• 3 Safaris und 3 Abenteuer

    Mar 28–31, 2025 in Mauritius ⋅ ⛅ 30 °C

    In den letzten Tagen haben wir 3 Safaris unternommen – jede mit ihren eigenen Überraschungen und Herausforderungen. Von einer Regen-Safari über spannende Tierbeobachtungen bis hin zu einer ungewollten Nachtaktion im Flussbett war alles dabei.

    Safari 1: Im Sophienhof – Eine spontane Regen-Safari

    Eigentlich waren wir auf der Durchreise und mussten am Abend in den Etosha-Nationalpark. Geplant war aber noch eine Safari am Abend im Sophienhof. Doch das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung, und die geplante Safari stand auf der Kippe und schien im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser zu fallen. Kurzerhand wurde uns eine vorgezogene Tour extra für uns angeboten – mit Regencapes ausgestattet machten wir uns auf den Weg. Der Boden war aufgeweicht, an einigen Stellen sanken wir beinahe ein. Doch die Mühe zahlte sich aus: Nach dem Passieren von zahlreichen Herden haben wir nach langem Suchen auch die Nashörner entdecken können.

    Am Ende ging es dann für uns weiter zum Etosha-Nationalpark. Auf der Fahrt ist jedoch passier, wovor wir die ganz Zeit Panik hatten. Die geteerten Straßen in Namibia sind nicht sehr breit und aufgrund des anhaltenden Regens der letzten Wochen ist das Gras am Straßenrand sehr hoch gewachsen und lässt kaum eine Chance Wildwechsel früh zu erkennen. Und so passierte, was passieren musste. Aus dem Nichts kam plötzlich eine Hyäne und lief uns direkt mit ihrem Kopf an die Stoßstange. Im Rückspiegel war nur noch das Wegschlittern des Kadavers zu sehen - und es war klar, jede Hilfe wäre vergebens. Mit diesem Schock haben wir uns in den ersten Safari-Abend verabschiedet.

    Safari 2: Etosha – Löwen, aber keine Elefanten

    Am nächsten Tag stand der Etosha-Nationalpark auf dem Programm – diesmal auf eigene Faust. 7 Stunden lang sind wir die Landschaft im Park abgefahren, immer auf der Suche nach den nächsten Tieren. Und tatsächlich haben wir neben den alt bekannten Tieren auch ein Löwenrudel erblicken können! Friedlich unter einem Baum liegend. Durchaus etwas respekteinflößend, wenn man mit einem starren Blick fokussiert wird, als wäre man die nächste Mahlzeit.

    Lediglich die Elefanten haben sich erfolgreich vor uns versteckt. Der Grund? Durch die starken Regenfälle der letzten Zeit verteilte sich das Wasser überall im Park, sodass die Elefanten nicht mehr auf wenige Wasserstellen angewiesen waren.

    Safari 3: Ugab Terrassen – Eine Nacht voller Nervenkitzel

    Unsere letzte Safari führte uns zurück zu den Ugab-Terrassen. Die Lodge, in der wir übernachteten, bot bereits eine unglaubliche Tierbeobachtung direkt vom Zimmer aus – Giraffen, Antilopen und Nashörner inklusive. Eigentlich hätten wir gar keine Safari mehr gebraucht, aber die Hoffnung, Elefanten zu sehen, trieb uns doch noch zu einem Game Drive am Abend.

    Doch dann passierte das Unerwartete: Unser Fahrzeug blieb im schlammigen Flussbett stecken. Zunächst konnten wir uns noch durch ein kurzes Rückwärtsmanöver befreien. Zuerst dachten wir es sei eine scherzhafte Showeinlage unseres Guides, da wir leider keine Tiere auf der Safari sehen konnten. Doch einige Minuten später steckten wir endgültig fest – und das in der Dämmerung. Die Dunkelheit kroch unaufhaltsam heran, und mit ihr die Erkenntnis: Hier kommen wir nicht mehr allein raus. Ein Notruf wurde abgesetzt und die Nacht wurde pechschwarz. Lediglich die Blitze der umliegenden Gewitter waren ab und an eine Erleuchtung für uns, auch wenn ein Blitz unweit von uns einzuschlagen schien. Es hätte an der Stelle eh kein Unterschied gemacht ob der Blitz direkt in uns einschlägt oder im Auto. Zu dem Zeitpunkt standen wir schon im halbnassen Flussbeet und der Safari-Waagen hätte auch keinen Schutz geboten.

    Wir philosophierten schon für die nächsten Bild-Schlagzeilen „6 deutsche Touristen im namibischen Flussbeet… vom Blitz erschlagen, verschollen, oder vom Leoparden gefressen“ Denn klar war auch, dass während der ganzen Zeit in dem Terrain auch Leoparden und Geparden sind - und wie man weiß, sind diese Katzen auch gerne Nachts auf der Jagt.

    Als schließlich nach einer knappen Stunde die Rettung anrückte, schien die Lösung nahe – doch das Flussbett war zu nass, und das zweite Fahrzeug drohte ebenfalls einzusinken. Schließlich wurde entschieden, dass wir mit dem zweiten Auto erst zurück zur Lodge gebracht werden bevor die anderen mit der Rettung des Fahrzeugs weiterarbeiteten.

    Während wir einstiegen, stand ein junger Typ in kurzer Hose, Shirt und barfuß neben dem Auto – mit einem Gewehr in der Hand, das größer war als er selbst. Sein Kommentar: „For the predators.“ Nicht unbedingt beruhigend, aber doch irgendwie tröstlich. Gemäß dem Motto, lieber haben statt brauchen.

    Was als gewöhnliche Safari begann, wurde zu einer unfreiwilligen Nacht-Expedition mit Adrenalinschub. In der Dunkelheit, umgeben von der Wildnis Namibias, wurde uns einmal mehr bewusst, auf Reisen kann alles passieren.

    Aber Ende gut, alles gut – wir kamen heil an unserer Lodge an und das Auto wurde gut 2 Stunden später sicher geborgen. Ein paar ereignisreiche Tage liegen hinter uns.
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