• Ab nach Hause!

    November 27, 2025 in Oman ⋅ 🌙 22 °C

    Wir haben heute richtig schön ausgeschlafen und dann gepackt. Da unser Gepäck beim Hinflug schon recht voll war, war es doch eine gewisse Herausforderung. Aufgrund vieler Datteln, Tahini und Co sind unsere 2 großen Patagonia Taschen auf insgesamt unglaubliche 42kg gekommen.
    Nach dem leckeren Frühstück haben wir gespielt und auf der Dachterasse eine gute Zeit gehabt. Flo hat gemeinsam mit dem Barkeeper ein neues Getränk kreiert. Die Idee kam aus dem Problem heraus, dass es hier nirgends pflanzliche Milch gibt. Daher bestellen wir hier oft (Iced) Americano. Aber schmecken tut der eigentlich nie. Was es hier überall gibt, ist Omani Coffee. Das ist eine Kanne mit leicht geröstetem, grob gemahlenem Kaffee und den Gewürzen Safran, Rosenwasser und Kardamom. Der schmeckt uns richtig gut, wird aus sehr kleinen henkellosen Tassen geschlürft, kostet meist nichts und wird mit Datteln zusammen serviert. Die sind mit ihrer Süße die perfekte Ergänzung.
    Dem Flo kam also in der Früh die Idee, ob man nicht so etwas auch in kalt produzieren könnte und hat den Barista gefragt, ob er Lust hätte auf ein Experiment. Und so haben wir den ersten OMANI ICED COFFEE kreiert.
    Doppelter Shot Espresso und dazu frisch aufgebrühten Kardamom & Safran auf Eiswürfeln mit einem Schuss Sirup. Lecker! Ihr werdet schon sehen, falls ihr auch mal den Oman besucht, das wird es an jeder Ecke geben- so wie im Herbst in Deutschland den Pumpkin Spice Latte. 🤣
    Auf vielfachen Wunsch hat die Toni noch mal ein Ständchen zum Besten gegeben und pünktlich um 12:00 Uhr vor der Abfahrt Richtung Flughafen noch mal lautstark mit dem Muezzin mitgesungen. Sehet und höret selbst.

    Oman ist ein Land, das eine Blühtezeit erlebt. Seinen Reichtum aus Öl und Gas investiert es nicht in Wolkenkratzer und Tourismus, sondern in den Wohlstand der Leute. Vor 55 Jahren gab es nur 3 Schulen im Land, heute ist Bildung wie auch Gesundheitssystem allen recht zugänglich. Und die Infrastruktur ist ausgebaut.
    An allen Ecken und Enden wird gebaut, in den entlegensten Gegenden entstehen neue Häuser, und gleichzeitig wird zunehmend drauf geachtet, alte Dörfer, Ruinen und Strukturen im alten Stil wieder aufzubauen und zugänglich zu machen. Gleichzeitig leben die Leute in sehr großen Häusern mit Mauern außen rum, dazwischen viel Sand, Stein und Dreck. Wir fragten uns, ob es ihnen reicht wenn das eigene kleine Reich hinter den Mauern „schön“ ist.
    Man merkt, das Land profitiert von einem Sultan/ König, der es gut meint, mit Land und Leuten und viel richtig macht. Die Menschen hier leben in engen Familienstrukturen, stark geprägt durch einen sehr zurückhaltenden und offenen Islam. Überall gibt es - oder entstehen - Moscheen, teilweise schon bevor neue Siedlungen fertig gestellt sind, so dass jeder kaum 1 km gehen muss.
    Die Menschen sind herzlich, leise und ruhig. Es gehört zum guten Ton nicht aufzufallen. Das macht es für uns als Besucher des Landes enorm angenehm. Selbst die vielen Autos, die es braucht, um in Städten wie Muskat oder entlegenen Bergregionen zum Einkaufen zu kommen, sind so gut wie nie laut. Auch das würde negativ auffallen und ist unerwünscht. Kinder sind sehr präsent und überall, man merkt, dass auch die Toni richtig „erwünscht“ ist.

    Als Camper hatten wir wenig Kontakt mit Einheimischen, die Gastronomie, Baustellen und alle anderen Services werden hauptsächlich von Indern, Pakistani oder Nepalesen betrieben. Die wenigen Kontakte, die wir aber hatten, waren enorm herzlich. Man merkt ihnen auch den Stolz an, den sie für ihr Land haben. Schön! Die Gesichtszüge der Omanis wirken sehr weich, fast so, als hätten sie sich über die Jahrhunderte selbst zahm gezüchtet.
    Neben den Moscheen sind die offiziellen, großen Gebäude vom Staat oft diejenigen, bei denen offensichtlich am wenigsten gespart wurde. Das Land ist voller Kuppeln, Rundbögen, Spitzbögen, Marmor, Mosaik, Schnitzmuster , Zinnen und Verzierungen aller Art. Nicht knallbunt aber verziert. Aufgefallen ist uns auch, dass es in vielen Gegenden extrem große Polizeistationen gibt, vermutlich so groß, weil die Polizist*innen dort dann auch wohnen, leben und arbeiten.
    Wir hatten tolle Wochen und gehen heim mit dem Gefühl, das Land richtig ausführlich gesehen und erlebt zu haben.

    Unser Flug lief mit schweren Taschen u.a. mind. 5kg Datteln reibungslos, die Toni hat’s gut mitgemacht und wir sind stolz, so ein gutes Dreierteam zu sein. Daheim angekommen war es schön zu sehen wie sehr die Toni sich gefreut hat daheim zu sein und alle ihre lieben Dinge wiederzufinden, die kam aus dem Quieken gar nicht mehr raus!
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