Anne in the Jungle

Joined May 2017
  • Day72

    Mondlandung

    December 2 in Colombia ⋅ ☁️ 30 °C

    Früh am Morgen wurden wir zum zweiten Mal von Nathan, unserem Tourguide, abgeholt. Heute geht es für uns in den zweiten Teil der Tatacoa-Wüste. Nach 40 Minuten Fahrtzeit kamen wir in der grauen Wüste an. Aufgrund der unterirdischen Flüsse werden die Mineralien im Wasser weitergespült, weshalb sich dieser Sandstein nicht rostrot färbt. Heute bekamen wir die unterschiedlichsten Kakteen zu Gesicht. Nathan erklärte uns ihre Namen, welche Früchte sie tragen und wie sie wachsen. Eine Kaktusart begleitete uns den ganzen Vormittag. Es ist das Schwiegermutterkissen, welche Chili ähnliche Früchte trägt. Die Frucht gehört zur Familie der Drachenfrucht und gleicht ihr auch im Geschmack. Ihr Fruchtfleisch ist durchsichtig und enthält kleine schwarze Kerne. Durch ihre pinke Färbung, genau wie die Blüten des Kaktus, ist sie in der grauen Wüste sehr auffallend. Von nun an zogen wir wie Farmer durch die Wüste und ernteten jede kleine Frucht aus dem Wattehaupt des Schwiegermutterkissens. Da sie nur 5 Tage zum Wachsen brauchen, hatten wir keine Scharm den nächsten Gästen etwas wegzuessen. Wir zogen zwischen den hohen Sandsteinspalten durch die teilweise engen Schluchten des Canyons und stießen zum Schluss auf einige versteinerte Baumstämme. Eine kleine Fahrt mit dem Auto brachte uns zu einem nächsten Teil der grauen Zone. Diese war mit ihren unzähligen Felsformationen noch beeindruckender. Wir waren von den Kunstwerken der Natur und dieser Landschaft fasziniert. Durch ihre gräuliche Färbung und den verschiedensten Formen hatten wir das Gefühl auf dem Mond zu spazieren. Da Sandstein witterungsbedingt abgetragen wird, sind diese Formationen ständig im Wandel. Erst vor drei Jahren ist ein großer Sandsteinfels zusammengebrochen. Die Hitze in der Wüste wurde zum Mittag immer unerträglicher. Eine Abkühlung nahte. Die Kolumbianer bauten einen Pool in Mitten des Sandsteingeländes, von dem man eine sehr gute Sicht über die Wüste hatte. Da wir unsere Badesachen vergaßen, genossen wir die Pause im Schatten, bis es wieder zurück nach Villaviaje ging. Wir legten nach dem langen sonnigen Spaziergang am Vormittag eine kleine Ruhepause ein, bevor wir uns ein sehr leckeres Mittag schmecken ließen. Lisa war mit ihrer Entscheidung der Referendariatsplatzsituation etwas überfordert und holte sich via Telefon Unterstützung von zu Haus. Anne hatte etwas mit der vielen Sonne vom Vormittag zu kämpfen, nutzte aber ebenfalls die Zeit mit ihren Liebsten zu Haus und nahm am späten Nachmittag nach einem Blick in den Himmel schließlich unsere Abendplanung in Angriff. 18:30 Uhr brachte uns ein Tuktuk zum Observatorium. Oben auf dem Dach des Hauses stand ein Teleskop. Bereits bei unserer Ankunft waren zwei Mitarbeiter des Observatoriums mit dem Einstellen des Teleskops beschäftigt und schon sollte es los gehen. Zunächst sahen wir Venus, ein einfacher großer Lichtball. Jeder durfte einmal hindurchschauen bevor wir das nächste Objekt in den Blick nahmen. Saturn flashte uns ziemlich. Wir konnten tatsächlich den Planeten und seinen Ring sehen. Und schließlich sahen wir unseren beeindruckenden Mond. Mit dem Teleskop waren sogar die Krater seiner Oberfläche erkennbar. Noch verrückter ist die Tatsache, dass wir mit unseren Handys diesen Anblick sogar festhalten konnten. Sitzend mit dem Blick in den Himmel, wurden uns einige von insgesamt 88 Sternenbildern, die man hier sehen kann, erklärt. Wir sahen außerdem Bilder unterschiedlicher Galaxien und dessen rot-blaue Färbung und warfen einen Blick zu dem Ort, an dem die Sterne geboren werden. Mit der Unvorstellbarkeit, dass wir mit Blick zu den Sternen in die Vergangenheit schauen, gingen wir schließlich ins Bett.Read more

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  • Day71

    Hitze & Trockenheit, aber keine Wüste?

    December 1 in Colombia ⋅ ⛅ 29 °C

    Die Nacht im Bus wurde lang und anstrengend. Wir fanden keine gute Schlafposition in den unbequemen Sitzen und die Klimaanlage sorgte dafür, dass wir trotz langer Sachen froren. Als wir morgens in Neiva ankamen, waren wir froh, dass wir wenigstens für ein paar Stunden in der Nacht Schlaf bekamen. Am Busbahnhof mussten wir in ein Colectivo umsteigen. Leider hatten wir Pech, dass so früh am Morgen wenig Leute mitfahren wollten, sodass wir eineinhalb Stunden warten mussten bis alle Plätze besetzt waren und wir endlich losfahren konnten. Nach einer Stunde Fahrtzeit kamen wir in der Wüstenstadt Villavieja an. Wir konnten zum Glück schon früh ins Hostel einchecken, um in unseren großen, bequemen Betten den fehlenden Schlaf nachzuholen. Anne konnte nach den guten Ergebnissen der Handballspiele ihrer Heimmannschaften besonders glücklich einschlafen. Um nicht den ganzen Tag im Bett zu verbringen, weckte uns um 12:30 Uhr der Wecker. Voller Aufregung machten wir uns fertig für die Tatacoa-Wüste. Mit einem Kleinbus ging es Richtung Wüste. Zuvor machten wir Halt in einer Hütte mit vielen Souvenirs, wo wir uns einen frischen Kaktussaft schmecken ließen. Der Weg zur Tatacoa-Wüste war nun nicht mehr weit. An dieser Stelle müssen wir zunächst richtigstellen, dass es sich gar nicht um eine echte Wüste handelt, sondern einen tropischen Trockenwald. Das Gebiet wird im Volksmund jedoch als Wüste bezeichnet. Die Wolken regnen sich in den umgebenen hohen Bergen ab, sodass kaum Niederschlag auf die 330 km² Tatacoa fällt. Das Ergebnis sind einzigartige Sandgebilde, die sich durch Wind und Wasser verformen. Im Boden enthaltenes Eisen reagiert mit dem Sauerstoff der Luft und gibt dem ganzen Naturschauspiel seine rostrote Farbe. Wir waren beeindruckt und kamen aus dem Staunen nicht heraus. In der Dämmerung veränderten sich die warmen Rottöne bis wir irgendwann nur noch die Umrisse der Felsen sehen konnten und uns wieder auf den Rückweg machten.Read more

  • Day70

    Cali auf eigene Faust

    November 30 in Colombia ⋅ ⛅ 28 °C

    Wir haben uns für den heutigen Nachtbus Richtung Villaviaje entschieden, welcher erst um 20:30 Uhr abfährt und uns einen weiteren ganzen Tag in Cali ermöglichte. Wir verabschiedeten uns von unseren "vier Wänden", checkten aus und lagerten unser Gepäck im Hostel. Trotz der vergangenen Tage haben wir noch nicht alles in der Stadt gesehen. Mit Turnschuhen an den Füßen begann unser kleiner Stadtbummel. In der Stadt waren die Kolumbianer fleißig dabei, große weihnachtliche Installationen aufzubauen und die Gegend mit unendlich vielen Lichtern zu schmücken. Wir sahen den Caleños bei ihrem Samstagstreiben zu, während wir uns Lulada und Champús gönnten. Obwohl es dem Namen des französischen Schaumweins sehr ähnlich ist, ist Champús ein Getränk bestehend aus Mais, Lulo, Ananas und Limette.
    Anschließend statteten wir Calis Goldmuseum einen Besuch ab. Dieses gab uns Aufschluss über deren frühere Besiedlung von Stämmen, welche bereits um 1500 Gold verarbeiteten. Zum Mittag kehrten wir in ein bekanntes vegetarische Restaurant ein und machten uns mit gefüllten Mägen auf den Weg zu einer Kirche auf einem Berg. Die Aussicht über Cali und die bunten Vögel ließen uns bis zu unserer Abfahrt auf einer Mauer des Parkes verweilen. Neben uns nahm nach einer Weile ein Kolumbianer Platz, welcher sehr an unserer Kultur interessiert war. Unsere vier Jahreszeiten faszinierten ihn jedoch am meisten, da diese in Kolumbien nicht existieren. Es gibt lediglich zwei Regen- und zwei Trockenzeit.
    Schließlich verabschiedeten wir uns, holten unsere Sachen und setzen uns in ein Taxi in Richtung Busterminal. Die Tickets nach Neiva waren schnell gekauft. So verbrachten wir zwei letzte Stunden in Cali mit lesen und rätseln, bevor wir unsere Plätze im Bus einnahmen.
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  • Day69

    Wir wollen doch nur tanzen

    November 29 in Colombia ⋅ ⛅ 28 °C

    Yoga am Morgen schien für uns beide der perfekte Start in den Tag zu sein. Leider mussten wir an der Rezeption des Hostels feststellen, dass die Yogastunde heute ausfällt. Wir schnappten uns trotzdem zwei Yogamatten und improvisierten mit einem Turtorial auf YouTube. Nach einigen Kraftübungen und Verränkungen wussten wir was wir gemacht haben und kühlten uns anschließend im Pool ab. Mehr erzählenswertes passierte tagsüber nicht. Wir gammelten lediglich etwas auf den bequemen Sofas im Hostel rum. Abends wollten wir gerne in Calis berüchtigtes Nachtleben starten. Wir fieberten schon den ganzen Tag auf unseren langersehnten Salsabend hin. In der Happy Hour im Hostel genossen wir einen Mojito und bestellten später noch ein Bier. Leider blieben wir auch heute Abend zu zweit, sodass wir uns nicht vor die Tür trauten. Nichtsdestotrotz hatten wir einen tollen Abend und schnatterten bis in die späten Stunden.Read more

  • Day68

    Cali - Wer bist du?

    November 28 in Colombia ⋅ ⛅ 30 °C

    Dieser Morgen begann mit einem perfekten Frühstück im Bett. Anne machte die leckersten Pancakes und dazu gab es eine Schale mit frischem Obst. Heute wollten wir durch eine Freewalking Tour etwas mehr über Cali erfahren. Aufgrund der Proteste der vorherigen Woche, sind in der Stadt leider immer noch wenige Reisende unterwegs. Das machte sich bei der Teilnehmernanzahl der Tour sehr bemerkbar. Wir beide starteten mit zwei Guides und wollten auf dem Weg zum Startpunkt noch Gäste einsammeln. Wir holten jedoch nur noch einen Kanadier ab und waren somit vollständig. In den nächsten drei Stunden erfuhren wir etwas über die Geschichte Calis sowie über die Herkunft des Salsas und eine berühmte Salsaband "Niche" der 70er aus der Stadt. Wir liefen durch die Fußgängerzone Calis, probierten Lulada (ein Getränk aus der Frucht Lulo) und schauten uns einige wichtige Bauten an.
    Unser Hunger verschlug uns nach der Tour zu einem großen Foodmarket, bei dem es neben dem reichhaltigen Angebot an frischen Obst und Gemüse auch Restaurants gab. Wir aßen in einer großen Halle im Restaurant 'Basilia'. Die Küche gewann bereits mehrere Preise und soll Kolumbien bei einem Kochduell in Mexiko vertreten. Wir aßen das 'Menú del día' für umgerechnet 3,50 Euro, was für uns jedoch geschmacklich nicht besser war als andere.
    Anschließend ließen wir uns durch die riesigen Hallen leiten und waren von dem vielfältigen Angebot an frischem Obst, Gemüse und Kräutern sowie Haushaltswaren und einer großen Fleischabteilung fasziniert. Hier hätten wir sogar unser eigenes Huhn kaufen können. Wir probierten neues Obst und füllten unsere Rucksäcke mit leckeren Sachen. Den Rückweg entschieden wir zu Fuß zu beschreiten und fielen, zurück im Hostel, geplättet in unsere Betten.
    Den Abend gestalteten wir mit Filmen und Chips, da die übriggebliebene Guacamole schließlich weg musste. ;)
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  • Day67

    Tanze Salsa mit mir

    November 27 in Colombia ⋅ ⛅ 27 °C

    Heute Morgen gab's ein leckeres Frühstück mit frischem Obst und Rührei im Bett. Diesen Luxus konnten wir uns in unseren 'eigenen' vier Wänden gönnen. Lisa brachte anschließend bei einer privaten Yogastunde ihren Körper und Geist in Schwung, während Anne in die Heimat  telefonierte. Die Ausschreitungen bei den Protesten in der letzten Woche waren in Cali etwas heftiger und zeigten immernoch Nachwehen. Wir mussten deswegen erst einmal ausloten, wie und wohin wir uns bewegen konnten. Zuvor hatten wir schon von Einheimischen gehört, dass wir uns keine Sorgen machen brauchten. Trotzdem war uns bei der ganzen Sachen etwas mulmig zu Mute. Als eine Mitarbeiterin im Hostel auch bestätigte, dass man sich frei bewegen kann, machten wir uns auf den Weg zu einem Supermarkt, um für die nächsten Tage einzukaufen. Unterwegs war von keinen Protesten etwas zu hören oder zu sehen. Auf dem Rückweg kauften wir in einer kleinen Bäckerei zwei Schokobrownies, die es später in unserer Wohnung zum Kaffee gab. Die Ruhe nutzten wir danach für Telefonate in die Heimat bis die Zeit zu einem Salsakurs im Hostel drängte. Da wir noch nichts gegessen hatten, kochten wir uns vorher schnell Reis & Curry, schafften es aber nicht mehr vor Beginn der Tanzstunde zu essen. Der Tanzlehrer ließ dann ewig auf sich warten, da er im Feierabendverkehr feststeckte. Wir konnten zwischendurch zum Glück mit dem Curry unsere Bäuche füllen, kamen anschließend jedoch etwas zu spät zur Tanzstunde. So viel hatten wir noch nicht verpasst, sodass wir im Takt "1, 2, 3...5, 6, 7" die Schritte und Drehungen schnell aufholen konnten. Unsere Fortschritte hätten wir gerne in einem Club vertieft, jedoch waren durch die Proteste kaum Gäste im Hostel und wir wollten nicht alleine ins Nachtleben aufbrechen. So ließen wir uns von einer Amerikanerin eine Bar mit überteuerten Preisen, aber tollem Ausblick zeigen. Letztendlich blieb es dort bei dem Ausblick, den wir genossen. Wir entschieden uns für einen Filmabend mit Nachos & Cola in unserem gemütlichen Doppelbett.Read more

  • Day66

    Einmal Luxus, bitte!

    November 26 in Colombia ⋅ ⛅ 28 °C

    Mit Sack und Pack warteten wir gemeinsam mit Josef im Hostel auf Claudia, um uns von beiden verabschieden zu können. Nach einer Tasse Kaffee und ein paar Streicheleinheiten für Otto, brachten sie uns quer durch den Park zu einer Ecke, wo unser Bus abfahren sollte. Mit dem Erscheinen des Busses rückte leider auch der Abschied näher. Wir beluden unsere Körper mit allen Taschen und drückten zuerst Claudia zur Verabschiedung. Im Augenwinkel sahen wir wie der Bus plötzlich ohne uns loszufahren begann, obwohl wir mit vollbeladenen Gepäck definitiv als Fahrgäste zu identifizieren waren. Etwas panisch, ob der Bus nur vor- oder wirklich abfährt, sprangen wir in der Eile und aus Angst hinein. Der Busfahrer ließ uns keine Zeit Josef zum Abschied in den Arm zu nehmen. Er wäre tatsächlich einfach abgefahren. Somit mussten wir Josef leider mit einem schnellen Winken und einem "Good bye" aus dem Bus zurücklassen. Manchmal soll ja ein schneller Abschied besser sein, aber eine persönlichere Verabschiedung hätten wir uns schon gewünscht.
    Nach einer 4 h Busfahrt erreichten wir schließlich Cali- die Stadt des Salsas. Worauf wir uns bei der Ankunft zunächst am meisten freuten, war jedoch nicht das Salsatanzen. Wir haben uns nach 2 Monaten das erste Mal den Luxus gegönnt ein Apartment zu mieten. Mit einem Grinsen von einem Ohr zum anderen betraten wir unser neues Zuhause.
    Anstelle von einem Zimmer mit 4-5 Doppelstockbetten begrüßte uns ein einzig großes Doppelbett, eine saubere moderne Küche, die zum größten Teil ungenutzt war sowie ein eigenes Bad, welches nur von uns beiden benutzt wird. Ein weiteres Highlight, welches uns zum ersten Mal auf unserer Reise begegnete, war ein riesiger Wandschrank. Er wird uns die nächsten Tage das Gefühl geben, nicht "aus dem Rucksack" zu leben. Die Sachen bekommen endlich etwas mehr Luft.
    In unserem Apartment werden wir die nächsten Nächte nicht von heimkehrenden Partygängern oder einem lauten Schnarchen geweckt und im Bad können wir uns endlich etwas Zeit nehmen, ohne im Hinterkopf zu haben, das Bad gerade für 9 weitere Gäste zu blockieren. Glücklich und hungrig steuerten wir das nächste Restaurant in unserer Umgebung an und freuten uns über eine vegetarische Lasagne. Neben dem ganzen fritierten Essen war dies eine gute und ebenfalls sehr leckere Abwechslung. Ein letzter Gang zum Kiosk, um etwas zum Frühstück zu kaufen, beendete unseren Tag und ließ uns die erste Nacht in unserem neuen Zuhause genießen.
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  • Day65

    Was für ein Affenstreich

    November 25 in Colombia ⋅ ⛅ 24 °C

    In der Nähe von Filandia kann man in einem Reservat mit etwas Glück rote Brüllaffen sehen. Diese wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und blieben noch für eine Nacht. Josef verabredete sich für den Ausflug mit einem seiner Freunde, der uns dort hinfahren wollte. Leider sagte dieser morgens spontan ab, sodass wir unseren Plan für den Tag komplett umwerfen mussten. Auf eigene Faust konnten wir dort leider nicht hinfahren, weil das Reservat aufgrund der matschigen Straßen nur mit einem Jeep zu erreichen ist. Wir beide liehen uns stattdessen Fahrräder in unserem Hostel aus und rollten die bergigen Straßen abwerts, hinaus aus Filandia. Mit dem Fahrtwind im Gesicht genossen wir die kurvige Abfahrt auf unseren sportlichen Mountainbikes. Bei einem kleinen Anstieg war die Radtour plötzlich vorbei als sich Annes Kette beim Schalten verhakte und dabei durchriss. Ans schnelle Reparieren war nicht zu denken, da ein Teil, welches die Kette zusammenhalten sollte, fehlte. Der Ort für diesen Unfall hätte blöder gar nicht sein können, da wir nun für den Rückweg den ganzen Berg hochschieben mussten. Zum Glück trafen wir ein Stück weiter auf einen Mann, der trotz des fehlenden Teils die Kette wieder aufzog und provisorisch zusammensteckte. Ein paar hundert Meter konnte Anne so weiterfahren bis die Kette wieder auseinanderriss. Anne probierte sie nochmal zu reparieren, aber das Ende der Kette war nun so stark verbogen, dass man es nicht mehr zusammenstecken konnte. Es hieß also von nun an wirklich schieben. Eine Stunde später sind wir schweißgebadet am Hostel angekommen und wurden überraschender Weise lachend vom Hostelangestellten empfangen. Der konnte es gar nicht glauben und brach in herzliches Gelächter aus. Als er sich wieder eingekriegt hat, sagte er, dass wir uns keine Sorgen machen brauchen wegen der Reparatur und der anfallenden Kosten. Wir gingen beruhigt einen Sandwich essen, da wir durch den ungeplanten Spaziergang ganz schönen großen Hunger hatten. Als wir wieder zurück ins Hostel kamen, gingen Josef und Anne mit dem kaputten Fahrrad zu einer Werkstatt. Anne sollte doch die Hälfte der Kosten übernehmen und war schon besorgt darüber, wie teuer die Reparatur werden würde. Zur großen Erleichterung kostete sie umgerechnet nur 8€. Zum Abendbrot waren wir mit Claudia zum Abschiedsessen verabredet. Sie sagte leider ab. Zusammen mit Josef hatten wir dann trotzdem noch einen gemütlichen Abend in einer Pizzeria.Read more

  • Day64

    Gemütlicher Sonntagsbummel

    November 24 in Colombia ⋅ ⛅ 22 °C

    Nach unserer Reise in Kolumbien werden sich unsere Wege trennen. Während Lisa heimfliegt, verschlägt es Anne nach Guatemala. Um dort intensiver spanisch zu lernen und die Kultur besser kennenzulernen sowie etwas Geld zu sparen, bewarb sie sich auf mehrere Workaway-Stellen. Heute morgen hatte sie schließlich eine Videotelefonat für einen Platz in Guatemala, bei dem sich beide Seiten kennenlernen konnten. Anne wurde das Projekt sowie die Anforderungen an die freiwilligen Helfer vor Ort vorgestellt. Es handelt sich um ein Projekt, in dem Jugendlichen Englisch beigebracht werden soll und kleinere Kinder in lehrreichen Angeboten betreut werden sollen. Alles in allem hörte es sich sehr gut, sodass sich Anne am nächsten Morgen entschied, das Projekt zu unterstützen. Den weiteren Tag gingen wir entspannt an und verbrachten ein bisschen Zeit im Hostel, bevor wir durch die Straßen und kleinen Geschäfte Filandias schlenderten. An einem Sonntag herrscht ein reges Treiben in dieser kleinen Stadt. Viele Kolumbianer aus den umliegenden Städten kommen auf einen Besuch am Wochenende vorbei. Eine kleine Rast legten wir in einem Restaurant ein, um unseren Hunger zu stillen. Auf unserem Heimweg kauften wir noch Kaffee als Mitbringsel für Claudia, die uns zum Abendessen zu ihrer Farm einlud. Zurück im Hostel nahmen wir uns noch kurz Zeit für unsere Liebsten zu Hause. Anschließend sammelten wir Josef ein und machten uns zu Fuß auf den Weg zu Claudia. Der Fußmarsch sollte laut Josef etwa eine Stunde dauern. Nach über 40 Minuten fragten wir ihn wie weit es noch sei und waren erstaunt, dass wir noch nicht einmal die Hälfte des Weges erreicht haben sollten. Wir wunderten uns wie weit es wohl noch sei oder ob er sich vielleicht einen Spaß mit uns erlaubte. Wir wollten Claudias Farm schließlich gern bei Tageslicht sehen. Es war mittlerweile schon fast 17 Uhr. Wohl gemerkt, dass die Sonne 17:30 Uhr untergeht und es in Kolumbien kurz nach 6 Uhr bereits dunkel ist. Schließlich kam ein Bus auf uns zu und auf Josefs anraten, sprangen wir alle drei hinein. Wir fuhren tatsächlich noch ein ganz schönes Stück und hätten die Farm wahrscheinlich erst in der Dämmerung erreicht.
    Vier unterschiedliche Hunde begrüßten uns bei unserer Ankunft und meldeten uns bei Claudia lautstark an. Sie empfing uns herzlich mit offenen Armen und zeigte uns mit Stolz ihre Farm. Diese ist mit reichhaltigen Obstsorten bewachsen wie Avocados, Mandarinen und Limetten. Außerdem wachsen in der Erde Yukawurzeln und an Palmen in der Höhe Plátanos. Ein kleines Paradies in der Nähe der Stadt. Sie lebt allein in ihrer Finka, die wir nach der Gartenrunde besichtigten. Sie ist mit einer kleinen Küche, einem Wohn- und Essbereich ausgestattet sowie einem Gästezimmer und einem Schlafzimmer mit jeweiligem Bad. Zum Abendessen servierte Claudia uns einen köstlich frisch zubereiteten Salat sowie Reis mit Meeresfrüchten. Während des Essens erzählten Josef und Claudia Geschichten aus ihrem Leben und hörten beeindruckt zu bis uns Claudia zurück zum Hostel fuhr.
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  • Day63

    Ein unvergesslicher Geburtstag

    November 23 in Colombia ⋅ ⛅ 16 °C

    Zuhause in Deutschland wartete Lisas Familie schon ganz aufgeregt darauf, dass sie aus ihren Träumen erwacht. Sie brauchten sich nicht lange gedulden, da Lisa heute besonders früh aus den Federn fiel. Eine ganz besondere Überraschung hat Joni für sie vorbereitet. Während ihres Geburtstagstelefonats tauchten plötzlich gemeinsame Freunde im Bild der Kamera auf und sangen ein Geburtstagsständchen für sie. Sie war vor Freude völlig überrumpelt, so viele ihrer Liebsten bereits am Morgen zu sehen. Nach den herzlichen Telefonaten frühstückten wir gemeinsam mit Josef und einem lieben Hostelangestellten. Eine Geburtstagstorte, frisch gepresster Orangensaft und passende Deko sorgten dabei für ein heiteres Geburtstagsfeeling. Erst als Claudia, eine langjährige kolumbianische Freundin von Josef, auftauchte, machten wir uns schnell für den Tag fertig. Sie holte uns für einen Ausflug nach Salento und ins anliegende Cocora Valley ab. Bereits während der Autofahrt konnten wir uns manchmal mit den beiden langjährigen Freunden auf den Vordersitzen vor Lachen kaum halten. Zunächst fuhren wir zum Cocora Valley. Es ist bekannt für seine bis zu 80m hohen Wachspalmen auf den sattgrünen Bergen. Diese Landschaftsform gibt es nur einmal auf der Welt und brachte uns ganz schön zum Staunen. Ein Ausritt auf Pferden passte perfekt in das malerische Bild. Bevor sich jeder sein Pferd aussuchte, stärkten wir uns in einem kleinen Café mit kleinen Küchlein und leckerem Kaffee sowie einer heißen Schokolade. Die Auswahl der Pferde fiel uns anschließend nicht schwer, sodass wir schnell in den Satteln saßen und mit zügigen Schritten auf unseren Weg ritten. Nach einer halben Stunde bergauf und durch teilweise tiefen Matsch hieß es für uns Absitzen. Wir waren angekommen an einem Aussichtspunkt mit einem schönen Blick über das Tal mit den riesigen Palmen. Um die beste Aussicht genießen zu können, mussten wir noch ein Stück zu Fuß höher laufen. Die Anstrengung hat sich auf jeden Fall gelohnt! Ganz besonders wurde der Moment, als ein Kondor seine Kreise über uns zog. Diesen seltenen Raubvogel bekommt man nur mit viel Glück in den Anden zu sehen. Unser Ausritt war damit noch nicht vorbei und ging wieder den matschigen Berg hinunter, ein Stück weiter durch einen Wald und einen Fluss hindurch bis wir ein Stück höher am Fluss umkehrten. Die Pferde hatten echt zu kämpfen auf dem schmalen, steinigen Weg ihre Balance zu halten. Sicher im Sattel kamen wir wieder am Auto an und fuhren weiter nach Salento. Unseren ersten Stopp machten wir dort in einem Café, welches die besten Brownies backt, die wir je gegessen haben. Der Besitzer kauft die Kakaobohnen frisch von den Farmen, röstet sie selbst und backt anschließend die unglaublich leckeren Brownies. Seine Leidenschaft für den Kakao bekamen wir noch zu spüren, als er uns eine Kakaofrucht aufschnitt, uns alles im Inneren probieren ließ und uns anschließend zeigte, wie er die Kakaobohnen in seiner selbstgebauten Rösterei röstet. Anders als die Kaffeebohnen befinden sich die Kakaobohnen in einer großen Kakaofrucht, eingebettet in einem fruchtig schmeckenden Fruchtfleisch. Die Bohnen bekommen erst den typischen Kakaogeschmack, wenn sie geröstet wurden. Wir konnten alle Kakaovarianten von der frischen, über die sonnengetrocknete und geröstete Kakaobohne bis hin zum Schokoladenstückchen probieren. Mit einem leckeren Brownie im Bauch und den gesammelten neuen Eindrücken über den Kakao machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt von Salento. Die bunten Häuser glichen den Häusern in Filandia, jedoch war es überlaufen von Einheimischen und Touristen. Wir genossen die Zeit und bummelten durch die kleinen Läden. Anschließend waren wir allerdings glücklich als wir uns wieder auf den Rückweg nach Filandia machten. Bevor wir dort ankamen, aßen wir noch in einem Restaurant Abendbrot. Die riesigen und leckeren Portionen ließen uns im Hostel in die Betten kugeln. Besonderer hätte Lisas Geburtstag hier in Kolumbien wohl nicht sein können, sodass sie ihn mit Sicherheit so schnell nicht vergessen wird.Read more

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