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  • Day162

    Galapagos Santa Cruz: 10-Jahre-Feierei♥️

    September 5 in Ecuador ⋅ ☁️ 22 °C

    Jeder kennt Galapagos von der Geburt der Evolutionstheorie nach Darwin aus den 1850 er Jahren und weiß daher auch, dass eine einzigartige Flora und Fauna auf den Inseln zu finden ist. 🌺🌵🌴🏵️🐁🐋🐧🐟🐢
    Wir landeten früh morgens auf der kleinen Insel Balta, auf der es nichts gibt außer den Flughafen, Kakteen und plattes Land. Wir lernten sehr schnell: Alles aber auch wirklich alles auf den Galapagos Inseln ist durchorganisiert und -kommerzialisiert. Um überhaupt auf die Inseln zu dürfen zahlt jeder Tourist 120$ pro Kopf. Um vom Flughafen in die Stadt zu kommen 11$. Ein erster Bus bringt die Anreisenden zu einem kleinen Fähranleger. Dort sammelt ein Wassertaxi alle Touristen ein und bringt sie auf die Insel Santa Cruz. Da stehen dann wieder Busse bereit, die 50 Minuten auf die andere Seite der Insel fahren.

    Die Bäume um uns herum sahen fast aus wie tod, so trocken waren sie und ich fragte mich, ob es hier viele Waldbrände gibt (der Taxifahrer am nächsten Tag klärte auf und negierte). Ich schaute 5 Minuten auf mein Handy, wieder aus dem Fenster und auf einmal war alles grün und feucht-nebelig - ärgerlich, dass ich genau den Übergang der Vegetationszonen verpasst hatte!

    In Santa Cruz angekommen machten wir uns direkt auf zu dem Air BnB, was Dominik rausgesucht hatte. Eine wunderschöne, kleine, angenehm nach Holz riechende Wohnung mit voll ausgestatteter Küche, heißer Dusche und kleiner Terrasse mit Sitzbank und Tisch! Herrlichst! 😍

    Wir waren beide müde von der kurzen Nacht und machten ein kleines Mittagsschläfchen, aber Dominik weckte mich schon wieder putzmunter: "Wir müssen zur Anprobe!" Mich macht Schlafen am Tag ja immer eher müde als wach, Nappen hab ich einfach nicht drauf.
    Die Anprobe fand im Ortskern statt, bei "SharkBay". Wir würden also tauchen gehen am nächsten Tag (Dominik macht immer gerne ein Geheimnis aus seinen Planung und ich lasse mich gerne überraschen ☺️). Bei dem Gedanken daran mit Haien zu tauchen war mir zuerst nicht so wohl, aber ich bin trotzdem rational genug mir zu sagen, dass sie das hier jeden Tag machen und schon nichts passieren wird, sodass die Vorfreude trotz Aussicht auf Hai-Alarm groß war.
    Wir genossen den Abend in einem super leckeren asiatischen Restaurant und machten uns danach auf zum Hafen. Der Mann in der Tauchschule hatte uns erzählt, dass dort jeden Abend kleine Baby-Haie zu sehen seien.

    Am nächsten Morgen klingelte um 6 Uhr der Wecker. Wir wollten unbedingt bevor wir um 7 abgeholt werden würden, einen entspannten Morgen verbringen und gemeinsam frühstücken.
    Das Pärchen, das mit uns im Taxi saß kam aus Israel und sie würden an diesem Tag den ersten Tauchgang ihres Lebens machen. Wow, dachte ich, ganz schön mutig ohne Erfahrung direkt ins offene Meer, wo einem womöglich Haie über den Weg schwimmen. Der Rest der Truppe bestand aus erfahrenen Tauchern, zwei Amerikanern, die schon über 350 Tauchgänge absolviert hatten. Obwohl unser Guide super kompetent und nett war, gab mir das ein zusätzliches Sicherheitsgefühl und ich fühlte mich sehr wohl und hatte gar keine Angst mehr einem Hai zu begegnen - im Gegenteil, irgendwie hoffte ich sogar darauf, dafür waren wir schließlich da. Bevor es losgehen konnte, gab es eine ausführliche Einführung. Alle Zeichen wurden nochmal besprochen und sogar welche festgelegt, die uns zeigen sollten um welche Haiart es sich handelt. Hand an der Stirn bedeutet White-Point Shark (zu erkennen am weißen Ende seiner Rückflosse), Daumen ineinander verschränkt und wedelnde Handflächen bedeutet Schildkröte. Natürlich wurden auch die anderen wichtigen Zeichen für das Anzeigen der verbleibenden Luft in der Flasche oder das Okay-Geben an der Wasseroberfläche vereinart - ein meilenweiter Unterschied zu der anderen Tauchschule bei Montañita!
    Ein letztes Foto wurde von jedem geschossen und auf 3 machten alle gleichzeitig eine Rolle rückwärts vom Boot ins Wasser. Das Wasser war herrlich - nicht kalt, die Sicht top und die Unterwasserwelt wunderschön. Wir sahen viele viele bunter Fische, riesige Schwärme und sogar eine Schildkröte. Die war allerdings einige Meter weg und verschwand nach zwei Sekunden wieder in den Weiten des Ozeans. Es ist schon krass, wie klein das eigene Sichtfeld ist im Vergleich zu dem, was einen beim Tauchen alles umgibt dadurch, dass eine Dimension dazukommt. Manchmal schwamm ich unbekümmert umher und plötzlich kitzeln mich Luftblasen am Bauch, weil ich gerade über jemanden drüber tauche und die Person vorher nicht wahrgenommen habe. Was auch neu für mich war, war die Strömung. Manchmal bekamen wir einen richtigen Schub nach vorne und im nächsten Moment konnte man gefühlt keinen Meter trotz angestrengtem Flossenschlag vorwärtskommen. Immer wieder fragte der Guide nach unserer verbleibenden Luft, woraufhin Dominik plötzlich zu ihm schwamm und den zweiten Atemregler benutzte. Hatte er vergessen seine Luft zu kontrollieren und hatte alles verbraucht? Ich wusste es nicht und konnte unter Wasser nicht nachfragen. Wir tauchten noch ein paar Minuten weiter, bis der Guide das Zeichen zum Auftauchen gab.
    Dominik erzählte mir an der Oberfläche, dass er nur noch 400 (keine Ahnung wie die Maßeinheit heißt, mit der in Ecuador gemessen wird) übrig und wir anderen vier noch deutlich mehr, weshalb der Guide den Tauchgang noch nicht beenden wollte. Das darf man den Tauchschulen in Deutschland auch nicht verraten. 😂 Zweiundfünfzig Minuten waren wir unter Wasser - unser längster Tauchgang bis dato!

    Währrend einer kleinen Pause mit Obst, Chips, Gebäck und Tee brachte uns das Boot zu einer anderen Stelle für den zweiten Tauchgang.
    Auf 3 folgte wieder die Rückwärtsrolle und wir tauchten ab. Dort war es viel tiefer als vorher. Ich konnte den Boden von oben nicht sehen, aber das tiefe Tauchen war eines meiner schönsten Taucherfahrungen bisher - wirklich das Gefühl zu haben schwerelos zu sein, man schwebte einfach im blauen nichts. Der Boden war nicht da und auch die Oberfläche nicht zu sehen. Das machte auch die Begegnung mit den Tieren noch magischer. Ich schaute nach rechts und 3 Meter neben mir schwamm ein großer Rochen. Dann hörte ich die Rassel des Guides, schaute nach links, und erblickte einen ganzen Rochen-Schwarm aus 15-20 Tieren, die mit ihren sanften, gleichförmigen Bewegungen aussahen als würden sie fliegen. Ein Wahnsinnsmoment!
    Kurze Zeit später kamen wir in flachere Gewässer, tauchten durch einen Fischschwarm durch und da waren sie: Zwei White-Point-Sharks chillten ganz friedlich auf dem Boden vor uns. Ich traute mich nicht so nah ran aber unser Tauchguide und die Amerikaner schwammen bis auf 1-2 Meter an sie heran. Schön erstaunlich wie die Haie einfach gar keine Verbindung zu uns aufbauen, kein Augenkontakt, keine Regung, kein Erkunden, nichts. Als wären wir nicht da.
    Dominik musste wenig später wieder die Luft unseres Guides mitnutzen, um den Tauchgang noch etwas zu verlängern. Da dieser Tauchgang allerdings tiefer war (fast bis auf 30 Meter wie mir einer der Amerikaner, der einen eigenen Tauchcomputer hatte berichtete), mussten wir um unsere Stickstoffgrenzen nicht zu überschreiten, den Tauchgang wenig später beenden. Es war unglaublich schön! 😍

    Wir saßen mit den beiden Amerikanern zurück in die Stadt im selben Taxi und schnackten und Tauchen und Reisen. Sie empfahlen Cancun in Mexiko als ihren Lieblingstauchspot weltweit - mal sehen, ob wir dort noch hinkommen. ☺️
    Beim gemeinsamen Lunch, der in der Tour inkludiert war, gab es Spargelcremesuppe und wir erzählten den beiden von der deutschen Spargelliebe. Weiße Spargel hatten die beiden noch nie gegessen (aber es schien als seien sie generell nicht die Gemüse-Liebhaber).

    Um 15 Uhr waren wir zurück in der Wohnung, wechselten die Klamotten und machten uns auf den Weg zur Schildkrötenauffangstation. Die Population von vier der zwölf Landschildkrötenarten auf Galapagos sind bedroht, weshalb es auf jeder bewohnten Insel eine Auffangsstation gibt. Wie überall auf Galapagos kostete es natürlich Eintritt und auch ein Tourguide musste uns begleiten, was wir begrüßten und ihm viele Fragen stellten. Die größten Landschildkröten brauchen 40 Jahre, um ausgewachsen und geschlechtsreif zu sein und können ein Alter von über 180 Jahren erreichen. Die älteste Schildkröte in der Station war bereits 150 Jahre alt. 😳 Wobei das nicht die Norm ist: im Alter von 10 Jahren, werden die meisten wieder ausgewildert. Leider kann sich die Population trotz jahrzehntelanger Unterstützung durch die Auffangsstationen immer noch nicht voll erholen. Das liegt zum einen daran, dass invasive Arten wie Katzen und Hunde auf die Insel gebracht werden und die Schildkröteneier fressen, zum anderen, dass die Arten vor vielen Jahren von Piraten und Einheimischen gejagt und verkauft wurden (wusstet ihr, dass Öl aus ihnen hergestellt wurde?). Leider sind die Menschen immer noch ein Problem für die bedrohten Arten. Unsere Tourguide bei einer Wanderung auf der Insel Isabela (freu dich schon mal im nächsten Footprint 😁) berichtete, dass Menschen aus anderen Ländern tausende Dollar für eine Schildkröte von den Galapagos Inseln bezahlen, nur um sagen zu können, sie hätten eine Schildkröte von den berühmten Inseln...

    Auf dem Weg zurück in den Ort deutete Dominik plötzlich nach links auf ein Eingangstor mit der Aufschrift "Almar". Es war ein wunderschönes Restaurant direkt am Wasser, in dem er für uns reserviert hatte - sein Händchen für tolle Restaurants ist einmalig!

    Am nächsten Tag besuchten wir den "Playa alemana" und "Las Grietas". Ersterer grenzt an eine kleine Siedlung, in der sich vier deutsche Familien nach dem zweiten Weltkrieg niedergelassen haben. Überall in Südamerika findet man sie, die flüchtigen Deutschen nach dem Krieg...
    Auch hier musste wieder eine Führung mit Guide gebucht werden. Natürlich ist es gut, dass sich die Touristen nicht überall frei bewegen können und so die Natur besser geschützt werden kann, auf der anderen Seite nervt es ein bisschen. Zum einen ist es teurer, zum anderen fühlt man sich ein bisschen bevormundet. (Wenn man hört, dass manche Touris Robben anfassen, obwohl das aufgrund der Übertragung des menschlichen Geruchs, unbedingt vermieden werden sollte, kann man die starke Kontrolle der Touristen wiederum wieder verstehen. 🙄)

    Die Tour zu dem Felsspalt, der durch vulkanische Aktivität vor Millionenjahren entstanden ist, war super schön. Wir wanderten durch einen Kaktuswald und konnten in dem kristallklaren Wasser schnorcheln. Sogar echt große Fische konnten wir zu unserer Überraschung dort finden.
    Auf dem Rückweg kamen wir mit Patrick und seiner Frau (leider hab ich den Namen vergessen) ins Gespräch, zwei Amerikaner, die ihr Haus und ihr Auto verkauft hatten und mit ihrem sieben-jährigen Sohn Dominik durch Südamerika reisten. Ob sie wieder zurück in die USA kehren würden, wüssten sie noch nicht. "I felt, that it was time to leave.", meinte Patrick, der 20 Jahre lang in einem Skigebiet in Washington gearbeitet hatte. "I have lived in Hawaii for several years. Maybe we will go there." Ihren kleinen Sohn unterrichteten sie selbst und auch sonst schienen sie sehr unbesorgt und glücklich. Ich bin immer wieder fasziniert von Menschen zu hören, die nicht dem "normalen" Weg folgen. Mit einem Kind in dem Alter nicht wissen, wo man leben wird, ohne Wohnung, ohne konkretes Ziel. Man merkt, wenn man solche Menschen trifft immer, welche eigenen Restriktionen man sich im Kopf durch das gesellschaftlich vorgelebte Leben setzt. Mit einem Kind so eine Reise? Denken wahrscheinlich die wenigsten dran.

    Nach der Tour kam ein kleiner Hunger und wir aßen einen Salat in einem schönen Restaurant am Hafen und spielten eine Runde Skyjo. Das Spiel zog sich etwas, sodass wir irgendwann gebeten wurden uns umzusetzen, da sie noch eine Reservierung an diesem Tisch hätten. Kurze Zeit später begannen zwei Kellnerinnen den Tisch aufwendig vorzubereiten, zu schmücken und Deko aufzustellen. Die leuchtende Aufschrift "Better together" in einem kitschig goldenen, mit Rosen behangenem Reifen zeigte: Hier würde gleich ein Heiratsantrag erfolgen. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und malten uns schon Horrorszenarien aus. Wie unangenehm, in einem Restaurant mit tausend Fremden um einen herum, so einen intimen, schönen Moment zu erleben. Aber es kam schlimmer: Das Paar erreichte den Steg des Restaurants in einem privaten Boot. Sie waren nicht alleine, sondern begleitet von einem für den Anlass gebuchten Fotografen. Wir kriegten uns kaum ein, als das Fotoshooting auf dem Steg begann. Zehn Minuten später waren sie immer noch nicht fertig mit den Fotos und alle Kellner inklusive uns glotzen sie einfach an und fragten sich wahrscheinlich, wie man diesen Moment schön finden konnte. Nachdem der Fotograf fertig war, den Steg hochlief und die Tischdeko ablichtete, begann die Selfie-Session auf dem Steg und alles wurde mit der Handykamera festgehalten. Nach weiteren 10 Minuten kamen sie endlich laaaangsam den Steg hinauf, sodass der Fotograf jeden Schritt knipsen konnte. Bis sie sich endlich hingesetzt hatten, vergingen wieder 10 Minuten, die damit verbracht wurden Fotos in jeder erdenklich möglichen Position zu schießen (gehört ja bekanntlich auch Kreativität dazu...): Vor dem goldenen Ring, mit Rosen in der Hand, der Mann knieend vor seiner Zukünftigen, jubelnd mit den Armen in die Luft gestreckt ... Ein einziger Albtraum aus unserer Sicht, aber sehr unterhaltsam mitanzusehen.

    Wir verabschiedeten uns, kauften alles für eine Nudelpfanne ein und machten uns einen schönen Abend in unserer gemütlichen Wohnung.
    Am nächsten Tag ging es um 15 Uhr mit der Fähre zur Insel Isabela. Aufgrund der Uhrzeit hatten wir noch genug Zeit den "Playa Tortuga", einen wunderschönen langen weißen Sandstrand zu besuchen.

    Insel Santa Cruz war ein einziger Traum!
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    So wundervoll und sehr Facettenreich beschrieben ❤️👍❤️👍❤️

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    ♥️♥️♥️

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    Sieht ja richtig köstlich 😋 aus

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  • Day160

    Quito: Größte Altstadt & Raphis Abschied

    September 3 in Ecuador ⋅ ☁️ 16 °C

    Wir bezogen die schöne große Wohnung nahe des riesigen Stadtparks La Carolina und machten uns dann direkt auf mit dem Taxi ins Barviertel, wo wir hofften noch etwas zu Essen zu bekommen. Danach liefen wir noch etwas in den Straßen umher, aber alles schien so ausgestorben, Elsass wir entschieden nach Hause zu fahren.
    Am nächsten und letzten gemeinsamen Tag erkundeten wir die Stadt. Ich persönlich liebe ja diese City Busse, bei denen man auf dem Dach sitzen, bei jeder Sehenswürdigkeit aussteigen kann und meistens noch zusätzliche Informationen zum jeweiligen Ort bekommt. Fünfzehn Euro pro Person waren uns allerdings etwas zu teuer also markierte ich alle Ort, die der Bus angefahren hätte, bei Google Maps und wir liefen die Punkte zu Fuß ab. Der erste Stopp war direkt eine tolle Überraschung. So einen schönen Stadtpark wie La Carolina habe ich noch nie gesehen mit unzähligen Sportplätzen, einem alten ausrangierten Flugzeug, angelegten Bächen, Spielplätzen und ein botanischem Garten - hier hat die Stadt viel investiert. Quito ist eine sehr grüne Stadt, denn dieser riesige Park war nicht der Einzige. Auf dem Weg Richtung Engelsstatue liefen wir durch zwei weitere Parks, die ebenfalls wunderschön angelegt waren.
    Nach dem Lunch besuchten wir den "Artesanal" Markt, auf dem ich endlich ein Tuch fand, mit dem ich auf Wanderungen meinen Pony zurückbinden konnte. Im Wind nervten meine Haare mich schon lange.
    Besonders beeindruckend war die Kathedrale, von dessen Türmen wir aus einen wunderbaren Blick auf die ganze Stadt hatten. Nach der Hauptstadt Boliviens, La Paz, ist Quito die am höchsten gelegene Hauptstadt der Welt mit über 2500 Metern. Sie ist umgeben von Bergen, was wir von oben sehr schön sehen konnten.
    Von der Kathedrale aus liefen wir noch 10, Minuten in die Altstadt, übrigens die größte in ganz Südamerika, und setzten uns am Plaza Grande in ein Café. Ich war total begeistert vom Tag und muss sagen, dass Quito für mich die schönste Großstadt war, die wir bisher in Südamerika besucht hatten.
    Ich hatte in der Altstadt ein schönes Restaurant entdeckt, aber Raphi und Dominik plädierten dafür an unserem letzten Abend zu Hause zu bleiben und unsere gut ausgestattete Küche zu nutzen - das wunderte mich doch sehr, aber sollte fünf Stunden später aufgeklärt werden.
    Beim Essen klingelte auf einmal mein Handy - Dominik. Ich dachte er wollte nur einen Scherz machen und mich zum Aufstehen bringen, also schaute ich nur auf den Bildschirm und legte das Handy direkt wieder weg. Ein paar Minuten später legte er das Handy auf den Tisch vor mir und öffnete unseren Chatverlauf: "Wie kann man denn nie seine Nachrichten checken." Er hatte mir zwei Screenshots von einem Boarding Pass geschickt - Flüge zu den Galapagos Inseln 😍 Die Freude war riesig, denn unser 10. Jahrestag stand bevor und ich hatte mich schon gefragt, was Dominik für diesen besonderen Tag planen würde. Es hat sich bei uns so entwickelt, dass er sich jedes Jahr etwas Besonderes für den Tag überlegt und ich mir ein Geschenk einfallen lassen und ein Fotoalbum gestalte. Ich freute mich wahnsinnig auf die Inseln, Zeit zu zweit und die berühmte Tierwelt, die uns dort erwarten würde. 🐋🦎🐢🦩🦭🦈🐬🐠🦀🐙
    Es war bereits ein Uhr und um 5:15 kam das Taxi, um uns zum Flughafen zu bringen. Also hieß es, schnell den kleinen Handgepäcksrucksack mit dem Nötigsten für 9 Tage packen, den Rest in den großen Rucksack und dann alles im Auto verstauen. Dominik hatte mit dem Vermieter abgesprochen, dass das Auto für die Zeit in der Tiefgarage stehen bleiben könnte.

    Vor dem Schlafengehen mussten wir uns also schon von Raphi verabschieden, der erst am Abend den Flieger Richtung Heimat nehmen würde. Wie schnell drei Wochen vergehen können ist erstaunlich! Es war richtig schön mit dir, Raphi!!

    Voller Vorfreude schliefen wir ein. 💤🤩
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    Du kriegst nichts mehr…😋

     
  • Day158

    Montañita: Feiern & Tauchen ohne Luft

    September 1 in Ecuador ⋅ ☁️ 22 °C

    Was wir mit Raphi noch nicht erlebt hatten war Strand und Meer, also ging es von Cuenca aus wieder sechs Autostunden an die Küste. Eine Kommilitonin von ihm kommt aus Ecuador und ist gerade mit ihrem Freund auf Familienbesuch. Sie empfahl uns die als Partyort bekannte Stadt Montañita als Treffpunkt.
    Dominik hatte ein schönes Air BnB etwa 10-Gehminuten außerhalb der Stadt gefunden - ein eigenes kleines Häuschen mit Küche, Garten und ausreichend großem Stellplatz für das Auto, wie schön.
    Wieder im Dunkeln angekommen, packten wir aus und machten uns direkt auf den Weg zum Restaurant am Strand, wo Johannes und Jana schon auf uns warteten. Es war ein schöner Abend zu fünft mit gutem Essen und leckerem Piña Colada.
    Die Stadt ist nicht wirklich sehenswert. Sie besteht eigentlich nur aus Bars, Restaurants und zwei Clubs, einer davon gerankt auf Platz 26, der besten Clubs weltweit - dem gingen am nächsten Abend auf den Grund. 😇

    Der Strand Montañitas ist aber wirklich schön. Am nächsten Tag trafen wir uns dort mit Johannes und Jana, spielten ein paar Runden Beachvolleyball und Dominik lieh sich für 2 Stunden ein Surfbrett und stand erfolgreich 2 Wellen bis zum Strand! 🏄
    Danach gingen wir einkaufen und luden Jana und Johannes in unserer Wohnung zum Essen ein - Pasta mit veganer Bolognese geht immer! In besagtem Club war Montags Lady's Night, was für mich freuen Eintritt bedeutete. Leider mussten Männer 20 Dollar pro Kopf zahlen, was wir ganz schön teuer fanden, aber es hat sich im Nachhinein gelohnt. Zuerst war ich nicht wirklich überzeugt, denn der Club war riesig und nicht wirklich gut besucht. Aber was will man an einem Montag in der Nebensaison erwarten. Zu unserem Glück hat Ecuador landesweit eine Sperrstunde ab 3 Uhr, weshalb die Party von dem großen Außenbereich in einem versteckten Innenbereich, den man vorher gar nicht gesehen hat, verlegt. Dort gefiel es mir viel besser, weil sich nicht alles verlaufen hat und dort eine viel schönere Atmosphäre herrschte - mit von der Decke hängenden Pflanzen und grünem Licht in den Ecken.

    Johannes und Jana reisten am nächsten Morgen schon ab und wir verbrachten den Nachmittag mit Crepes essen und Skyjo spielen.

    Eine Sache, die wir auch unbedingt zusammen machen wollten, war Tauchen. Da die Angebote in Montañita alle so teuer waren, buchten wir für den nächsten Tag jeweils zwei Tauchgänge p.P. im 30 Minuten entfernten Ayangue. Raphi hatte als Kind sogar den Advanced Open Water Diver Schein gemacht, hat ihn aber seitdem kaum genutzt. Da wir von unserem Schein auch erst einmal in Brasilien Gebrauch gemacht hatten, freuten wir uns sehr.
    Beim ersten Tauchgang führte uns der Guide zu einem für die Taucher versunkenen Schiffswrack, in das wir sogar reintauchen durften (unsere Tauchlehrerin in Deutschland würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, weil dafür eine Extra-Lizenz gemacht werden muss). Der zweite Tauchgang führte uns zu einer Statue und einem Riff mit tausenden Fischen, Seesternen und Seeigeln - sogar eine Moräne schaute uns mit großen Augen aus ihrem Loch an.
    Wir waren schon auf dem Rückweg zum Boot, da schwamm Raphi auf einmal schnell zu unserem Guide und gab das Notfallzeichen "Habe keine Luft, gib' mir Luft". Der Tauchlehrer reagierte schnell und mit Raphi, der durch den zweiten Atemregler des Guides weiteratmen konnte, tauchten wir auf. Es kam raus, dass sein Finimeter, die Anzeige für den Restsauerstoff in der Flasche, anscheinend kaputt gegangen war... Ein Glück, dass er so ruhig geblieben ist. 😳 Eine Entschuldigung der Guides gab es allerdings nicht...

    Wieder am Strand angekommen aßen wir leckeren, frischen Fisch zu Mittag und machten uns dann schnell auf den Weg Richtung Quito.
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    Traveler

    So üppige Trompetenbüsche sieht man bei uns leider nicht🙋‍♀️

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    Super hübsch ne 😍😍

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    Keine Luft mehr beim Tauchen 🙈🙈 Sehr beruhigende Zeilen 😬 Hört sich sehr professionell an 🥹

    Traveler

    Irgendwie passt ihr 2 in diese Landschaft 😂😘

     
  • Day154

    Cuenca: Stressige Ankuft in Ecuador

    August 28 in Ecuador ⋅ ⛅ 15 °C

    Nachdem wir die Grenze zu Ecuador fast schon einfacher als gedacht passieren konnten, brachen wir wieder mal zur drittgrößten Stadt eines Landes, dieses Mal das ecuadorianische Cuenca, auf. Doch auch dieses Mal sollte uns das Fehlen von Internet am Tag der Einreise zum großen Verhängnis werden.🙈
    Sophia hatte für uns ein Hostel rausgesucht, welches laut Hostelworld einen kostenlosen Parkplatz beinhaltete. Ein Ausstattungsmerkmal, welches für uns mit dem großen SUV zur Zeit unabdingbar ist. Leider mussten wir bei der Ankunft am späten Abend um 22 Uhr feststellen, dass diese Information falsch war und wir nirgendwo am Hostel parken konnten. Cuenca besitzt eine wunderschöne Altstadt mit hunderten Jahre alten Straßen und Gebäuden. Dementsprechend eng und nicht für Autos designed sind die Straßen. Auch der zahlungspflichtige Parkplatz 500 Meter vom Hostel entfernt, hatte um diese Uhrzeit bereits geschlossen.
    Also blieb uns keine andere Wahl, als nach einer neuen Unterkunft für die nächsten zwei Nächte zu suchen.
    Nur wie?!
    Unsere Suche nach Unterkünften findet natürlich immer ausschließlich online statt. Nur hatte keiner von uns Internet. Mein Vodafone-Vertrag, welcher die Option bietet 500MB für 7,99€ am Tag im außereuropäischen Ausland zu buchen, hatte ich vor nur wenigen Tagen für ein Jahr pausiert. Sophia und Raphi hatten nicht genug Guthaben, um mobile Daten zu nutzen. Also stellten wir uns mit dem Auto an eine Straßenecke auf der es schlechtes, aber freies Wlan gab. Nach ewig langen Verbindungsversuchen fand Raphi eine Unterkunft bei Booking.com, aber ohne Internet für uns auch kein Navi. Also mussten wir erst noch die Route runterladen. Nach Ankunft an besagter Unterkunft standen wir in einem Wohngebiet vor verriegelten Toren. Kein Licht leuchtete, keine Rezeption in Sicht, hier schien maximal eine Wohnung zu sein. Ohne Internet konnten wir aber auch niemanden kontaktieren. Aber ohne Vorankündigung um 22:30 einzuchecken gestaltet sich sowieso überall als schwierig. Also wieder zurück zum Wlan-Spot und weitersuchen.
    Nicht zu vergessen, waren wir seit über 13 Stunden unterwegs und dementsprechend gelaunt🙃
    Ich hatte dann ein etwas teureres Hotel in der Stadt, aber mit Parkplatz auf trivago.com gefunden, zu dem wir aufbrachen. Bei Ankunft die nächste Frustration. Dieses Hotel war menschenleer und die Türen verringert. In ganz Südamerika begegnet man immer wieder dem Problem, dass Bars, Restaurants aber auch Hotels und Pensionen zwar laut Internet geöffnet sind, aber in der Realität komplett verlassen wirken.
    Da standen wir nun mit dem SUV, in dem engen Einbahnstraßen-Jungel in Cuenca, ohne Internet mit stundenlanger Fahrt ohne Pause in den Knochen und den ganzen Tag ohne etwas gegessen zu haben.
    Wir fuhren ziellos durch die Innenstadt. Auf die Oldschool-Variante die meine Mama schon früher in Sommerurlauben mit uns praktizierte. Einfach mal gucken was es so gibt😁
    Und tatsächlich nach 20 Minuten fanden wir ein erlösendes "Cochera" Schild mit Tiefgaragen-Einfahrt direkt neben einem Hotel. Sophia ging rein und fragte, ob noch ein Zimmer für drei Leute frei wäre und kam mit unschönen Details zurück zum Auto. Es gab zwar noch freie Zimmer, die kosteten jedoch 80$ pro Nacht. Mir war mittlerweile aber jeder Preis recht, um der Sucherrei endlich ein Ende zu setzen. Sophia checkte uns ein während Raphi und ich in die Garage fuhren, dessen Einfahrt nicht 5 Zentimeter kleiner hätte sein dürfen🙈
    Dann der nächste Schock.
    Es gab noch zwei frei Plätze, die waren aber alle an Positionen, an denen wir die Ausfahrt mit unserem großen Auto mit Fahrradanhänger für dutzende andere Autos unmöglich gemacht hätten😫
    Sophia hatte bereits bezahlt und wir standen dann mit dem Hotelangestellten ratlos in der Tiefgarage, mittlerweile um halb 12. Er bot dann an, bei einem anderen Hotel 2 Kilometer außerhalb anzurufen und zu fragen, ob wir dort parken könnten. Dieses Unterfangen dauerte aufgrund der Kompetenzlosigkeit des Hotelmitarbeiters nochmal 30 Minuten. Keiner von uns wusste, was er da gerade die ganze Zeit am PC macht. Wir wollten doch nur das Auto irgendwo abstellen.
    Nach weiteren 20 Minuten konnten wir dann endlich das Auto an einem viel zu weit außerhalb gelegenen Hotel parken. 🙏
    Jetzt hieß es nur noch wieder zurück zum Hotel oder irgendwo etwas essen um 0:10. Nur wie??! 😅
    Ohne Auto und ohne Internet um ein Uber zu rufen liefen wir an der Hauptstraße entlang und warteten auf ein Taxi.
    Wir waren, wie man, so schön sagen könnte, einfach alle drei auf.
    Nach unnötig komplizierten Navigationsgesprächen mit dem Taxifahrer (natürlich weil wir kein Internet hatten, um genau zu sagen wo wir hinwollen), kamen wir um halb 1 bei einem Restaurant an. Erlösung.
    Uns ist wieder Einmal schonungslos vor Augen gehalten worden, wie abhängig wir mittlerweile vom Internet sind. Nicht von der social-media Welt, sondern von der gesamten Organisation unserer Reise, aber eigentlich auch unseres Lebens😅
    Wie in einem Uhrwerk kommt der ganze Apperat "Organisation" zum erliegen, wenn das große Zahnrad "Internet" fehlt. Wir sind wirklich gut darin, spontan alles zu organisieren was man braucht, egal an welchem Ort auf der Welt.
    Nächsten Geldautomaten finden. Internet.
    Kreditkarte sperren? Internet.
    Taxi vom Flughafen? Viel günstiger mit Internet.
    Nachts um 1 Uhr in Peru kein Wasser? Die südamerikanische Version von Gorillas runtergeladen, Wasser in 10 Minuten da, dank Internet.
    Unterkünfte in den entlegensten Orten in Minuten buchen, danke Internet.
    Wo ist das beste asiatische Restaurant der Stadt und wie kommen wir da hin? Internet. 🤷‍♂️
    Es ist uns schleierhaft, wie unser Freund Jan, der 2018 durch Südamerika gereist ist, all das nur mit Wlan und ohne SIM-Karte in den jeweiligen Ländern gemanagt hat.😅
    Okay.
    Jetzt zu den schöneren Seiten des ersten Stops im neuen Land. ☺️
    Der Abend war, trotz all der Strapazen im Vorhinein, sehr sehr gut. Wir aßen in einem Restaurant das vor Jahrzehnten von einem deutschen eröffnet wurde und waren vom Gulasch mit Spätzle begeistert.
    Raphi und Sophia begannen hier auch ihre Karrieren als Pina Colada Geschmackstester in Ecuador, bei dem Sie in jedem Restaurant oder Bar den Kokussnuss Cocktail probierten und miteinander verglichen😅
    Wir lernten noch zwei super nette Ecuadorianer in einer anderen Bar kennen und später noch ganz viele andere, die uns kurzerhand zu einer Hausparty einluden, welche aber nie stattfinden sollte, weil keiner den Gastgeber gefragt hat😂 Es war ein Tag mit ganz vielen Ups and Downs😁
    Am darauffolgenden Samstag schwor ich mir überhaupt nichts zu machen und die Wellness-Einrichtungen des Hotels zu genießen. Diese waren aber schlechter als schlecht. Die sogenannte Sauna war eigentlich ein Dampfbad. Der Whirlpool war arschkalt und sprudelte nicht. Nur der kleine Pool war benutzbar. Insgesamt war das eines der schlechtesten Hotels in dem wir jemals waren und absolut nicht sein Geld wert. Sophia vermutete, dass all das Budget in den Ausbau der Rezeption geflossen sein muss, da die wirklich sehr schön war und vermuten ließ, hier verbirgt sich ein gutes Hotel. Allerdings hatten die Zimmer alle kein Fenster, nur zum Hotelflur, die Duschen waren arschkalt, der Fernseher funktionierte nicht, wir hatte eine Küche im Zimmer ohne nur ein einziges Küchenutensil in den Schränken😂, der WLAN-Empfang reichte nicht bis in die Zimmer und alles hat nach Rauch gestunken. Keine 80$ Wert und mit der therotischen Möglichkeit von 20 Sekunden google-Recherche wäre es auch 100%ig sofort von uns aussortiert worden. Nachdem wir Nachmittags ein wenig durch die Innenstadt geschlendert waren, besuchten wir noch eine Indoor-Markthalle, bei der ich phänomenales Spanferkel mit Salat und Kartoffelecken für nur 4$ probieren durfte😍
    Makaber war allerdings der ausgestellte Schweinekopf in der Auslage🙈
    Abends stellte uns Raphi in der Hotellobby dann noch ein neues lieblings-Spiel von ihm vor, bei dem man mit 5 verschiedenen Würfeln, in verschiedenen Kategorien und Kombinationen, Punkte sammeln muss.
    Ein sehr cooles Spiel! "Ganz schön Clever" heißt es.
    Wir hatten am Abend beim Schlendern durch die Gassen einen DJ kennengelernt, der uns zu einer Party einlud, auf der er an dem Abend auflegte. Raphi und ich hatten um 1 Uhr noch die Motivation uns den Club, der 10 Minuten zu Fuß entfernt war, anzuschauen. Sophia war nicht mehr motiviert genug und zu müde und ging deshalb schlafen. Wie sich später herausstellen sollte nur ein Vorwand um an ihrem Jahrestaggeschenk für mich zu arbeiten❤️
    Der Club war dann erstmal eine Enttäuschung. Die Musik war zwar gut, aber es waren neben uns nur 5 andere Leute da. Wir unterhielten uns aber sehr gut mit dem DJ und seinen Freunden, so dass wir bis 3 Uhr blieben. Als die DJs dann mangels Publikum die Sachen packten und die Musik ausmachten, wollten wir gerade gehen. Auf einmal kamen aber erst 10, 20 dann 30 dann 40, 50 Leute in den Club geströmt. Um 3 Uhr morgens und die Musik war aus. Was hier vor sich ging wollten wir uns unbedingt noch anschauen. Wie sich herausstellte, handelte es sich dabei um die Meute einer anderen Party die um drei Uhr zu Ende war und hier die After-Party veranstaltete.
    In Ecuador gibt es eine gesetzliche Sperrstunde ab 3 Uhr morgens, ab der jede Bar oder Diskothek geschlossen werden muss. Allerdings sorgt das für das lustig bizarre Bild, dass die Innenstadt gesäumt ist mit Läden, die alle die Rollläden runtergezogen haben, aber trotzdem wabernde Bässe aus den Lokalen auf die Gehwege tönen. 😁
    Auch unser Club verschloss Tür und Riegel nach Einlass aller neuen Gäste und die Party begann von neuem. Keine 15 Minuten später klopfe es auf einmal lautstark gegen die Rollläden. Der Türsteher schrie den DJ an, er solle sofort die Musik ausschalten. Die Polizei stand vor der Tür. Zwischen Blaulicht und den Clubbesuchern lagen nur 2 Zentimeter dünne Rollläden und die Polizisten hörten garantiert jedes Wort der Meute. Der Clubbesitzer ging dann nach einigen Minuten ohne auf das Klopfen zu antworten zur Tür und sprach irgentetwas sehr schnelles auf Spanisch, gab den Männern vor der Tür 20$, die Polizei ging wieder und die Party konnte weiter gehen🤷‍♂️😅
    Welcome to South America😂
    Am nächsten Tag holten wir uns vor der Abreise noch schnell eine SIM-Karte für Ecuador und brachen dann auf Richtung ecuadorianischem Strand ins Surfer-Örtchen Montañita, wo wir auf Raphi's Unifreunde treffen wollten☺️
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    Traveler

    Sehr geiler Bericht. Ich hätte im Auto gepennt (-;

    Traveler

    Hallo, wir waren auch mal in Cuenca, eine herrliche Stadt. Von einem Hügel hat man Aussicht auf einen Vulcan, der sich oft in Wolken hüllt. Es war sehr schön dort, ihr entfacht mein Fernweh. Viel Spaß auf der Panamerikana, für Gert war es ein erhebendes Gefühl auf einer so langen Autobahn zu fahren.

     
  • Day152

    Piura: Nur eine Nacht & Ankunft in EC

    August 26 in Peru ⋅ ☀️ 27 °C

    Der Weg nach Cuenca in Ecuador von Trujillo aus war zu weit für einen Tag, vor allem weil wir ungern nachts fahren. Wir entschlossen uns also eine Nacht in Piura zu verbringen. Mehr kann zu dem Ort eigentlich schon gar nicht mehr gesagt werden, da wir im Dunkeln ankamen und nach dem Frühstück direkt losfuhren.
    Dominik und Raphi hatten schon vor Tagen Lust "Zimmer 1408", einen Horror-Psycho-Thriller, der ausgerechnet in einem Hotel spielt, zu gucken. Leider ging erst die Fernbedienung nicht und danach die Internetverbindung des TVs, also blieb mir dieses Filmerlebnis erspart.

    Wir schauten uns abends nochmal die Papiere für das Auto an und legten sie in der richtigen Reihenfolge zurecht. Wenn wir Glück hätten, würden Sie sich nur den Fahrzeugbrief und die Autorisation von Mark an uns anschauen und sich nicht groß darum kümmern, dass auf dem Fahrzeugbrief noch der alte Besitzer vor Mark darauf stand - ein Dankeschön an die chilenische Behörde, die seit einem halben Jahr daran arbeitet, den Besitzer umzutragen.

    Nach dem "Desayuno Americano" - ein kleines, rundes Brötchen mit etwas Marmelade, Butter, Rührei und Kaffee - machten wir uns auf zur Grenze. Mark hatte uns gesagt, dass es wohl gut sei kurz vor der Mittagspause dort zu sein, weil die Beamten dann keine Lust mehr auf großartige Kontrollen hätten und alles schneller gehen würde. Obwohl alles legal bei uns abläuft und wir nichts zu verbergen hatten, waren wir trotzdem etwas nervös. Würden sie uns wohlgesonnen sein? Wirkt unsere Story mit Freunden, die uns ihr Auto geliehen haben, wir aber keine Berechtigung von dem Besitzer haben, der auf dem Fahrzeugbrief steht, glaubwürdig genug? Unterstellen sie uns im allerschlimmsten Fall, dass wir das Auto geklaut haben? Und was passiert dann?
    Mit all diesen Fragen im Kopf kamen wir an der Grenze an. Der Mann, der uns heranwinkte und uns Fragen zu unserer Person und dem Auto stellte, war sehr sympathisch und konnte - Himmel sei Dank - Englisch. Nach 45 Minuten und kurzer Sichtkontrolle des Autos im Beifahrer- und Fahrerbereich und Reinschauen in den Kofferraum, hatten wir es schon geschafft und durften aus Peru ausreisen. Fünfzig Meter später folgte die Einreise nach Ecuador. Wir mussten das Auto parken und uns erstmal um uns selbst kümmern: Impfnachweise vorlegen und Reisepass stempeln. Danach war das Auto dran, aber alles lief viel unkomplizierter als gedacht - nach 45 Minuten Wartezeit bekamen wir alle Papiere zurück, eine Packung Bananenchips geschenkt und wurden mit "Buen viaje" (Gute Reise) verabschiedet. Niemand wollte das Auto von Innen checken. Wir hatten sogar Essen dabei, wobei die Einfuhr von frischen Produkten immer verboten ist - aber alles konnten wir behalten.

    Richtig happy fuhren wir los, fast fünf Stunden Richtung Cuenca. Man merkte direkt einen Unterschied zu Peru: Die Straßenränder waren nicht mehr von Plastik gesäumt und auch die vielen vielen gebauten Huckel, zur Drosselung der Geschwindigkeit, waren weg - die Schlaglochdichte blieb gleich, die Polizeikontrollen auch. Bei den ersten beiden Kontrollen wurden wir direkt zweimal angehalten und beide Male gaben uns ein unwohles Gefühl. Durch die erste Kontrolle waren wir eigentlich schon fast durch, aber wurden in letzter Sekunde doch noch rangewunken. Wir hatten das Gefühl, nachdem sie gesehen hatten, dass wir Touris waren. Der Beamte machte dann Stress, weil auf unserem Einreisedokument für das Auto wohl ein Buchstabe zu viel im Nummernschild stand - von den Grenzbehörden falsch eingetragen. Ein Blick auf den Fahrzeugbrief räumte das Problem dann aus, denn auf dem Brief war dieser zusätzliche Buchstabe zu finden, der auf dem Nummernschild nicht stand (warum auch immer!). Wir durften weiterfahren.
    Keine Stunde später wurden wir wieder angehalten und ein etwas zu freundlicher Beamte fragte uns, ob wir nicht was zu der Geburtstagstorte für seinen Kollegen, der morgen Geburtstag hätte, dazugeben wollen. Wir waren kurz verdutzt und fragten uns, ob das gerade wirklich passierte und der Polizist Geld von uns verlangte. Genau so war es. Ein Glück hatten wir vorher getankt und konnten dort nicht mit Karte zahlen, weshalb wir 15 Minuten zum nächsten Bankautomaten fahren mussten, um Bargeld zu holen. Hätten wir in der Situation kein Bargeld gehabt, wäre das sicher in diesem riesen SUV unglaubwürdig rübergekommen. Zum Glück stellten ihn schon zwei Dollar zufrieden und wir durften weiterfahren. Im Auto ging es dann viel um Korruption und wie froh wir darüber waren, in der Heimat so etwas nicht erleben zu müssen. Es gibt einem schon ein komisches Gefühl, wenn man von dem Gemüt des gegenüberstehendem Polizisten abhängig ist und Regeln und Gesetze keine Rolle spielen...

    Abgesehen von diesem Vorfall, war die Ankunft in Ecuador aber wunderschön. Die Berge sind dicht bewachsen und die Landschaft sah aus wie in einer Filmkulisse von Herr der Ringe. In den weniger bergigen Gegenden, reihen sich Bananenplantage an Bananenplantage. Die Banane ist hier ein Hauptbestandteil der lokalen Küche (Bolón ist mein Favorit: ein ecuadorianisches Frühstück bestehend aus Bananen-Kartoffel-Teig, der zu einem Ball geformt wird und angereichert werden kann mit Käse, Schinken oder Ei). Ich werde in Deutschland auf jeden Fall beim nächsten Banenenkauf darauf achten, woher sie kommen. Was mich außerdem schockiert hat: Wie viel Plastik beim Banenenanbau gebraucht wird. Jede einzelne Staude ist in eine Plastiktüte gepackt und zwischen den einzelnen Reihen hängt eine Spirale, die sie voneinander trennt. Wahnsinn! Was ein Müll und was eine Arbeit!
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  • Day151

    Trujillo: Erste spanische Stadt Perus

    August 25 in Peru ⋅ ⛅ 18 °C

    Unser vorletzter Stop in Peru, bevor es weiter nach Ecuador gehen sollte, war Trujillo.
    Es war die erste komplett von den Spaniern erbaute Stadt in der Kolonialzeit. Heute ist es die zweitgrößte des Landes. Leider konnten wir auch hier nur eine Nacht einplanen, weil wir noch ein bisschen Zeit in Ecuador mit Freunden von Raphi verbringen wollten, bevor sein Rückflug traurigerweise schon Anfang September aus Quito nach Hamburg ging.😪
    Wir wollten uns vor Verlassen des Landes unbedingt noch kulinarisch mit Peru versöhnen, nachdem jeder von uns mehrmals Magenprobleme bekommen hatte, als wir unterschiedlichste Dinge an unterschiedlichen Orten aßen. Wir glauben, dass die Sauberkeit die sichtbar überall in den Städten unterirdisch ist, auch dafür spricht, dass die Hygienebedingungen in den Küchen unseren Mägen einiges abverlangten. Alle Sorten von Fleisch wurden beispielsweise auf den Straßenmärkten ungekühlt den ganzen Tag, teilweise in der Sonne, gelagert. Und dort kaufen auch alle Restaurants ihre Produkte. 🤷‍♂️
    Aber wir haben es überlebt😅
    Wir suchten uns also eines der besten Restaurants der Stadt raus und wurden nicht enttäuscht. Bestes Essen bei bestem Wein seit Brasilien. 🤤
    Am nächsten Tag wollten wir unbedigt die Hauptstadt des präinker Chimu-Reiches, Chan Chan, besichtigen. Sie zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und liegt nur ein paar Kilometer westlich von Trujillo.
    Schon beim Hinweg mit dem Auto fing das große Staunen an. Man biegt von einer normalen Hauptstraße auf eine Schotterpiste ab und befindet sich quasi direkt inmitten alter Stadtmauern. Der aller größte Teil dieser ehmaligen größen Stadt des Kontinents und wahrscheinlich sogar zu der Zeit mit über 60.000 Bewohnern einer der größten der Welt, liegt immer noch unausgegraben unter Staub und Sand. Kein Wunder, denn Chan Chan erstreckte sich zu seiner Blütezeit zwischen 1300 und 1500 über 30km² Kilometer. Chan Chan konnte damals aufgrund ihrer ausgeklügelten Festigungsanlagen militärisch nicht von den angreifenden Inkas eingenommen werden. Erst der im Jahre 1470 taktisch clevere Schachzug den Fluss "Rio Moche" umzuleiten, der die gesamte Metropole mit Wasser versorgte, verursachte durch die ausgelöste Wasserknappheit so viel Schaden, dass sich die Chimu geschlagen geben mussten. Leider sorgten etliche Raubzüge der Inkas, der Spaniener (die sogar die Gräber aufbrachen, um die Grabbeigaben zu stehlen) und später sogar der Peruaner selbst dafür, dass außer der monströsen Gemäuer und ein wenig Keramik nicht mehr viel von der Chimu-Kultur übrig geblieben ist. In solchen Momenten denke ich immer, dass heute lebende Kulturen nie davon ausgehen würden, irgendwann einmal fast komplett aus den Geschichtsbüchern zu verschwinden. Doch auch Chan Chan wurde letztendlich aufgrund von immer verheerenderen Wetterphänomen die "El Nino" genannt werden und wohl Überschwemmungen biblischen Ausmaßes hervorbrachten, unbewohnbar für die damalige Bevölkerung. Höchst wahrscheinlich werden wir leider noch zu Lebzeiten solche schlagartigen Unbewohnbarkeiten von heutigen Metropolregionen durch Überschwemmungen und steigende Meeresspiegel hautnah miterleben🤷‍♂️
    Nur werden wir im Gegensatz zu den Chimu's die wissenschaftlichen Gründe kennen und trotzdem genauso hilflos dastehen.
    Ein grausamer Brauch der Chimu-Kultur, war das Opfern hunderter Menschen um die Götter nach Naturkatastrophen milde zu stimmen.
    Man hat beispielsweise auf einer Fläche von 700m² in der Nähe der Stadtmauern ein Massengrab mit 140 rituell getöteten Kindern zwischen 5 und 14 Jahren gefunden, in dem auch 200 geopferte Alpacas zu finden waren. Da die Brust aller Kinder geöffnet gewesen ist, geht man davon aus, dass die Priester den Kindern, die wahrscheinlich und hoffentlich und Drogeneinfluss betäubt waren, bei lebendigem Leibe das schlagende Herz aus der Brust entfernt wurde, um das größtmögliche Opfer zu erbringen, junges und vitales Leben. 😳
    Auch wenn ein König starb, wurden alle seine Frauen und Freunde, teilweise bis zu 150 Menschen, für den Herschenden getötet, um im Leben nach dem Tod wieder mit ihm vereint zu sein. Grausam.
    Aber auch höchst interessant, solche Ort mit eigenen Augen zu sehen und Erkenntnisse für das Leben heute daraus abzuleiten.😊
    Wir brachen nach dieser super informativen Führung weiter Richtung ecuadorianischer Grenze auf. 🚘
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    Traveler

    Wie gruselig 👻

     
  • Day150

    Huaraz: Magen-Darm-Wanderung & Ponchos

    August 24 in Peru ⋅ ☀️ 18 °C

    Huaraz gilt als die zweite Wanderhauptstadt Perus, neben Cousco (der Ausgangsort für Perus berühmteste Touristenattraktion, Machu Picchu). Die Stadt befindet sich in der Nähe des Nationalparks Huascarán, in dem man die meisten 6000er findet, unter anderem den höchsten Berg Perus mit 6.768 m und den, von einem Wandermagazin als schönsten Berg der Welt gekürten, Alpamayo.
    Nach der zehrenden Autofahrt von 10 Stunden für 270 km kamen wir im Dunkeln mit viel Hunger um 22 Uhr in Huaraz an und verbrachten den Abend bei Burger und Bier mit der Planung für die nächsten zwei Tage. Raphi hatte seine Mandelentzündung durch erfolgreiche Antibiotika-Behandlung zum Glück fast überstanden, trotzdem entschieden wir uns dafür, langsam mit dem Wandern einzusteigen und zur Lagune Radian zu laufen, von der aus man einen tollen Panoramablick auf die 6000er Berge im Nationalpark haben sollte. Die 13,6 km und 798 Höhenmeter kamen uns bei voller Sonneneinstrahlung dann aber doch anstrengender vor als gedacht, aber wir waren alle sehr happy: Der Blick auf die Berge war atemberaubend schön, ein Farmer schenkte uns frische Kartoffeln vom Berg (die wir leider mangels Küche und Schimmelbefall nie verwenden konnten) und wir freuten uns einfach über das Wetter und unsere erste gemeinsame Wanderung nach gut einer Woche zusammen.
    Um 18 Uhr waren wir wieder am Auto und machten uns auf den Weg zurück in die Stadt. Auf dem Weg dorthin begegneten uns zwei Tramper - Mutter und Sohn, die auf dem Berg in einem der vielen kleinen Dörfer Land- und Viehwirtschaft betreiben und ihre Familie in der Stadt besuchen wollten. Da wir zwei Plätze frei hatten, nahmen wir sie mit. Der Versuch eine flüssige Konversation im Auto aufzubauen war allerdings schwierig. Wir ergriffen immer wieder die Initiative mit vielen Fragen aber mehr als einsilbige Antworten geschweige denn Gegenfragen, war leider nicht aus ihnen rauszubekommen. Schade, denn über das Leben der einheimischen Landwirte hätten wir gerne mehr erfahren.

    Die Beobachtung aus dieser Situation hat sich in den nächsten Tagen und auch schon davor mehrmals wiederholt, weshalb wir zu dem Schluss kamen, die Peruaner - zumindest in den Bergen - sind ein relativ verschlossenes und schüchternes Volk, die uns nicht so sehr mit offenen Armen und Blicken empfingen wie beispielsweise die Brasilianer. Wir hörten auch öfter "Gringos"-Rufe während wir durch die Städte liefen oder hatten das Gefühl des Öfteren belächelt zu werden. Nach unserer nächsten Reifenpanne - dazu später mehr - brauchten wir eine neue Schraube für den Fahrradständer und die Mädels aus dem Laden kriegten sich vor Kichern kaum ein.

    An Abend nach der ersten Wanderung verschlug es uns wieder in eine der unzähligen Polloerias und danach ins Bett, denn der nächste Tag sollte früh starten, da wir zweieinhalb Stunden mit dem Auto bis zum Start des Trails fahren mussten.

    Natürlich schafften wir es nicht um 8 Uhr loszufahren und so begannen wir mit dem Aufstieg zur Laguna 69 erst um 12:00 Uhr. Schon 15 Minuten nachdem wir losgefahren waren, merkte ich, dass mir langsam übel wurde und mein Bauch sich immer mehr aufblähte. Das Gefühl ging auf den zwei Stunden Fahrt nicht weg, ganz im Gegenteil: Es wurde immer schlimmer. Aber ich wollte unbedingt die Lagune mit ihrem wunderschönen Blauton und dem Wasserfall vom Gletscher direkt ins Wasser sehen. Der Weg nach oben entpuppte sich dann als körperlich und psychisch schwierigste Wanderung meines Lebens - inklusive drei Wild-Klogängen, die allesamt keine Erleichterung brachten. Nach knapp vier Stunden und 200 Metern vor dem Ziel dachte ich, ich schaff' es nicht mehr. Zum Glück kam das Problem dann endlich oben raus und ich habe es danach bis zum Ende des Wanderweges geschafft. Mit der Belohnung, dem Blick auf den Gletschergipfel und die tiefblaue, klare Lagune, waren die Strapazen vom Anstieg schnell vergessen. Allerdings hatten wir aufgrund meines langsamen Tempos nicht mehr so viel Zeit, um die Lagune zu genießen. Damit wir nicht die halbe Strecke im Dunkeln bestreiten mussten, machten wir uns schnell wieder auf den Rückweg - diesmal ohne Zwischenfälle und ohne Bremsen, die Dominik auf dem Hinweg zur Weißglut gebracht hattet und er sich bei 25 Grad voller Sonneneinstrahlung die Wintermütze aufsetzte.

    Wir waren alle total geschafft vom Tag und ich freute mich schon so darauf, mich einfach aufs Bett zu werfen, ein bisschen Fernzusehen und Pizza zu bestellen. Aber so einfach sollte es nicht sein. Auf der Schotterstraße im Nationalpark machte es auf einmal laut "Peng". Hatten wir ein Tier todgefahren? Ist ein Stein unter's Auto geflogen? Wir blieben direkt stehen, stiegen aus uns sahen das Unglück sofort. Wieder der hintere, linke Reifen war komplett platt. Der erste Ärger war groß, aber Raphi's positive Art überstrahlte die negative Stimmung und so freuten wir uns über unseren ersten Platten im Hellen auf einem gesicherten Parkplatz, bei dem wir das ganze Wissen errungen hatten, um diese Situation schnell zu lösen. Zu unserem Pech oder auch Glück standen wir mitten auf der Straße und kein Auto kam mehr vorbei, weshalb der Mann in seinem Pick-Up keine andere Möglichkeit hatte uns zu helfen. Wir waren mittlerweile ein eingespieltes Team und die Panne war in etwa einer halben Stunde ausgeräumt und wir konnten endlich nach Hause. Was ein Tag!

    In der Unterkunft angekommen, fragten wir, ob wir eine Nacht verlängern könnten, um genug Zeit zu haben, einen neuen Reifen zu kaufen und Schrauben für den etwas schief hängenden Fahrradständer zu besorgen. Und das Wichtigste: Raphi hatte schon am ersten Tag nach seiner Ankunft erzählt, wie sehr er sich über die schönen Ponchos aus Peru freute und sich unbedingt so einen oder auch zwei holen wollte. Dafür hatte er sich extra in seinem kleinen Handgepäckskoffer noch etwas Platz gelassen.
    Reifen und Schrauben waren relativ schnell besorgt und wir machten uns auf zur von Raphi rausgesuchten Poncho-Route. In einer Straße mit Handgemachtem fanden wir allerdings nur Schmuck, Caps und Handschuhe und auch ein peruanischer Laden mit traditionellen Produkten war nur bei Google zu finden. Enttäuscht wollten wir uns schon auf den Weg zu einem Restaurant machen (diesmal keine Low-Budget-Polloeria!) und kamen an einem Marktplatz vorbei. Auf einem erblickten wir die große Aufschrift "Artesanales". Wir waren im Paradies der peruanischen Textilien angekommen und Raphi musste nach der ersten Runde erstmal zum Bankautomaten. Nach diesem Intensivshopping kamen wir alle drei mit bunten Mustern behangen wieder aus dem Laden heraus: Raphi und ich voll euphorisiert, Dominik peinlich berührt, weil wir aussahen wie die größten Touris.

    Für den nächsten Tag stand wieder Autofahren auf dem Plan. Wir mussten uns langsam etwas ranhalten, denn von Huaraz bis nach Quito waren es noch 1.580 km und wir hatten nur noch 10 Tage Zeit. Also mussten wir uns straight Richtung Norden halten - nächster Stopp: Truijllo.
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    Traveler

    Genau richtig 👍

     
  • Day146

    Huanuco: Zwischenstop mit Kultur

    August 20 in Peru ⋅ ⛅ 19 °C

    Die nächste Stadt, die wir leider nur für eine Nacht und einen Tag besuchten, war Huanuco. Die Stadt war auf unserem 16 stündigen Weg ausgehend von Huancayo ins größte nördliche Wandergebiet Perus, Huaraz, so zimlich auf der Hälfte des Weges. Außerdem fand Sophia eine spannend klingende alte Tempelanlage namens "Kotosh" in der Nähe der Stadt, die wir gerne besichtigen wollten.
    Wir kamen an einem Freitag Abend an, und wollten dementsprechend schauen, ob die Stadt am Wochenende etwas zu bieten hatte.
    Nach einem sehr guten Essen in einer der vielen Chifas, so werden hier die Restaurants mit chinesischer Küche genannt, schlenderten wir noch ein wenig in der Stadt durch die Gegend. Es war eine Bühne auf dem großen Marktplatz aufgebaut und wir konnten das erste Mal peruanischer Livemusik lauschen. ☺️
    Auch ein Casino hatte die Stadt zu bieten, was wir für einen kurzen Abstecher am Roulette-Tisch nutzten. Leider blieb das große Glück bei uns allen dreien aus😅 Also erstmal kein Casino-Gewinn ala Argentinien im März🤷‍♂️
    Wir wollten am nächsten Morgen relativ früh los, um nicht wieder mitten in der Nacht im nächsten Zielort, Huaraz, anzukommen. Spoiler auf den nächsten Footprint: hat nicht geklappt 😂
    Allerdings hatten wir auch nicht damit gerechnet, dass uns die Vor-Inkastätte Kotosh so sehr fesseln und wir dort knapp 2,5 Stunden verbringen würden.
    Es war laut der Aussage des Guides vor Ort besuchertechnisch ein ruhiger Tag, was für uns an diesem einzigen touristischen Ort in einer Region ohne wirkliche andere touristische Angebote, großes Glück war.
    Beim überqueren der Holzbrücke über einen kleinen Fluss zur alten Tempelanlage fing uns Lily, eine super sympathische Touristenführerin, ab und fing an uns in der gesamten Anlage herum zu führen. Sie sprach nur Spanisch, weshalb wir dieses Mal nicht nur nicken und lächeln konnten, wenn wir etwas nicht genau verstanden hatten, weil wir es live für Raphi übersetzen mussten😂 Hat aber für uns erfreulicherweise sehr gut geklappt. Wir werden immer sicherer im sprechen und verstehen☺️
    Lily nahm sich wirklich außerordentlich viel Zeit für uns und erklärte jedes kleinste Detail, weshalb wir uns schon fragten, ob die anderen Besucher, die langsam auch eingetrudelt waren, auch eine solche Führung bekommen, wenn wir fertig sind. Lustigerweise stellte sich nach der hochinteressanten Führung heraus, dass sie dachte, wir seien deutsche Archäologie-Studenten aus Lima und quasi auf Exkursion.😂 Die Ursache war ein kleiner Verständnisfehler meinerseits direkt zu Beginn. Sie fragte: "Seit ihr die Studenten aus Deutschland, die sich für die Tempelanlage interessieren?" Und ich hatte, bis auf die Tatsache, dass ich als einziger nicht studiere keine Einwände und sagte sowas wie: "Ja wir sind Studenten aus Deutschland und freuen uns auf die Dinge die wir hier erfahren werden" Naja, manche Fehler haben auch nur positive Auswirkungen 😅 Wir haben uns super mit Lily verstanden und sie hatte auch sichtlich Spaß uns in die Welt der damaligen Normadenfölker, die hier nur zu besonderen Anlässen zusammen kamen, mitzunehmen.
    Der Tempel soll um die 2.000 Jahre vor Christus entstanden sein, obwohl es sogar Skulpturenfunde an diesem Ort gab, die bis zu 15.000 Jahre vor Christus datiert werden können! 😲
    Hier ist auch einer der ältesten Werke andiner Kunst zu finden, eine männliche und weibliche Hand, die übereinander liegen. Dies interpretiert die Wissenschaft heute als Zeichen für Gleichberechtigung für Männer und Frauen in der damaligen Zeit. Auch sonst schien der Ort irgendwie mystische Energie zu besitzen. Die Touristenführerin versuchte uns immer wieder von der "Energie" zu überzeugen, die von diesem Ort ausging. An manchen Stellen waren wir tatsächlich überrascht und hatten nicht gleich logische, wissenschaftliche Antworten auf die Phänomene. Zum Beispiel sind wir alle an einem Punkt in der Mitte des Tempels ein Stück nach vorne zu einem bestimmten Punkt im Raum gewankt ohne zu wissen, dass das das ist, was sie als magische Anziehungskraft des Flusses durch ein Loch in der Tempelmauer bezeichnet. Die Faust war ein wichtiges Symbol in der damaligen Kultur und tatsächlich hatte der heilige Berg die Form einer Faust. An einem kleinen Rundplatz gab es in der Mitte eine Markierung und wenn man sich dort hinstellte, gab es Schall-Phänomene die wirklich faszinierend waren. Zugegeben hatten wir so perfekt symmetrische Klangräume schon vorher mal gesehen, aber das vor 4000 Jahren so eine Präzision vorhanden war, ist schon erstaunlich. 😲😊
    Es war ein gelungener Zwischenstop!
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  • Day145

    Huancayo: Höhenwanderung und Antibiotika

    August 19 in Peru ⋅ ⛅ 14 °C

    Aus irgendeinem Grund, verschlug es uns bisher in fast jedem Land mehr oder weniger zufällig in jede drittgrößte Stadt des Landes. So war es quasi ein Muss, dass diese aufkommende Tradition auch nicht in Peru abreißt und wir Huancayo einen Besuch abstatteten. Allerdings ging der Tag für uns in Huancavelica auf dem Weg zum Auto erstmal mit einem Schock los. Wir hatten den Wagen am Abend zuvor auf einem bewachten Parkplatz abgestellt und sahen bei der Ankunft direkt, dass das linke Hinterrad komplett platt war. 😬 Zum Glück lag der Reifenwechsel-Crashkurs mit Mark in Lima nicht einmal eine Woche zurück, so dass wir eigentlich dachten dieses Problem schnell lösen zu können. Der Wagenheber und das Werkzeug zum herunterkurbeln des Ersatzrades, haben wir bei der Übungsstunde in einem Seitenfach im Innenraum verstaut und hatten damals ein lautes metallisches Geräusch als "jetzt ist alles gut verstaut" interpretiert. Leider sahen wir nun den wahren Grund für das metalische klirren. Zwei wichtige Stangen des Wagenhebers und eine unabdingbare Stange des Werkzeugs um das Ersatzrad zu lösen, waren durch kleine Löcher und Schlitze in der Metallverkleidung des Autos unerreichbar hinter den Radkasten gefallen.🤷‍♂️
    Da wir an Ort und Stelle nicht die ganze Innenverkleidung abschrauben konnten, musste Raphi mit einem Nagel, Klopapier und Verständnis in Punkto Hebelkraft kreativ werden, so dass wir das Ersatzrad ohne die besagte Stange lösen konnten.
    Nach 2-3 Stunden und mehreren neuen Anläufen beim Aufbocken des Wagens (der Wagenheber scheint eher für die Achsen-Höhe von normalen PKWs, als von SUVs entworfen zu sein) hatten wir endlich den Reifen gewechselt und sogar einen Fachmann in der Stadt gefunden, der uns den kaputten Reifen, ausgelöst von einem winzigen Nagel, für unschlagbare 3€ reparierte. Wir mussten ein wenig über unsere eigene Unwissenheit schmunzeln, weil keiner von uns auch nur den leisesten Schimmer hatte, wie viel so eine Reifenreperatur wohl kosten würde und wir ohne weiteres auch mit 50€ einverstanden gewesen wären😅
    Nach dieser Odyssee ging es endlich los nach Huancayo, über monströse Berglandschaften, entlang an Flüssen und durch Täler. Die Autofahrten hier in Peru sind immer ein Highlight. Leider brauch man im Gegenzug auch teilweise für 30 Kilometer 1-2 Stunden Fahrzeit, weil die Straßen keine wirklichen sind und wir natürlich mit dem geliehenen Auto und dem gerade reparierten Reifen sehr vorsichtig fuhren.
    Endlich angekommen, luden wir das Auto aus und beschlossen in die Stadt zu fahren, um bei einer Pizzeria essen zu gehen.
    In Peru brauch man aber witzigerweise in den meisten Orten keine echten Taxis um von A nach B zu kommen. Alle Städte, vor allem die traditionelleren, sind dominiert von "Tuc Tuc's" die hier "Mototaxi" genannt werden. 😀 Für Sophia und mich das erste Mal in diesen oft selbstgebauten Rollern, Raphi ist damit schon häufiger in Asien gefahren.
    Raphi's Gesundheitszustand wurde leider auch durch gute Pizza und Wein nicht besser sondern schlechter, so dass er am nächsten Morgen aufgrund seiner immer stärker werdenden Halsentzündung nicht mit zur ersten großen Wanderung um die 5.000 Meter kommen konnte. Am nächsten Tag wurde es so schlimm, dass wir morgens beschlossen einen HNO-Arzt aufzusuchen, der ihm dann glücklicherweise viele gute Medikamente und auch Antibiotika verschrieb. Der Angriff auf das Bakterium zeigte schnell Wirkung, also beschlossen wir noch am selben Tag weiter Richtung Huanuco aufzubrechen.
    Die Wanderung zum Gletscher Cerro Jallacate, wegen der wir hauptsächlich nach Huancayo gekommen waren, war vielleicht meine persönliche Lieblings-Wanderung ever! 😍
    Nach gut einer Stunde Serpentinen-Straße waren wir auf 4000 Metern angekommen und mussten höchst erfreut feststellen, dass hier oben bis auf ein dutzend Einheimischer die hier in den Bergen im August und September Zeremonien abhalten, kein einziger Mensch, damit auch keine anderen Wanderer da waren!
    Der Rundweg, den wir gehen wollten, führt an 8 kleineren und größeren Lagunen vorbei. Im Hintergrund ragten diese gewaltigen Eismassen empor, die zwischenzeitlich selbst aus hunderten Metern Entfernung diese einmaligen, aber auch irgendwie ein bisschen gruseligen Geräusche hervorbringen, die durch die ständige Bewegung im Eis entstehen.
    Wie immer bei Wanderungem fällt es sehr schwer mit Worten zu beschreiben, wie schön unbedeutend man sich in Mitten solcher Natur fühlt und vor allem wie glücklich es macht, atemberaubende Gipfel durch eigene Körperkraft zu erklimmen und nicht einfach mit dem Auto hochzufahren. ☺️
    Aber die Bilder sprechen für sich! 🗻
    Leider standen wir direkt vor Gletschereis, als die Tracking-App uns auf 4.970 Metern maß. Also wird das knacken der 5.000 Meter bis auf weiteres verschoben.
    Ecuador hat auch sehr hohe Berge! 😊
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    Traveler

    Wahnsinnig schöne Bilder

    Traveler

    Ganz tolle Bilder

    Traveler

    Durch eure Worte und Bilder haben wir super tolle Eindrücke 🙋‍♀️

    Traveler

    Ich würde schon gerne ein Bild von eurer Eigenkreation in Sachen Wagenheber sehen 😜

     
  • Day144

    Huancavelica: Akklimatisieren, Mine&Inka

    August 18 in Peru ⋅ ☀️ 16 °C

    Schon der Weg nach Huancavelica war ein Erlebnis: Von der Wüstenlandschaft rund um Paracas war es nicht weit bis die Anden vor uns begannen und innerhalb von 2 Stunden knackten wir die 4000 Meter.
    Wir gönnten uns eine kleine Pause und genossen die Aussicht, merkten aber dass uns allen etwas schwindelig war und leichte Kopfschmerzen zu spüren waren. Nach der ersten Nacht waren die leichten Anzeichen von Höhenkrankheit zum Glück verflogen und wir schlenderten morgens durch das süße Städtchen, um Raphi eine SIM-Karte und alles für eine Guacamole zu besorgen. Für den Tag hatten wir uns vorgenommen zu der Mina de la Muerte (Mine des Todes) und einer Inka-Stätte zu fahren. In der Mine wurde vor 500 Jahren Quecksilber abgebaut, was 1000den Arbeitern das Leben kostete und daher ihren Namen bekam. Der Eingang in die Mine wurde verbarrikadiert und von einem großen "PELIGRO" (Gefahr) Schild geschützt. Eine Besichtigung des Inneren war also unmöglich. Aber auch die Beförderungsanlage, die dazu genutzt wurde, die abgebauten Rohstoffe nach Huancavelica zu befördern, und die Ruinen des alten Arbeiterdorfes Santa Barbara, waren beeindruckend. Wir waren die einzigen Touristen weit und breit, trotzdem hatte Stefan, ein alter Anwohner, uns entdeckt und begrüßte uns freulich in Peru und erzählte uns etwas über die Mine - wovon wir leider nur wenig verstanden.
    Mit dem Auto fuhren wir dann weiter zu einer Inka-Stätte, unsere kleine Machu Picchu Erfahrung. Auf Google-Maps war der Ort irgendwo im nirgendwo und als wir ihn endlich gefunden hatten, standen wir mit diesem riesigen SUV auf einem Privathof und waren uns unsicher, ob wir da richtig waren. Wir fühlen uns mit dem Auto immer mal wieder unwohl, wenn wir ankommen, um uns etwas anschauen und neben uns Kinder auf den Feldern arbeiten. Und dann auch noch mit diesem riesigen Auto, was den Wohlstand und priveligierte Situation direkt zeigt...

    Die Inka-Ruinen bestanden lediglich aus einer kleinen Steinmauer und einem Türrahmen. Mit Tourguides, die die passenden Infos bereitstellen können, sind solche historischen Orte auf jeden Fall spannender.

    Wieder zurück in Huancavelica wollten wir peruanisch Essen gehen, sind dann aber in einer Polloeria gelandet. So heißen hier die unzähligen Imbisse, in denen es keine Karte gibt und jeder Gast direkt ein halbes Hähnchen mit Pommes vor sich gestellt bekommt. Dabei gab es kein Wasser oder Bier zur Auswahl, sondern ein peruanischen Getränk aus lila-farbenem Mais - sehr süß und zu unserm Erstaunen: heiß. Fast wie Kinderpunsch.
    Interessante Kombination in jedem Fall.

    Am nächsten Morgen sollte es weitergehen nach Huancayo, wo wir endlich mal wieder wandern gehen wollten. ☺️
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    Traveler

    Immer wieder Chic das Erbstück ❣️

     

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