei, seine Gotlandschafe zu scheren. 🐑✂️
Da wird geschnitten, gezupft und von einer dicken Wollschicht befreit.
Die Schafe schauen dabei ungefähr so begeistert drein, wie wir nach einem Friseurbesuch, bei dem der Coiffeur sagt:
„Ich probiere mal etwas Neues.“ 😂
Dann erreichen wir unser eigentliches Ziel:
Langhammars Naturreservat.
Und jetzt wird es richtig spektakulär.
Vor uns liegt die Küste von Klajvika – und dort stehen die berühmten Raukar.
Rund 50 dieser bizarren Kalksteinformationen ragen hier aus der Landschaft. Einige sind mehr als acht Meter hoch und sehen tatsächlich aus wie versteinerte Figuren. (Länsstyrelsen)
Und das Spannende daran:
Der Kalkstein, aus dem diese Landschaft besteht, entstand ursprünglich vor rund 430 Millionen Jahren in einem tropischen Meer. Damals war Fårö also alles andere als nordisch. 🐠🌴
Heute gibt es dort stattdessen Wind, Wacholder, Schafe und uns zwei auf Velos. 😂
Die Raukar sind wirklich faszinierend.
Bei manchen sieht man Gesichter.
Andere erinnern an Tiere.
Wieder andere sehen aus wie Menschen, die gerade irgendwohin laufen.
Und bei manchen fragt man sich schlicht:
„Was zum Teufel soll das darstellen?“
Aber je länger man hinschaut, desto mehr erkennt man.
Oder man bildet es sich zumindest ein. 😄
Die Raukar sind übrigens keine zufälligen Felsbrocken. Sie sind die widerstandsfähigen Überreste einer alten Kalksteinlandschaft, die über sehr lange Zeit durch die Kräfte des Meeres geformt wurde. Einige der äussersten Formationen stehen heute sogar im Wasser und werden weiterhin von den Wellen bearbeitet. (Länsstyrelsen)
Wir schauen, fotografieren und staunen.
Und irgendwann kommt die Erkenntnis:
Wir müssen wieder zurück.
Also Velos besteigen und los.
Und jetzt zeigt Fårö wieder sein ganz besonderes Talent:
Gegenwind! 🌬️
Egal in welche Richtung wir fahren – der Wind kommt von vorne.
Wir beginnen langsam zu vermuten, dass der Wind auf Fårö irgendwo einen festen Wohnsitz hat und uns persönlich verfolgt.
Vielleicht sitzt er auch einfach auf einem Raukar und wartet:
„Ah, da kommen sie wieder… jetzt blase ich noch ein bisschen stärker.“ 😂
Diesmal nehmen wir die Küstenstrasse zurück und kommen am Fischerdorf Helgumannen vorbei.
Dort waren wir gestern schon.
Und so schön es dort auch ist – heute fahren wir weiter.
Wir wollen schliesslich nicht, dass die Einheimischen irgendwann denken:
„Die beiden aus dem grossen Wohnmobil wohnen jetzt wohl hier.“ 😂
Nach unserer kleinen Velotour sind wir wieder bei unserer Perle 🚐.
Kilometertechnisch war es keine Weltreise.
Aber landschaftlich?
Ein Volltreffer!
Wacholder, Kiefern, karge Alvarflächen, Schafe, Meer, Raukar und zwischendrin ein paar Wasserlöcher, die durchaus als kleine Seen durchgegangen wären.
Und was gibt es Schöneres, als nach so einer Tour einfach vor der Perle zu sitzen?
Also:
Beine hoch. ☀️
Sonne ins Gesicht.
Nichts mehr müssen.
Na ja…
Eine Sache wäre da noch:
Dem Wind erklären, dass seine Schicht für heute beendet ist.
Ob er sich daran hält?
Wir bezweifeln es. 😂🌬️
Aber morgen ist ja auch noch ein Tag.
Liebe Grüsse von Fårö und von zwei Velofahrern, die heute gelernt haben:
Auf Fårö gibt es keine schlechten Radwege – nur überraschend tiefe Wasserstellen. 😎🚲🌊
Gute Nacht 😴 Freunde 👯♂️Read more



























