Tag 64, 222 Km/11185 Km
1. november 2024, Guinea-Bissau ⋅ ⛅ 33 °C
So früh wie möglich geht es los in Richtung Grenze. Heiner startet am Morgen mehrfach nicht, ein Problem was in den letzten Tagen schon einmal aufgetreten ist. Nach mehreren Startversuchen springt er glücklicherweise an. Auch hier die Devise: abwarten und beobachten. Ab Ziguinchor wechseln Flair und Straßenzustand merklich. Die Straße ist über und über mit tiefen Schlaglöchern versehen, die Checkpoints nehmen zu. An einem Checkpoint hält man uns an, lässt uns 5 Minuten in der Sonne braten und winkt uns dann weiter, ohne irgendeine Kontrolle. Eine Kolonne von LKW kündigt schließlich die Grenze an. Senegalesische Seite ultra entspannt, keine 5 Minuten später sind wir ausgereist. An der Grenze zu Guinea-Bissau dann der erste Stopp, Führerschein und Fahrzeugscheinkontrolle. Eine korpulente Frau sitzt im ersten Büro auf einem weißen Plastikstuhl, den wir sonst in unseren Biergärten finden. Sie ist derart weit in den Stuhl hineingerutscht, dass sie ihren Kopf auf der Rückenlehne ablegen kann. Während sie meine Daten in ein Buch schreibt, bewegt sie sich keinen Zentimeter. Buchstabe für Buchstabe wird mit der gleichen Geschwindigkeit aufgeschrieben, die sie mit ihrer Körperhaltung repräsentiert. Das Abschreiben der Daten aus dem Fahrzeugschein dauert solange, wie die gesamte Ausreise aus dem Senegal. Ein Stück weiter müssen wir 7.50€ Straßensteuer zahlen, anschließend werden Pass und Carnet gestempelt. Nach einer guten Stunde sind wir in Guinea-Bissau eingereist, das erste portugiesisch sprechende Land der Reise.
Ein paar Kilometer nach der Grenze, die Straße ist schmal und an beiden Seiten mit hohen Bäumen dicht bewachsen, sehe ich in der Ferne eine Menschentraube. Rund 20 Männer stehen vor einem über beide Seiten der Straße gespanntem dicken Seil, fast alle tragen Macheten.
Als sie uns kommen sehen rufen Sie "Dinhero", halten uns an. Sie wollen Geld und stehen vor und auf beiden Seiten des Fahrzeugs, rufen wild durcheinander. Ich öffne die Scheibe, sage dem Rädelsführer auf französisch, dass ich nicht viel Geld dabei habe und drücke ihm alles an Kleingeld, was noch aus Gambia in meinem Portmonee herumflog in die Hand. Bevor sie merken, was ich ihnen da gegeben habe, lässt einer das Seil herunter und wir fahren schnellstmöglich durch diesen "Checkpoint" davon.
Die Straße nach Bissau ist von der Umgebung wunderschön, dichter Urwald mit hohen Palmen, ab und zu eine kleine Siedlung von Lehmhütten mit Wellblechdach. Der Straßenzustand ist hingegen miserabel und in Anbetracht der weit über 100 Kilometer, die zurückzulegen sind das schwierigste Stück der Reise. Auf dem Weg nach Bissau sind es geschätzt 10.000 Schlaglöchern, von Faustgroß bis zu einer Größe, dass ich mich hätte bequem hinein legen können. An manchen Schlaglöchern steht ein Einheimischer mit einer Schaufel, mit der er das Schlagloch unprofessionell mit Sand gestopft hat. Auch hier möchte man Geld, zum Teil sind auch an diesen Punkten Seile gespannt. Für diesen großartigen "Service", ein einziges Loch zu stopfen zahle ich jedoch nicht, es bleiben ja schließlich noch 9.999 Stück.
Am frühen Abend kommen wir endlich in Bissau an. Es gibt es ein Hotel, welches die Möglichkeit bietet im Garten im Auto zu schlafen, streng bewacht von mehreren Security und umgeben von einer hohen Mauer. Bissau ist leider einer von vielen unsicheren Plätzen auf dem weiteren Weg nach Südafrika.Læs mere

… das ging aber „flott“ [Nils]



















