• Tag 1: Herborn - Uckersdorf Tempelchen

    September 4 in Germany ⋅ ☁️ 25 °C

    Heute geht's mit dem Zug nach Herborn, zum Start des Westerwaldsteiges. Da ich bei der Bahn immer mit Chaos rechne und sie heute tatsächlich mal pünktlich ist, bin ich schon mittags da und hab nur ein paar Kilometer bis zur Hütte "Tempelchen" vor mir, wo ich nächtigen werde.
    Also schlender ich erstmal durch Herborns Altstadt, allerdings ist irgendein Fest und mächtig was los. Den offiziellen Trailhead suche ich erst gar nicht, ein Foto vom Laternenpfahl muss reichen. Daneben steht ein Trinkwasserbrunnen und ich fülle meine Flaschen auf. Mega, dass es immer mehr davon gibt!
    Dann flüchte ich aus dem Getümmel Richtung Aussichtsturm Dillblick und genieße die erste Fernsicht. Noch ist es bewölkt, aber warm.
    Der Weg ist schön trotz Autobahn in der Nähe. Irgendwann vertiefe ich mich in ein Informationsschild über Auenlandschaft und verpasse so prompt eine Abzweigung.
    Jetzt unterwegs auf dem Eisvogelweg merke ich erst spät, dass ich falsch bin und dazu noch ordentlich abkürze und einige Höhenmeter unterschlage. Kurz hader ich mit mir, aber umkehren will ich auch nicht.
    Zumal ich direkt bei "Eiszeit" vorbeikomme, Eisverkauf auf Vertrauensbasis.
    Mein Lieblingseis Pistazie gibt es heute als B-Ware für 3€ im großen Becher. Daran kann man nicht vorbeigehen!
    Ich hau mir den ganzen Becher rein, es ist sooo gut!!! Hinterher ist mir dann leicht schlecht, aber egal. Inzwischen ist auch die Sonne rausgekommen und es wird immer wärmer (nix für mich).
    Im Ort Uckersdorf suche ich erst das Café Erdmännchen, aber dafür muss man in den Tierpark rein, also geh ich wieder.
    Schlender am Friedhof vorbei, die Toilette ist offen und ich kann nochmal Trinkwasser nachladen.
    Dann ab ins Edeka, Vorräte kaufen und Käffchen trinken. Den letzten Kilometer bis zum Tempelchen abspulen und erstmal sitzen und Ruhe genießen. Ich bin viel zu früh hier, aber das ist mir egal, ich möchte einfach nur mal Ruhe. Kein Auto, kein Tatütata, keine Leute, kein Nix, endlich!
    Über eine Stunde sitze ich da, bewege mich nicht und gucke nur in die Landschaft. Dann breite ich mich aus, esse was und baue mein Zelt auf in der Hoffnung, das niemand mehr kommt.
    Deswegen bin ich auch extra Freitag gefahren, damit ich nicht in irgendwelche Wochenendpartys reinplatze, es ist erst meine zweite Nacht überhaupt in einer Schutzhütte. Aber alles bleibt ruhig und als es in der Nacht zu schütten anfängt, finde ich es umso gemütlicher 😊
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