• Cagnes-sur-Mer

    January 2 in France ⋅ ☀️ 12 °C

    Cagnes hatten wir erst gar nicht so richtig auf dem Schirm, es hat sich aber als echter Geheimtipp erwiesen. Da das Renoir-Haus über Mittag geschlossen hat und erst um 14 Uhr wieder öffnet, bleibt uns noch genügend Zeit, den Ort zu erkunden. Cagnes-sur-Mer liegt etwad westlich von Nizza an der Bahnstrecke Richtung Cannes und besteht aus drei Ortsteilen: dem ziemlich gesichtslosen Le Cros de Cagnes am Strand, dem eigentlichen Stadtzentrum Cagnes-sur-Mer, einer geschäftigen aber nicht sehr attraktiven Kleinstadt, und der historischen Oberstadt Le Haut de Cagnes. Und letztere ist wirklich bezaubernd; Malerische Gassen winden sich den Hügel hoch, der von einer mittelalterlichen Burg (natürlich von einem Grimaldi, Rainer I., einem Verfahren der monegassischen Fürstenfamilie, um 1300 erbaut) gekrönt wird. Da fast autofrei, lässt es sich herrlich bummeln. Viele liebevolle Details an liebevoll renovierten Häusern, ohne dass es gleich wieder Disneyland wirkt. Ein Schweizer, der gerade (s)ein altes Haus restauriert, gibt uns einen Tipp, und bald stehen wir vor dem ältesten Haus des Ortes - sage und schreibe im Jahr 1315 erbaut. Oben vom Schloßplatz haben wir dann einen herrlichen Ausblick auf die Seealpen.
    Doch nun wird es Zeit für Herrn Renoir. Sein Haus, in dem er die letzten 12 Jahre seines Lebens verbrachte, liegt, umgeben von einem Garten voller Orangenbäume, inmitten eines weitläufigen Olivenhains. Vom Anwesen aus bietet sich uns ein traumhafter Blick zurück nach Le Haut de Cagnes. Der Ausblick erinnert an die nahe Provence oder an die Toskana.
    Der gesundheitlich schon sehr angeschlagene Renoir (1841-1919) hatte sich in das 3 ha große Anwesen "Domaine des Collettes" verliebt und erworben und ließ darauf eine kleine Residenz im neoprovenzialischen Stil errichten, in die er 1908 mit seiner Familie einzog. Nach seinem Tod vermachte er das Anwesen seinem Sohn Claude Renoir, der dort bis 1960 lebte. 1960 erwarb die Stadt Cagnes-sur-Mer das Anwesen, um in den Räumen dort ein Museum einzurichten, „in denen alles so geblieben ist, wie es war“. Neben einigen Einrichtungsgegenständen und Gemälden ist auch das Atelier des Impressionisten zu sehen, wo er die letzten Jahre, gelähmt wegen chronischer Arthitis, im Rollstuhl sitzend und mit an den Händen festgeschnalltem Pinsel gearbeitet hat.
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