Weihnachten in Siem Reap
Dec 21–26, 2025 in Cambodia ⋅ ☁️ 31 °C
Dass ich mal Weihnachten in einem Land verbringe, welches sich gerade in einem Grenzkonflikt mit Thailand befindet, quasi im Krieg befindet, auch wenn dieses Wort von beidem Parteien nicht verwendet wird, hätte ich auch nicht gedacht. Aber zurück zu Siem Riep. Für 5 Nächte wird das Onederz Hostel mein zuhause. Beim Check-In treffe ich noch Adèle aus Frankreich und Britney aus Niederlande. Gemeinsam buchen wir für den nächsten Tag die Sonnenaufgang Tempel Tour (Sunrise!..Sunset ist Sonnenaufgang, auch wenn ich mit den Begriffen immer noch struggel). Dass ich eine Reise unternehme und nicht unbedingt Urlaub, merke ich abermals, als am folgenden Tag mein Wecker um 04:30 klingelt. Dafür werde ich mit einen beeindruckenden Sonnenaufgang bei Angor Wat belohnt. In den kommenden 9h lernen wir (Gruppe von ca. 15 Leuten) eine Menge über die über 1000 Jahre alten Tempel. Nach 5 Tempel komme ich komplett fertig im Hostel wieder an. Eigentlich wollte ich mir nur fix etwas zu essen holen, befinde mich aber schon in der nächsten Aktivität - 16 km Bycyclen mit Sonnenuntergang im Lotus-Blüten Feld - danke André, dass du mich dazu überredet hast 🙌. Um den Tag dann doch etwas entspannter (hahaha) ausklingen zu lassen, nehme ich noch bei der Social Hour des Hostels und dem Pub Crawl teil. Doch etwas kopfschüttelnd über meinen Tag, aber sehr happy, liege ich um 3 um Bett - Nicht ohne mich für den Tag zur Floating Village Tour eingeschrieben zu haben - Gott sein Dank startet die erst um 14 Uhr.
Einschub: Die Auswirkungen des Krieges, bekomme ich zum zweiten mal mit, als wir bei der Bycycle Tour auch ein kleines Geflüchtetencamp besuchen, wo die Menschen all ihr Hab und Gut auf einen kleinen Anhänger aus den Grenzregion in die Mitte des Landes verfrachtet haben. Zu sehen in welch einfachsten (armen) Verhältnissen diese Menschen leben, macht mich sehr nachdenklich und auch traurig. Allein die Zahl, dass ~400.000 Menschen aus ihrer Heimatregionen geflohen sind, ist überwältigend. Diese Menschen können jedoch (vmtl.) wieder zurück in ihre Heimat, den kurz nach Weihnachten, wurde (wieder) ein Waffenstillstand vereinbart, was dennoch nicht den Konflikt an sich löst. Trotz alledem wird mir wieder mal bewusst, wie privilegiert man es in Deutschland hat, mit einem dichtem Dach über'm Kopf, dem Zugang zu Trinkwasser, Warmwasser, eine Dusche, Waschmaschine, einem Klo, Kanalisation, usw. Im Grunde weiß ich, dass der Großteil der Leser dieses Blogs dessen bewusst ist, dennoch wollte ich es hier nochmal anmerken 😊.
Genug vom emotionalen Getexte, zurück zum Floating Village, einer Stadt mit ca. 4000 Einwohnern, welche in der Regenzeit unter Wasser steht und das Hauptfortbewegungsmittel, ein Boot ist. Im Anschluss schauen wir uns auf dem Tonle Sap, ein großer See, den Sonnenuntergang an. Zurück in Siem Riep, schnappen Adèle und Britney uns noch etwas zum Essen auf den Nachtmarkt. Mit 2,60€ ein unglaubliches teures Erlebnis 😛.
Tia - Trommelwirbel - Heiligabend. Nach einem gemeinsamen Frühstück, sind wir (Adele, Laura von Niederlanden und Satkaran von Kanade) zu einer Sunset Tempel Tour aufgebrochen. Mit dem TukTuk ging es bei 32°C zu 5 verschiedenen Tempel mit einem herrlichen Sonnenuntergang mit Blick über den Dschungel von Kambodscha. Im Anschluss trafen wir uns noch mit anderen Solo Reisenden und fanden uns so zum Christmas Dinner in einem fancy localen Restaurant wieder. Da saßen wir, neun fremde Solo Reisende aus acht Nationen und haben auf Heiligabend angestoßen. Einem Barbesuch später sprangen wir um Mitternacht noch fix in den Hostelpool, bevor es ins Bett ging. Im Vorfeld habe ich mir tatsächlich ziemlich den Kopf zerbrochen, wie es wohl sein wird im Ausland Weihnachten zu verbringen, hatte auch etwas Angst vor einer Einsamkeit. Ca. 4 Wochen nach Reisebeginn , wich jedoch die Angst und es entwickelte sich eine Gleichgültigkeit, weil ich wusste, dass ich mit mir allein auch sehr gut klar komme. Dass ich dann doch SO ein Weihnachten verbringen würde, welches mir ein Leben lang im Gedächtnis bleiben würde, hätte ich dann doch nicht erwartet. Zufrieden und beseelt, erkundete ich am nächsten Tag mit dem Scooter noch die "Umgebung" (Hust waren nur 220 km + fetten Sonnenbrand an den Armen - zu meiner Verteidigung, waren die Tempel eine Empfehlung von einem Tourguide). Aber ich war auch der nahezu der einzige Touri in der Gegend. Auch wenn es in Kambodscha noch viel zu sehen gäbe, buchte ich für den nächsten Tag eine Fahrt nach Laos, und verließ nach 6 Tagen Siem Riep. Nicht hnend, dass die Straßen in Laos eine ziemliche Herausforderung sein würden 🤣.
P.S.: Wusstet ihr dass die Todesstrafe in Singapur durch Hängen vollzogen wird? 👀Read more































