• Swen Ebinger
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Ein Jahr Auszeit

Südamerika - Corona - ??? Les mer
  • Salto - irgendwie heruntergekommen

    26. februar 2020, Uruguay ⋅ ☀️ 26 °C

    Salto, der Nachbarort zum argentinischen Concordia direkt am Rio Uruguay gelegen hatten wir an unserem ersten Tag in Uruguay zum Umsteigen genutzt, um nach Montevideo zu fahren. Bei der Fahrt durch die Stadt haben wir nicht viel gesehen, und auf dem Weg Richtung Norden wollten wir nicht gleich wieder eine tagesfüllende Busfahrt auf uns nehmen. Also habe wir uns entschieden noch einmal in Salto Halt zu machen.
    In Salto kann man viel entdecken: Die Region ist bekannt für ihre Heidelbeeren und Zitrusfrüchte, ihre Thermen (wie auch Concordia) und die Stadt hat einen kleinen Zoo, einen kleinen Hafen und es wird auch Karneval gefeiert.
    Das doofe an der Stadt und an den paar Tagen die wir hier sind: Es ist keine Erntezeit für Heidelbeeren oder Zitrusfrüchte, der Karneval ist einen Tag zuvor zu Ende gegangen, am Hafen war die Karnevalsfeier und ansonsten wird dieser anscheinend nicht mehr genutzt. Leider war es in der Stadt wie sooft hier in Südamerika, dass auch die Touristinformation keine Hilfe. Angeblich kann man die Plantagen besuchen, einen Hinweis darauf wo sie sind und wie man sie erreicht, bekommen wir nicht.
    Letztendlich bleibt uns der Zoobesuch. Im Nachhinein wissen wir: den hätten wir uns auch schenken können. Der Zoo ist Mitte der 1970er Jahre eröffnet worden. So sieht er leider auch aus. Die Gehege sind wenig bis gar nicht gepflegt und teilweise zu klein, den Tieren wird das Futter teilweise nicht einmal vernünftig vorbereitet, einig Tiere wie zum Beispiel ein kleiner Papagei sind offensichtlich nicht ganz gesund. Auch dass der Eintritt für diesen Zoo kostenfrei ist, hilft da nicht. Wir hätten lieber ein paar Pesos bezahlt, anstatt die Tiere so zu sehen. Das einzig positive an dem Zoo ist die Auswahl der Tiere: bis auf Tiger, Löwen und Dromedar besteht diese ausnahmslos aus Tieren, die hier heimisch sind.
    Die weitere Zeit in Salto nutzen wir dazu ins die Stadt anzuschauen, die teilweise nicht wirklich einladend aussieht. An einem Park haben wir das Gefühl, dass sich jede Gehwegplatte, die wir betreten, bewegt. Am letzten Tag unseres Aufenthalts in Salto gehen wir wegen der inzwischen wieder hohen Temperaturen einfach nur spazieren und setzen uns in einen Park mit Aussicht auf die Stadt. Der wenig gepflegt scheinende Park hat tatsächlich einen großen Kinderspielplatz, den wir aber erst abends beim Verlassen finden.
    Salto wird mir zumindest nicht positiv in Erinnerung bleiben, da es hier einfach nichts gab, woran es sich für mich positiv zu erinnern lohnt.
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  • Artigas und Quaraí - Ein Träumchen

    1. mars 2020, Brasil ⋅ ☀️ 30 °C

    Unser wenig schöner Aufenthalt in Salto liegt hinter uns, es kann nur besser werden! Dachte ich.... nach der reibungslosen Busfahrt nach Artigas, dem ersten Fußweg zur Touristinformation direkt an der Grenze zu Brasilien, vielen - dieses Mal guten und hilfreichen - Informationen von Julio (so hieß der Mitarbeiter dort), haben wir uns für den nächsten Tag erst einmal Tickets für eine Tour zu einer Amethyst-Mine gebucht. Die Region ist bekannt für ihre außergewöhnlichen Amethyste, die in die ganze Welt verkauft werden.
    Anschließend wollten wir zu unserer Unterkunft in der Nähe von Quaraí, der Stadt auf der brasilianischen Seite der Grenze. So ganz ohne Kenntnisse in Portugiesisch und mit einer Wegbeschreibung statt einer Adresse war es schwierig einen Taxifahrer zu überzeugen uns zu unserer Unterkunft zu bringen. Nach einigen Anläufen, bei denen ich schon die Geduld und auch ein wenig die Fassung verloren hatte (will hier keiner arbeiten und Geld verdienen? - liegts an mir oder an Brasilien, dass wir nicht zueinanderfinden?), haben wir einen Taxifahrer gefunden, der uns zur Unterkunft brachte. Der Hof einige Kilometer außerhalb der Stadt ist am Ende eines Schotterweges und liegt auf einem kleinen Hügel. Von diesem kann man in alle Himmelsrichtungen schauen: nach Norden Richtung Quaraí, nach Osten und Südenit tolöem Blick in die Landschaft, nach Westen Richtung Uruguay, Artigas, dem Grenzfluss Rio Quaraí und natürlich dem Sonnenuntergang. Einfach traumhaft!
    Die Häuser und unser Zimmer an sich wirkten zwar etwas heruntergekommen, aber die Lage und die Ruhe, die dieser Hof ausstrahlten entschädigten mich sofort für die Strapazen der Anreise.
    Am nächsten Tag machten wir uns mit dem Sonnenaufgang auf den Weg nach Artigas um die Amethyst-Mine zu besuchen. Unsere Tour (wir waren die einzigen Teilnehmer führte uns zunächst zur Verarbeitung der Steine. Hier wurden wir von einem der Inhaber (4. Generation der Familie) geführt und trauten unseren Augen kaum: riesige Mengen an lilafarbenen Steinen, die transportfertig aufgereiht standen, nach Größe sortiert. Ein Stein wird mir hier wohl auf ewig in Erinnerung bleiben: Ein Stein so groß, dass zwei ausgewachsene, sich umarmende Menschen darin Platz finden und dennoch nicht anstoßen! Nach der Verarbeitung wurden wir zur Mine gefahren. Dort haben wir trotz mangelndem spanisch unseren Tour-Guide sehr gut verstanden und waren beeindruckt, wie einfach manche Steine zu unterscheiden sind. Im Außenbereich durften wir sogar noch nach Steinen suchen, und wenn wir sie finden auch mitnehmen.
    Das war ein toller und interessanter Tag mit vielen schönen Eindrücken und sogar einigen gefundenen Amethysten :)
    Die weiteren Tage in unserer Unterkunft haben wir einfach mal die Ruhe und die Wärme (bis zu 33 Grad) genossen. Wir sind auf dem Hof geblieben, haben lediglich auf dem Hof-eigenen Tennisplatz ein wenig den Ball hin- und hergespielt, die Tiere (Pferde, Esel, Hühner, Katzen, Hunde, Rinder, Kolibri...) beobachtet, oder auf dem Schotterweg nach weiteren lila Steinchen gesucht.
    Diese Unterkunft hatte insgesamt viel für uns bereitgehalten: neben den ganzen großen Tieren gab es auch kleinere, die uns besucht haben: Mäuse, die nachts an unseren Nudelpackungen geraschelt haben, ein Kolibri der fast zum Anfassen an uns herangeflogen ist oder auch eine Schlange, die uns beim Frühstück beobachtete. Das ganze war ein kleines Abenteuer in unserem großen Abenteuer. Aber ein tolles, das ich nicht vergessen werde.
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  • Rivera - Sommer

    6. mars 2020, Uruguay ⋅ ☀️ 27 °C

    Zurück aus Brasilien wollten wir unbedingt zum Gaucho-Festival nach Tacuarembó. Irgendwie scheint dieses Festival sich aber sehr großer Beliebtheit zu erfreuen, so dass selbst über Booking und Airbnb die für uns bezahlbaren Unterkünfte ausgebucht sind. Nach längerer Suche haben wir uns dann für eine Unterkunft in Rivera entschieden. Von dort aus fahren fast stündlich Busse und einmal am Tag sogar eine Bahn nach Tacuarembó. Ein weiterer Vorteil: die Stadt ist über die einzige „offene“ Grenze mit der brasilianischen Stadt Santana do Livramento verbunden. An allen anderen Grenzübergängen muss man durch eine Kontrollstelle, um in das Land zu dürfen, hier gibt es keine und auch weder einen Grenzfluss noch einen Grenzzaun, der die beiden Städte trennt. Hier gibt es einen gemeinsamen Park, in dem man ohne es zu merken das Land wechseln kann. Ok, merken tut man es doch, wenn auf der anderen Seite des Parks plötzlich nicht mehr spanisch, sondern portugiesisch gesprochen wird und wir wirklich gar nichts mehr verstehen...
    Die Tage in Rivera und Santana do Livramento sind vor allem geprägt durch die durchgehend hohen Temperaturen (bis 37 Grad) und tagsüber nur Sonne. Außerdem glaube ich haben wir beide in unserem Leben noch nie so viele Grenzen überschritten, wie an den Tagen in den beiden Städten. Besonders an einem Tag, an d wir einen Spaziergang zum Cerro do Caqueiro gemacht haben, sind wir bestimmt insgesamt 30 mal in jedes Land ein- un wieder ausgereist.
    Die Zeit in Rivera war schön. Wir konnten hier nochmal richtig Sonne tanken, es uns gutgehen lassen und haben die Wärme und damit auch die letzten Züge des Sommers genossen.
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  • Fiesta de la Patria Gaucha

    7. mars 2020, Uruguay ⋅ ☀️ 28 °C

    Einmal im Jahr findet in Tacuarembó ein Gaucho Festival statt. Julia ist durch Recherchen im Internet darauf aufmerksam geworden und es stand schnell fest, dass wir uns das auch mal anschauen wollen.
    An insgesamt zwei Tagen sind wir von unserer Unterkunft Rivera in die etwa 2 Stunden entfernte Stadt gefahren. Einmal mit dem Bus, ein zweites Mal mit der Bahn (zumindest die Hinfahrt). Die Bahnfahrt war definitiv ein Erlebnis, da es in den Regionen von Südamerika, die wir bisher besucht haben, kaum noch Bahnverkehr gibt, haben wir bisher immer die Möglichkeit genutzt, diese auch mal zu fahren. Nun also wieder. Selbst, wenn wir dafür schon um 5:45 Uhr am Bahnhof sein mussten.
    Bei dem Gaucho Festival, oder wie es offiziell heißt Fiesta de la Patria Gaucha, haben wir am Donnerstag verschiedene Wettbewerbe in der Arena auf dem Festival-Gelände gesehen, z.B. das Fohlenrennen. Der grundsätzliche Umgang mit den Pferden ist dabei selbst für mich als Laien zumindest fragwürdig, aber vielleicht ist das ja hier oder bei diesem Festival auch normal. Auf jeden Fall schienen wir die einzigen zu sein, die sich daran gestört haben. Die Wettbewerbe sind zum Teil spektakulär, zum Teil aber auch sehr langwierig. Alles in allem aber erschließen sich uns in einigen die Regeln nicht ausschließlich vol Zuschauen, was für uns die Bewertung schwierig macht.
    Bei unserem zweiten Besuch des Festivals haben wir uns die große Parade angeschaut. Dort sind mehr als 4.000 Pferde dabei, die die Paradestrecke in den einzelnen Gruppen der Vereine zurücklegen. Wir hatten einen angenehmen Platz im Schatten und konnten die Parade relativ entspannt (abgesehen von einigen komischen Leuten, die ständig vor die Kamera springen, weil sie unbedingt ein Foto machen müssen) verfolgen.
    Das Festival war eine tolle Erfahrung, die dennoch mit gemischten Gefühlen verbunden sein wird. Die Stimmung war sehr gelöst und die Menschen unglaublich freundlich. Ebenfalls in Erinnerung wird uns aber das Essen auf dem Festival bleiben: von auf riesigen Gittern über Lagerfeuern gegartem Fleisch (super lecker) über eine ganz neue Art von Kebab (war eher ein Wrap mit Scheibchen von aufgespießter Hähnchenbrust) und nicht ganz fertig frittierten Pommes war vieles dabei, das meiste aber war seeeeeeehr lecker.
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  • Colonia del Sacramento - historisch

    13. mars 2020, Uruguay ⋅ ☀️ 28 °C

    Auf dem Weg vom Norden in Richtung Argentinien waren wir lange auf der Suche nach einem, vielleicht zwei Zwischenstopps. Am Ende haben wir uns für eine Fahrt über Nacht von Rivera nach Montevideo entschieden, um von dort nach Colonia del Sacramento zu fahren.
    Die Stadt am Rio de la Plata hat eine Altstadt, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Die alten Häuser, engen Gassen und die alte Zugbrücke sin in der Tat sehr beeindruckend und geben uns das Gefühl in einer Welt zu sein. Insgesamt ist diese Stadt sehr ruhig und von dem touristischen Ansturm, den wir ein wenig erwartet haben, ist nicht viel zu sehen. Im Nachhinein, jetzt wo ich den Footprint mit zwei Wochen Abstand schreibe, weiß ich auch, warum. Es sind bereits Auswirkungen der Corona-Krise...
    Dennoch ist es toll durch die kleine Altstadt zu spazieren und sich die historischen Häuser anzuschauen.
    Aber in Colonia gibt es noch weiteres zu entdecken. Zum Beispiel sind wir an einem Tag zur alten Stierkampf-Arena spaziert. Vorbei am Colonia-Schriftzug, immer entlang an der Uferpromenade. Die Arena wird gerade restauriert und in einen Veranstaltungsort umgewandelt. Die Baustelle ist zum Teil zu besichtigen und es ist die einzige Möglichkeit in das Innere der Arena zu schauen. Leider ist die Führung nur auf spanisch und die Führerin spricht so schnell, dass wir wenig verstehen. Dennoch ist auch die Arena sehr beeindruckend.
    Colonia del Sacramento bleibt mir als eine gemütliche Kleinstadt in Erinnerung. Sie ist aber für uns auch der Start unserer Rückkehr nach Argentinien. Am 14.03. nehmen wir die Fähre nach Buenos Aires....
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  • BA - Großstadt im... Sommerschlaf?

    19. mars 2020, Argentina ⋅ ☀️ 22 °C

    Die Rückkehr nach Argentinien stand seit unserer Ankunft am Hafen von Colonia del Sacramento im Zeichen des Coronavirus. Schon dort sind erste Maßnahmen getroffen, damit die Reisenden Abstand zu einander halten. Vor betreten der Fähre stehen Mitarbeiter, die jedem Reisenden Desinfektionsmittel zum Einschmieren auf die Hände geben. Auf der Fähre tragen die meisten Mitarbeiter Mundschutz und Handschuhe. Eine etwas befremdliche Situation, aber als wir von der Fähre wieder runter sind, die ganzen Corona-Hinweisschilder im Empfangsbereich hinter uns haben, ist der Spuk zunächst auch wieder vorbei. Wir suchen uns eine Bushaltestelle und wollen zunächst Richtung Hauptbahnhof und Busbahnhof fahren. Im Bus stellen wir fest, dass die öffentlichen Verkehrsmittel in der Stadt nur noch bargeldlos mit einer eigens dafür eingeführten Karte funktioniert. Diese war am Hafen leider nicht erhältlich, der Busfahrer ist aber so nett uns trotzdem mitzunehmen. Am Busbahnhof angekommen kaufen wir uns erst einmal so eine Karte und können seitdem regulär die Busse nutzen.
    Auch an unseren ersten Tagen haben wir immer mal wieder den einen oder anderen Hinweis erhalten, dass das Coronavirus auch hier Thema ist. Bei unserem Besuch im japanischen Garten (wundervoller Ort, mit grandiosem Essen, um einen ganzen Tag zu verbringen) waren nur noch Besucher unter 65 Jahren zugelassen, einen Tag später war bei der Touristeninformation zu lesen, dass diese Stellen wegen des Viruses bis auf weiteres nicht mehr besetzt sind, wieder zwei Tage später waren die U-Bahnen nicht mehr zugänglich. Nach und nach wurden Sehenswürdigkeiten und Parks geschlossen und sogar die Sportgeräte in einigen öffentlichen Parks wurden für die Benutzung gesperrt.
    Die Straßen kamen uns schon bei der Ankunft in der Stadt seltsam leer vor für eine Millionenmetropole. Nachdem so nach und nach die Attraktionen geschlossen oder gesperrt wurden, die wir uns anschauen wollten, kam die Nachricht unseres Gastgebers am 20.03. zwar von der Uhrzeit (21:30 Uhr) aber nicht mehr grundsätzlich überraschend: Ab 00:00 Uhr herrscht landesweit eine allgemeine Ausgangssperre!
    Seitdem sind wir in unserer kleinen Wohnung in Buenos Aires und gehen lediglich zum Einkaufen auf die Straße.
    Leider hat seit der Ausgangssperre auch unser Lieblings-Eisladen Rapanui, ein paar Blocks entfernt, geschlossen. Immerhin konnten wir uns als fast letzte Kunden noch vor der Schließung ein Eis dort holen und uns damit den Start in die Ausgangssperre etwas versüßen.
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  • BA - Ausgangssperre

    28. mars 2020, Argentina ⋅ ⛅ 25 °C

    Die erste Frage nach Beginn der Ausgangssperre: „Was machen wir denn jetzt?“
    Nach mehreren Tagen kann ich sagen: Keine Ahnung, aber die Zeit ist irgendwie vergangen...
    Wir haben natürlich schon eine Menge gemacht, aber wenn man die Sachen dann alle mal aufschreibt und dann unsere To-Do-Liste daneben hält, was wir so machen wollten... haben wir irgendwie bisher nicht „geschafft“.
    Wir haben mit Freunden und Verwandten zum Teil längst überfällige Video-Telefonate geführt, haben Spiele gespielt, Reisetagebücher nachgeführt, Footprints geschrieben, waren Einkaufen, haben Essen gekocht (mal lecker von Julia, mal weniger lecker von mir) waren auch mal baden (Ja, wir haben sogar eine Badewanne in der Wohnung!!), Julia hat auch mal gebastelt, haben Pläne geschmiedet, wohin es nach der Ausgangssperre am besten weitergehen soll...
    So richtig zufriedenstellend ist das nicht, aber wir haben ja noch ein paar Tage bis zum Ende und dann schauen wir einfach weiter.
    Eines steht aber schon fest: wir werden nach dem Ende der Ausgangssperre auf jeden Fall die Freiheit genießen und wieder jeden Tag so viel Zeit wie möglich draußen verbringen.
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  • BA - Ausgangssperre Teil 2

    23. april 2020, Argentina ⋅ ☁️ 20 °C

    Ausgangssperre in Argentinien. Oder wie sie es hier von behördlicher Seite nennen: verwaltete und obligatorische Quarantäne.
    Seit nunmehr 5 Wochen leben auch wir mit diesen Umständen. Wir schreiben mittlerweile kaum noch To-Do-Listen. Lohnt ja doch nicht, weil ist doch egal ob man etwas schafft oder nicht... und morgen ist man ja auch zu Hause und kann das machen.
    Wir spielen Spiele, lassen weiter unsere Reise Revue passieren, schwelgen in Erinnerungen und schauen uns auch mal Statistiken an, die das Handy aufzeichnet. Zum Beispiel wie viel wir pro Tag während unserer bisherigen Reise zu Fuß unterwegs waren. Das sind Zahlen, die zum Teil beeindruckend sind. Manchmal rufen diese Zahlen schmerzende Füße und schmerzliche Fußmärsche in Erinnerung zurück, aber auch tolle Erlebnisse. Die Zahlen zeigen aber auch die Auswirkungen der Ausgangssperre. Maximal noch zum Einkaufen gehen zu können ist hier deutlich sichtbar.
    Trotzdem haben wir die Zuversicht noch nicht verloren und glauben daran unsere Reise weiter fortsetzen zu können. Die Frage ist nur: Wann?
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  • BA - Ausgangssperre Teil 3

    26. mai 2020, Argentina ⋅ ☀️ 14 °C

    Ausgangssperre.... ein Wort, von dem wir vor Wochen dachten, dass es uns nicht lange begleiten wird. Jetzt hoffen wir allerdings schon seit fast 10 Wochen, dass sich daran etwas ändert. Im Moment ist nichts in Sicht, was uns für eine schnelle Weiterreise planen lässt. Aber träumen können wir noch: Wir suchen inzwischen nach Freiwilligenarbeit, so dass uns nicht noch mehr die Decke auf den Kopf fällt. Wenn es nach uns geht, können wir für diese Arbeit dann sogar woanders hinfahren. Denn rauszukommen aus Buenos Aires wäre bei der derzeitigen Lage (über 90% der täglich neuen Fälle werden in der Stadt und der Provinz Buenos Aires gemeldet) eine gute Chance, dass wir in naher Zukunft wieder mehr von diesem tollen Land sehen können.
    Wohin wir als nächstes fahren, wenn wir hier wegkommen ist uns eigentlich egal. Es gibt überall etwas zu entdecken und die Landschaft in den verschiedenen Teilen Argentiniens bietet sicherlich viele Möglichkeiten sich zu beschäftigen.
    Ansonsten gibt es in einer Ausgangssperre, in der man nur für Besorgungen des täglichen Bedarfs auf die Straße darf nicht viel zu berichten. Wir haben uns aber ein Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Spiel aufgemalt und mit den Würfeln als Spielfiguren auch schon einige Runden gespielt. Nächstes Projekt fürs Spielen: Mastermind.
    Mal schauen, was uns sonst noch so einfällt...
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  • BA - Abreise

    4. juni 2020, Argentina ⋅ 🌙 11 °C

    Heute ist es tatsächlich so weit: Wir brechen unsere Reise durch Südamerika wegen der Corona-Pandemie vorzeitig ab. In einem Zeitungsartikel von letzter Woche, hieß es nach über 10 Wochen Ausgangssperre: Es werden von den Behörden der Stadt Buenos Aires noch weitere 6-10 Wochen Ausgangssperre erwartet und der Höhepunkt der Pandemie kommt erst noch....
    Das hat uns nun zum Umdenken bewegt. Ebenso die Aussicht, schnell einen Flug erwischen zu können, da am 04.06. ein Sonderflug der Lufthansa von Buenos Aires nach Frankfurt angesetzt war. Mit ständigem Aktualisieren der Internetseite der Deutschen Botschaft in Argentinien, schnellem Schreiben an die Lufthansa und einem bisschen Glück sitzen wir nun am Flughafen Ezeiza und warten auf das Boarding.
    Im Kopf laufen die Gedanken: Was machen wir, wenn wir zurück und aus der Quarantäne (ja, wir müssen auch in Deutschland erst einmal noch 2 Wochen rumsitzen, aber wir haben ja Übung) raus sind? Haben wir die Zelte zu früh oder gar zu spät hier abgebrochen? Was haben wir alles verpasst? Werden wir jemals die Chance haben wieder zu kommen?
    Im Moment können wir die Fragen nicht beantworten. Wir können nur in den Flieger steigen und nach vorne schauen.
    Bis bald 👋🏻
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  • Frankfurt - Zwischenstop

    5. juni 2020, Tyskland ⋅ 🌧 12 °C

    Nach einem mehr als 12-stündigen Flug sind wir in Frankfurt gelandet. Nach einer erneuten Sicherheitskontrolle warten wir nun auf den Flug nach Hamburg. Die Wartezeit von etwa 4 Stunden verbringen wir mit Essen, Mezzo Mix trinken und Skat spielen.
    Gleich geht es weiter und dann beginnt ein neuer Abschnitt dieses Jahres für uns.
    Adios „Ein Jahr in Südamerika“. Bienvenido „Ein Jahr Auszeit“.
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  • Heimat - Neue Planungen

    5. juni 2020, Tyskland ⋅ 🌧 9 °C

    Wir sind zurück in Deutschland. Schneller als gedacht, aber immerhin gesund und munter. Naja, munter noch ein bisschen, weil wir erst spät abends angekommen sind und nach etwa 30 Stunden seit unserem Abschied aus der Wohnung in Buenos Aires kaum geschlafen haben.
    Nun aber sind wir zurück in der Heimat. Und es empfängt uns das typische Hamburger Wetter.
    Wir wurden am Flughafen abgeholt und in unsere Quarantäne-Unterkunft gebracht.
    Die Quarantäne verbringen wir nun bei meinen Eltern. In den zwei Wochen wollen wir nun planen, was wir den Rest des Jahres mit unserer neuen Freiheit anstellen werden. Es gibt viele Ideen, Ansätze und auch schon konkretes. Nur ein festes Ziel haben wir noch nicht. Das wird sich wohl aber auch erst ergeben, wenn die Reisehinweise in Europa und von der Bundesregierung am 15.06. aktualisiert werden.
    Bis dahin werden wir das tun, was wir in den letzten Wochen auch schon gemacht haben: abwarten....
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  • Ein neues Abenteuer

    14. juli 2020, Danmark ⋅ 🌧 16 °C

    Es geht wieder los! Heute sind wir nach 5 1/2 Wochen wieder losgefahren. Mit einem neuen (gebrauchten) Auto, viel Gepäck und guter Laune ging es von Pinneberg aus los in Richtung Dänemark. Dänemark ist das 7. Land (Deutschland mal ausgenommen), in das wir in diesem Jahr reisen. Und so viel sei vorweg genommen: es ist nicht das letzte... Die nächsten 7 Tage sind wir aber erst einmal hier.
    An unserem ersten Tag haben wir bei einem Loppehuset in Kruså und einem Kirppu in Kølding angehalten, haben bei Sunset Boulevard lecker gegessen und sind zu unserer Unterkunft kn Udby gefahren. Hier in der Region verbringen wir die ersten Tage unseres neuen Abenteuers.
    Wenn das Wetter mitspielt werden wir tolle Sachen anschauen können, wenn nicht.... finden wir andere spannende Orte.
    Wir lassen uns in jedem Fall überraschen.
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  • Abfahrt nach Island

    21. juli 2020, Danmark ⋅ ⛅ 15 °C

    Nach einer Woche in Dänemark mit schönen Eindrücken unter anderem aus Odense, Aarhus, Skagen und Blockhus, sind wir auf der Norröna angekommen, dem Schiff, dass uns nach Island bringen wird. Zu unserer großen Freude hat Island im Laufe der Woche die Einreisebedingungen unter anderem für Deutsche geändert, so dass wir um den befürchteten Corona-Test am Hafen in Hirtshals herumgekommen sind.
    An Bord angekommen beziehen wir unsere Kabine und gehen kurz darauf an Deck um beim Auslaufen dabei zuzusehen, wie wir Dänemark vorerst zurücklassen 👋🏻
    Wir freuen uns auf Island!
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  • Ankunft in Island

    23. juli 2020, Island ⋅ ☁️ 8 °C

    Die Schifffahrt war ein echtes Erlebnis! Wir hatten eine wunderbar ruhige Nordsee, keine Wellen und konnten so sogar mehrfach Delfine und auch Wale sichten. Auch wenn uns bei der Walbeobachtung und Einordnung (aufgrund der Entfernung zur Fähre) die Übung fehlt und wir nicht eindeutig die Rückenflosse zuordnen konnten, war das ein tolles Highlight!
    Aber auch die Küsten von Norwegen, den Shetlandinseln und den Färöern waren toll anzusehen und bei dem guten Wetter von Deck aus zu genießen.
    Auf den Färöern, genauer gesagt in Thorshavn hat die Fähre noch die zwischenzeitlich abgeladenen Reisenden (Samstag ab Hirtshals, nicht wie wir am Dienstag) wieder aufgenommen und dann die Fahrt nach Island fortgesetzt.
    In Island sind wir durch den ersten für uns sehr beeindruckenden Fjord nach Seydisfjördur reingefahren. Die hohen Berge, die teils nicht bis zur Spitze sichtbar, in Wolken versteckt waren, teils auch noch schneebedeckte Bereiche haben, sind sehr eindrucksvoll gewesen. Und beim Thema Schnee fällt vielleicht schon auf: es ist kalt!
    Die ersten Tage haben wir eine Unterkunft in Eskifjördur gehabt. Von dort aus konnten wir die ersten Ausflüge unternehmen und uns an den windigen und kühlen Isländischen Sommer ein bisschen gewöhnen.
    Wir haben festgestellt, dass Wasserfälle nahezu überall in den Ostfjorden zu sehen sind und uns die größten auch angeschaut, haben Wanderungen unternommen und in einem Informationszentrum über die Flora und Fauna informieren können.
    Ein Highlight war auf jeden Fall der Ausflug nach Borgarfjördur. Hier, bzw. im benachtarten Bakkagerdi konnten wir Puffins (Papageitaucher) beobachten. Das sind wirklich knuffige kleine Vögel, die man sofort ins Herz schließt.
    Als nächstes geht unsere Reise dann weiter in den Nordosten.
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  • Bakkafjördur - Wale!!!!!

    29. juli 2020, Island ⋅ ☀️ 9 °C

    Als wir in unserer Unterkunft in Bakkafjördur ankamen - ein altes Schulgebäude - waren wir überglücklich. Der Tag mit der langen Fahrt von Eskifjördur nach Bakkafjördur führte uns vorbei an einem beeindruckenden Wasserfall (Rjúkandifoss) und an dem Stuðlagil Canyon. Zu dem Wasserfall gab es einen kurzen Wanderweg weg von der Ringstraße (eine asphaltierte Straße, die einmal um die Insel führt). Zu dem Canyon gab es zwei Wanderwege. Einen, zu dem uns Google führte, und einen, den wir von dem ersten Wanderweg sehen konnten, aber weder wussten, wo er begann, noch wie weit er verlief.
    Wir schauten uns also den Canyon an, der zugegebenermaßen seeeehr beeindruckend war (siehe Fotos), fragten uns aber immer, wo all die Leute auf der anderen Seite herkamen. Auf unserer Fahrt zurück zur Ringstraße haben wir dann den kleinen Parkplatz mit einer Brücke zur anderen Seite des Canyons gefunden, haben dort geparkt und sind auf dieser Seite (nun geschätzte 4-5km) zurück zu dem Punkt gelaufen, den wir vorher betrachteten. Wir haben dann festgestellt: hier ist es sogar noch schöner, den Canyon zu betrachten. Nachdem wir dann wieder beim Auto waren, sind wir die noch restlichen etwa 90 Minuten nach Bakkafjördur gefahren und nach dem Einchecken in die Unterkunft auch bald ins Bett gefallen.
    Von Bakkafjördur aus haben wir ein paar mehr oder weniger kleine Touren unternommen. Die größte führte uns über den Pass Hellisheiði. Nachdem wir über Serpentinen den Berg hinauffuhren und kurzzeitig mit dem Kopf in den Wolken waren, führte der Weg auf der anderen Seite ebenfalls über Serpentinen wieder hinunter und wir wurden mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt! Diesen Ausblick kann man weder beschreiben noch in Worte fassen. Es war einfach unfassbar!
    Den kleinsten Ausflug, den wir unternommen haben, führte uns an das Ufer des Fjordes, an dem Bakkafjördur liegt. Am vorletzten Tag unseres Aufenthaltes haben wir auf der Wanderung zum Leuchtturm durch Zufall Wale entdecken können. Am letzten Tag haben wir uns also nichts vorgenommen, als am Fjord zu sitzen und Wale zu beobachten. Und auch hier wurden wir wieder von der Natur belohnt mit atemberaubenden Aktionen der Wale!
    Bakkafjördur hat uns wirklich begeistert und uns total in seinen Bann gezogen. Und das, obwohl dieser Ort eigentlich nichts zu bieten hat und total verschlafen ist. Manchmal braucht es eben nicht viel...
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  • Islands Norden

    3. august 2020, Island ⋅ ☁️ 9 °C

    Von Bakkafjördur aus haben wir uns auf den Weg nach Háls gemacht. Das ist eine Farm mitten im Norden Islands.
    Auf der Fahrt haben wir versucht immer am Wasser entlang zu fahren und konnten so viele tolle Orte und Sehenswürdigkeiten sehen. Wir waren in Thorshöfn, Raufarhöfn, haben den Arctic Henge angeschaut, waren am Leuchtturm Raufarhafnatangi und haben von dort den Polarkreis erahnt. Der Leuchtturm ist an dem nördlichsten Punkt von Islands „Festland“ und nur 3km vom Polarkreis entfernt.
    Auf der weiteren Fahrt an der Küste entlang sind wir schlussendlich in Húsavík angekommen. In der Stadt werden Walbeobachtungs-Touren angeboten. Wir hatten wunderbares Wetter und wollten uns einfach mal erkundigen, ob an den nächsten zwei Tagen auf den Abendtouren noch Plätze frei sind. In dem Ticketbüro wurden wir informiert, dass es an dem Abend (also heute) eine Sondertour wegen des Wetters und wegen der am nächsten Tag verschärften Corona-Regeln geben wird. Also haben wir kurzerhand in unserer neuen Unterkunft angerufen, gefragt, ob wir auch erst gegen Mitternacht einchecken können, und nach der Zusage mal spontan zwei Tickets für die Tour gebucht. Was soll ich sagen? Es hat sich gelohnt! Wir haben einen Buckelwal gesehen, der keine 5m Abstand zum Boot mehr hatte, einen Buckelwal, der seinen Schwanz auf die Wasseroberfläche klatscht, einen springenden Buckelwal, einen Zwergwal und mehrere Delfine, die sogar Junge dabei hatten! Die Fahrt war also ein voller Erfolg und das bei einem herrlichen Sonnenuntergang.
    Die weiteren Tage in der Unterkunft haben wir genutzt, um in der Umgebung viele tolle Sachen zu sehen:
    Wandern in Ásbirgy, bewundern von diversen Wasserfällen (Hafragilsfoss, Dettifoss, Selfoss, Godafoss, Aldeyjarfoss, Hrafnabjargafoss), haben den Myvatn besucht, sind auf dem Kraterrand eines Vulkans gelaufen, haben ein Schwefelfeld besucht (es stinkt höllisch dort) und haben versucht in einen anderen Vulkankrater zu schauen, um den türkisen Kratersee zu sehen. Leider war dieser von den Wolken fast komplett verdeckt. Wir haben auch noch viel mehr gemacht und gesehen, wie zum Beispiel das Wal-Museum in Húsavík besucht und.... das dauert jetzt zu lange, das auch noch aufzuführen ;-)
    Es war schön und spannend im Norden. Leider wurde das Wetter nach unserer Walbeobachtung immer schlechter.
    Nun hoffen wir, dass es bei unserem nächsten Stopp in Siglufjördur wieder besser wird.
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