• Schleswig - Haithabu - Bus - Eckernförde

    14. juni, Tyskland ⋅ 🌬 16 °C

    Heute wandel ich abseits der NST-Pfade. Stundenlang hab ich über der Tour gebrütet, aber der Schlenker Richtung Hüttener Berge macht für mich keinen Sinn, es sind einfach zu viele Kilometer für meinen Fuß. Ich könnte ja schneller gehen, aber wenn sich das dann rächt, mach ich gar keine Kilometer mehr.
    Es gibt jetzt auch wirklich keine große Auswahl an Übernachtungsplätzen und die Hütten hier finde ich weniger geeignet. Zumal es nur ein paar wenige Stunden dunkel ist von wegen spät aufstellen und früh weg. Ein bisschen Schlaf muss schon sein....
    Also steht mal wieder ein Stück Bus fahren auf dem Plan, aber erstmal geht es in Richtung Haithabu. Tolle Strecke! Rein gehe ich nirgends aber der Weg ist toll, besonders auf dem Wall. Leider regnet es immer wieder und ich verkrieche mich unter meinem Schirm. Eine Schulklasse kommt mir entgegen, alle quatschen und keiner guckt. Ich stelle mich ganz an die Seite und halte den (Mini)-Schirm direkt an mich gepresst. Trotzdem rammeln mich fast ein Dutzend Teenies an. Mal einen Schritt zur Seite gehen - nix da 🙄. Da wünschte ich mir doch eine schöne Spitze am Schirm obendrauf, grrr....
    Vor lauter Schirm verkriechen biege ich auch noch falsch ab. Zuerst merke ich es noch nicht einmal, selbst als die Schilder zum Dorf kommen (kann ja auch von beiden Seiten ausgeschildert sein...)
    Bei der Freilichtbühne schaue ich eine Weile den Proben zu und das ich hier vorhin schon mal dran vorbeigekommen bin merke ich auch nicht.
    Erst danach schaue ich aufs Handy, um zu gucken, wie weit es noch zum Bus ist - und wunder mich, warum der Pfeil die falsche Richtung anzeigt... Da hatte ich echt ein Brett vor dem Kopf!!! Wenig später wäre ich wieder am Parkplatz gewesen und da vor Wut gleich in den nächsten Bus gestiegen.
    Aber so drehe ich um und laufe die Runde noch einmal (aber ohne Wall). Sieht ein bisschen lustig aus auf komoot jetzt 😁
    Die Noorbrücke ist toll und ich bin sehr froh, weitergegangen zu sein.
    Danach will ich eine Pause einlegen, hab grade die Socken aus zum Füße lüften, da spaziert besagte Schulklasse über die Brücke. So schnell hatte ich meine Socken noch nie an, auf die hab ich nun wirklich keine Lust!
    Statt auf dem NST zu bleiben biege ich jetzt links ab und laufe am Noor entlang wieder hoch zur Straße.
    Was für ein toller Weg! Rauf und runter, fast ein bisschen Steilufer, teilweise mit Treppen, einfach nur toll!!!
    Dann habe ich noch 20 Min. Zeit bis der Bus kommt und werde von einem jungen Mann angesprochen, der sich sehr für's Wandern interessiert, aber selbst noch nie unterwegs war. Am liebsten würde er einfach drauf los laufen, ohne Plan und die Erde erkunden. Naja. Der Bus kommt und ich biete ihm an, dass wir uns während der Fahrt zusammensetzen und weiter unterhalten.
    Er kommt von einem Bibelseminar, wo man sich läutern lassen solle um dann in einer Gruppe zusammen zu finden. Ok. Hat aber nicht geklappt bei ihm. Er möchte Läuterung jetzt in der Natur erfahren (am besten hier in der Gegend) und ist ein bisschen ernüchtert, als ich meine, dass die Natur um uns herum eher bewirtschaftetes Feld als Wildnis darstellt.
    Immerhin hat er in seinem Tagesrucksack Zelt und Schlafsack drin, Respekt! Mit meinen 55l bin ich da eindeutig First Class unterwegs. Aber er friert nachts auch und überlegt jetzt, doch eine Isomatte zu kaufen. Aaalter Schwede...
    Dann kommt die übliche Frage nach Angst haben alleine unterwegs und ich muss ihm erklären, dass Nachts im Wald bestimmt keine Unholde auf grauhaarige Frauen warten 😄
    Auf die Frage, was ich denn mache, wenn ich an eine Autobahn komme, kann ich mich kaum noch halten. Ich guck halt aufs GPS, dann sehe ich auch Brücken...
    Und wenn er nicht planen will, muss er eben so lange laufen, bis die nächste kommt. Ganz einfach eigentlich...
    Ich lege ihm zumindest ans Herz, sich um seinen Wasservorrat zu kümmern und empfehle die Wanderfreund App zur Orientierung.
    Am Schluss noch die Frage nach Schuhen und Regenjacke. Ja, mit Mesh statt Tex kriegt man halt nasse Füße und auch meine Regenjacke hält nur begrenzt. Dann ist man eben mal nass, sehr zu seinem Erstaunen...
    Ich rate ihm, einfach mal los zu laufen, Unannehmlichkeiten gehen auch wieder vorbei. Nur wichtig: Nirgendwo lang gehen, wo man nicht wieder zurück kommt!!! Ansonsten einfach Spaß haben.
    Am Ziel bedankt er sich 1000x und würde nicht sein Zug warten, hätte ich bestimmt bis abends Gesellschaft gehabt 😄
    So bummel ich noch durch Eckernförde, wo echt was los ist, Sonntag halt.
    Einen Döner und ein Softeis später (und mit den ersten deutschen Kirschen im Gepäck) rolle ich nur noch zum Hotel und fange mal an, meine Footprints zu schreiben etc.etc. Morgen geht's wieder auf den Campingplatz!
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