• Tag 47, 44 Km/9059 Km

    15. Oktober 2024 in Senegal ⋅ ☀️ 30 °C

    Es ist spät am Abend, kurz vor Mitternacht. Ich schlafe bereits als ich durch einen lauten Schrei wach werde. Im Fluss keine 10 Meter neben mir, stirbt ein Tier. Es schreit im Todeskampf, ich höre den Fluss und ich höre, wie das Wasser aufgewühlt wird. Ich leuchte mit der Taschenlampe aus dem Hubdach in die Dunkelheit, sehe den Fluss aber nicht richtig. Im Schein der Taschenlampe sehe ich wie sich die Bäume am Flussufer bewegen. Plötzlich ist es still. Kein Schrei mehr, kein Wasserplätschern. Was auch immer geschrien hat ist jetzt wohl verstorben.
    Ich nutze den Folgetag um alles für die kommenden Tage und Wochen vorzubereiten. Dies wird vermutlich der letzte Tag in den nächsten Wochen sein, an dem ich es etwas ruhiger angehen kann. Ich mache das Fahrzeug sauber, entferne den Schlamm und den Sand aus dem Innenraum und tausche den Dieselfilter. Der Dieselfilter ist nach 10.000 Kilometern noch okay, jedoch schon Recht schwarz u.a. durch die schlechte Dieselqualität in Mauretanien. Am Nachmittag fahre ich zum Flughafen nach Dakar, bekomme meinen zweiten Reisepass und einen Schwung Ersatzteile. Am Abend sind 4 (!) Touristen an der Lodge. Ich parke das Auto ein Stück weiter weg, damit ich meine Ruhe habe und von all dem Trubel dieser Menschenmassen verschont bleibe. Der Weg dorthin führt durch hohes Gestrüpp, hier ist schon lange niemand mehr hergefahren. Einer der Esel folgt mir und bleibt bis in die Nacht hinein in meiner Nähe. Er hat den Todesschrei letzte Nacht bestimmt auch gehört und sucht jetzt Schutz hinter dem Auto. Morgen soll es wieder zurück in den Norden des Senegal gehen, wo der Djoudj-Nationalpark endlich wieder geöffnet ist. Ab dem Abend reise ich wieder zu zweit weiter.
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