• Annette und Jan on tour
  • Annette und Jan on tour

London, Kent & Sussex

Endlich mal wieder auf die britischen Inseln, nach England: Zuerst zur Chelsea Flower Show nach London, dann mit dem Fahrrad durch Kent, Sussex und die North Downs. Holidays very british! Baca lagi
  • Permulaan perjalanan
    20 Mei 2026

    Vauxhall, Tate Britain & Battersea

    20 Mei, England ⋅ ☁️ 19 °C

    Von unserem kleinen gemütlichen Hamburger Flughafen geht es in eineinhalb Stunden zu seinem großen Bruder nach London-Heathrow. Zum Landeanflug gibt es gratis gleich etwas Sightseeing, immer die Themse entlang: Canary Wharf, Tower und Tower Bridge, Hyde Park mit Serpentine, knapp an der Spitze von The Shark vorbei 🫣✈️ ... Die Picadilly Line der Underground bringt uns ins Stadtzentrum - und die Waggons der Tube sind noch genauso eng, abgenutzt, wackelig und klapprig wie vor 20 Jahren. Aber draußen hat sich viel verändert, es wurde und wird allerorts in hypermoderner Architektur gebaut. Gleich hinter den stylischen Hochhäusern am Bahnhof Vauxhall liegt unser B&B in einer kleinen Straße mit typischen englischen Reihenhäuser, jedes mit einem Mini-Vorgärtchen und darin geschätzt 30 Blumenkübel pro qm. Da es erst früher Nachmittag ist, ziehen wir gleich noch mal zu Fuß los. Über die Vauxhall-Bridge rüber aufs andere Themse-Ufer und in die Tate Britain. Da wollte ich immer schon hin, vor allem wegen der Gemälde von William Turner. Davon gibt es dort eine umfangreiche Sammlung, aber leider sind die meisten doch ziemliche Ölschinken. Das er ein Vorläufer des Impressionismus war, kommt erst in seinen späteren Werken ab ca. 1840 zum Ausdruck. Aber es gibt natürlich noch jede Menge Werke anderer Künstler zu bestaunen, von Klassik bis Moderne.
    Anschließend bummeln wir an der Themse entlang und über die Chelsea Bridge rüber zur Battersea Power Station (Tipp von unserem Vermieter 👍). Das ehemalige Kohlekraftwerk - ich kenne es noch als Dreckschleuder und hässlichen Klotz am südlichen Themse-Ufer - wurde 10 Jahre lang und für über 10 Mrd. Pfund behutsam restauriert. Es entstand ein lebhaftes neues Stadtviertel, wobei die denkmalgeschützte Art-de'co-Innenaustattung erhalten blieb. Wo früher gigantische Generatoren standen, befinden sich heute Geschäfte, Büros (u.a. Apple's U.K. headquarters), Veranstaltungsräume, Restaurants und Wohnungen. Wir essen lecker Ente bei einem Chinesen, bevor es mit einem roten Doppeldeckerbus zurück nach Vauxhall geht. Morgen steht DAS Highlight und der Hauptanlass unsere Englandreise an, da müssen wir fit sein und sollen früh ins Bett (auch Tipp von unserem Vermieter 😉🤓)
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  • Chelsea Flower Show

    21 Mei, England ⋅ ☁️ 24 °C

    Heute morgen haben wir uns erst mal mit einem deftigen englischen Frühstück gestärkt, denn der Tag versprach aufregend und anstrengend zu werden. Dann ging es auch gleich los, rüber auf die andere Themseseite zum Royal Hospital Chelsea, einem ehemaligen Soldatenheim und Pflegeheim für rund 300 Veteranen der britischen Armee, den Chelsea Pensioners. Es wurde 1682 von Charles II. als Armenhaus (im ursprünglichen Sinne des Wortes „Hospital“) gegründet und erstreckt sich über ein 27 Hektar großes Gelände am Ufer der Themse im Londoner Stadtteil Chelsea. Seit 1912 (mit Unterbrechungen, z. B. während der beiden Weltkriege) findet alljährlich dort die Chelsea Flower Show statt, deren Geschichte aber bis ins 18. Jh. zurück reicht. Sie ist eine der prestigeträchtigsten und bekanntesten Blumen- und Pflanzenmessen weltweit. Und wir sind da heute mittendrin. Zuerst besuchen wir die Great Hall, die große zentrale Ausstellungshalle, in der renomierte Gärtnereien aus ganz England ihre neuesten Züchtung vorstellen. Es gibt quasi für jede nur erdenkliche Zierpflanze mindestens einen Spezialisten. Dazu Pflanzenarrangements und Blumengestecke, und jeder hofft auf die begehrten Preise. Die Königsfamilie war schon da und David Beckham, die BBC ist gerade da, und wir gehen stundenlang von Stand zu Stand und können diese unvorstellbare Vielfalt an Farben, Formen und Düften kaum fassen.Baca lagi

  • Chelsea Flower Show II

    21 Mei, England ⋅ ☁️ 23 °C

    Es gibt einfach so viel zu sehen in der Ausstellung, und nur mit 25 Fotos pro Footprint kommen wir nicht aus. Nachdem wir uns also die große Ausstellungshalle angeschaut haben, geht es raus aufs Freigelände. Inzwischen ist es Mittag und draußen ist es ziemlich voll. Die Besucher drängen sich zwischen Verkaufsständen mit allem, was man so zum Ausstatten seines Landsitzes so braucht. Und zwischen vielen kleinen thematisch unterschiedlichsten Schaugärten. Wie gestalte ich meinen Balkongarten, wie den zu trockenen, wie den zu dunklen Garten, wie lege ich einen naturnahen Garten an... Die Bienen und Hummeln schwelgen bei dieser Pracht im Überfluss. Dazu knallt die Sonne 🌞 und es ist ganz schön warm, Schattenplätze rar. Wir picknicken auf einem Mäuerchen neben Kompositionen aus Waldblumen und gucken nebenbei Leute. Alle sind natürlich extremly höflich, auch wenn's mal eng und drängelig wird - schließlich sind wir in England und da hat man Stil und bewahrt Haltung. Bei ein paar Leuten konnte ich der Versuchung nicht widerstehen und habe heimlich ein paar Fotos gemacht - sorry!Baca lagi

  • Battersea Park

    21 Mei, England ⋅ ☀️ 22 °C

    Nach so viel Pracht und Farben und inzwischen ziemlich platten Füßen setzen wir uns erst mal auf eine schattige Bank an der Themse gegenüber vom Battersea Park. Aber irgendwann muss es ja mal weiter gehen, es ist erst Nachmittag und das Wetter prächtig. Also warum dann nicht zum Battersea Park gegenüber? Dazu überqueren wir mal wieder die Themse, diesmal über die Albert Bridge. Und testen gleich mal die erste Parkbank. Der Park ist weitläufig und überaus gepflegt. Die Menschen genießen das schöne Wetter wie wir und entspannen auf den Rasenflächen joggen, Kids spielen Fußball. Im Park gibt es einen großen verschlungenen See, auf dem sich Wasservögel tummeln. Aber es gibt auch einen Biergarten am See, und der kommt uns jetzt gerade recht. Die Stimmung erinnert fast ein bisschen an den Englischen Garten in München bei Schönwetter 🍺. Auf dem Rückweg ins B&B essen wir noch fix etwas in der Markthalle im Bahnhof Vauxhall, zur Abwechslung mal nigerianisch. Dann brauchen wir dringend eine Dusche und die Füße ihre Ruhe.Baca lagi

  • Hampton Court

    22 Mei, England ⋅ ☁️ 22 °C

    Heute nochmal London und auf historischen statt nur auf grünen Pfaden. Wir fahren mit dem Vorortzug nach Hampton Court und besuchen dort den königlichen Palast. Seit Queen Victorias Zeiten ist der der Öffentlichkeit für Besichtigungen zugänglich. Kings und Queens haben ja auch noch reichlich andere Immobilien, um die sie sich kümmern müssen. Der Palast liegt südwestlich von London direkt an der Themse, und ist eng mit der Geschichte der Tudor-Dynastie verbunden. Alle sechs Frauen von Heinrich VIII haben hier mal mehr oder weniger lange gelebt. Wobei das mit der Langlebigkeit zu Heinrichs Zeiten ja auch so ein unzuverlässiges Ding war...😰. In dem sehr weitläufigen Palast ist es wenigstens angenehm kühl, denn heute bekommen wir bis 27 Grad, und die nächsten Tage sollen noch wärmer werden 😓. Wir schauen uns noch den riesigen Palastgarten an, picknicken im Schatten eines Birnbaumes und freuen uns über jeden Windhauch. Also wenn man sich nicht mal mehr auf den englischen Regen verlassen kann! Regenausrüstung war vermutlich das überflüssigste, was wir eingepackt und nun die ganze restliche Zeit mit uns rumschleppen müssen. Denn morgen geht unsere Fahrradtour los.Baca lagi

  • Abendpicknick an der Themse

    22 Mei, England ⋅ ⛅ 21 °C

    Am späten Nachmittag haben wir unsere reservierten Fahrräder vom Verleiher abgeholt und auf dem Rückweg zum B&B uns gleich im Linksradeln geübt. Geht noch nicht wieder so richtig flüssig, aber wird schon noch. Können uns nicht erinnern, damals bei unserer Cotswolds-Tour in Oxford irgendwelche Anlaufschwierigkeiten gehabt zu haben. Aber London ist eine andere Hausnummer, obwohl hier jede Menge für Fahrradfahrer gemacht wird, z.B. sog. Fahrradhighways. Der Abend ist total schön und lauschig, und wir haben mal wieder Lust auf ein Picknick. Wir gehen also mal nicht essen, sondern decken uns im Waitrose-Supermarkt mit dem nötigsten ein. Es gibt in Basilikumöl eingelegte mediterrane Gemüse, als Hauptgang Baguette mit verschiedenen Dips, und als Dessert Erdbeer-Rhabarber-Joghurt. Dazu eine Flasche chilenischen Weißwein der Marke "Geht so" - war das kälteste verfügbare Getränk im Laden 😂. Am St Georg Pier belegen wir die letzten frei Bank und sitzen so genau unterhalb des St George Wharf Towers, einem 181 m hohen Wohnhochhaus. Nach links blicken wir auf die beleuchtete Battersea Power Station und Chelsea Bridge, nach rechts können wir hinter der Vauxhall Bridge noch ein Stückchen von Big Ben und das London Eye sehen. Langsam wird es immer dunkler und immer mehr Lichter gehen an. Um 22 Uhr (und es ist immer noch total milde) packen wir zusammen, wir wollen schließlich morgen früh los. Gute Nacht, London 🥱.Baca lagi

  • Von London nach Rochester

    23 Mei, England ⋅ ⛅ 30 °C

    Wir hatten unsere Räder gestern schon vom Verleiher abgeholt. Und durften sie über Nacht im Mini-Innenhof unseres B&B unterstellen, wobei wir sie seeehr vorsichtig durch Flur, Aufenthaltsraum und Küche getragen haben, sie passten gerade so knapp zwischen Küchentresen und Waschmaschine hindurch. Nun brauchen wir nach dem üblichen umfangreichen warmen englischen Frühstück nur noch die Packtaschen ranklicken und los geht die wilde Fahrt. Wir stürzen uns mit Wagemut ins linke Verkehrsgetümmel. Nichts wie raus aus der Mega-City! Erst geht's südlich der Themse bis Westminster Bridge, dort rüber zur Nordseite - mit phantastischem Blick auf die Houses of Parliament. Auf einem Fahrrad-Highway am Tower vorbei, und dann über die Tower Bridge. Einmal im Leben mit dem Fahrrad auf der Tower Bridge im Stau gestanden haben 🛻🚚🚲🚌😄! Weiter nun wieder immer am südlichen Themse-Ufer, nach zwei Stunden sind wir in Greenwich. Hier wird es ziemlich wuselig, viele Spaziergänger genießen das schöne Wetter und wir schieben lieber, wenn es eng wird. Wir sind ja keine Radelrüpel 🧐! Nach Greenwich wird es dann ruhiger. Auf dem Dammweg lässt es sich gut fahren und wir können richtig Strecke machen. Zunächst geht's rechterhand noch an einigen Industrieanlagen vorbei und links passieren wir das gewaltigen Themse-Sperrwerk. Danach weiter durch die Themsemarschen. Es ist Ebbe und zahlreiche Wasservögel pickern im Schlick. In Erith müssen wir dann runter vom Damm und etwas landeinwärts. Schnell noch ein kurzer Boxenstopp an einem Pub. Dartford ist unser nächster angepeilter Wegpunkt. Der Weg dahin führt uns leider immer entlang von stark befahren Straßen. Zwar gibt es links (!) davon einen Radweg. Aber es ist sehr laut und leider auch sehr schmutzig und wir müssen höllisch auf Glasscherben achten. Dazu knallt die Sonne erbarmungslos und kocht unsere Hirne unter den Helmen allmählich gar. Aber das Schicksal führt uns direkt zum Bahnhof Dartfort, und man soll das Schicksal nicht herausfordern. In 20 min fährt ein Zug nach Rochester, und so sparen wir uns weitere 27 km entlang einer Hauptverkehrsstraße. Rochester ist ein bezauberndes kleines Landstädtchen mit großer Geschichte. Die Pubdichte ist beachtlich und bei diesem schönen Wetter und dem langen Wochenende steppt entlang der High Street der Angelsachse. Wir sehen uns noch die beeindruckende Kathedrale von Rochester an. Dann aber ab in unser B&B für die nächste Nacht und runter unter die Dusche! Die Räder durften wir wieder sicher im Haus unterstellen, meines steht direkt vorm Kamin, aber der wird die nächsten Tage bestimmt nicht gebraucht 🌞🌞🌞.Baca lagi

  • Von Rochester nach Lamberhurst

    24 Mei, England ⋅ ☀️ 30 °C

    Wir werden von unserem Gastgebern, einem entzückenden älteren Paar, zuerst mit einem deftig-leckeren Frühstück verwöhnt und herzlich verabschiedet. Um 9 Uhr sind die Drahtesel beladen und wir startklar, wobei es da schon sehr warm ist. Zuerst geht es durch leicht hügelig Landschaft und immer wieder grandiosen Ausblicken zum Karmeliterkloster bei Aylesford. Die Mönche ließen sich erstmals 1242 hier am Ufer des Medway, mussten den Ort mit der Auflösung der Klöster 1538 aber verlassen und konnten erst 1949 zurückkehren. Es ist ein weitläufigen Gelände mit mittelalterlichen Gebäuden und einem schönen Garten.
    Wir radeln jetzt direkt an einem idyllischen Ufer direkt am Fluss entlang. Am und auf dem Wasser ist jede Menge Wassersport angesagt bei der Hitze. Hausbootbewohner sonnen sich auf ihren Decks, da könnte man glatt neidisch werden. Am schattigen Flussufer lässt es sich aber noch ganz erträglich radeln. Doch ab Maidstone trennen sich unsere Wege vom Fluss und es wird immer heißer. In der größten Hitze gegen 13.30 Uhr erreichen wir das Buttercup Goat Sanctuary, ein Gnadenhof für Ziegen 🐐 jeglicher Rasse und Größe. Einige dieser armen Kreaturen haben einen echten Leidensweg hinter sich, es gibt z.B. welche mit nur einem Ohr oder deformierten Beinen. Wenigstens haben sie jetzt doch noch das große Los gezogen und dürfen auf dem Hof ihren Lebensabend artgerecht und gut versorgt genießen.
    Nun geht es weiter kreuz und quer und hügelauf und -ab (leider mehr auf als ab) durch die idyllische kentische Landschaft, unserem nächsten schon vorgebuchten AirBnB entgegen (wir wissen aus vorherigen Urlauben in UK, daß es mit Unterkünften am langen Bank Holiday Weekend richtig knapp wird). Wir fahren meilenweit über kleine Landsträsschen, und ohne Google Maps und Komoot wären wir echt aufgeschmissen. Wenn uns tatsächlich mal ein Auto begegnet, wird es oft richtig eng. Wir sehen viele hübsche Dorf- und Farmhäuser aus Fachwerk und mit vermoosten Dächern, und immer mit liebevoll gepflegtem Garten dabei. Auch an traditionellen Oast Houses zum Darren des Hopfens - heute umfunktioniert als Stallung, Lagerhalle oder sogar Wohnhaus - kommen wir vorbei. Wir sehen blühende und nach Kamille duftenden Magerwiesen, es wird Obst und Hopfen und sogar Wein angebaut. Man könnte meinen, seit Elisabeths Zeiten (und ich meine die erste Queen Elisabeth) ist die Zeit hier stehen geblieben. Ein Fuchs läuft vor ins über den Weg und wundert sich über den seltenen Anblick, den wir Bikepacker wohl bieten. Denn wenn Radfahren auch sehr populär in England ist - Radwandern ist es nicht.
    Zum Ende unserer Tour wird es dann ziemlich mühsam, die langen zähen Anstiege schlauchen bei der Hitze extrem, und 2x können wir nicht mehr und müssen das letzte Stück bergauf schieben. Endlich sind wir im Zielort Lamberhurst und wollen im Pub noch schnell was essen - da fällt der Strom aus und nichts geht mehr. Wir fallen ziemlich erschöpft, und dazu auch noch hungrig, unseren Gastgebern Carol & Clive in die Arme. Ihr Haus ist auch ein (ehemaliger) Pub mit einem wahrhaftig paradisischem Garten und weitem Blick über die Feldmark. Und nach dem Duschen serviert uns Hobbykoch Clive dann sogar noch ein warmes Abendessen. Danach haben wir zumindest wieder Energie für einen kleinen Abendspaziergang ums Dorf.
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  • Wanderung zum Scotney Castle

    25 Mei, England ⋅ ☀️ 30 °C

    Bei den und heute in Aussicht gestellten 32 Grad wollen wir nicht radeln, zumal uns die gestrige Hitzetour noch in den Knochen steckt. Aber nichts machen geht auch nicht, also werden wir uns wenigstens an eine kleine Wanderung wagen. Carol rettet mir vermutlich das Leben, indem sie mir einen gewaltigen Schlapphut leiht. Sowas hat der Radtouri nicht im Gepäck. Nach dem Ausschlafen - soweit bei diesen Temperaturen möglich - und Frühstück brechen wir gaaaaanz langsam auf zum Scotney Castle. Um 9.30 Uhr ist es fast schon unerträglich warm. Wir haben uns wieder einen Besucherpass vom NT zugelegt damit kommen wir die nächsten 8 Tage in alle zum NT gehörenden Objekte - meist sind das Herrenhäuser, Schlösser, Parkanlagen - kostenlos rein und sparen viel Geld. Unser Weg führt wieder durch herrlich vielfältig blühende extensive Wiesen und Weiden. Und über einen (bespielten!) Golfplatz - ist aber ein offizieller Durchgang für Wanderer. Wir genießen die Ausblicke über die Landschaft und freuen uns über jeden Windhauch, wenn der mal kommt.
    Scotney Castle liegt im Tal des River Bewl und besteht aus dem romantischen, von einem Wassergraben umgebenen mittelalterlichen Schloss, und dem mittelalterlichem ist beeindruckend schön und dem1835-1843 errichteten Manor House, das bis 2006 bewohnt wurde. Alles umgeben von einem parkartigen Garten voller prächtig blühenden Rhododendren, Azaleen, Glyzinien und Rosen.
    Zurück gehen wir über den Hop Trail und lernen gleich noch etwas über den traditionellen Hopfenanbau in Kent. Danach reicht es mit Unternehmungen für heute, nur noch fix was essen (und trinken) im Pub von Lamberhurst. Außerdem müssen wir unsere Reiseroute in Anbetracht der Temperaturen etwas runter regulieren. Es soll ja nicht mit einem Hitzschlag enden 🥵
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  • Wanderung nach Bayham Old Abbey

    26 Mei, England ⋅ ☀️ 31 °C

    Heute wieder Sonne pur und Hitze satt, daher wird wieder "nur" gewandert. Eine kleine 8-km-Rundtour zu den Ruinen einer altes Prämonstratenserklosters. Es geht durch das Tal des River Teise und an dessen sanften Hängen entlang, wir müssen durch zahlreiche Viehgatter oder drüber hinweg. Es duftet nach Holunder, Bärlauch, wilder Kamille und Schaf 🐑. Unser Ziel Bayham Old Abbey und liegt ziemlich genau an der Grenze von Kent und East Sussex. Es wurde 1208 gegründet und nach einer Rebellion 1525 von Kardinal Wolsey geschlossen. Die Ruinen liegen auf einer weitläufigen Wiese und sind jederzeit frei zugänglich. Ausser uns ist stundenlang niemand auf dem Gelände anzutreffen, so können wir überall herum stromern. Danach finden wir tatsächlich ein kühles Fleckchen Gras hinter einer Klostermauer, schnipsen ein paar Schafsköddel beiseite und breiten unsere Decke aus (die klein und leicht ist und seit vielen Jahren auf jeden Ausflug mit muss, ein echter Allrounder) und machen Siesta. Ist ja Urlaub! Schnell gehen so ein paar im schattigen verdöste Stunden rum, es wird Zeit für den Rückweg. Das wir unterwegs fast über den Elephant Pub in Hook Green stolpern, ist ja nichtunsereSchuld (die Übersetzung "Elefanten-Pups" ist übrigens nicht korrekt). Also schnell ein Pint Ale 🍻 und Cider getankt und weiter geht es fröhlich beschwingt durch die Botanik zurück 😄.Baca lagi

  • On the Road again - Cranbrook

    27 Mei, England ⋅ ☀️ 27 °C

    Heute morgen heißt es Abschied nehmen von Carol und Clive. Nach zwei Radel-Ruhetagen wegen Hitzefrei wird bei entspannter 25 Grad wieder in die Pedale getreten. Wir wollen endlich nach Sissinghurst. Gestern Abend schon haben wir die Route dorthin mehrmals überarbeitet, um uns allzu knackige Anstiege und längere Abschnitte über Hauptstraßen zu ersparen. Aus Lamberhurst raus geht es gleich schon bergauf, aber da das gleich am Anfang ist und die Waden noch frisch sind schaffen wir das prima und haben damit das schlimmste schon hinter uns. Danach wird es traumhaft schön. Wir passieren den Bedgebury Forest mit dem National Pinetum, eine weltweit führende Nadelbaumsammlung mit >12.000 Exemplaren. Etwas später erreichen wir das hübsche Landstädtchen Cranbrook. Als Radwanderer fallen wir wieder sofort auf und kommen gleich mit Leuten ins Gespräch. Wir parken die Esel vor der örtlichen St. Dunstan Kirche und bekommen gleich eine kleine Einführung in die uralte Kirchengeschichte. Die für das kleine Städtchen gewaltige „Cathedral of the Weald“ stammt aus der Mitte des 16. Jh., Anfänge reichen aber bis 11. Jh. zurück. Man vermutet, daß in dem Gräberfeld um die Kirche die Überreste von >10.000 Verstorbenen ruhen. Die Glasfenster der Kirche stammen ebenfalls aus dem 16. Jh., und der Turm besitzt einen Prototyp der Turmuhr für Big Ben in London.
    Weiter geht's nun Richtung Sissinghurst.
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  • Sissinghurst Castle & Gardens

    27 Mei, England ⋅ ☀️ 27 °C

    Wenn Kent der Garten Englands ist, dann ist Sissinghurst DER Garten Kents.
    Geschaffen wurde er in den frühen 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts von der Dichterin und Schriftstellerin Vita Sackville-West und ihrem Ehemann, dem Diplomaten und Autor Harold Nicolson. Er zählt zu den berühmtesten und beliebtesten Gärten Englands und der Welt. Die Rosensammlung von Sissinghurst gilt als eine der schönsten weltweit, und wir erleben die Rosen in ihrer schönsten Blühte. Übrigens treffen wir hier auf die ersten anderen deutschen Touristen seit Beginn unserer Radtour durch Kent.
    Das 5 ha große Gelände unterteilt sich in 10 abgeschlosse Gartenräume, jeder "Garten im Garten" hat ein bestimmtes Thema: es gibt es den Weißen Garten, den Rosengarten, den Linfengarten, den violetten Garten, den Kräutergarten... Es ist eine einzige und einzigartige Komposition aus Farben und Düften.
    Natürlich erklimmen wir auch den Doppelturm, von dem man bei guter Sicht bis Canterbury blicken kann. Er ist einer der ältesten Bestandteile der Anlage aus dem Mittelalter und eines der ersten großen Häuser in Kent, die mit Ziegel anstatt in Fachwerk gebaut wurde.
    Wir liegen gut in unserem heutigen Zeitplan und können alles in Ruhe genießen. Aber irgendwann müssen wir aufbrechen zu unserem heutigen Nachtlager, die hier in der Gegend nicht überreichlich gesät sind. Daher hatten wir gestern noch schnell ein Zimmer in einem Pub ca. 10 flache Kilometer von gebucht. Die fahren sich flott, auch wenn wir immer mal kurz halten, um einen Blick auf schmucke Gehöfte und Landsitze zu werfen. Dank Komoot gelangen wir (meistens) ans Ziel. Zwar haben wir
    eine Radwander- und eine Straßenkarte, aber oft fehlen Straßen- und Hinweisschilder; die Einheimischen wissen schließlich, wohin jede Straße an jeder kleinen Kreuzung führt. Und oft erkennt man nicht, ob das jetzt schon die Abzweigung ist oder nur eine Einfahrt zu einem Anwesen. Spätestens seit Rochester wären wir ohne Navigationshilfe aufgeschmissen.
    Vorm Abendessen im Pub gibt's noch einen Abendspaziergang in der Abendsonne, wir müssen uns schließlich den ortsansässigen Schafen vorstellen. Und davon gibt's reichlich hier. Übrigend sehen wir heute die ersten geschorenen Schafe. Ob die wohl um ihr Glück wissen gegenüber ihren Artgenossen, die bei diesen Temperaturen fast alle noch Wintermantel tragen? Wie sagte mein Uropa Arthur doch immer: Was gegen Kälte gut ist, das ist auch gegen Hitze gut. Na das lass ich jetzt mal so unkommentiert im Raum stehen 🙃.
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  • Tudeley - All Saints' Chapel

    28 Mei, England ⋅ ☁️ 29 °C

    Als wir über den Jahreswechsel 2025/2026 in Nizza waren, haben wir dort auch das Chagall-Museum besucht. Durch Zufall fanden wir später in einem Reiseführer über Südengland eine Randnotiz, daß im Dörfchen Tudeley bei Tonbridge in Kent eine Kirche mit von Chagall gestalteten Fenstern gibt. Das läßt sich sogar gut in unsere Route einarbeiten.
    Nach einem äußerst Cholesterin- lastigen Full English Pub Breakfast (das darf mein Hausarzt nie erfahren🙏) geht es deshalb von Staplehurst zunächst 30 km immer Richtung Westen. Die Landschaft bildet hier von Osten nach Westen eine Senke vor den Hängen der North Downs, in der wir ganz komfortabel fast eben dahin radeln und ordentlich Strecke machen können. Am Weg immer wieder hübsche Höfe, die uns nun schon vertrauten Oast Houses und rechterhand Blick auf den Höhenzug. Nach ca. 2 Stunden sind wir in Tudeley mit der von außen völlig unspektakulären kleinen Kirche All Saints'. Aber es ist weltweit die einzige Kirche, deren Fenster alle von dem russisch- französischen Künstler Marc Chagall entworfen wurden. Chagall erhielt 1963 von dem Ehepaar Sir Henry und Lady d'Avigdor- Goldschmid, die in Sumerhill nahe Tudeley wohnten, den Auftrag für die Gestaltung des Ostfensters - in Erinnerung an ihre im Alter von 21 Jahren bei einem Segelunfall ums Leben gekommene Tochter Sarah. Chagall war von dem kleinen Kirchlein jedoch so begeistert, daß er schließlich alle 12 Fenster gestaltete. Zunächst wurde 1967 das Ostfenster, zwischen 1974 und 1985 dann alle übrigen 11 Buntglasfenster von Chagall eingesetzt.
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  • Sevenoaks - Knole House

    28 Mei, England ⋅ ☁️ 29 °C

    Von Tudeley sind es nur wenige Kilometer bis Tonbridge, allerdings auf einer viel befahrenen Bundesstraße. In Tonbridge wollen wir nun Richtung Norden und Sevenoaks abbiegen. Dort steht zunächst die Besichtigung des Palastes Knole House auf unsere To-do-Liste. Inzwischen ist es wieder drückend schwülwarm, und um uns den steilen Aufstieg auf die North Downs zu ersparen, schummeln wir wieder ein bisschen, nehmen ab Tonbridge den Zug und sind 25 min später in Sevenoaks.
    Knole House und Park sind riesig, das House gehört zu den 5 größten Herrenhäuser Englands. Es wird zum Großteil immer noch von der Familie Sackville-West bewohnt, ein Teil des Hauses aber seit einer Schenkung an den National Trust im Jahr 1947 ist der Öffentlichkeit zugänglich. Umgeben wird das Haus von dem letzten mittelalterlichen Hirschpark Kents, schon Heinrich VIII. (ja der schon wieder) jagte hier. Damwild und Sikahirsche laufen auf dem 400 ha großen Gelände völlig unbeeindruckt von den Besuchern umher.
    Anschließend fahren wir weiter zu unserem AirBnB für die nächsten 3 Tage, bei Sonja im Dörfchen Kemsing 8 km nordöstlich von Sevenoaks. Wir sind mächtig vollgestaubt und müssen erst mal unter die Dusche. Dann Dorfrundgang und Stippvisite im hiesigen Pub.
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  • Ightham Mote

    29 Mei, England ⋅ ☁️ 25 °C

    Ein Wunder ist geschehen, es hat in der Nacht ein paar Regentropfen gegeben ☔️. Daher ist es heute bedeckt und etwas kühler. Im Vergleich zu den vergangenen Tagen sind 25 Grad nämlich sehr erfrischend. Ausserdem können wir heute auch ohne Gepäck radeln, da wir noch 2 Nächte bei Sonja haben. Also schrecken uns auch ein paar Anstiege nicht. Wir wollen zwei Herrenhäuser besichtigen. Zuerst geht es nach Ightham Mote.
    Die Landschaft ist hier ganz anders: Statt zwischen weiten Wiesen und Weiden fahren wir durch ausgedehnte Laubwälder. Zwischendurch schickt Komoot uns ernsthaft stramm bergab über einen ausgetretenen Reitweg - wir schieben lieber, als uns das Genick zu brechen.
    Von Ightham Mote sind wir völlig (und sehr positiv) überrascht. Hatten wir noch nie was von gehört und sind nur bei der Suche nach National Trust Objekten in der Nähe darauf gestoßen (unsere Mitgliedschaft soll sich ja bezahlt machen). Wie gut, denn es ist ein vollständig erhaltener mittelalterlicher Landsitz, dessen Geschichte um 1340 beginnt, und der bis in die 1950er Jahre bewohnt wurde. Mit Fachwerk, etwas windschief, ein Wassergraben drum herum mit Brückchen - von außen so, wie man sich ein Herrenhauser zu Tudorzeiten vorstellt. Drinnen total gemütlich eingerichtet, man möchte glatt einziehen. Es gibt über 70 Räume im Haus, die sich alle um den Innenhof gruppieren, inklusive Rittersaal, Kapelle, einer Krypta samt Legende von einem eingemauerten Skelett... Und natürlich alles eingebettet in eine prächtige Gartenanlage.
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  • Old Soar Manor

    29 Mei, England ⋅ ☁️ 26 °C

    Von Ightham Mote sind es nur knapp 6 km bis nach Old Soar. Das ist ein uraltes, sehr rustikales mittelalterliches, eher Ritter- als Herrenhaus, das auch vom National Trust verwaltet wird, aber frei zugänglich ist. Sehr trutzige Gemäuer aus Feldstein - so gebaut, um sich bei einem Überfall selbst verteidigen zu können. Immer dieser Ärger mit den Nachbarn 😂 !Baca lagi

  • Wanderung zum Emmets Garden

    30 Mei, England ⋅ ☁️ 26 °C

    Heute ist wieder Wandertag. Wir wollen zum Emmets Garden, einem Anwesen aus Edwardianischen Zeiten in der Nähe des Dorfes Ide Hill. Das liegt auf einem der höchsten Punkte Kents, einem 180 m hohen Sandsteinrücken. Es soll von dort schöne Ausblicke auf die North Downs geben. Aber dafür muss man da erst mal rauf. Denn es geht nicht einfach nur mal hoch, sondern immer wieder up and down. Da kommen in der Summe einige Höhenmeter zusammen. Nicht umsonst werden die North Downs unter Wanderern und Radfahrern auch "Rollercoaster" genannt, weil die Landschaft aus einer langen, gewellten Kette von Hügeln besteht. Und wir sind mehr der Typ Genußradler und keine Bergfexe. Daher nehmen wir bis Sevenoaks den Zug und wandern von dort 8 km immer hügelan und hügelab. Zuerst durch eine schicke Villengegend, wohl eine Art Elbchaussee von Sevenoaks. Dann durch schattige Laubwälder. Komoot findet auch den kleinsten Trampelpfad und lotst uns zuverlässig durchs Dickicht. Morgens ist es im Wald noch angenehm kühl. Weiter oben auf dem Bergrücken öffnet sich die Landschaft wieder, es geht über Pfade durch Wiesen und Weiden. Und die Sonne gibt wieder alles. Daher sind wir mit Emmets Garden schnell durch, wir müssen in den Schatten (da sind jetzt aber auch schon 28 Grad), zum Glück gehört zum Garten auch ein Arboretum. Picknicken, relaxen, und dann geht's die 8 km wieder zurück. Inzwischen ist in Ide Hill bei praller Mittagssonne ein Cricket Turnier im Gange. Wir verfolgen das Spiel eine Weile, es erschließt sich uns allerdings nicht. Also weiter. Wir sind froh, als wir wieder in den Wald eintauchen können, und bis Sevenoaks Bahnhof geht's auch nur noch bergab. Zum Abendessen holen wir uns Fish and Chips vom Takeaway. Später dann, nachdem wir reichlich Wanderstaub abgeduscht haben, gibt's noch ein Glas Wein und Erdbeeren 🍓 mit Sonja im Garten.Baca lagi

  • Unterwegs im Tal des River Darent

    31 Mei, England ⋅ ☁️ 22 °C

    Eigentlich wollten wir heute schon die halbe Strecke Richtung London radeln und uns unterwegs eine Zwischenübernachtung suchen. Morgen dann zurück nach London. Und da wir vor 8 Tagen ja in östlicher Richtung an der Themse entlang aus London raus sind, dachten wir uns, es wäre doch eine gute Idee und hätte Stil, diesmal aus westlicher Richtung kommend wieder an der Themse nach London rein zu fahren. So hätte sich der Kreis geschlossen.
    Allerdings gibt es heute noch mal freundliches Radelwetter bei angenehmen 22 Grad. Und für morgen ist Regen angesagt. Wir wollen morgen nicht nass in London ankommen und ausserdem haben wir inzwischen herausgefunden, daß es von Kemsing bzw. dem Nachbardorf Otford beste Zugverbindungen zu mehreren Londoner Bahnhöfen gibt. Dann nehmen wir doch morgen einfach den Zug nach London. Wir fühlen uns hier auch so wohl bei Sonja und freuen uns, daß es ihr auch passt und wir einen Tag verlängern können.
    Von Sonja bekommen wir noch den Tipp, ins Tal des River Darent zu fahren. Um uns am letzten Radeltag nicht zu verausgaben, nutzen wir bis Eynsford den Zug und radeln von dort zurück. 25 km reichen ja auch zum Erhalt der Grundfitness 💪.
    In Eynsford beginnen wir mit dem alten Castle. Ganz untypisch für eine frühe normannenische Burganlage verfügt sie nicht hier über einen Bergried, sondern einen Ringwall. 1312 schon wurde sie im Zuge eines Erbstreits zerstört und verfiel.
    Weiter geht es immer am Darent entlang durch sein grünes Tal. Wir fahren mit unseren Rädern durchs Eynesford-Viadukt von 1862 hindurch - morgen geht es da mit dem Zug rüber. Es macht sich gut als Fotomotiv.
    Unser nächstes Etappenziel sind die Ausgrabungen einer alten römischen Villa bei Lullingstone leider ist sie geschlossen. Also beschäftigen wir uns nicht mit den alten Römern, sondern weiter den Briten. Das Lullingstone Castle ist eines der ältesten Familiengüter Englands und seit 20 Generationen im Besitz der Familie Hart Dyke. Der derzeitige Besitzer Tom Hart Dyke ist Gartenbauwissenschafftler und Pflanzensammler. Er ordnete die Pflanzen nach Kontinenten an und schuf so seinen "Weltgarten". Es ist mehr ein botanischer Garten als die parkähnlichen Gartenanlagen, die wir bisher gesehen haben.
    Südlich von Lullingstone steht alles im Zeichen des hier kultivierten Lavendels. Ein kleines Stückchen Feld steht auch schon in Blüte. Und auf der Castle Farm kann man die entsprechenden Produkte erwerben. Wir entscheiden uns für Lavendrlmarmelade als Mitbringsel für die Lieben daheim.
    Danach sind wir schon bald in dem schmucken Dorf Shoreham. Es liegt natürlich auch am Darent und hat bei 2000 Ew. drei voneinander unabhängige Pubs - eine gute Ale-Versorgungslage! Nach einem Dorfrundgang geht es über Otford zurück nach Kemsing. Nun naht tatsächlich unser wirklich letzter Abend hier 🥲.
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  • Zurück in London: Ham House & Richmond

    1 Jun, England ⋅ ☁️ 19 °C

    Heute heißt es endgültig Abschied nehmen von Sonja. Nach einem extra leckeren finnischen Frühstück (denn Sonja hat auch finnische Wurzeln) mit Graved Lachs und Knäckebrot radeln wir fix rüber nach Otford und nehmen dort den Zug nach London Elephant&Castle. Von hier ist es nur ein Katzensprung zu unserem Fahrradverleih. Trotzdem sind wir froh, als wir den einen Kilometer heil überstanden haben, denn Linksverkehr auf dem platten kentischen Land ist doch weniger anspruchsvoll als an einem Montagvormittag in London. Um 13 Uhr sind wir in unserem kleinen Hotel in Chelsea und dürfen sogar schon ins Zimmer. Da schaffen wir es doch noch nach Richmond, um dort Ham House ansehen (denn ursprünglich wollten wir von dieser Seite über den Thames Path und Ham House ja wieder nach London Einzug halten). Also Gepäck abstellen - viel ist es ja nicht, frisch machen, einen Nescafe' und ab zur Tube. Praktisch, daß von unserer nächstgelegenen Station die District Line nach Richmond abfährt.
    Richmond ist ein sehr hübscher Vorort Londons, bevorzugte Wohngegend, und hat noch viel Kleinstadtflair. Am Themse-Ufer lädt Richmond Riverside zum Entspannen und Flanieren ein. Beeindruckend übrigens, wie stark der Einfluß der Gezeiten hier bei Richmond, ca. 88 km nach der Mündung der Themse in die Nordsee noch ist. Und beeindruckend ist hier auch der Fluglärm von Heathrow, die einkommenden Flieger sind in Richmond schon gefühlt zum Greifen nah, und sie kommen minütlich. Starten tun sie bei dieser Wind- und Wetterlage übrigens über Windsor Castle 🏰, hoffentlich haben die bei Königs da schon Lärmschutzfenster. Und sage in Hamburg noch mal jemand was über Fluglärm in Fuhlsbüttel 🫤.
    Wir spazieren durch immer ländlicher werdende Umgebung den Thames Path entlang zum Ham House, einem Herrenhaus von 1610 inmitten der Auenlandschaft an der Themse. Es gehörte ursprünglich William Murray, einem Freund und Unterstützer von König Charles I. (was zu Zeiten des englischen Bürgerkrieges von 1642-49 sehr unpopulär wurde und mit der Kopflosigkeit des Königs endete). Die kostbare Inneneinrichtung ist zum Großteil noch original erhalten. In der Gemäldesammlung finden sich u.a. Werke von Reynolds und van Dyck. Uns kostet die Besichtigung mal wieder nichts, da Ham House vom National Trust verwaltet wird und unser Pass noch bis inklusive heute gültig ist. Anschließend spazieren wir durch den weitläufigen Garten, dort blühen noch die Rosen und schon der Lavendel.
    Zurück geht's wieder über den Thames Path nach Richmond, wo wir noch ein wenig durch den Ort schlendern und in einem gemütlichen Restaurant zu Abend essen.
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  • Highgate Cementery & British Museum

    2 Jun, England ⋅ ☁️ 19 °C

    In London hat es die ganze Nacht hindurch bis in den Vormittag hinein stark geregnet. War auch überfällig, hätte aber auch noch einen Tag warten können. So kommen fast am Ende des Urlaubs doch noch mal die Regenjacken zum Einsatz. Ausserdem streikt heute die Underground, wir müssen uns also überirdisch mit Bussen durch London schlagen. Unser erstes Schlechtwetterziel ist das British Museum. Aber es ist uns dort bald zu drängelig und zu viele Menschen in teils sehr schlecht belüfteten Ausstellungsräumen. So werfen wir nur einen Blick auf den Rosetta-Stein und bewundern die lichte Architektur im Innenhof des Museums. Dann brechen wir auf zu einer abenteuerlichen Fahrt nur mit Bus raus in Londons Norden nach Highgate und Hampstead.
    Auf dem Highgate Cementery befinden sich ca. 53.000 Gräber (u.a. auch das Grab von Karl Marx und seiner Familie), ca. 170.000 Menschen wurden hier bestattet, und noch immer ist er ein aktiver Friedhof (ca. 70 Bestattungen/ Jahr). Die erste Bestattung fand am 26. Mai 1839 statt. Der Friedhof ist sowohl historischer Park und Denkmal wie auch Naturschutzgebiet. Die viktorianische Einstellung zum Tod führte zur Errichtung zahlreicher neogotischer Gräber und Gebäude. Verschlungene Wege führen serpentinenartig über das Gelände mit von Efeu überwucherten alten Bäume. Zwischen alten, oft verwitterten und schiefen Grabsteinen wuchert Bärlauch und verbreitet seinen knoblauchartigen Duft - ist bestimmt gut gegen Vampire 🦇, für die die Anlage eigentlich ein Paradies sein müsste. Vielleicht sollten wir gegen Mitternacht mal vorbeischauen 😱🧟‍♂️?
    Dann vertreibt uns ein heftiges Gewitter. Passt ja auch irgendwie zur Mystik eines Friedhof.
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  • Kenwood House & Hampstead Heath

    2 Jun, England ⋅ 🌧 19 °C

    Vom Highgate Cementery laufen wir im Regen ☔️ rüber nach Hampstead zum Kenwood House. Dieses im späten 17. Jh. errichtete Anwesen am Nordrand der Hampstead Heath diente bis ins 20. Jahrhundert als Residenz der Earls of Mansfield. 1925 erwarb es Edward Guinness (der mit dem Bier 🍺) und schenkte es der Londoner Kommunalverwaltung. Es kann kostenfrei besichtigt werden. Die Innenräume sind - what else? - mal wieder von beeindruckender Pracht und mit Gemälden namhafter Meister geschmückt. Da hängt dann eben ein Rembrandt neben einem Vermeer und einem van Dyck...
    Der Weg zurück führt uns durch die wunderschöne weitläufige Hampstead Heath, eine naturbelassene Parklandschaft mit Wäldern, Wiesen, See, sogar Badeteichen und immer wieder spektakulären Aussichten auf London. Genau auf dem Parliament Hill, mit 98 m Höhe einem der höchsten natürlichen Punkte Londons, erwischt uns dann wieder ein Gewitter und zur Abwechslung gleich noch mit Graupel. Wir verziehen uns schleunigst von hier oben und erreichen mit Hilfe der Londoner Overground - die zum Glück nicht bestreikt wird - unser B&B. Und genießen später zum Abendessen mal sehr leckere persische Küche.
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  • Zurück nach Hamburg

    3 Jun, England ⋅ 🌬 17 °C

    Frühstück im B&B, und danach ein paar Schritte durch Chelsea. Packen brauchen wir ja nicht, das bisschen Kram, daß wir dabei haben, ist schnell zusammen gesucht und verstaut.
    Wir gehen noch mal an der Themse den Cheyne Walk entlang, dann ins schicke Zentrum von Chelsea am Sloane Square und Kings Road. Ein kurzer Blick auf die moderne Kunst in der Saatchi Gallery, und mit dem Bus (ganz vorne oben im roten Doppeldecker 😄) zurück ins Hotel, Gepäck einsammeln. Die Underground bringt raus nach Heathrow. Heute wird nicht gestreikt, morgen erst wieder, aber das kann uns dann ja egal sein. Inzwischen regnet es, was uns den Abschied von England und London leichter macht. Was hatten wir doch für ein Glück mit dem Wetter ☀️☀️☀️. Besser in Schweiß gebadet als vom Regen aufgeweicht. Das war ein etwas anderer, manchmal etwas anstrengender, aber mit vielen (und eigentlich nur positiven) Erlebnissen ausgefüllter Urlaub 😘👋. In der Summe sind wir - verglichen mit unseren anderen Fahrradurlauben - dann gar nicht so weit geradelt, vielleicht so 220 bis 230 km. Auch wegen der zwei Ruhetage in Lamberhurst. Aber die Anzahl der Kilometer 🚲 mal Hitzewelle 🌞 plus Steigungen ⛰️ ins Quadrat mit unserem Alter 👵👴...
    Bis rüber nach Sussex sind wir nun fast nicht gekommen: Hever Castle, Standen House, Penshurst Place u.a. wurden vom Plan genommen. Aber es war ja Urlaub und nicht die Tour de France (wenn es sich auch gelegentlich wie eine Bergetappe anfühlte). Und ausserdem müssen wir uns auch noch ein paar Urlaubsziele für später offen lassen 😉.
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    Tamat perjalanan
    3 Jun 2026