• Tag 65, 0 Km/11185 Km

    2 de novembro de 2024, Guiné-Bissau ⋅ ☀️ 32 °C

    Am späten Abend höre ich im Halbschlaf in der Nähe Schüsse. Dreimal wird geschossen, danach folgt nichts mehr, kein Schreien, kein Martinshorn. Tagsüber ist es auf den Hauptrouten sicher, bei Nacht sollte jegliche Aktivitäten außerhalb vom gesicherten Hotelkomplex vermieden werden, was hiermit nochmal unter Beweis gestellt wird.
    Der darauf folgende Tag ist nach knapp 3 Wochen mal wieder ein Orga-Tag. Ich lasse meine Wäsche waschen, organisiere etwas für das Visum von Ghana, gehe zu Fuß in einen Supermarkt in der Nähe einkaufen. Auf dem Weg werde ich immer wieder mit "Branco" - Weißer angesprochen. Seit dem Grenzübertritt am Vortag habe ich keinen einzigen Weißen mehr gesehen. Ich trage die Einkäufe vom Supermarkt zurück zum Hotel, als mich eine Frau auf der Straße auf portugiesisch anspricht. Ich verstehe nicht, was sie sagt, eine weitere Dame übersetzt für mich ins französische. "Wo denn meine Frau wäre" fragt sie. "Einkäufe werden nicht durch den Mann gemacht und schon gar nicht getragen." So ist das halt als 'Branco'. Wir plaudern noch kurz, ich kaufe ihr einen Beutel mit Erdnüssen ab und trage schließlich den Wocheneinkauf zurück zum Auto.
    Am Hotel sammelt einer der Angestellten am Nachmittag den Müll aus den Zimmern und aus den Behältern auf den Fußwegen, stapelt alles in einer Ecke des Hotels und zündet den Müllberg schließlich an. Der Müll brennt bis zum späten Abend und benebelt das ganze Hotel mit einer Duftwolke aus verbranntem Plastik gemischt mit Holz.
    Am Abend laufe ich ein paar Blocks weiter zu einer kleinen Pizzeria, das einzige was es an Restaurants in der Nähe gibt. Auf der Speisekarte stehen 20 Pizzen, ich bestelle eine Margherita. "Wir haben nur Fleischpizza." Antwortet die Kellnerin, Pizza mit Schinken und Hack. Ich frage, ob ich die Fleischpizza auch ohne Fleisch, also vegetarisch bekommen kann. "Ja, das geht." 5 Minuten später bekomme ich eine vegetarische Fleischpizza a la Branco. Fleisch haben sie trotzdem darauf gemacht.
    Seit dem Abend reise ich zu dritt weiter.
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