• Roadtrip mit Erlebnissen

    Mar 27–28, 2025 in Namibia ⋅ ⛅ 33 °C

    Nachdem wir die Atlantikluft Swakopmunds hinter uns gelassen hatten, führte uns die Route ins Damaraland. Diese Region beeindruckt mit ihren zerklüfteten Felsen, endlose Weiten und berühmten Ugab-Terrassen, die wie riesige Tafelberge aus der Ebene ragen. Doch abseits der Naturwunder zeigte sich auch eine andere, weniger glanzvolle Seite.

    Die Armut im Hinterland ist spürbar. Entlang der Straße tauchen immer wieder kleine Verkaufsstände auf, an denen Einheimische handgefertigte Souvenirs oder andere Kleinigkeiten anbieten. Immer wieder hielten wir an, um Brot, Wasser oder andere Vorräte aus unserem Auto heraus zu verteilen. Diese Begegnungen hinterlassen gemischte Gefühle: die Freude über ein kurzes Lächeln im Austausch, aber auch die Erkenntnis, wie groß die sozialen Unterschiede in einem Land wie Namibia sind.

    Ein Gedanke, der uns auf der Fahrt durch das Damaraland immer wieder beschäftigt hat, ist der Kontrast zwischen unserem Alltag in Deutschland und den Lebensrealitäten der Menschen hier. Während bei uns über Kleinigkeiten geklagt wird, kämpfen in dieser Region viele Menschen täglich um das Nötigste. Zu sehen, mit wie wenig die Menschen hier auskommen müssen und wie sie dennoch ihre Herzlichkeit und Lebensfreude bewahren, führt einem vor Augen, wie privilegiert unser Leben ist. Es erinnert daran, wie wertvoll es ist, das zu schätzen, was man hat – und vielleicht auch, sich in manchen Momenten etwas mehr Gelassenheit und Dankbarkeit zu bewahren

    Der wahre Offroad-Spaß begann dann aber, als wir ein nahezu ausgetrocknetes Flussbett durchqueren mussten. Schon von Weitem sahen wir ein Fahrzeug, das tief im Matsch stecken geblieben war. Eine Gruppe bayerischer Rentner, acht an der Zahl, kämpfte vergeblich damit, eines ihrer Autos wieder flottzukriegen. Mit unserem Auto und einem Abschleppseil einer anderen Reisegruppe gelang es uns schließlich, sie aus der misslichen Lage zu befreien. Am Ende waren 10 Autos, etwa 20 Deutsche, 4 Franzosen und 2 Einheimische an der Flussmündung.

    Der Zufall wollte es, dass wir am Abend in der gleichen Lodge aufeinandertrafen. Dankbar für unsere Hilfe lud uns die Truppe auf ein Getränk beim Sonnenuntergang ein.

    Der Sonnenuntergang mit Regenbogen im Hintergrund erinnerte uns an eine Mischung aus dem südafrikanischen Tafelberg und dem Monument Valley in den USA – eine Landschaft, die in ihrer Weite und Stille fast unwirklich wirkt.

    Fazit: Die Fahrt von Swakopmund zum Vingerklip war mehr als nur eine landschaftliche Entdeckungsreise. Es waren die Begegnungen mit den Menschen, die Herausforderungen auf den Offroad-Pisten und die unvergesslichen Ausblicke, die diese Etappe unserer Namibia-Reise so besonders gemacht haben – eine Mischung aus Abenteuer und Nachdenklichkeit, die uns nachhaltig bewegt hat.
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