• Kisha e Manastirit të Shën Kollit

    May 18, 2025 in Albania ☀️ 19 °C

    Die Klosterkirche des Heiligen Nikolaus (albanisch: Kisha e Manastirit të Shën Kollit) in Mesopotam, nahe Saranda im Süden Albaniens, zählt zu den bedeutendsten byzantinischen Sakralbauten des Landes. 

    Historischer Hintergrund

    Die Ursprünge des Klosters reichen bis ins Jahr 1224 zurück. Es wurde als stauropegisches Kloster gegründet, was bedeutet, dass es direkt dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel unterstand und somit von der lokalen bischöflichen Jurisdiktion unabhängig war. Diese Sonderstellung wurde im 14. Jahrhundert durch ein Dekret des Patriarchen Johannes Glykys bestätigt, nachdem der Bischof von Chimara erfolglos versucht hatte, seine Autorität über das Kloster auszuweiten. 

    Der Standort des Klosters weist auf eine noch ältere Besiedlung hin. Archäologische Funde belegen, dass die Klosterkirche auf den Fundamenten eines antiken Tempels errichtet wurde. Dabei wurden Bauelemente aus der hellenistischen Epoche (3.–4. Jahrhundert v. Chr.) wiederverwendet, darunter ein Stein mit der Inschrift „Menelau“, der möglicherweise auf den spartanischen König Menelaos verweist.  

    Architektur und Besonderheiten

    Die Klosterkirche zeichnet sich durch ihre einzigartige Architektur aus. Ursprünglich verfügte sie über zwei gleich grosse Apsiden, was auf die Nutzung durch zwei christliche Riten – den orthodoxen und den katholischen – hindeutet. Zudem war die Kirche von einer kreisförmigen Mauer mit sieben Türmen umgeben, von denen heute nur noch einer erhalten ist.  

    Besonders bemerkenswert sind die Reliefs an den Aussenwänden der Kirche, die unter anderem Löwen und drachenähnliche Wesen darstellen. Diese Darstellungen könnten symbolische Bezüge zur antiken Mythologie haben, etwa zur Geschichte von Laokoon, der von Schlangen getötet wurde.

    Restaurierung und aktueller Zustand

    Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche mehrfach beschädigt, insbesondere durch Erdbeben in den Jahren 1793 und 1845. Dabei wurden Teile der Struktur zerstört und später erneuert, wobei unter anderem eine der beiden ursprünglichen Apsiden durch eine grössere ersetzt wurde. 

    Während der osmanischen Herrschaft wurde das Kloster in eine Moschee umgewandelt, wobei die ursprünglichen Fresken übermalt wurden. In der kommunistischen Ära Albaniens erlitt das Gebäude weitere Schäden. Seit 2021 laufen Restaurierungsarbeiten, die von der Europäischen Stiftung für byzantinische und postbyzantinische Denkmäler in Zusammenarbeit mit dem albanischen Kulturministerium durchgeführt werden. Im Jahr 2024 wurde die erste Phase abgeschlossen, bei der spätere Putz- und Kalkschichten entfernt wurden.  

    Zugang und Besuch

    Die Klosterkirche ist heute eingezäunt und in der Regel verschlossen. Besichtigungen sind jedoch nach vorheriger Absprache mit dem örtlichen orthodoxen Priester möglich. Einmal jährlich, im Mai, findet ein Fest zu Ehren des Heiligen Nikolaus statt, bei dem die Kirche für Besucher geöffnet wird.  

    Lage und Umgebung

    Mesopotam liegt etwa 27 Kilometer nordöstlich von Saranda im Bezirk Vlorë. Die Region ist reich an historischen Stätten, darunter die antike Stadt Phoinike und die Ruinen von Butrint, einem UNESCO-Weltkulturerbe.  

    Weitere Informationen

    Für vertiefende Studien empfiehlt sich die Monografie „Shën Kolli Mesopotam, Sarandë“ von Aleksandër Meksi, die eine umfassende Analyse der Architektur und Geschichte des Klosters bietet. 
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