Von Rochester nach Lamberhurst
May 24 in England ⋅ ☀️ 30 °C
Wir werden von unserem Gastgebern, einem entzückenden älteren Paar, zuerst mit einem deftig-leckeren Frühstück verwöhnt und herzlich verabschiedet. Um 9 Uhr sind die Drahtesel beladen und wir startklar, wobei es da schon sehr warm ist. Zuerst geht es durch leicht hügelig Landschaft und immer wieder grandiosen Ausblicken zum Karmeliterkloster bei Aylesford. Die Mönche ließen sich erstmals 1242 hier am Ufer des Medway, mussten den Ort mit der Auflösung der Klöster 1538 aber verlassen und konnten erst 1949 zurückkehren. Es ist ein weitläufigen Gelände mit mittelalterlichen Gebäuden und einem schönen Garten.
Wir radeln jetzt direkt an einem idyllischen Ufer direkt am Fluss entlang. Am und auf dem Wasser ist jede Menge Wassersport angesagt bei der Hitze. Hausbootbewohner sonnen sich auf ihren Decks, da könnte man glatt neidisch werden. Am schattigen Flussufer lässt es sich aber noch ganz erträglich radeln. Doch ab Maidstone trennen sich unsere Wege vom Fluss und es wird immer heißer. In der größten Hitze gegen 13.30 Uhr erreichen wir das Buttercup Goat Sanctuary, ein Gnadenhof für Ziegen 🐐 jeglicher Rasse und Größe. Einige dieser armen Kreaturen haben einen echten Leidensweg hinter sich, es gibt z.B. welche mit nur einem Ohr oder deformierten Beinen. Wenigstens haben sie jetzt doch noch das große Los gezogen und dürfen auf dem Hof ihren Lebensabend artgerecht und gut versorgt genießen.
Nun geht es weiter kreuz und quer und hügelauf und -ab (leider mehr auf als ab) durch die idyllische kentische Landschaft, unserem nächsten schon vorgebuchten AirBnB entgegen (wir wissen aus vorherigen Urlauben in UK, daß es mit Unterkünften am langen Bank Holiday Weekend richtig knapp wird). Wir fahren meilenweit über kleine Landsträsschen, und ohne Google Maps und Komoot wären wir echt aufgeschmissen. Wenn uns tatsächlich mal ein Auto begegnet, wird es oft richtig eng. Wir sehen viele hübsche Dorf- und Farmhäuser aus Fachwerk und mit vermoosten Dächern, und immer mit liebevoll gepflegtem Garten dabei. Auch an traditionellen Oast Houses zum Darren des Hopfens - heute umfunktioniert als Stallung, Lagerhalle oder sogar Wohnhaus - kommen wir vorbei. Wir sehen blühende und nach Kamille duftenden Magerwiesen, es wird Obst und Hopfen und sogar Wein angebaut. Man könnte meinen, seit Elisabeths Zeiten (und ich meine die erste Queen Elisabeth) ist die Zeit hier stehen geblieben. Ein Fuchs läuft vor ins über den Weg und wundert sich über den seltenen Anblick, den wir Bikepacker wohl bieten. Denn wenn Radfahren auch sehr populär in England ist - Radwandern ist es nicht.
Zum Ende unserer Tour wird es dann ziemlich mühsam, die langen zähen Anstiege schlauchen bei der Hitze extrem, und 2x können wir nicht mehr und müssen das letzte Stück bergauf schieben. Endlich sind wir im Zielort Lamberhurst und wollen im Pub noch schnell was essen - da fällt der Strom aus und nichts geht mehr. Wir fallen ziemlich erschöpft, und dazu auch noch hungrig, unseren Gastgebern Carol & Clive in die Arme. Ihr Haus ist auch ein (ehemaliger) Pub mit einem wahrhaftig paradisischem Garten und weitem Blick über die Feldmark. Und nach dem Duschen serviert uns Hobbykoch Clive dann sogar noch ein warmes Abendessen. Danach haben wir zumindest wieder Energie für einen kleinen Abendspaziergang ums Dorf.Read more


















