9. Tag auf See 02.08.2026
3 hours ago, Pazifischer Ozean ⋅ 🌬 27 °C
Etmal: 127 sm
01° 58,7´N
090° 40,0´W
Es liegen nun knapp 1000 sm im Kielwasser und wir haben noch ca. 3000 sm vor uns. Also ein Viertel dieser Reise ist geschafft.
Am diesem neunten Tag auf See führt uns unser Kurs nördlich an dem berühmten Galapagos Archipel vorbei.
Aber warum laufen wir dieses einzigartige Naturparadies nicht an? Und dass, wo es förmlich auf unserem Weg liegt und uns eine interessante Pause und Abwechslung auf dem langen Weg nach Französisch-Polynesien gewesen wäre?
Sehr gerne hätten wir hier einen Stopp eingelegt und so hatten wir in Panama, während der Werftzeit, einen Agenten eingeschaltet, der uns bei allen Genehmigungen und Vorbereitungen helfen sollte. Ein Agent ist übrigens Pflicht, wenn man Galapagos auf eigenem Kiel bereisen möchte.
Dieser Agent hat uns eine Liste zukommen lassen, welche Auflagen es gibt und welche Vorbereitungen wir zu treffen haben, um eine Einreisegenehmigung zu erhalten.
Folgend einige Punkte von dieser Liste:
• Anstrich Unterwasserschiff (Antifouling) nur mit zugelassener und zertifizierter Farbe. Abnahme durch eine zertifizierte Stelle und nicht älter als 10 Tage vor Einreise.
• Ausgasen des gesamten Schiffs durch ein zertifiziertes Unternehmen nicht länger als 10 Tage vor der Einreise.
• Einfuhr von Zweitaktmotoren verboten. Auch wenn die Nutzung des eigenen Dinghys nicht erlaubt ist.
• Grauwassertank und Schwarzwassertank mit Beschilderung aller Absperrorgane in mehreren Sprachen. Über die Füllstände und das Abpumpen dieser Tanks muss es ein Logbuch geführt werden, welches auch bis in die Vergangenheit reicht. Zum Abpumpen der Tanks muss die Grenze des Naturschutzgebiets verlassen werden. Diese Verlegung muss im Vorfeld bei den Behörden angemeldet und der Ort des Abpumpens genehmigt werden.
• Vier farblich und in mehreren Sprachen schriftlich markierte Abfallbehälter zum Trennen des Bordabfalls.
• Eine Emission von weißem Licht in der Nacht ist nicht zulässig. Decksleuchten müssen gegen gelbe Leuchten getauscht werden, Fenster sind in der Nacht abzudecken.
Dies nur einige Punkte aus der langen Liste. Wenn man dann die Genehmigung zum Anlaufen erhalten hat und pünktlich ankommt, kommen alle zuständigen Behörden, Migration, Custom, Health, etc. an Bord und überprüfen, ob alles eingehalten und vorschriftsmäßig ist. Im Idealfall bekommt man eine Genehmigung zum Ankern an einem bestimmten Ort. Möchte man zu einem anderen Ort oder Insel verlegen, so muss dieses beantragt und genehmigt werden. Im ungünstigsten Fall wird nach der Prüfung die Ankergenehmigung verweigert und man muss den geschützten Bereich verlassen und es nach der Nachbesserung erneut versuchen.
Der nächste Punkt, der uns zu unserer Entscheidung verholfen hat, ist, dass man sich auf den Inseln nicht frei bewegen darf.
In den Marinas und den Städten ist das kein Problem. Aber alles außerhalb dieser Gebiete darf nur noch mit Führern und mit geführten Touren besucht werden. Und das sind dann wieder zusätzliche Kosten und man kommt nur in Gruppen zu touristischen Orten oder Aussichtspunkten. Es gibt auch private Guides, die man mieten kann, aber dann zu horrenden Kosten.
Und nun zu den Kosten: Eine Hochrechnung hat gezeigt, dass wir für einen einwöchigen Aufenthalt auf den Galapagosinseln mit allen Gebühren und zusätzlichen Ausgaben auf Kosten von ca. 3500$- 4000$ gekommen wären.
Wir haben tagelang diskutiert und überlegt und uns schlussendlich doch dagegen entschieden. Wir hätten die Inseln so gerne gesehen, aber der Aufwand und die Kosten waren uns einfach zu hoch. Schade, aber es gibt noch so viel schöne und verborgene Plätze auf unserem Kurs. Man kann halt nicht alles haben.
Auf der einen Seite finden wir es gut, dass so empfindliche Gebiete wie Dieses besonders geschützt werden und dass hier nicht jeder machen darf, was er möchte. Dafür sind die Menschen leider noch zu unvernünftig.
Auf der anderen Seite glaube ich, dass der Umweltschaden durch ein paar Segelyachten im Jahr nicht der größte ist. Es laufen auch Kreuzfahrschiffe die Inseln an, es gibt hier jede Menge Fischerboot die uns in der Nacht ohne AIS begegnet sind und Pauschalreisende, die mit dem Flieger anreisen und mit Fähren zwischen den Inseln pendeln und in Hotels leben gibt es dort auch zu genüge. Ob die in der Nacht auch die Fenster zukleben und nur mit gelben Taschenlampen herumlaufen?
Da kommt mal wieder die Frage auf, ob hier nicht mal wieder das kommerzielle Interesse über die Vernunft und dem Naturschutz gesiegt hat. Schreibt doch mal in die Kommentare, wie ihr das seht und wie ihr euch entschieden hättet.
Und jetzt noch zu unserem aktuellen Kurs:
Wir müssen noch einmal etwas nach Norden ausweichen um das Naturschutzgebiet um die Isla Darwin, die nördlichste des Archipels, zu umschiffen. Danach können wir wieder auf Kurs zu den Marquesas Inseln gehen.Read more



TravelerUnd da soll noch mal einer sagen Deutschland ist bürokratisch.,,