• Tag 46, 19 Km/9015 Km

    14. Oktober 2024 in Senegal ⋅ ⛅ 31 °C

    Ich treffe am Vormittag Ibu wieder, der mir vor ein paar Tagen Essen gebracht hat. Wir plaudern kurz, er fragt mich ob ich ihn mit zurück ins Dorf nehmen kann, sonst müsste er die 4 Kilometer zu Fuß gehen. Als ich ihn absetzen will, bietet er mir an, sein Haus zu besichtigen. Im Hof sitzen seine Mutter und seine Frau und waschen Wäsche. Seine zwei Kinder sind absolut angstfrei und eher neugierig auf meine weiße Haut. Beide strecken mir die Arme entgegen und wollen auf den Arm, fassen etwas skeptisch meine Ohren, mein Gesicht, meine Unterarme an. Vom Dorfältesten werde ich auf der Straße zu einem Tee eingeladen. Ich setze mich zu den anwesenden Männern, werde etwas ungläubig beäugt. Französisch zu sprechen öffnet auch hier viele Türen. Ich berichte von meiner Reise und dem langen Weg aus Deutschland bis hier her. Alle lauschen gespannt bis Ibu vorschlägt, dass ich mir auch noch die Grundschule ansehen soll. Es gibt 6 Lehrer und unzählige Kinder allen Alters die hier unterrichtet werden. Ich darf in die Klassenräume, in denen gerade der Unterricht begonnen hat und der natürlich jetzt unterbrochen wird.
    Nach einer Stunde verabschiede ich mich und fahre in Richtung Meer, wo ich einen Tipp für ein Fischrestaurant bekommen habe. Das Restaurant ist eigentlich nur mit dem Boot erreichbar, es gibt aber auch eine Offroadpiste. Da es mehrere Tage trocken war, macht es mir viel Spaß die Piste zu fahren, die zwischen Sand und Schlamm variiert. Im Restaurant bekomme ich die größten Garnelen, die ich jemals in meinem Leben gesehen habe. Das Restaurant liegt wunderschön zwischen dem Delta von Somone und dem Meer, der Fisch wird mit Netzen direkt vom Strand gefangen und in die Restaurants gebracht. Es gibt unzählige Krebse, Pelikane sitzen auf den vorgelagerten Inseln.
    Als ich am Nachmittag zurück zur Lodge fahre passiert das unfassbare. Es sind Leute an der Lodge, Touristen! Ich bin nach 5 Tagen völliger Einsamkeit nicht mehr alleine und weiß aktuell nicht, ob ich mich über die Gesellschaft freuen oder traurig sein soll.
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