Fernie – Nur noch einen Tag… 🚵♀️🍦
Aug 22–Sep 2 in Canada ⋅ ☀️ 27 °C
Wie erwartet hat uns Fernie ziemlich schnell begeistert. Der kleine Ort liegt im Südosten von British Columbia, mitten in den Canadian Rockies – und gefühlt besteht hier alles aus Bergen, Bikes und Trails. Die Stadt selbst ist klein und entspannt, die Leute unglaublich nett und rundherum gibt es ein riesiges Mountainbike-Netz. Eigentlich wollten wir nur ein paar Tage bleiben. Daraus wurde irgendwann: „Ach komm, einen Tag hängen wir noch dran.“ Und dann noch einen. Und noch einen. 😄 Am Ende war es mehr als eine Woche.
Einen gewissen Anteil daran hatte wahrscheinlich auch unsere tägliche After-Bike-Routine. Wir entdeckten Beanpod, eine kleine Schokoladenmanufaktur mitten in Fernie, die nicht nur ihre Schokolade, sondern auch ihr Eis selbst herstellt. 🍫🍦 Und von da an führte nach dem Biken erstaunlicherweise jeden Tag unser Weg dorthin. Unsere persönliche Eishistorie entwickelte sich entsprechend: erst ein kleiner Becher, dann drei kleine Kugeln, irgendwann Medium – und am Ende waren wir beim großen Becher angekommen. Man muss sich schließlich auch weiterentwickeln. 😂
Die meiste Zeit verbrachten wir aber natürlich auf den Bikes. 🚵♀️ Fernie hat Trails ohne Ende und vieles ist etwas flowiger und damit auch anfängerfreundlicher als in manchen Gebieten, die wir zuvor gefahren sind. Uphill-Trails führen in alle möglichen Richtungen und oben warten immer wieder fantastische Aussichten. Man kann morgens mal eben auf den Berg radeln, oben frühstücken und sich anschließend mit der Abfahrt belohnen. Genau unser Ding. 🏔️
Auf einem der Berge stand sogar ein Golfschläger herum – warum auch immer. 😄 Natürlich mussten wir ein paar Abschläge ausprobieren. ⛳ Das Ergebnis war allerdings ziemlich eindeutig: Wir bleiben lieber beim Mountainbiken.
Fast jeden Tag saßen wir auf dem Bike. Nur ich legte einmal einen Pausentag ein – den Alex natürlich direkt nutzte, um sich im Bikepark die Double Blacks genauer anzuschauen. 😄 Der Bikepark im Fernie Alpine Resort bietet vom entspannten Flow bis zu steilen technischen Abfahrten eigentlich alles.
Beim Campen gönnten wir uns diesmal etwas mehr Luxus und probierten gleich vier verschiedene Plätze aus. Die erste Nacht verbrachten wir im Mount Fernie Provincial Park, danach mehrere Tage im Fernie RV Resort, das schnell unser Favorit wurde: Strom für die E-Bikes, alles super gepflegt und vermutlich die beste Campingplatz-Dusche unserer gesamten Reise. 🚿😂 Riesig, blitzsauber und fast wie ein eigenes kleines Badezimmer. Fürs Wochenende wechselten wir auf den Campingplatz direkt am Fernie Alpine Resort – perfekt, weil wir direkt am Bikepark standen und am Wochenende beide Lifte geöffnet waren. 🚵♀️🚐 Und für unsere letzte Nacht ging es schließlich noch ins Coal Creek Camping & RV, wo wir dann auch endlich wieder unser Lagerfeuer genießen konnten. 🔥
Und manchmal sind es sowieso die Begegnungen, die einen Ort besonders machen. Nach zwei Tagen sprachen uns unsere deutschen Nachbarn Birte und Jonas an. Im Gespräch stellte sich irgendwann heraus, dass Jonas tatsächlich der Bruder von Marios ist – genau dem Deutschen, der uns Wochen zuvor in Revelstoke angesprochen hatte. 😂 Wie klein kann Kanada bitte sein?
Birte und Jonas sind nach Revelstoke ausgewandert und haben sich dort inzwischen ihr eigenes Leben aufgebaut. Birte ist Künstlerin und Autorin und arbeitet unter dem Namen Birdie Love. 🎨❤️ Jonas unterstützt sie dabei und gemeinsam verkaufen und vermarkten die beiden ihre Arbeiten. Ihre Kunst findet man unter anderem in der The Local Art Coop Gallery in Revelstoke, wo ihre Werke ausgestellt und verkauft werden. Wenn ihr also irgendwann mal in Revy seid, schaut unbedingt dort vorbei – vielleicht entdeckt ihr ja direkt ein neues Lieblingsstück. 😊 Und irgendwie ist es richtig schön zu sehen, wie die beiden sich dort gemeinsam etwas Eigenes aufgebaut haben.
Mit Birte und Jonas verbrachten wir ein paar richtig schöne Abende und irgendwann konnten wir die beiden sogar zu einem MTB-Tag überreden. 🚵♀️ Sie liehen sich Räder und wir machten uns gemeinsam auf einen ersten Trail. Und Talent war definitiv vorhanden! Es hat richtig Spaß gemacht zu sehen, wie schnell die beiden Gefallen daran fanden. Leider machte eines der Leihräder Probleme, weshalb wir unsere Tour etwas früher abbrechen mussten. Der Bikeshop war dafür super fair und berechnete das defekte Rad nicht.
Natürlich endete auch dieser Biketag standesgemäß mit einem Eis. 🍦😄 Und Birte und Jonas, falls ihr das lest: Wir hoffen wirklich, dass ihr dranbleibt! Es hat so viel Spaß gemacht, euch für unseren Lieblingssport zu begeistern – und rund um Revelstoke habt ihr schließlich die allerbesten Bedingungen direkt vor der Haustür. ❤️🚵♀️
An einem unserer letzten Tage lernten wir am Berg noch ein super sympathisches Paar aus Florida kennen. Ihr Lebensmodell ähnelt unserem ein bisschen: Sie verbringen ihre Zeit an verschiedenen Orten, besitzen die Topanga Villa in Costa Rica und zusätzlich ein Apartment in Fernie. Bei solchen Besitzern kann man die Topanga Villa eigentlich schon allein wegen der Gastgeber empfehlen. 😄🌴
Die beiden erzählten uns auch von der Trail to Ale Challenge der Fernie Brewing Company. Dafür müssen drei bekannte Fernie-Anstiege – Hyperventilation, Project 9 und Swine Flu – innerhalb von 24 Stunden geschafft werden. Wer die entsprechenden Nachweise anschließend in der Brauerei vorzeigt, bekommt sein wohlverdientes Bier. 🍺🚵♀️
Wir haben die Challenge allerdings nicht gemacht – die beiden wollten sie an diesem Tag angehen. Am Nachmittag kam dann ziemlich heftiger Regen runter und wir wissen bis heute nicht, ob sie es noch bis zum verdienten Bier geschafft haben. 😄🌧️
Auch die Tierwelt ließ sich regelmäßig blicken. Einmal saß ein Bär völlig entspannt neben dem Trail und futterte vor sich hin. 🐻 Rund um den RV Park wurde außerdem vor einem Grizzly gewarnt, den wir allerdings nicht gesehen haben. Dafür standen abends immer wieder Rehe direkt neben Hugo und ließen sich von uns überhaupt nicht stören. 🦌
Perfekt passte dazu, dass am 1. September das Campfire Ban aufgehoben wurde. 🔥 Wir hatten die Änderung sofort mitbekommen und nutzten die Gelegenheit natürlich noch am selben Abend auf dem Coal Creek Campground. Andere Camper wollten uns zunächst darauf hinweisen, dass Feuer verboten sei – bis wir ihnen erzählten, dass das Verbot seit 13 Uhr aufgehoben war. Die Freude war entsprechend groß. 😄
Während unseres ersten Lagerfeuers seit Langem fraßen die Rehe nur wenige Meter hinter Hugo gemütlich weiter. Viel näher hätten sie eigentlich nur noch kommen können, wenn sie sich zu uns ans Feuer gesetzt hätten – für einen kleinen Snack hätten wir bestimmt noch ein Plätzchen freigemacht. 😂🦌🔥
Und dann gab es noch den Ghost Rider. Andere Camper hatten uns davon erzählt und tatsächlich kann man abends auf der Felswand des Mount Hosmer durch Licht und Schatten die Silhouette eines Reiters erkennen. 👻🏔️ Um ihn rankt sich eine alte Geschichte über einen angeblichen Fluch über Fernie. Die Legende gehört seit Jahrzehnten zum Ort, historisch belegt ist sie allerdings nicht. Der Schatten des Ghost Riders ist dagegen tatsächlich zu sehen – wenn man erst einmal weiß, wo man hinschauen muss.
Und selbst unser Downhill-Bike fand in Fernie noch einen neuen Besitzer. Das Bike hatten wir zu Beginn unserer Reise in Vancouver gekauft und konnten es jetzt an einen super netten Typen weiterverkaufen. Er gab uns im Gegenzug noch einen Tipp für eine Tour – was natürlich direkt wieder ein Argument lieferte, noch einen Tag länger zu bleiben. 😄 Damit hatte unser Plan, für den Kanada-Sommer ein Downhill-Bike zu kaufen und es vor der Rückreise wieder zu verkaufen, tatsächlich perfekt funktioniert.
Kulinarisch blieb Fernie abgesehen von unserem täglichen Beanpod-Eis eher überschaubar. Big Bang Bagels war ganz okay und der Laden mit viel Liebe zum Detail gemacht, kam für uns aber nicht ganz an unseren Bagel-Favoriten in Crested Butte heran. Richtig essen waren wir diesmal kaum – irgendwie hat uns nichts so richtig angesprochen. Aber bei unserem täglichen Eisprogramm war vermutlich ohnehin schon ein Teil der Verpflegung geklärt. 😂🍦
Fernie war am Ende genau das, was wir uns erhofft hatten – vielleicht sogar noch ein bisschen mehr. Unzählige Trails, entspannte Menschen, wunderschöne Berge, Wildlife, Lagerfeuer und vor allem viele tolle Begegnungen. Dass aus ein paar geplanten Tagen mehr als eine Woche wurde, sagt wahrscheinlich alles. ❤️🚵♀️
Liebe Grüße aus Kanada 🇨🇦
⸻
📍 Bike-Spot: Fernie
🍁 Typ: Riesiges Enduro-Trailnetz & Bikepark
🟢 🟦 ◆ ◆◆ Schwierigkeit: Von anfängerfreundlichem Flow bis Double Black
🌲 Trails: Riesige Auswahl rund um die Stadt, viele Uphill-Trails, tolle Aussichten und zusätzlich der liftunterstützte Bikepark im Fernie Alpine Resort.
🚐 Camping: Mount Fernie Provincial Park, Fernie RV Resort, direkt am Fernie Alpine Resort und Coal Creek Camping & RV – unser Favorit war der Fernie RV Resort.
🍦 After Bike: Beanpod – unsere Becher wurden mit jedem Tag größer. 😂
⭐ Unser Eindruck: Einer unserer absoluten Lieblingsstopps. So viele Trails, dass selbst mehr als eine Woche zu kurz erscheint – und offensichtlich der perfekte Ort, um aus „noch einem Tag“ gleich mehrere zu machen. 😄Read more












































