• auf Rudl Eller‘s Pfaden

    July 8 in Austria ⋅ ☁️ 16 °C

    wenn man seinen Blick,

    welcher vom Balkon unseres Chalet baulich und geographisch bedingt gen Norden neigt,
    sprich in Richtung ‚Grossglockner Gruppe‘ mit seinen schneebedeckten Gipfeln,

    einmal löst,
    sich um ca. 180° dreht und dem Tal südlich folgend seine Neugier widmet,
    sieht man erstmal
    nicht allzu viel.
    setzt man sich allerdings in Bewegung, in welcher Form auch immer,
    und folgt dem Flussverlauf, von Ortschaft zu Ortschaft steht man nach ca. 20km zwangsläufig am Fuße eines Passes, welcher sich in gut fahrbaren Serpentinen hinauf zu einem Örtchen namens ‚Iselsberg-Stronach’ schlängelt.
    Mit den zuvor gesammelten visuellen Eindrücken der nördlich gelegenen, Hohen Tauern’ und deren eher anthrazitfarbenen und dunkel wirkenden Gesteinen, erwarteten Nine und ich wohl einen ähnlichen Augenschmaus beim Erreichen der Passhöhe.
    Was sich allerdings dann eröffnete war ja mal das komplette „Gegenteil“
    Von den Sonnenstrahlen geküsst erwarteten uns die ‚Lienzer Dolomiten‘
    eine spektakuläre Gebirgsgruppe der südlichen Kalkalpen in Osttirol.
    WOW!!
    Wir waren direkt schockverliebt!
    Diese Gesteinsfärbung mit ihren markanten Spitzen erinnerte uns direkt an die berühmten westlichen Nachbarn.
    Für uns als Dolomiten–Liebhaber ergab sich plötzlich aus einem
    anfänglich wagen Gedanken
    (eventuell von Mörtschach mal einen Tag nach Sexten / Drei Zinnen)
    die Möglichkeit, Dolomitenduft zu schnubbern und in dieser atemberaubenden Natur zu wandern.
    Zumal der ursprüngliche Grund für die Fahrt nach Lienz ein anderer war.
    Noch flink mein Rad (der eigentliche Grund) in die Werkstatt gebracht (super netter Service) und was gibt es Spannendes, als die ‚Wartezeit‘ mit einer „kleinen“ Wanderung hinauf zum Fuße der ‚Laserzwand‘ zu überbrücken, wenn man so will.
    Also ging’s hoch zum kostenpflichtigen Parkplatz in der Nähe der Dolomitenhütte, einem idealen Einstieg für viele Wanderer, Mountainbiker und Kletterer.
    Wir entschieden uns für den anspruchsvollen Rudl–Eller–Weg.
    Relativ schnell benötigten wir bereits unsere Hände beim Aufstieg und nach einigen Höhenmetern waren für uns Flachländer auch die ersten Seilversicherungen ersichtlich.
    ‚Das geht ja intensiv los‘ waren meine ersten Gedanken und spektakulär ging es weiter.
    Die Flora und Fauna waren so vielfältig, es duftete nach wildem Thymian und ätherischen Ölen.
    Jeder Blick in die Weite erfüllte uns mit tiefster Zufriedenheit und Glückseligkeit auch wenn das Atmen aufgrund der nicht zu unterschätzenden Anstrengung mitunter nicht leicht fiel.
    Nicht ungewöhnlich bei über 2100Meter über Meereshöhe.
    Der gesamte Rundweg war mit ca. 13km angezeigt und nur für Geübte.
    Dies wurde uns an der Schlüsselstelle letztendlich auch bewusst.
    Nach einer herausfordernden Kletterpassage wartete direkt danach eine ansteigende Querung eines Geröllfelds, welches aus unserer Sicht zu viel Risiko beinhaltete.
    Da wir weder Helm noch Klettersteigausrüstung mit dabei hatten und relativ spontan und unvorbereitet unterwegs waren, trafen wir final die einzig richtige Entscheidung und kehrten um,
    um irgendwann (2 Tage später) wieder zu kommen.
    Read more