• CP Freilingen - Bahnhof Enspel

    September 10 in Germany ⋅ ☁️ 17 °C

    So, meine Recherchen gestern haben ergeben, dass es keinen Sinn mehr macht weiter zu laufen. Campingplätze gibt es erstmal nicht mehr, mehrere Nächte hintereinander in Hütten schlafen möchte ich auch nicht und zwei der Hotels die ich auf dem Schirm hatte, haben geschlossen.
    Also plane ich, noch bis nach Enspel zu laufen und von dort aus mit dem Zug nach Hause zu fahren.
    Der Weg führt über den Gräberberg mit seinem Aussichtsturm, wo ich in der Alpenroder Hütte auch eine Pause einplane.
    Diesmal habe ich sogar Glück und ungefähr zwei Stunden lang trockene Füße, aber noch vor der Pause quatscht es in meinen Schuhen bei jedem Schritt.
    Da ich morgens nur einen Cookie gegessen habe, habe ich inzwischen richtig Hunger und bestelle mir Leberkäse mit Nudelsalat. Das ist für meinen Magen allerdings die Hölle und wird sich später noch rächen.
    Zur Verdauung wird natürlich der Turm bestiegen und oben habe ich eine grandiose Aussicht.
    Jetzt sind es nur noch ein paar Kilometer bis zum Bahnhof, um 14 Uhr bin ich dort - und dann beginnt die Odyssee.
    Ich sitze da, wo es zumindest nach einem Bahnsteig aussieht und aus dem Lautsprecher kommt auch die Durchsage, dass der Zug sich um 10 Minuten verspätet.
    Als der Zug dann kommt, stehe ich erwartungsvoll am Bahnsteig - und der Zug rauscht an mir vorbei!!! Da fällt mir erstmal alles aus dem Gesicht! In der Bahn App war kein Gleis eingegeben und auch hier am Bahnsteig findet man keine Gleisanzeige.
    Eine Anwohnerin erzählt mir dann, dass es noch einen zweiten Bahnsteig gibt und zwar da, wo es aussieht wie ein Bushäuschen. Ich gehe gucken und finde unterwegs tatsächlich zwei weiße Schildchen wo drauf steht, auf der einen Seite Züge Richtung Limburg, auf der anderen Seite Züge Richtung Hachenburg - die hatte ich vorher hinter dem Andreaskreuz aber gar nicht gesehen.
    Nun gut, auf den nächsten Zug gewartet, aber der wurde unterwegs immer langsamer und langsamer, bis wir tatsächlich an einem anderen Bahnhof mitten in der Pampa aussteigen mussten. Zug kaputt 😵‍💫
    Irgendwann kam dann wieder ein Zug und der hielt tatsächlich bis zum Bahnhof durch. Mein Anschlusszug war natürlich weg, das hieß jetzt eine Stunde warten. Immerhin gab es neben dem Bahnhof ein großes Einkaufszentrum und ich habe mir ein riesiges Softeis gegönnt.
    Dann in den nächsten Zug und noch einmal umsteigen. Dieser Anschlusszug bestand dann aus drei Teilen von dem nur ein Teil richtig beschriftet war der andere Teil war unsinnig beschriftet und der dritte Teil war gar nicht beschriftet. Natürlich stand ich dann zuerst im falschen Zugteil und musste dann vom hinteren Teil des Zuges bis an den vorderen Teil des Zuges rennen um letztendlich im richtigen Zugteil zu landen. Der war proppenvoll, aber irgendwie haben meinen Rucksack und ich noch Platz gefunden.
    In Kassel selbst war die Verbindung nach Hause auch nicht mehr ganz pralle und so habe ich statt eine halbe Stunde auf die Straßenbahn zu warten einen Bus genommen und bin noch mal 20 Minuten gelaufen.
    Im Endeffekt habe ich für diese Fahrt um 14 Uhr in Enspel am Bahnhof gestanden und war um 21:45 Uhr abends zu Hause. Danke Deutsche Bahn!
    Aber insgesamt war die Woche einfach nur super!!!
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