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Oman

Wir starten unsere Hochzeitsreise in den Oman. Für fast drei Wochen sind wir mit Allrad und Dachzelt unterwegs. Read more
  • Trip start
    November 8, 2025

    Los geht’s!

    November 8, 2025 in Germany ⋅ ☁️ 5 °C

    Den ganzen Tag haben wir gepackt. Die Toni hat mit gepackt und natürlich ab und zu Sachen auch wieder ausgepackt. Zu allem Überfluss mussten wir noch 25 Linoldrucke fertigstellen für einen Gemeinschaftsadventskalender, der uns dann nach unserem Urlaub erwartet.
    Wie gewohnt war unser Timing im Summe on Point und dann ging’s pünktlich los nach Maskat, die Hauptstadt des Oman. 🇴🇲
    Spät war’s für die Toni, umso besser hat sie dann ab halb 10 bis zur Landung auf unsrem Schoß geschlafen - wir dafür eher weniger. Der Flughafen Maskat empfängt einen wie ein Spa- mit Musik, Tee, Weihrauchduft und plätscherndem Wasser in einer ganz ruhigen Atmosphäre selbst auf dem Parkplatz draußen. Schöne Ankunft!
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  • 2. Tag: Maskat

    November 9, 2025 in Oman ⋅ ☀️ 23 °C

    Im süßen Hotel angekommen - wir bekommen direkt Frühstück und da unser Zimmer noch nicht frei ist bekommen wir netterweise temporär ein anderes um uns hinlegen zu können was sehr nötig war, immerhin sind wir quasi um 3 Uhr morgens deutsche Zeit geladet.
    Am Pool hat die Toni Bekanntschaft mit ner Menge Katzen gemacht und möglicherweise kommt das Interesse für Baden/ Wasser zurück. Sie ist jetzt auch fleißig auf 2 Beinen unterwegs, vor Abflug nochmal richtig Strecke gemacht. Das hat ihr vielleicht den Mut gegeben heute 2 Treppenstufen runterzusteigen. dass das wirklich klappt hatten wir nicht erwartet, Toni war sich aber sicher.
    Am Nachmittag sind wir ans Meer spaziert, die Strände sind scheinbar nicht so ein Ding wie andernorts. Vorallem fährt man einfach bis ans Wasser mit dem Auto.

    Danach sind wir an den Hafen gefahren um den Souk (Markt) anzuschauen. Einer der ältesten Souks der arabischen Welt ist dieser sog. Muttrah-Souk. Er diente jahrhundertelang als Handelszentrum für Waren, die über den Hafen von Maskat aus Indien, China und anderen Regionen des Nahen Ostens kamen.
    Wie immer- bunt, eng, voll, aber sehr respektvoll! Dann noch den Muezzin singen gehört, typisch omanisch am Boden gegessen- die wenigen veganen Dinge - also Reis mit Hummus und Salat. Wir fallen tot ins Bett und hoffen, dass ein langer Schlaf letzte Novembersymptome in uns ausmerzt.
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  • 3. Tag: Große Sultan-Qabus-Moschee

    November 10, 2025 in Oman ⋅ 🌙 23 °C

    Die Nacht war nicht so der Hit. Toni war sehr aktiv und fiebrig. Offenbar hat sie Maul-und Klauenseuche („Muh!“), zu deutsch Hand-Mund-Fuß- und wir vmtl auch.
    Dennoch sind wir morgens in die Moschee gefahren, um zumindest diese noch sehen zu können. Touris dürfen dort nur vormittags rein. Das verrückte ist, dass diese Moschee erst 2001 fertig gestellt wurde und zu den größten Moscheen der Welt gehört -ein wirklich wunderschöner Bau. Mit ganz viel Liebe zum Detail, ganz viel Marmor aus Italien & indischem Sandstein. Ein gigantisch großer Kronleuchter aus Swarovski, dessen Seitenteile allein schon größer sind als ein Mensch. Anna hat festgestellt keine langärmliche, weite Bluse dabei zu haben, musste also Flos Hemd tragen. Stand ihr super, so verhüllt. 😉
    Toni ist uns hinter die Absperrung entwischt und hatte großen Spaß ganz allein auf dem großen Gebets-Teppich. Danach sind wir ins Hotel und haben den ganzen Tag am Pool gechillt, damit die Toni einen ruhigen Tag hat. Hat uns auch gut getan. Außerdem haben wir noch das Auto übernommen, mit dem wir die nächsten zwei Wochen campen sind, das hat Vorfreude ausgelöst!
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  • 4. Tag: Wadi Al Abyad

    November 11, 2025 in Oman ⋅ ☀️ 29 °C

    Heute sind wir aus Maskat raus und damit ab jetzt mit Jeep und Dachzelt unterwegs. In Summe war’s ein sehr anstrengender Tag, v.a. weils der Toni nicht gut geht. Die hat richtig Schmerzen im Mund, ganze Zunge hat Bläschen und um den Mund rum lauter Pusteln. Heute haben wir unseren Camping Großeinkauf gemacht, sowas ist generell und mit krankem Kind insbesondere auch ultra anstrengend. Mit Fieberzäpfchen ging’s ihr immer besser aber will man ja auch nicht ständig geben— oder?
    Auf der Autobahn habe wir gestaunt. Es war Stau und die Autos sind einfach ohne Ausfahrt rechts von der Autobahn abgefahren- 100 Meter durch den Dreck kam eine Landstraße und da wieder drauf. Wozu auch auf Ausfahrten warten? Haben uns dem natürlich angeschlossen!
    Die Küstenstadt die wir noch sehen wollten haben wir dann ausgelassen und sind direkt ins erste Wadi gefahren. Erste Offroad Erfahrung direkt durch Flusskiesbett. Wir waren ganz froh, dass grad so wenig Wasser drin fliest. Ein super toller Campingspot hat dort auf uns gewartet, mit 2 anderen Campern sind wir im ganzen Tal die Einzigen. Tonis erste Reaktion, als wir sie ausm Autositz gehoben haben war „Stein! [dain!]“ - ja und das fassts eigentlich ganz gut zusammen.
    Und gleichzeitig ist es toll, wie in einer so steinigen, kargen Landschaft direkt das Leben erblüht, sobald ein kleines Gewässer fliest. Ne kleine schöne Wanderung entlang des Gewässers haben wir noch gemacht, schnell gekocht und heute sehr viel Zeit mit Einschlafbegleitung verbracht. Wir sind begeistert von der Kochkonstrultion des Jeeps!
    Zumindest der Abend ist friedlich unter tollem Sternenhimmel und unser Dachzelt sehr kuschlig. Vom Schilf draußen halt ein großen Frosch-Quak-Konzert rüber - haben wir nicht erwartet hier.
    Hoffentlich geht’s der Maus bald besser.
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  • 5. Tag: Sharaf al-Alamayn

    November 12, 2025 in Oman ⋅ 🌙 22 °C

    Guten Morgen Sonnenschein!
    Die Toni war heute wieder viel besser drauf, zum Glück.
    Ganz gemütlich haben wir in tollster Landschaft ganz alleine gefrühstückt und ich war noch baden, direkt in der kleinen Pfütze vor unserem Campingspot. Am Tag vorher fand ich es noch unnötig, dass hier irgendwelche Leute gemeint haben, extra für die offroad-Experience durchs Wasser fahren zu müssen. Zum Baden aber praktisch, denn damit war das Wasser in der Fahrrinne 5 cm tiefer, also insgesamt 10 cm, für die Katzenwäsche hat’s gereicht und es war unglaublich warm.

    Aus dem Kies ging’s raus zurück auf die Hauptstraße, dann direkt auf der anderen Seite wieder in die Berge abgebogen und durch ein langes Wadi hindurch gefahren und am Ende den Berg hoch in das kleine Dorf Wakan, das dort ganz viel Gartenbau betreibt. Sobald es Wasser gibt, gibt’s Palmen und das blühende Leben. Auch dort waren wir wieder fast alleine und machten einen kleinen Spaziergang durch die Gärten, die auf einem Hangrücken so angelegt waren, dass es in der Regenzeit nicht alles weg schwemmt und gleichzeitig wurden dort clever Bachläufe verlegt, so dass jedes Beet regelmäßig geflutet und damit gewässert werden kann.
    Ein Gärtner gab uns oben angekommen, ein paar von seinen Datteln. Eine willkommene kleine Stärkung nach den vielen Treppen! Es war zwar nicht heiß, aber Anna war es ein bisschen schummrig. Nach einem Kaffee mit Ausblick im Dorf ging’s dann wieder den ganzen Pass herunter, das Wadi raus auf die Landstraße.
    In Awabi haben wir getankt, weil wir wussten, dass wir noch mal fast 1700 hm den Berg rauf fahren würden. Sicher ist sicher.
    Im Gegensatz zu den schnuckligen Bergen von gestern waren die hier wirklich solide und groß. Wobei solide nicht stimmt, alles sieht hier aus, als würde es sofort abbrechen. Es ist insgesamt extrem staubig und während man bei uns den Schneepflug hat, gibt es hier wohl den Steinpflug. Das Geröll und die Schieferplatten sind an den Wegrändern aufgeschüttet.
    In Wadi Bani Awf biegen wir ab ins nächste Tal und schrauben uns dann die nächsten eineinhalb Stunden 25 km und 1500hm auf unbefestigten Straßen den Berg zu unserem nächsten Schlafplatz rauf. Hier wäre definitiv ohne Allrad nichts gegangen. Teilweise hatten wir eine Steigung von 42 Grad und das bei sehr staubig-losem Boden. Toni hat in der Zeit zum Glück zum größten Teil Mittagsschlaf gehalten. Ganz am Ende ist sie aufgewacht und hat tapfer die holprige Straße bis zum Gipfel ausgehalten. Die wurde in den letzten 15 Minuten noch mal extrem holprig.
    Geschafft! Oben werden wir mit einem grandiosen Ausblick und Sonnenuntergang belohnt. Und kühlen 17 grad. Das wird bestimmt eine der kältesten Nächte.
    Während Anna während der Fahrt noch Ferndiagnose per Chat mit Kinderärzten geführt hat, hat es sie jetzt selbst mit Schüttelfrost erwischt und sie ist gleichzeitig mit Toni ins Bett gegangen. Wir sind also noch in der Akklimatisierung. Ich hab dagegen vor allem meinen staubigen Husten, die Feinstaubbelastung dürfte enorm sein. Der Himmel ist immer ein bisschen diesig, wie wenn bei uns „Sahara“-Staub, nur mit eigener Wüste in der Nähe.
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  • 6. Tag: Misfah

    November 13, 2025 in Oman ⋅ ☀️ 26 °C

    Die Nacht im Dachzelt war kalt und sehr stürmisch! Zeitweise dachten wir, es weht uns davon, dennoch hat die Toni so gut geschlafen wie selten.
    Es geht bergauf mit ihr! Dafür hat die Anna Halsweh, daher haben wir heute mal das Krankensystem hier kennengelernt, war ne super Erfahrung!
    Einerseits, weil Anna wrsl Touri-Vorzug hatte und in wenigen Minuten wieder draußen war, während das Wartezimmer voll war. Auch hier klare Geschlechtertrennung mit eigenem Frauen -Wartezimmer. Andererseits weil Flo mit Toni einen anderen Papa mit gleichaltrigem Kind kennen gelernt hat beim warten draußen. Dieser andere Papa hat uns dann zu sich eingeladen und super tolle Tipps gegeben, sowie Kaffee und Datteln. Die Gegend in der wir jetzt sind hat viel Wasser und daher ist es jetzt deutlich grüner, als bisher. Die Stadt, in der wir jetzt gelandet sind, ist eine Oase, heißt Misfah und gefällt uns sehr gut. Weil wir uns bisschen auskurieren müssen, haben wir uns hier außerplanmäßig ein Hotelzimmer genommen. Die Dusche heut war mit neben Paracetamol die beste Medizin.
    Im Ort schlafen hat auch den Vorteil, dass man mit den Omanis ganz anders in Kontakt kommt als beim campen - ein wirklich sehr, sehr gastfreundliches, nettes Volk.
    Der Ort liegt total am Hang, hat eine grandiose Aussicht und ein Kanalsystem, dass eine Vielzahl von Feldern bewässert, ist total schnuckelig und uralt. Gleichzeitig merkt man hier den aufkommenden Tourismus, der dazu führt, dass vieles neu hergerichtet ist oder noch wird. Überall raucht der Weihrauch und füllt die Gassen mit seinem Duft. Die Muezzins singen in Summe weniger als erwartet, aber natürlich im ganzen Tal hörbar.
    Die Omanis sind zuckersüß zu Toni und sie streckt auch immer direkt ihre Hände nach ihnen aus. Tonis neues Wort ist „Nein“- das sagt sie jetzt so häufig, wie davor „Wauwau“. Zu ihrer Enttäuschung haben wir noch nicht einen Hund hier gesehen, dafür viele Ziegen und Katzen.
    Was praktisch ist, ist das „am Boden essen“ in den arabischer Ländern- v.a. mit Kind! Deutlich kinderfreundlicher so.

    Uns fällt auf, dass sehr viele Gebäude hier Zinnen haben und Wert darauf gelegt wird, dass Dinge gut aussehen. So sind Antennenmasten oft als Fake Palmen getarnt und Plastik-Wassertanks haben Zinnen.
    Die Männer hier tragen alle ein weißes, langes Gewand (Dishdasha), uniform. Und dazu einen Hut (Kumma), teilweise aufwändig gestickt und mit Luftlöchern.

    Nach langem Sparring mit Chat GPT hat Anna einfach Hand Mund Fuß für Erwachsene, heißt entzündeter Mundraum, kann sich bis 3 Wochen ziehen und man kann recht wenig tun. Zumindest keine echte Mandelentzündung. Schlaft gut :)
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  • 7. Tag: Misfah - Wadi Damm

    November 14, 2025 in Oman ⋅ ☀️ 27 °C

    Heute war ein toller Tag! Die Nacht im Hotel Bett war super erholsam und der Blick aus dem Fenster ging direkt in die Palmen in der Oase. In der Früh gab’s für die Toni Pancakes und Eier - ihr Appetit ist auf jeden Fall zurück.
    Dann haben wir eine kleine Dorfführung von Hamed bekommen, unserem Host. Misfah ist ein Ort, der nur aufgrund des Wassers und der gut bewirtschaftbaren Terrassen so gut dasteht. Dafür gibt es ein ausgeklügeltes System von Kanälen. Je nachdem wie viele Parzellen man besitzt, kriegt man dementsprechend viel Wasser. über eine Sonnenuhr und eine Nachtuhr (mit Sternenbild und Marker-Türmen am gehenüberliegenden Berg-Kamm) wird in jeweiligen halb Stunden Takt das Wasser in verschiedene Kanäle freigegeben.

    Eine Dattel Palme trägt bis zu 74 Kilo Datteln im Jahr, in dem Dorf gibt es 25 verschiedene Sorten.

    Das alte Dorf aus Stein und Lehm war fast verfallen, weil die Einwohner mit dem Einzug des Autoverkehrs auf der anderen Seite neu bauten. Seit 2008 entschlossen die jungen Einwohner, mit der Renovierung zu starten und das Dorf Touristen zugänglich zu machen. Schön zu hören, wie viel Herzblut da reinfließt.
    Das war sehr schön für uns so viel in Kontakt zu kommen mit Einheimischen und auch mal denen ihre Gerichte zu essen und nicht nur unser Campingfood. Wir haben Hamed gefragt, wie viele Frauen der durchschnittliche Omani hat, weil erlaubt sind vier. Er meinte, früher hatte man viele Frauen, aber heute hat man nur noch eine, weil es so teuer geworden ist. Also 1 Frau aus wirtschaftlichen Gründen 🤣🥲

    Erst nach dem Mittagessen sind wir dann wieder los zum Wadi Damm - das für deine Pools bekannt ist. Anna hatte Sorge, ob es überhaupt Pools gibt, weil aktuell so wenig Wasser da ist.
    Wir haben also eine 2,5 Stunden Wanderung mit viel kraxeln, über viel Stein unternommen. Und: Es gab auf jeden Fall Pools, ganz klares Wasser und je weiter man kam, desto größer wurden die Pools. Im Letzten waren wir dann baden, das war super erfrischend.
    Gleich am Eingang dieses Tals campen wir heute Nacht zusammen mit zwei anderen Fahrzeugen - auch Deutsche.
    Wir haben schön gekocht mit Okraschoten. Die Toni zeigt mittlerweile aufs Dachzelt wenn sie schlafen will, so schlau.
    Danach noch ein Lagerfeuer gemacht - ein wirklich schöner Tag geht zu Ende und es ist einfach toll, wenn’s dem Kind wieder gut geht. Anna‘s Mund schmerzt aber sie kommt mit Paracetamol über die Runden und ist sonst fit.
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  • 8. Tag: Wadi Damm- Schloss Jabreen

    November 15, 2025 in Oman ⋅ 🌙 26 °C

    Wir haben direkt im Wadi Damm übernachtet. Der Stellplatz war an einem Baum direkt neben dem Falaj (Rinne, die Wasser zur Oase transportiert). Die Nähe zu einer Wasserquelle schätzt man plötzlich nochmal anders, wenn man in so einer trockenen Gegend unterwegs ist.
    Nach dem Frühstück sind wir nochmal zum großen Pool im Wadi rauf spaziert und haben uns erfrischt und dort einige Zeit entspannt verbracht , während die Toni auf den glatten Felden geschlafen hat. Der untere große Pool war durch deine ganztägige Schattenlage erstaunlich kalt und auch glasklar. Zurück beim Auto haben wir unser bereits vorbereitetes Curry gegessen, das allen sehr gut geschmeckt hat.

    Am Nachmittag haben wir auf dem Weg nach Bahla gemacht, genauer gesagt zum berühmten Schloss Jabreen aus dem 17. Jahrhundert. Es ist wohl DAS Schloss im Oman.
    Von außen wirkt es schlicht, doch innen öffnet sich ein verwinkeltes Labyrinth mit diversen Ebenen und Verteidigungstürmen, von denen man die ganzen umliegenden Berge und die große eigene Dattelplantage sehen kann. Es fühlt sich weniger wie ein militärisches Fort an und mehr wie ein Ort, an dem Menschen wirklich gelebt, studiert und gedacht haben – schlicht, warm, ruhig und auch recht modern, sodass man sich das Design fast für heutige Gestaltungen modern halten kann.
    Feinde wurden damals mit heißem Dattelsirup übergossen. Die Toni liebt Datteln auch und entkernt sie beim snacken fleißig selbst.

    Danach war es schon recht spät, Anna fühlt sich nachwievor nicht so toll und daher sind wir direkt weiter nach Nizwa.
    Erste Amtshandlung von Toni war’s dann direkt in unser Bett zu bieseln- großartig. Anna und Toni haben sich früh hingelegt, während Flo alleine auf abendliche Erkundungstour gegangen ist.
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  • 9. Tag: Nizwa

    November 16, 2025 in Oman ⋅ ☀️ 26 °C

    Wir haben lange geschlafen, sehr gut gefrühstückt - Hotel ist einfach doch was feines mit Kind.
    Nizwa ist eine schöne Stadt! Alles aus tollen, sandfarbenen alten Häusern mit Zinnen und man sieht, dass vieles wieder im alten Stil hergerichtet wurde.
    Nach dem Frühstück sind wir auf den Souq, Nizwas großer Markt, der zum Teilen aus Handwerkskunst, zum Teil aus Süßspeisen wie Halwa oder Datteln aller Art besteht und auch aus frischem Obst & Gemüse. Er ist nach Themen sortiert, das macht es einfacher sich zurecht zu finden als in Mutrah.
    Anna hatte den Auftrag Gewürze mitzubringen und daher hatten wir uns eine Weile damit beschäftigt den besten Gewürzdealer ausfindig zu machen, auf keinen Fall möchte man hier in eine Touristenfalle tappen! Dort angekommen war Anna dann erstmal beschäftigt, man muss sagen, dass die Gewürze in Sri Lanka oder dem Iran NOCH günstiger waren, aber trotzdem gute Preise. Außerdem haben wir eine Tahini Mühle entdeckt, zuschauen können wir das funktioniert (sehr simple) und uns auch damit eingedeckt, denn Tahini gehört ja zu den Grundnahrungsmitteln der Veganer mMn.

    Dann gabs ein Mittagessen mit Aussicht, fast alle Restaurants haben wir Dachterassen, eine toller als die andere.
    Die Toni hat heut plötzlich angefangen deutlich verständlichere Worte zu sagen und einem nachzusprechen. Die letzten Tage kamen eh schon viele neue Tierlaute dazu. „Nein“ ist gerade das häufigste Wort. Oma und Opa dürfen sich drauf einstellen nach dem Urlaub Moma und Popa zu heißen 😉 Außerdem hat sie heute gelernt, Bussis zu geben! Nur wenn sie will natürlich.

    In 2 Tagen ist hier im Oman großer Nationalfeiertag und man sieht schon viele Vorbereitungen. Die Flagge, die Nationalfarben und auch das Gesicht des Sultans (ehemalig und aktuell) sind schon sehr präsent und Pferde üben auch schon das paradelaufen.
    Auch hier fällt auf, wie friedlich dieses Volk ist. Vll auch kein Wunder, wenn Alkohol und Drogen unter langen Haftstrafen stehen. Anscheinend gibts dafür auch keinerlei Untergrundszene, es ist quasi uncool. Führt sicherlich auch zu friedlicheren Menschen. Wir haben uns bisschen ein gelesen, und es scheint, vor allem aber auch an einer speziellen Form des Islam zu liegen:

    Der Oman folgt überwiegend dem ibaditischen Islam, einer sehr alten, friedlichen und unaufdringlichen Strömung, die Konsens, Bescheidenheit und moralische Integrität über Machtausübung stellt. Diese Haltung prägt seit Jahrhunderten das gesellschaftliche Leben: Sie fördert Ruhe, Toleranz und Gemeinschaftssinn, wodurch das Land bis heute außergewöhnlich stabil, höflich und harmonisch geblieben ist.
    Das zeugtbsuch auch darin, dass die Gesänge der Muezzin nur kurz singt und die Moscheen auch nicht im Lautstärke-Wettbewerb zu einander stehen. Das war in zB in Sri Lanka ganz anders.

    Nachmittags waren wir am Pool vom Hotel, haben die Toni in den Schlaf gewagelt um dann in Ruhe schön essen zu gehen! Eat wenn the Baby sleeps! Wieder auf einer tollen Dachterasse. Dabei konnten wir unseren gesamten weiteren Trip planen und quatschen ♥️
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  • 10. Tag: Nizwa- Jabel Akhdar

    November 17, 2025 in Oman ⋅ ☀️ 17 °C

    Heute Morgen war das Hotelbett so weich und gemütlich, dass die Anna gerne dageblieben wär. Flo ist schon früh morgens auf Fototour gegangen, um Nizwa noch mal ohne Touristen zu erleben. Im Oman ist die Sicherheit wohl so groß, dass selbst die Ladenbesitzer im Souq ihre Ware über Nacht draußen stehen lassen. Das wäre selbst in Deutschland nicht möglich. Nach einem ausgedienten Frühstück sind wir aufgebrochen, noch mal einkaufen gegangen und ins Gebirge gefahren. Es ging in das Jabel Akhdar Gebirge „der grüne Berg“. Er hat zwar mehr Büsche, aber grün ist was anderes. 😅
    Das Besondere daran ist, dass es aus zwei riesengroßen Hochebenen besteht und auf diesen Hochebenen ist ausreichend Wasser vorhanden, so dass seit Jahrhunderten ganz viel angebaut werden kann. Besonders berühmt ist die Gegend für die vielen Rosen und das hergestellte Rosenblütenwasser, das im ganzen Oman genutzt wird und weltweit auch zur Parfümherstellung dient.
    Wir haben eine kleine Wanderung gemacht, von Dorf zu Dorf durch die Plantagen durch, die sich an die Berghänge schmiegen. Ein abgeblühtes Rosenfeld und ein Museum dazu konnten wir besichtigen. Leider ist die Blütesaison im Frühjahr, so dass wir davon nichts mehr gesehen haben. Beeindruckend, wie früher (und auch heute noch teils) die Landwirtschaft betrieben wurde. Über solche Steilhänge muss das wirklich eine Schufterei gewesen sein.
    Einen abgebrannten Dornbusch haben wir auch gesehen, gesprochen hat er nicht. Dafür ist er aber direkt wieder ausgetrieben.

    Wir haben einen tollen Tipp bekommen und stehen jetzt direkt am Kliff mit fantastischem Blick auf 2050 Meter und haben einen tollen Sonnenuntergang beim Kochen erlebt. Toni hatte heut einen Vielfraß Tag. Immer wenn der Muezzin singt, singt unsre kleine Muezzine mit.
    Annas Mund geht’s langsam endlich wieder besser, die Stimmung ist super.
    Fail des Tages: Haben unseren Spaten verloren, womit verbuddeln wir jetzt unsere Hinterlassenschaften? Vielleicht mit Tonis Sandspielschaufel.
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  • 11. Tag: Jabel Akhdar- Museum of Ages

    November 18, 2025 in Oman ⋅ ☀️ 23 °C

    Heute früh sind wir recht früh aufgewacht und haben eine Wanderung durch 3 Dörfer gemacht, mitten durch die Obstplantagen. Das ging ziemlich steil Berg auf Berg ab - als Obstbauer ist man hier auf jedenfall fit. Es wachsen hier Granatäpfel, Walnüsse, Oliven, und viel Grünes auf „Feldern“/ kleinen Parzellen, die wieder durch ein ausgeklügeltes Wasserleitsystem gewässert werden. Weizen haben wir erkannt.
    Es fällt auf, dass im ganzen Land sehr viel gebaut und renoviert wird, alles mit Gastarbeitern aus Indien/ Pakistan. Was uns schon öfters begegnet ist, ist, dass bei Wanderungen immer wieder in einer Bucht eine Kaffeekanne und ein Teller Datteln stehen, zur freien Stärkung quasi. Das kam uns auch gelegen, denn die Gastro muss hier erst noch aufgebaut werden.
    Zurück beim Auto haben wir dann doch einen Kaffee mit Aussicht bekommen und eine happy Toni die ein Glas Milch direkt geext hat.

    Danach sind wir weiter, raus aus den Bergen und in den Süden. Unser Ziel: Das große „Across the ages Oman“ Museum, von dem uns wirklich viele Leute vorgeschwärmt hatten. Allein das Gebäude ist total beeindruckend, hat auch Preise gewonnen also „schönstes Museum der Welt“. Der komplette Boden ist polierter Marmor, worin sich alles eindrucksvoll spiegelt.
    Wir haben dann 2-3 Stunden verbracht mit der gesamten Geschichte des Oman, von der Steinzeit bis jetzt.
    Da ja übermorgen großer Feiertag ist, sieht man grad viele Kinder mit tollen bunten Gewändern, die sehr schick angezogen sind, auch im Museum. Wir haben uns nicht getraut Fotos zu machen. Dort gab’s dann wieder omani coffee für uns, dazu gibt’s immer Datteln. Die gehören hier zum Kaffee wie in Italien die Chips zum Aperol. Und die Toni ist wirklich verrückt nach Datteln und ihr ganzes Gesicht klebt danach.

    Dann hatten wir es eilig einen guten Stellplatz zu finden weil es schon fast Sonnenuntergangszeit war (17:30). Also sind wir offroad querfeldein gedüst und haben einen tollen Spot gefunden, komplett alleine im nirgendwo. Sehr viel Weite. Was für eine Stille! Nachdem Toni im Bett war gab’s Pasta, Schokopudding und viele Sternschnuppen.
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  • 12. Tag - Wahiba Sands (Wüste)

    November 19, 2025 in Oman ⋅ ☀️ 27 °C

    Die unglaubliche Stille hat uns sehr gut getan und wir haben hervorragend geschlafen. Nach einem entspannten Tagesstart sind wir nach Sinaw gefahren.
    Dort gibt es donnerstags immer einen großen Kamelmarkt bei dem die Beduinen aus der Wüste kommen und fleißig Kamele verhandeln. Das wollten wir sehen.
    Die Landschaft dorthin wurde immer flacher und auf dem Weg dorthin haben wir schon viele einzelne Kamele in der Gegend gesehen. Ansonsten erstaunt uns immer wieder, wie unglaublich viel gebaut wird an allen Ecken. Mitten in der Pampa entstehen komplett neue Wohnanlagen. Man fragt sich, wer da mal wohnen will?
    Beim tanken in Sinaw haben wir dann erfahren, dass der Markt morgen erst abends ist. Gleichzeitig hat der Ort sonst wirklich nichts zu bieten. Also haben wir gegessen, einen Kaffee (mittlerweile gibt es überall Speciality Coffee Shops) getrunken und unsere Pläne geändert. Nur für den Kamelmarkt bis morgen Abend zu bleiben lohnt sich nicht. Schade! Denn somit haben wir zwei Märkte verpasst: den Kamelmarkt in Sinaw und den Frauenmark in Ibra, wo nur Frauen ver-/einkaufen dürfen.
    Also neuer Plan: statt 3 Stunden gerade aus weiter in den Süden zum Meer zu fahren, machen wir direkt einen Abstecher in die Wahiba Wüste.
    Am Eingang der Wüste mussten wir erst mal Druck aus den Reifen ablassen und von 3 bar auf 1,5 bar reduzieren. Danach fuhr es sich auch deutlich einfacher und dennoch extrem holprig und aufregend. Wir mussten sehr weit rein, circa 19km zwischen den großen Meter hohen Sanddünen durch.
    Im Adventurecamp sind wir sehr herzlich begrüßt worden, alle sind begeistert von der Toni und wollen sie auf den Arm nehmen.
    Wir haben eine kleine Kameltour gemacht und auch Toni ist mit geritten! Allerdings hat sie sich erschrocken, als die Kamele beim aufstehen und niederlassen gemault haben und hatte enorme Angst. Trotzdem ist sie dann zu Flo auf das Kamel gestiegen und hat sich auch wieder beruhigt. Bis dann Anna aufgestiegen ist, das Kamel wieder gemault hat - dann war bei der Toni nichts mehr zu retten. Flo hat sie dann heim getragen, auch ein gutes Kamel. Mault nicht und hat auch nur ein Höcker.

    Kurz danach war es auch schon Zeit für den Sonnenuntergang. Haben dafür all unsere offroad Skills zusammengekratzt und sind noch mal eine Düne hoch gedüst, die sind immerhin 25 m hoch. Wunderschön!

    Nach der ganzen Aufregung ist Toni heute sehr schnell eingeschlafen und wir freuen uns jetzt auf das Abendessen 🥘 danach erwartet uns eine gemütliche Jurte im Camp und morgen geht’s für Anna früh raus… Geburtstagsgeschenk von vor zwei Jahren einlösen.
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  • 13. Tag: Wahiba Sands

    November 20, 2025 in Oman ⋅ ☀️ 21 °C

    Auf Annas Wecker stand heute Früh eine 04!
    Denn es ging zur Heißluftballonfahrt bei Sonnenaufgang über der Wüste. 🎈
    Das war noch ein altes Geburtstagsgeschenk vom Flo, das endlich eingelöst werden durfte! Da Kinder unter 5 nicht erlaubt sind (und auch keinen Sinn machen) konnten wir das nicht gemeinsam machen. Um 05:00 wurde die Anna also abgeholt und gemeinsam mit einigen anderen Touris wurden 2 große Ballons aufgeblasen. Wir haben sowas beide noch nie erlebt und ich (Anna) hatte auch Zweifel ob es das Geld wert sein würde aber es war wirklich toll! So ein friedliches, ruhiges dahingleiten. Und man bekommt einen tollen Überblick über diese meterhohen Dünen von ganz oben.

    Hier in der Wüste gibt es wirklich auch ziemlich perverse Ressorts, mit Pools und allem, unglaublich. Und das nicht nur in der Wüste sondern auch allg. in einem Land, das 25% mehr Wasser verbraucht als es hat. Toll an dem Flug war, dass die Farben sich so stark verändert haben. In Summe waren 4 Ballons am Himmel, das war schön anzusehen. Am Peak waren wir rund 800 Meter hoch in der Luft.
    Und eine Britin dachte ich wäre aus GB aufgrund meines makellosen englischs, made my day :) Und der Fahrer dachte ich wäre 23, das war auch nett. Um kurz vor 8 war ich dann pünktlich zum Frühstück wieder da und ab da haben wir eigentlich den ganzen Tag gechillt.

    Flo hat sich noch ein Sandboard geliehen und ist paar Runden Sandboard gefahren. Wie gewohnt ist er auch darin ein Naturtalent. Bei der Höhe der Dünen reichts einem aber auch nach 4-5 Runden! Das deutsche Motto „Protect our winters“ macht wieder neu Sinn, denn Sand rutscht lange nicht so gut wie Schnee, Fazit: Mittelspassig.

    Anna hat dann mit der Toni einen großen Mittagsschlaf gemacht, das war großartig. Die Toni hat heute den ganzen Tag gespielt - viel nackt mit Wasser und Förmchen. Sommer ist was feines für Kinder!
    Wir haben mitgespielt, Wäsche gewaschen, gelesen, gechillt. Der erste Chill-Tag!
    Mittags haben wir uns Nudelsalat gekocht. Die Toni steht gerade sehr auf Schwammerl und Bohnen. Tofu ist nachwievor hoch im Kurs. Aber wenn sie dürfte würde sie den ganzen Tag Wassermelone essen. Und Trauben. Oder Datteln. Wenn sie die sieht rastet sie richtig aus. 🤩

    Sie sagt gerade einige neue Worte wie „Nein“, „Wasser“, „Flasche“, „Schuh“, Schnuller („Nunna“). Und sie hat mir heut ne frische Windel gebracht, wie sie mir sonst die Flasche bringt, wenn sie Durst hast. Wir lieben es, dass die Kommunikation mit ihr leichter wird!

    Der Sonnenuntergang war wieder cool weil die Toni sich von anderen lokalen Mädls abgeschaut hat, dass man die Dünen runterrutschen kann. Das hat sie dann großartig gefunden und wurde auch immer mutiger. Flos Abendsportprogramm war damit auch erledigt!

    Morgen früh darf der Flo noch Ballonfahren und dann geht’s endlich ans Meer!
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  • 14. Tag: Meer

    November 21, 2025 in Oman ⋅ ☀️ 28 °C

    Heute Früh ging es für den Flo sehr früh raus, auch er hat eine Ballonfahrt gemacht! Fast hätte er vor lauter Nebel den Ausgang zum Camp nicht gefunden, wo der Fahrer ihn abgeholt hat. Erstaunlich, wie feucht es nachts in der Wüste wird!
    Besonders für ihn war, dass er mit 2 Locals im „Korb“ stand, die zum ersten Mal ihre Heimat von oben gesehen haben und viel dazu zu erzählen hatten! Nach der Landung 3 Täler weiter hat er im Nebel einen Nebelbogen 🌈 gesehen.

    Nach dem Frühstück sind wir aufgebrochen, da wir heute ans Meer wollten und eine längere Strecke und gleichzeitig kein konkretes Ziel vor uns hatten. Aus der Wüste raus, haben wir erstmal mit dem hauseigenen Kompresse wieder unsere Reifen auf Druck gebracht.
    Kurz bevor wir ans Meer kamen, war die Landschaft nochmal besonders toll, da waren richtig weiße Dünen und gleichzeitig recht viele Bäume und Sträucher. Nachträglich hätten wir da vll stehen bleiben sollen.

    Aber wir wollten ans Meer und das ist hier so ne Sache. Die Region war wohl mal total blühend und voller Handelshäfen, aber dann haben die Portugiesen im 17. Jhd. gebrandschatzt, es gab noch 1-2 Umweltkatastrophen und heute ist hier wirklich ziemlich wenig sehenswertes. Es gibt Siedlungen, aber die schauen wirklich arm und einsam aus.
    Am Strand waren wir kurz, die Toni fand die Wellen sehr faszinierend, hatte aber eine riesigen Respekt vor jeder Welle, die ihre Füße gekitzelt hat.

    Wir haben insgesamt 4 Anläufe/ Stops gebraucht, um einen geeigneten Campingspot zu finden. Manchmal war der Strand super, aber der Sand zu tief, um mit unseren Skills nicht stecken zu bleiben (wäre beinahe passiert), zweimal war’s einfach nicht besonders schön, auf einer Klippe haben wir uns wegen der Toni doch nicht getraut und so sind wir jetzt hier gelandet - haben dann im letzten Anlauf doch einen tollen Spot gefunden.
    Auf den ersten Blick eine sehr karge Steinwüste, fast schon Mondlandschaft.
    Etwas weiter oben gelegen, Blick aufs weite Meer und das besondere: Hier nisten überall Schildkröten. Direkt unterhalb von von unserem Platz ist ein kleiner Strand mit lauter Schildkrötenspuren und Löchern. Anna hat das in Südafrika schonmal erlebt. Wir werden heute Abend und ggf morgen bei Sonnenaufgang mal schauen, ob wir was sehen können. Leider ist Neumond und alles sehr dunkel gerade, Licht anmachen soll man ja nicht. Auf jedenfall ne coole Sache.
    Absoluter Fail des Tages: Wir haben irgendwo unsere Podusche verloren, sie muss uns aus dem Auto gefallen sein. Wirklich super blöd. Ohne Podusche und ohne Klappspaten wird es langsam immer blöder aufs Klo zu gehen. Müssen wir uns wohl mit der Toni die Feuchttücher teilen.
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  • 15. Tag: Sur & Tiwi Beach

    November 22, 2025 in Oman ⋅ ☀️ 26 °C

    Wir sind heute mit der Sonne aufgestanden!
    Da wir jetzt ganz im Osten der arabischen Halbinsel sind, sehen wir jetzt über dem Meer die Sonne aufgehen und das ist wunderschön - so aus dem Dachzelt raus! Das Dachzelt ist super, richtig gemütlich und groß.
    Der Flo ist sogar noch etwas früher aufgestanden und direkt an den Strand, um evtl. noch eine Schildkröte auf ihrem Weg zurück ins Wasser zu sichten. Er war zu spät dran - eine frische Spur ging tatsächlich ins Wasser!

    Da wir also schon um 06:00 wach waren dank Toni und Sonne, haben wir es schon recht früh nach Sur geschafft und dachten, dann könnten wir direkt noch den Fischmarkt erwischen! Sur ist wieder so ne Stadt in diesem Land, die sich einem nicht direkt erschließt, weil es kein wirkliches Stadtzentrum gibt. Sur war einst große Schiffsbau-Stadt mit weltberühmten Werften und darauf sind sie noch heute stolz. Beim Fischmarkt waren wir zu spät, da gab’s nur noch Reste. Also sind wir ins Schiffsbaumuseum, das uns tatsächlich sehr beeindruckt hat. Beachtliche Boote wurden da noch vor nicht allzu langer Zeit „zusammen genäht“, mit Seilen aus Palmen und Kokosnuss. Später kamen dann die Nägel dazu und damit größere Schiffe für all den Seehandel für den die Omanis einst bekannt waren, bevor es den Suez Kanal gab. Der Toni hat der glatte Boden des Museums sehr gut gefallen, endlich konnte sie mal wieder ordentlich laufen, auf Sand und Steinen geht das deutlich schwieriger. Das wurde auch mit viel Freudenschreien untermalt, siehe Video.
    Dann haben wir noch nen Leuchtturm besichtigt, mit schönem Blick über Sur und sind weiter gefahren zum Tiwi Beach. Ein Strand voller schöner runder Steine. Dort angekommen haben wir uns waghalsig mit dem Auto auf den Strand getraut - den Steinen sei Dank. Und hier haben wir dann einen sehr schönen Strandnachmittag verbracht. Wir haben gebadet und plötzliche gemerkt, dass im Meer ganz viele, teils richtig große Schildkröten schwimmen und immer wieder ihren Kopf lang aus dem Wasser strecken. Leider haben wir keine Schwimmbrille dabei, das ist schade. Dennoch toll, mit diesen majestätischen Tieren im Wasser zu sein.
    Die Toni hat wieder viel gespielt, mit Wasser und Steinen. Es ist großartig, dass sie sich so gut selbst gespaßt, so kamen wir sogar zum lesen! Mit ihrem Spielzeugauto fährt sie jetzt auch Off-Road.
    Das Meer und die Wellen sind ihr höchst suspekt! Die Toni hat grad wieder eine starke Papa Phase, sagt den ganzen Tag nur Papa und liebt ihn sehr und er darf sich grad gar nicht entfernen.

    Ja und so stehen wir direkt am Strand, haben lecker gekocht und gegessen und jetzt einen entspannten Abend! Leider müssen wir feststellen, dass unser Rhythmus mit Baby und Camping bisschen unpassend ist zum Leben der Omanis. Hier blüht das Leben eigentlich erst mit Einbruch der Dunkelheit auf, da sind die Läden offen und die Leute draußen. Nur wir leider nicht. Gerade ist die Toni selbst die komplette Leiter ins Dachzelt hochgeklettert.
    Wir haben heute erfahren, dass es rund 4 Millionen Omanis hier gibt plus 2 Millionen Inder. Soviel zur Aufnahme anderer Kulturen…
    Jeder Omani bekommt bei Volljährigkeit ein Grundstück vom Staat in seiner Heimatstadt geschenkt, und für jedes Kind gibt’s rund 23€ im Monat Kindergeld.

    Highlight des Tages: Podusche wieder gefunden!
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  • 16. Tag: Wadi Tiwi und Co

    November 23, 2025 in Oman ⋅ ☀️ 26 °C

    Wir sind heute wunderbar aufgewacht, direkt am Strand! Nach einem entspannten Frühstück dachten wir, entspannt losfahren zu können, aber da hatten wir uns geirrt.
    Wir kamen einfach nicht raus aus dem Steinstrand. Unsere Räder haben sich immer tiefer gegraben und trotz aller Mühen und Manöver, kamen wir nicht die eigentlich recht leichte Steigung des Steinstrandes hoch. Es war verhext. Nach kurzer Zeit hat uns ein Einheimischer geholfen und das Auto übernommen. Auch er konnte kaum glauben wie schwer das ging, weil er richtig viel von unserem Auto hielt. Insgesamt waren wir -bzw. er- gute 2 Stunden beschäftigt, das Auto wieder auf die Straße zu bringen. Kurz vor dem Ziel hat sich dann auch noch ein größere Stein vor dem Hinterrad verfangen und eine Kappe vom Schweller abgebrochen, sau ärgerlich! Über unser Trinkgeld hat er sich auf jeden Fall gefreut und wir uns, dass wir doch noch raus gekommen sind. Die Toni hat die ganze Odyssee in ihrem Autositz verschlafen! Immerhin. Flo und Anna waren dann ziemlich aufgebrannt und kurz vorm Hitzschlag. Das Ganze hat einige Nerven gekostet, Flos Garmin Uhr zeigt richtig Stress in der Zeit und wir haben überlegt, einfach nur zum nächsten Strand zu fahren.

    Nach einem Eiskaffee am Eingang des benachbarten, einfacher erreichbaren und daher auch gnadenlos überlaufenen Wadi Shab haben wir dich den Entschluss gefasst, noch vom Meer weg ins nahegelegene Wadi Tiwi zu fahren, also wieder rein in die trockenen, steinigen Bergschluchten, die uns mittlerweile sehr vertraut sind.
    Die Fahrt dorthin hatte es auch massiv in sich. Die Straßen waren unglaublich steil, viele Serpentinen, eng, oft nicht einsehbar, ohne Allrad niemals möglich, immerhin durchgehend geteert. Jedesmal wenn Gegenverkehr kam, ging der Puls wieder hoch. Das Fahrsicherheitstraining gibts hier im Urlaub inklusive, solange man nicht abstürzt.
    Oben im Wadi angekommen hat uns dann eine kleine Wanderung mitten ins Grüne Paradies geführt. Immer wieder unglaublich, wie in so trockenen Gegenden dann doch irgendwo Wasser ist und dadurch unglaublich grüne Oasen entstehen. Am Parkplatz haben wir noch lokale Jungs abgewimmelt, die uns eine Führung anbieten wollten. Eigene Faust sind wir durch die schöne Dattelpalmen Oase entlang, der Falaj vom Parkplatz nach unten gewandert. In diesem Fall gab es sogar richtig viel Wasser.
    Die Pools die wir dort gefunden haben waren bisher die größten und schönsten, inklusive Wasserfall! Richtig paradiesisch.
    Unser Lunch hatten wir dabei und das hat dann auch allen sehr gut getan. Nach der Mahlzeit und intensiven Badeeinheiten können wir sagen: Hat sich gelohnt, den Weg auf sich zu nehmen!
    Wieder zurück haben wir uns den nächsten Strand gesucht für den Abend, diesmal halten wir noch mehr Abstand von jeglichem Potential des Stecken- Bleibens. White Beach, weil ganz weißer Sand. Viel davon ist ausnahmsweise auch nicht zum Campen erlaubt, außer man hat eine eigene Lizenz und man sieht hier jede Menge Wohnwagen in erster Reihe. In unserem Abschnitt sind wieder enorm viele Kieselsteine, aber auch ein wenig schöner weicher Sand. Immerhin eine Maus schläft dann bestens und der starke Wind scheint sich zu beruhigen.
    Die Toni ist heute mindestens 6 Mal die doch anspruchsvolle Leiter ins Dachzelt selbst geklettert! Aus der werd nummoi wos!
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  • 17. Tag: Wadi Al Arbeieen

    November 24, 2025 in Oman ⋅ ☀️ 26 °C

    Ganz in der Früh zum Sonnenaufgang ist der Flo schon eine Runde im Meer geschwommen und hat wieder Bekanntschaft mit einer Schildkröte gemacht, die auch schon munter war.
    Schön so am Strand aufzuwachen mit Sonne und Meerblick!
    Nach einem entspannten Frühstück sind wir heute nochmal in ein weiteres Wadi gefahren.
    Wir hatten gar nicht auf dem Schirm, dass es auf dieser Seite der Berge auch noch so viele davon gibt. Und sie führen scheinbar deutlich mehr Wasser als auf der andern Seite.
    Diesmal war’s nicht so herausfordernd zu fahren, aber die Straße ging direkt durch eine tiefe Schlucht, mit beeindruckend hohen Felswänden. Ab und zu musste wir auch durch Wasser fahren und sind schließlich bei riesigen Pools angekommen, die wirklich sehr tief ausgeschaut haben. Google hat uns glauben lassen, dass es einen großartigen Wasserfall irgendwo dort gibt.
    Weil wir wieder auf einen private Guide verzichtet haben, haben wir uns in der Sonnenhitze selbst erstmal den Weg durchs Dickicht geschlagen. Dann kurz aufgegeben und doch nochmal losgestartet, das Wadi weiter flussaufwärts.
    Irgendwann sind wir wieder auf das Falaj System (Wasserwege) gestoßen und konnten ab dann easy weiter spazieren am Wasser entlang.
    Wir wurden belohnt mit wunderschönen blauen Pools, paradiesisch klarem Wasser und Schatten, der wirklich gut tat.
    Bisschen gebadet, rumgeklettert, ausgekundschaftet und Mittagessen. Wir kochen seit einiger Zeit abends immer etwas mehr, um entspannt mittags noch was davon zu haben.
    Wieder am Parkplatz, haben wir erfahren, dass DER berühmte Pool des Wadis nur noch minimal weiter oben gewesen wäre. Leider gabs diesmal wirklich null Beschilderung darüber, weder vor Ort, noch auf Google oder Outdoor Active. Schade, aber hilft nix, war auch so schön.

    Nach einem Kaffee mit Datteln in einem Ressort, dessen Terrasse unter einem schönen Baum super aussah, sind wir zu unserem Stellplatz etwas weiter flussabwärts gefahren. Diesmal waren wir es, die helfen sollten, jemanden rauszuziehen, der stecken geblieben war. 3 Inder waren dabei hier ein Camp für Touris aufzubauen, die hier anscheinend morgen kommen. Ihr Lastwagen ist allerdings nicht wirklich offroad geeignet und jetzt stehen 3 Zelte, der Lastwagen kommt aber nicht mehr raus und es fehlt noch einer.
    Wir haben also abschleppen / hochziehen versucht aber unser Auto war viel zu schwach für den großen Laster rückwärts bergauf, und so mussten wir kurz danach aufgeben. Gleich in der Nähe war ein toller Nachtplatz und so haben uns einige Meter weiter hingestellt. Und während wir gebadet, gekocht, gespielt und Lagerfeuer gemacht haben, konnten wir nur zusehen, wie sie ihren Lastwagen Meter um Meter wieder etwas nach oben bekommen. Mit Latten aus dem nächsten Dorf, viel schaufeln … vielleicht werden wir es morgen noch erleben, dass sie es schaffen. So haben wir jetzt auf jeden Fall Nachbarn.
    Es quaken die Frösche, die Grillen zirpen und der Mond steht über uns wie die Sichel über dem Moscheen.
    Schöner Ort für die letzte Nacht im Dachzelt!
    Wir sind tatsächlich heute traurig, dass die Dachzelterei jetzt endet, wir hatten uns in der letzten Woche -wo es uns wieder gut ging - richtig gut eingegrooved.
    Morgen geht’s zurück nach Muskat.
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  • 18. Tag: Mutrah

    November 25, 2025 in Oman ⋅ ☀️ 26 °C

    Wir sind heute sehr früh aufgewacht, irgendwie hatten wir alle eine unruhige Nacht. Da gestern und heute im Zeichen der Resteverwertung standen, gab’s heut zum Frühstück Milchreis aus Kokosmilch, Risottoreis und Mango, war gut! Und ne Packung Instant-Nudeln 😀 geschmacklich nicht mal so abwegig, wenn man es mit den Linsen-Dals etc, die es hier local zum Frühstück gibt, vergleicht.

    Dann haben wir noch in schönster Szenerie gepackt, geputzt und sortiert, denn heute mussten wir das Auto zurückgeben. Nach super Teamwork hatten wir das Ganze recht schnell erledigt, wie lang doch so ein Tag ist, wenn man schon um 06:00 Uhr aufsteht!
    Dann haben wir das Auto in Maskat zum waschen gebracht, für 10€ bekommt man hier 3 Leute die 1h das Auto innen und außen gründlich reinigen, das hat sich sehr gelohnt. Anna hat nochmal bisschen im Supermarkt Datteln & Co geshoppt für daheim.
    Anschließend wollten wir unbedingt noch das Royal Opera House sehen, von dem uns viele vorgeschwärmt hatten und was sollen wir sagen: wieder ein Bauwerk, wo so richtig geklotzt wurde… feinste Architektur und Kunst, Verzierungen noch und nöcher, gepaart mit modernster Bühnentechnik - sehr beeindruckend. Mit der beweglichen Orgel aus Bonn, die nach vorne fahren kann für Orgelkonzerte. Sie ist damit das größte bewegliche Instrument der Welt. Angeblich hat der letzte Sultan selbst Orgel gespielt. Fertiggestellt wurde die Oper erst 2011!
    Die Toni hat wieder den glatten Boden gefeiert und war für einige ältere Leute auf jeden Fall das Highlight ihres Opern Besuchs mit ihrem Operngesang und Tanzeinlagen. In Qurum Beach sind wir noch schön geschlendert, inkl. fancy Coffee. Die Gegend ist ein bisschen das Nizza vom Oman, sehr schick, angelegte Palmenanlage, toller Sandstrand, Bars & Restaurants.

    Dann ab ins Fort Guesthouse zurück in die Zivilisation, wir alle mussten erstmal gründlich duschen. Abendessen waren wir dann in einem schöneren omanischen Restaurant. Bisher sehr positive Restaurantbesuche gehabt im Bezug auf Kind. Toni bekommt überall sehr schnell was zu essen (teils bevor wir bestellt haben)- meistens irgendwas Richtung Pfannkuchen mit Frischkäse - kommt sehr gut an! Und die Nachspeise aus Datteln wie gewohnt auch!
    Wir sind froh, dass die Reise per Auto ohne größeren Schaden geklappt hat und wir morgen noch einen vollen Tag in Muttrah- das ist die Altstadt von Maskat- haben.
    Ein bisschen schade war’s fast, unser treues Auto und rollende Unterkunft wieder abzugeben.

    FunFact: Die Toni singt fleißig mit jedem Muezzin der erklingt mit. Meist ist das Abendessen dann für kurze Zeit pausiert und sie hat ein leuchtendes Strahlen im Gesicht.
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  • Letzter Tag in Maskat

    November 26, 2025 in Oman ⋅ ☀️ 27 °C

    Wir hatten heute noch einen ganzen Tag in der Hauptstadt. Unser Frühstück im Guesthouse war vorzüglich und schön angerichtet! Dann sind wir im Souq (Markt) Schmuck shoppen gewesen, damit hat der Flo direkt ein Weihnachtsgeschenk für mich (Anna) - der Goldschmuck hier ist einfach wahnsinnig aufwändig und schön gemacht. Vieles aber auch sehr prunkvoll sodass wir nach schlichteren schönen Varianten richtig suchen mussten.

    Danach hatten wir ein paar misslungene Stunden, da wir den Mittagschlaf von der Toni nicht so hinbekommen haben wie geplant, außerdem zahnt sie heute total und ist immer wieder sehr schlecht drauf.

    Aber Ablenkung hilft ja immer, also sind wir dann kurz vor Sonnenuntergang noch zum Sultanspalast Al Alam gefahren, der heute nur noch für diplomatische Zwecke genutzt wird. Wir hatten uns da aufgrund von Google Photos kein all zu großes Gebäude vorgestellt, aber es war mal wieder sehr üppig. Nicht nur der Palast, sondern eben auch die ganzen Gebäude drum rum, die Gartenbereiche und die „Einfahrt“, die zum Palast hinführt. Richtig schön!
    Die Toni war wiedermal Superstar vor Ort, ist überall rumgelaufen, ruft in einer Tour „Baba“ und alle möchten sie auf den Arm nehmen- mag sie gar nicht. Und wirklich viele Menschen kneifen ihr in die Backe, wenn sie dran vorbei laufen, das kann man gar nicht verhindern. Etwas übergriffig, aber da reihen sie sich ja ein mit vielen anderen Südländern.
    Danach waren wir zu teuer Abendessen, nochmal im Souq- einfach weil dort abends der Bär steppt, und das toll ist mitten drin zu sein.
    Joa und nachdem alle Schuhe „shouu“ mehrfach neu sortiert und umgeräumt wurden, gehen wir alle schlafen- schön vor 22:00 Uhr 😀
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  • Ab nach Hause!

    November 27, 2025 in Oman ⋅ 🌙 22 °C

    Wir haben heute richtig schön ausgeschlafen und dann gepackt. Da unser Gepäck beim Hinflug schon recht voll war, war es doch eine gewisse Herausforderung. Aufgrund vieler Datteln, Tahini und Co sind unsere 2 großen Patagonia Taschen auf insgesamt unglaubliche 42kg gekommen.
    Nach dem leckeren Frühstück haben wir gespielt und auf der Dachterasse eine gute Zeit gehabt. Flo hat gemeinsam mit dem Barkeeper ein neues Getränk kreiert. Die Idee kam aus dem Problem heraus, dass es hier nirgends pflanzliche Milch gibt. Daher bestellen wir hier oft (Iced) Americano. Aber schmecken tut der eigentlich nie. Was es hier überall gibt, ist Omani Coffee. Das ist eine Kanne mit leicht geröstetem, grob gemahlenem Kaffee und den Gewürzen Safran, Rosenwasser und Kardamom. Der schmeckt uns richtig gut, wird aus sehr kleinen henkellosen Tassen geschlürft, kostet meist nichts und wird mit Datteln zusammen serviert. Die sind mit ihrer Süße die perfekte Ergänzung.
    Dem Flo kam also in der Früh die Idee, ob man nicht so etwas auch in kalt produzieren könnte und hat den Barista gefragt, ob er Lust hätte auf ein Experiment. Und so haben wir den ersten OMANI ICED COFFEE kreiert.
    Doppelter Shot Espresso und dazu frisch aufgebrühten Kardamom & Safran auf Eiswürfeln mit einem Schuss Sirup. Lecker! Ihr werdet schon sehen, falls ihr auch mal den Oman besucht, das wird es an jeder Ecke geben- so wie im Herbst in Deutschland den Pumpkin Spice Latte. 🤣
    Auf vielfachen Wunsch hat die Toni noch mal ein Ständchen zum Besten gegeben und pünktlich um 12:00 Uhr vor der Abfahrt Richtung Flughafen noch mal lautstark mit dem Muezzin mitgesungen. Sehet und höret selbst.

    Oman ist ein Land, das eine Blühtezeit erlebt. Seinen Reichtum aus Öl und Gas investiert es nicht in Wolkenkratzer und Tourismus, sondern in den Wohlstand der Leute. Vor 55 Jahren gab es nur 3 Schulen im Land, heute ist Bildung wie auch Gesundheitssystem allen recht zugänglich. Und die Infrastruktur ist ausgebaut.
    An allen Ecken und Enden wird gebaut, in den entlegensten Gegenden entstehen neue Häuser, und gleichzeitig wird zunehmend drauf geachtet, alte Dörfer, Ruinen und Strukturen im alten Stil wieder aufzubauen und zugänglich zu machen. Gleichzeitig leben die Leute in sehr großen Häusern mit Mauern außen rum, dazwischen viel Sand, Stein und Dreck. Wir fragten uns, ob es ihnen reicht wenn das eigene kleine Reich hinter den Mauern „schön“ ist.
    Man merkt, das Land profitiert von einem Sultan/ König, der es gut meint, mit Land und Leuten und viel richtig macht. Die Menschen hier leben in engen Familienstrukturen, stark geprägt durch einen sehr zurückhaltenden und offenen Islam. Überall gibt es - oder entstehen - Moscheen, teilweise schon bevor neue Siedlungen fertig gestellt sind, so dass jeder kaum 1 km gehen muss.
    Die Menschen sind herzlich, leise und ruhig. Es gehört zum guten Ton nicht aufzufallen. Das macht es für uns als Besucher des Landes enorm angenehm. Selbst die vielen Autos, die es braucht, um in Städten wie Muskat oder entlegenen Bergregionen zum Einkaufen zu kommen, sind so gut wie nie laut. Auch das würde negativ auffallen und ist unerwünscht. Kinder sind sehr präsent und überall, man merkt, dass auch die Toni richtig „erwünscht“ ist.

    Als Camper hatten wir wenig Kontakt mit Einheimischen, die Gastronomie, Baustellen und alle anderen Services werden hauptsächlich von Indern, Pakistani oder Nepalesen betrieben. Die wenigen Kontakte, die wir aber hatten, waren enorm herzlich. Man merkt ihnen auch den Stolz an, den sie für ihr Land haben. Schön! Die Gesichtszüge der Omanis wirken sehr weich, fast so, als hätten sie sich über die Jahrhunderte selbst zahm gezüchtet.
    Neben den Moscheen sind die offiziellen, großen Gebäude vom Staat oft diejenigen, bei denen offensichtlich am wenigsten gespart wurde. Das Land ist voller Kuppeln, Rundbögen, Spitzbögen, Marmor, Mosaik, Schnitzmuster , Zinnen und Verzierungen aller Art. Nicht knallbunt aber verziert. Aufgefallen ist uns auch, dass es in vielen Gegenden extrem große Polizeistationen gibt, vermutlich so groß, weil die Polizist*innen dort dann auch wohnen, leben und arbeiten.
    Wir hatten tolle Wochen und gehen heim mit dem Gefühl, das Land richtig ausführlich gesehen und erlebt zu haben.

    Unser Flug lief mit schweren Taschen u.a. mind. 5kg Datteln reibungslos, die Toni hat’s gut mitgemacht und wir sind stolz, so ein gutes Dreierteam zu sein. Daheim angekommen war es schön zu sehen wie sehr die Toni sich gefreut hat daheim zu sein und alle ihre lieben Dinge wiederzufinden, die kam aus dem Quieken gar nicht mehr raus!
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    Trip end
    November 27, 2025